Frage von kittywashere, 109

Muss man in der Klinik Dinge essen die man nicht mag?

Hallo,

ich habe seit über 10 Jahren Ednos und darf nun in wenigen Wochen, also schneller als erwartet in die Klinik. Ich freue mich darauf.

Ein wenig Angst habe ich aber dennoch, gerade vor dem Essen.

Um einige Beispiele zu nennen: Milch. Ich bemühe mich in letzter Zeit oft Kakao anstatt Kaffee zu trinken.
Mit der Milch habe ich auch kein Problem. Allerdings finde ich Vollmilch wirklich eklig. Die normale 1,5% Fett Milch trinke ich gern.

Von Sahne z.B. wird mir schlecht, vertrage ich einfach nicht. (Beim Kochen, aber wenn man stattdessen Vollfett-Frischkäse nimmt ist es okay!)

Genauso bei Joghurt. Der schmeckt mir auch nur mit 0,1% Fett. Einfach, weil ich dieses pappige Sahnegefühl im Mund eklig finde. Das verfälscht den Geschmack von Joghurt in meinen Augen..

Und ich mag kein Toastbrot oder andere Weizenmischbrote.
Vollkornbrot dagegen finde ich super.

Bin auch keine Vegetarierin, ich esse gern Tofu, Hähnchen und auch allen möglichen Fisch. Pute, Rind oder Schwein dagegen schmeckt mir nicht.

Das war schon immer so, auch als ich noch ein Kind war.
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht magersüchtig. Ich habe Ednos, Normalgewicht und auch oft Binge-Anfälle. Und auch dabei würde ich nie auf die Idee kommen irgendwas mit Sahne oder Vollmilch zu essen/trinken, oder eben Toast zu essen.

Das sind einfach Dinge die mir nicht schmecken und definitiv nichts mit meiner Essstörung zu tun haben.

Ich möchte unbedingt Gesund werden und lernen, das Essen normal in meinen Alltag zu integrieren. Ich möchte nicht mehr wochenlang nichts essen und die nächste Woche täglich 8000 Kalorien essen.

Aber ich möchte nichts essen was ich nicht mag, was ganz unabhängig von meiner ES ist. Dann habe ich Angst, dass ich "gesund werden" mit ekligem Essen in Verbindung bringe und auch die Therapie in der Klinik, auf die ich so lange gewartet habe, fehl schlägt.

Bei anderen Therapien habe ich ja nur Pläne bekommen. Dort habe ich von Anfang an gesagt, dass ich das nicht möchte. Das mit dem Fleisch wurde akzeptiert, aber dann stand da trotzdem oft Sahnejoghurt, Pizza oder so auf dem Plan. Habe dann 2 Stück von meinen Joghurts gegessen und die Pizza nicht bestellt, sondern mit Roggenmehl selbst gebacken..

Deswegen habe ich solche Angst, dass das in der Klinik nicht beachtet wird.. Ich war noch nie in einer.

Kann mir vielleicht jemand erklären wie das bei sowas ist? Darf ich trotzdem meine Wünsche äußern was ich nicht mag?

Danke!
LG

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo kittywashere,

Schau mal bitte hier:
Gesundheit essen

Antwort
von LilliD98, 58

Meistens kannst du in Kliniken mittags zwischen drei Mahlzeiten auswählen (war bei mir zumindest so...).
Das misstest du an einem Essensplan für die darauffolgende Woche ankreuzen.
Morgens und abends kannst du zwischen 2/3 Brot- bzw. Brötchensorten entscheiden, was du essen magst, genauso wie der Belag.
Aber das wird wahrscheinlich in jeder Klinik anders geklärt. Frage am besten mal in der Klinik nach, in die du kommst ;)

Alles gute und gute Besserung!!:)

Kommentar von kittywashere ,

Ja, sicher werd ich dort nachfragen.
Hab aber heute erst Bescheid bekommen, dass ich einen Platz ab April bekomme und wollte nicht direkt mit sowas ankommen.. Nicht, dass die denken ich würde das gar nicht wollen :/

Danke :-)

Antwort
von Hardware02, 29

Du kannst in der Klinik natürlich kein Gourmet-Essen erwarten. Du bekommst ein "Aufnahmeessen" wenn du ankommst, d.h. irgendwas. Man kann ja noch nicht wissen, was du möchtest. Die nächste Mahlzeit kannst du dann normalerweise schon bestellen. Das funktioniert so, dass du einen Zettel bekommst, auf dem es drei oder vier Gerichte zur Auswahl gibt. Zusätzlich dazu z.B. Obst oder eine Nachspeise. Du kreuzt an, was du willst, und gibst dem Pflegepersonal diesen Zettel mit. Meistens bekommst du dann auch das Bestellte.

Für das Frühstück sieht das z.B. so aus, dass du dir zwei Getränke bestellen darfst, außerdem eine bestimmte Zahl an Brotscheiben oder Semmeln, verschiedenen Aufstrich oder Wurst, Käse. Du suchst aus, aber es gibt eine Höchstmenge.

Natürlich kannst du Kakao bestellen. 

