Frage von ElamoMichi, 140

Muss man nach DIN VDE eine alten Baustromkasten mit RCDs nachrüsten?

Hi,

wir haben im Verein noch einen alten Stromkasten, damals wurde kein RCD eingebaut weil er noch nicht Pflicht war. Wir benutzen den immer für ein Fest das wir organisieren.

Bei neuen Baustromkästen ist ein RCD Pflicht, aber gibt es auch eine nachrüst Pflicht für alte Baustromkästen oder liegt der vielleicht unter Bestandschutz?

Bitte wenn möglich auch angeben wo es in der DIN VDE drin steht

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, Elektrotechnik, Strom, 94

ein allstromsensitiver RCD (Typ B) ist hier nicht erforderlich, das wäre nur bei erhöhten Anforderungen an den Brandschutz in einer festinstallation oder für den Betrieb freuquenzgesteurerter Verbraucher erforderlich z.B. ein Frequenzumrichtergeregelter Baukran....

im vorliegenden Anwendungsfall reicht hier ein Typ A aus.. Typ AC ist seit geraumer zeit nicht mehr zulässig und dürfte auch so gut wie aus dem Handel verschwunden sein.

meherere RCD sind hier nicht zwingend erforderlich, machen aber sinn, wenn  viele steckdosen am verteiler sind, um ein unnötiges auslösen durch summierte kleinstfehlerströme zu vermeiden oder den totalausfall durch ein einzelnes defektes gerät....

lg, Anna

Antwort
von electrician, 85

Normalerweise ist ein Baustromverteiler fest angeschlossen und hat bei Errichtung dem neuesten Stand der Technik zu entsprechen, dies beinhaltet also auch den Personenschutz mittels RCD bis 30mA. Entsprechend unterliegt der Baustromverteiler auf Baustellen den Prüffristen nach DGUV 3 (alt: BGV A3) und der Prüfnorm DIN VDE 0100-600 (Neuanlage) bzw. DIN VDE 0105-100 (Wiederholungsprüfung).

Ich gehe mal davon aus, dass euer Baustromverteiler lediglich einen Drehstromstecker hat und somit ortsveränderlich ist. Man könnte ihn also bei jedem Wetter und auch außerhalb des Vereins betreiben. Von daher sollte der Personenschutz selbstverständlich sein und keine Kostenfrage.

Letztendlich gilt für euch: Verein = gewerblich = Prüffristen nach DGUV 3

Also muss der Baustromverteiler regelmäßig von einem Elektriker geprüft werden. Und dieser kann im Prüfprotokoll mit Hinweis auf fehlenden Personenschutz die Erteilung der Prüfplakette verweigern. Somit ist der Betreiber in der Verantwortung, hier nachzurüsten, um die Plakette zu erhalten.

Kommentar von ElamoMichi ,

hi,

also unserer hat eine glaub ich 64 A oder höherer Anschluss (weiß grad nicht sicher wie viel Ampere) (Stecker) und eine Buchse, wenn man noch weitere Sachen mit Strom versorgen möchte. Im Baustromkasten gibt es 6 Schuckosteckdosen und 4 Drehstromsteckdosen. 

Für das Fest besorgen wir uns immer einen großen Stromgenerator, weil auf den Fest tritt eine Band auf(Die tun wir nicht über den Baustromkasten versorgen), Musikanlage muss mit Strom versorgt werden, Klo, Bar mit Kühlschränken, Warmhalte Öfen Pfannen Fritöse von der Metzgerei die essen für das Fest kocht usw.

Kommentar von electrician ,

Da seid ihr schon als Veranstalter in der Pflicht, als gewerblicher Anbieter für die nötige elektrische Sicherheit aller Personen zu sorgen. Bei jedem Aufbau einer ortsveränderlichen elektrischen Anlagen hat diese dem aktuellen Stand zu entsprechen.

Es kommt natürlich auch auf das Netzsystem an. Aber spätestens im Baustromverteiler sollte es selbstverständlich sein, ein TN-(C-)S-Netz zu errichten, um maximale Sicherheit zu gewährleisten - und dazu gehören auch die RCD.

Bei 3 x 63A würde ich auf jeden Fall mindestens eine 4-polige RCD mit 80/0,03A als Personenschutz einbauen. Ist zwar alles andere als umsonst, aber dafür verschenkt man bei einem Stromunfall ein zweites Leben - das sollte die Kosten aufwiegen.

Antwort
von zeromancer, 72

Der "Bestandschutz" gilt nur bis zur ersten wesentlichen Änderung. Da euer "Baustromverteiler" jedes mal der wesentlichen Änderung unterliegt (da ihr ihn auf und abbaut), muss er eunen FI haben. Abgesehen davon ob es vorgeschrieben ist oder nicht, das ding steht draußen, bei jedem Wetter. Ihr solltet in eurem eigenen Interesse darauf achten in welchen zustand sich das gerät befindet.

Antwort
von holgerholger, 84

Bei den lächerlichen Preisen für einen RCD sollte man nicht lange überlegen. Immerhin geht es um Menschenleben. Und Bau gleich mehrere ein, nicht dass ihr wegen eines Fehlers in einem Gerät komplett im Dunkeln steht.

Kommentar von ElamoMichi ,

ich hab vor kurzer Zeit mit einen Arbeitskollegen der sich da besser auskennt (Elektroniker Meister) gesprochen. Er hat mit gesagt das er einen Drehstrom RCD typ B 40 Ampere nehmen würde. Sollch ein RCD kostet ca. 400 bis 500 € in den stromkasten müssten ca. 3 oder 4 rein. Er war sich aber nicht sicher ob es eine nachrüstpflicht für so baustromkästen gibt. der Vorstand hat mir gesagt wenn der umbau nicht unbedingt sein muss will er es nicht machen

Kommentar von Gluglu ,

Für 400 bis 500€ bekommst Du aber schon Verpackungseinheiten... ich habe ihn bei Pollin für 30EUR gefunden (40A / 30mA).

Kommentar von ElamoMichi ,

aber bestimmt keinen RCD Typ B, wahrscheinlich Typ A

Kommentar von zeromancer ,

Da hat dich dein Kumpel aber verarscht, hier....

www.voltking.de/elektroninstallation/top-seller/eaton/eaton-installation-236776-...(Installation)+FI-Schutzschalter+PXF-40%2F4%2F003-A+(1er)&gclid=CJKZ2sbwv8oCFVWdGwodELUNYA

30 Euro 

Kommentar von ElamoMichi ,

Lies bitte mal genauer, das ist ein RCD Fehlerstromtyp A nicht B

RCD Typ A kosten um die 30 €, Typ B um ca. 300€ aufwärts

http://www.mercateo.com/p/1082-3523865/DOEPKE\_FI\_Schutzsch\_DFS4\_040\_4\_0\_0...

Antwort
von wollyuno, 54

ich würde ihn nachrüsten schon aus sicherheitsgründen.gerade ein fest an dem dann sehr viel personen anwesend sind auch wenn er unter die altregelung fallen würde

Antwort
von Chefelektriker, 44

Egal wie alt so ein Baustromkasten ist,es gehören immer 2 RCD rein,beide mit 30mA Fehlerstrom.Einen für die Drehstromanschlüsse und einen für die Schukosteckdosen.

Es ist zu Eurer eigenen Sicherheit,gerade,wenn der Kasten draußen steht.

electrician hat das folgerichtig aufgedröselt,dem ist nichts hinzu zu fügen.:)

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