Frage von Anat75, 37

Muss man neuen Arbeitsvertrag mit schlechteren Bedingungen unterschreiben?

Mein Mann ist seit 3 Jahren als Zeitarbeiter beim selben Entleiher tätig, Festanstellung aussichtslos. Nun will/muss der Entleiher seine Produktionsstätte wegen Platzmangel auslagern und hat dafür vor über 2 Jahren eine "eigenständige" Zweitfirma gekründet. Die Zweitfirma stellt das selbe Produkt unter den selben Bedinungen her, und schlechter, es gibt zwar 2 Geschäftsführer aber nur auf dem Papier. Die Zweitfirma wird immer noch vom alten Entleiher gesteuert, Personal, Planung und Aufträge etc. Der alte Entleiher hat 500 Angestellte mit 60% Zeitarbeitnehmer, die Zweitfirma ca. 100 Beschäftigte, überwiegend Zeitarbeitnehmer. Also wirtschaftlich gibt es keinen plausiblen Grund drastische Einsparungen vorzunehmen.

Jetzt soll mein Mann als Fachkraft dorthin eingesetzt/zwangsversetzt werden für einen geringeren Stundenlohn, er muss die selbe Arbeit leisten und dazu für seinen Bereich die volle Verantwortung übernehmen.

Dies bedeutet der Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma und dem "alten" Entleiher wird gekünditg und die ZAF soll einen neuen Vertrag mit der Zweitfirma abschließen. Dort herrschen andere Stundenlohnbedingungen, also im Umkehrschluss ein niedrigerer Lohn für meinen Mann.

Ist es denn noch so, dass vor dem Abschluss der Vertragsänderung der alte Vertrag weiterhin besteht? Ist mein Mann als Fachkraft verpflichtet eine solche Änderung anzunehmen (vor allem als Zeitarbeiter)? Welche Möglichkeiten bleiben uns? (außer Anwalt)

Bitte helft uns ein wenig!!!

Antwort
von wilees, 25

Dein Mann ist Angestellter der Zeitarbeitsfirma (mit unbefristetem Vertrag ) und dort erhält er seinen Lohn. Was hier der Entleiher wüscht ist irrelevant und er muß keinesfalls eine Änderungskündigung unterschreiben.

Sein jetziger Vertrag hat Bestand. Die ZAP kann ihn auch bei dem neuen Vertragsgeber einsetzen. Das ändert aber nichts an seinem Lohn.

Unterschreibt er einen neuen Vertrag und die Firma versucht zu tricksen - neuerliche Probezeit - gibt es anschließend nur Ärger. Er kann auf seinem Vertrag bestehen. Und einen Kündigungsgrund seitens der ZAP sehe ich nicht.

Kommentar von Anat75 ,

Bitte nochmal zum Mitmeißeln!!! ;-) Denn es ist schwer zu erklären!

Ich bin ab dem heutigen Tag beim jetzigen Entleiher abgemeldet. Nur als Randnotiz: der jetzige Entleiher ist ein Konzern in der Windenergiebranche, sprich kein armer Schlucker.

Wie schon erwähnt, sein Plan war mich als Fachkraft bei schlechterer Bezahlung in seiner Zweitfirma (des Entleihers) unterzubringen (ist nämlich niemand anderes vorhanden mit meiner Erfahrung).

Mir geht nur eins nicht in den Kopf:

Intern laufe ich noch über den ersten Entleiher, soll aber in die Außenstelle mit dem neuen Vertrag, welche ja angeblich als eigene Firma gelten soll (in Wirklichkeit nur Auslagerung der Produktion). Wohl gemerkt die Verträge werden immer erstmal nur mit Entleiher und ZAP abgeschlossen, mir wird dann lediglich die Entlohnung und Arbeitsort unterbreitet.

Also mir leuchtet nicht ein, wenn Entleiher alt z.B. der ZAP für mich 12,50€/h zahlt und Entleiher neu nur 10,70€/h, inkl Branchenzuschlag, wieso sollte ich dann dafür bestraft werden. Das ist doch schließlich im Geschick des Chefs der ZAP. Oder was begreif ich da nicht richtig? Ich hoffe das ist ausreichend erklärt.

Sollte ich dort nicht weiter meine Tätigkeit verrichten, bin ich erst ohne Einsatz und nach Abbau meines Stundenkontos arbeitlos. Das ist dann auch nicht in unserem Sinne! Aber dieselbe Tätigkeit nur an einem anderen Ort für weniger Geld verrichten, dann hat der Großkonzern (Windenergie) wieder seinen WIllen bekommen.

Kommentar von wilees ,

Meine Sichtweise: Dein Mann ist z.B. bei der Zeitarbeitsfirma "Meyer" unbefristet zu einem Stundenlohn von 12,50 Euro beschäftigt.

Das Unternehmen Windenergie " Großzügig " entleiht einen Arbeitnehmer und zahlt an "Meyer" pro Arbeitsstunde für Deinen Mann (incl. aller Nebenkosten) 25,-- Euro je Stunde.

Nun möchte der Entleiher sparen und kündigt Meyer den bestehenden Vertrag. Damit er Dich weiterhin - dann jedoch billiger - entleihen kann, will er Deinen Mann in einem anderen Unternehmensbereich " Energieunternehmen Geizig " einsetzen. Zukünftig will er z.B. nur noch 20,-- Euro pro Stunde an den Entleiher bezahlen.

Der Arbeitgeber Deines Mannes ist und bleibt aber die bisherige Zeitarbeitsfirma " Meyer " - und diese muß weiterhin den bisherigen, arbeitsvertraglich vereinbarten Stundenlohn bezahlen. Eine Änderung des Einkommens nach unten ist nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers möglich - sprich Änderungskündigung.

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