Frage von brigotte, 23

Muß man rehaantrag stellen?

Muß man einen rehaantrag stellen, wenn die krankenkase es nach mehrmonatiger krankheit verlangt ? Was passiert, wenn man es nicht tut ? Wenn die krankenkasse dann z.b. die zahlung des krankengeldes einstellt, bleibt man dann trotzdem noch krankenversichert ?

Antwort
von Samika68, 13

Bezieht man länger als 78 Wochen Krankengeld, wird man ausgesteuert - das bedeutet, man muss dann entweder in ein sozialversicherungpflichtiges Arbeitsverhältnis zurück, oder zum Arbeitsamt.

Möchte man beides nicht, muss man sich freiwillig bei der Krankenkasse versichern - denn es besteht Versicherungspflicht.

Es ist nur logisch, dass die Krankenkasse daran interessiert ist, dass Du wieder gesund wirst - das sollte selbstverständlich auch im eigenen Interesse liegen!

Eine Reha ist immer eine Möglichkeit auf Gesundung, bzw. Verbesserung des Gesundheitszustands.

Antwort
von Konrad Huber, 7

Hallo brigotte,

Sie schreiben:

Muß man rehaantrag stellen?

Muß man einen rehaantrag stellen, wenn die krankenkase es nach mehrmonatiger krankheit verlangt ? Was passiert, wenn man es nicht tut ? Wenn die krankenkasse dann z.b. die zahlung des krankengeldes einstellt, bleibt man dann trotzdem noch krankenversichert ?

Antwort:

Solange Sie von den Sozialversicherungsträgern Leistungen beziehen wollen (in diesem Fall von der Krankenkasse Krankengeld) müßen Sie selbstverständlich Ihrer gesetzlichen Mitwirkungspflicht nachkommen und den REHA-Antrag bei der DRV einreichen!

Oft ist es sogar besser, an Stelle des REHA-Antrags einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der DRV einzureichen, denn die DRV muß ohnehin prüfen, ob eine REHA-Maßnahme in Betracht kommt!

Wer bei der DRV einen REHA-Antrag einreicht signalisiert, daß er von einer nachhaltigen Leistungssteigerung durch die REHA ausgeht!

Wer bei der DRV einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente einreicht signalisiert, daß er von keiner Leistungsverbesserung durch die REHA ausgeht!

Unabhängig davon gilt: "REHA geht vor Rente!"

Sie haben zwar einen Gesamtanspruch auf Krankengeld von maximal 78 Wochen, wenn aber zu erwarten ist, daß sich Ihr Gesundeitszustand nicht bessern läßt, dann kann Ihnen die Krankenkasse sehr wohl Auflagen machen!

Wenn die krankenkasse dann z.b. die zahlung des krankengeldes einstellt, bleibt man dann trotzdem noch krankenversichert ?

Wenn Sie aus dem Krankengeld ausgesteuert werden, bleibt eigentlich nur der Antrag auf ALG 1 bei Ihrer Agentur für Arbeit, damit Sie in diesem Rahmen weiterhin krankenversichert sind!

Auch das ALG 1 ist zeitlich individuell begrenzt!

Die zeitliche Begrenzung des ALG 1 kann in der Regel nur im Zusammenhang mit einem Antragsverfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer dieses Verfahrens ausgedehnt werden!

Stichwort: "Nahtlosigkeitsregelung!"

http://www.vdk.de/kv-thueringen-sued/ID57086

http://www.ra-buechner.de/newsarchiv/newsdetail/bsg-zur-nahtlosigkeitsregelung-d...

Wichtig ist in jedem Fall, daß Sie Ihre eigene Krankenakte auf Vordermann bringen!

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang ist unter anderem, daß die Erwerbsminderungsrenten durch die DRV überwiegend zeitlich befristet bewilligt werden, pro Zeitabschnitt in der Regel bis zu 3 Jahre! Rechtzeitig vor Ablauf der zeitlichen Befristung muß dann ggf. ein Antrag auf Weitergewährung bei der DRV eingereicht werden!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von eulig, 11

wenn man von der Krankenkasse mit einer Frist von 10 Wochen zur Stellung eines Reha-Antrages aufgefordert wird, und man stellt keinen Antrag, dann endet mit Ablauf der 10-Wochen-Frist der Anspruch auf Krankengeld. die 10-Wochen-Frist beginnt mit dem Tag, an dem die Aufforderung zugestellt wird. das ist idR das Ausstellungsdatum des Schreibens plus zwei Tage.

mit Beendigung des Anspruches auf Krankengeld, bist du auch nicht mehr krankenversichert. du müsstest dich dann selbst versichern; das wären ca. 170 Euro pro Monat.

Anspruch auf ALG1 bestünde nur, wenn du arbeitsfähig geschrieben bist und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst. Anspruch auf ALG2 bestünde unter Umständen, wenn das Jobcenter eine Genesung bzw. zeitnahe Arbeitsfähigkeit in Aussicht steht.

über Leistungen ALG1 und 2 wäre man auch krankenversichert.

hier noch eine anschauliche Erklärung zur 10-Wochen-Frist: http://www.kv-media.de/kg_rehaaufforderung.php

letztendlich sollte es dir doch wichtig sein wieder gesund zu werden. deshalb kann ich nur schwer nachvollziehen, weshalb man diesen Antrag nicht stellen sollte. idR ist mit Aufforderung der Krankenkasse die Chance auch größer, dass die Reha bewilligt wird.

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