Außerdem verbietet dir normalerweise niemand, für zusätzliche Verpflegung zu sorgen, also dir z.B. etwas mitbringen zu lassen oder dir selbst etwas zu kaufen. (Eine Ausnahme wäre, wenn du in der Klinik bist, um abzunehmen, oder wenn du operiert wirst oder so was.)

Kommentar von kittywashere ,

Wie schon geschrieben, ich habe Ednos und bin deshalb in einer Klinik, in der ausschließlich Essstörungen behandelt werden..
Also kein Krankenhaus, mehr eine Art Hotel mit Therapie und Gemeinschaftsräumen.

Ich habe Normalgewicht und möchte lernen normal zu essen.

Antwort
von moopel, 31

Also bei mir war das so, dass ich immer aus mehreren Sachen wählen konnte. Aber es gab auch Tage, da haben wir gemeinsam gekocht um das Kochen und die Lebensmittel richtig einzuschätzen. Da musste dann zb jeder seine Pizza selbst belegen. 

Ein anderes Mahl, war das mehr wie so ein betreutes Wohnen/ Büffet. Da konnte man sich immer selbst was auftun und die Betreuer sagten dir ob genug oder nicht.

Aber was bei allen galt, es gab keine Light Produkte, also nichts kalorien- oder fettreduziertes. Sprich es gab Vollmich, Sahne und normalen Käse, Salami und Schinken. Alles was an eine Diäternährung erinnert wurde verboten. Auch alles was dich am zunehmen hindert. Ich zb mag keine Pilze, die haben kaum Kalorien und sind gesund. Wenn es die gab, musste ich die auch nicht essen. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei deinen Sachen Probleme geben wird, weil du immer die reduzierte Variante bevorzugst und das eben auch von der Essstörung kommen kann.

Kommentar von kittywashere ,

Hoffe, dass das bei mir nicht so ist weil ich ja nicht zunehmen muss. Wenn ich dann darauf nicht verzichten darf, werde ich diese Therapie wahrscheinlich direkt abbrechen weil ich "gesund Essen" nicht mit "ekeligem Essen" in Verbindung bringen will..

Aber erstmal schauen wie es wird..

Danke :-)

Kommentar von moopel ,

Ja auch wenn du nicht zunehmen musst, dann wirst du eine gewisse Grenze an Kalorien essen müssen. Die sind einfach mit dem "eckeligen" Essen berechnet. Fettreduzierte Sachen werden oft einfach nicht eingekauft, weil hier auf Masse und nicht nach Wunsch eingekauft wird.

Aber ich selbst war ja auch in Kliniken für Magersüchtige. Vielleicht wird es ja bei dir anderes gemanagt . Drücke dir auf jeden Fall die Daumen. Einfach mal schauen.

Antwort
von ponyfliege, 45

falls sie dir das nicht von allein bringen und erklären:

in kliniken gibts menüpläne.

wenn du für miorgens vollkornbrot ankreuzt, kriegst du vollkornbrot, wenn du lieber müesli möchtest, kriegst du müesli.

beim mittagessen stehen verschiedene gerichte zur auswahl. du kreuzt das an, was du möchtest.

beim abendessen und für die zwischenmahlzeiten ist es genauso.

falls du in sowas wie einer psychosomatischen klinik bist - oder auch in manchen "normalen" kliniken - da gibts ebenfalls mehrere gerichte zur auswahl, meist zusätzlich eine salattheke und für früh und am abend - bufett.

dich zwingt keiner, dinge zu essen, die du nicht essen möchtest.

Antwort
von Damiixdx, 46

Du kannst im krankenhaus immer angeben was du nicht an essen magst

Kommentar von kittywashere ,

Das ist kein Krankenhaus sondern eine Klinik. Eine Art Wohnheim, ähnelt eher einem Hotel. Jeder ein eigenes Zimmer, Gemeinschaftsräume, Therapieräume usw. Dort werden nur Leute mit Essstörungen behandelt.

Und da ich oft gehört habe und die Erfahrung gemacht habe, dass Therapeuten meist wohl denken, dass man sich nur mit Vollmilch, Sahne und Weizenmehl ausgewogen ernähren kann, bin ich einfach besorgt.
Und aussuchen was ich essen möchte kann ich mir in diesem Sinne ja nicht, es geht ja darum, dass ich regelmäßig gesunde, ausgewogene Mahlzeiten zu mir nehme.

Das will ich auch, aber das geht ja wohl auch ohne die Sachen die ich nicht mag..

Antwort
von Fiddi, 28

Was ist Ednos?

Kommentar von kittywashere ,

Abkürzung für Eating Disorder Not Otherwise Specified.

Eine Essstörung und sie ist bei jedem irgendwie anders und eine Mischung.

Also ich hungere wochenlang, stopfe dann über eine Woche täglich den Tagesbedarf von 3-4 Menschen in mich rein, manchmal esse ich alles, auch Obst und Gemüse nur so, indem ich kaue und direkt wieder ausspucke aus Angst, dass ich davon dick werde. Und nach 4000 Kalorien denke ich nicht an sowas, komisch, oder? :D

Und es kommt noch Extremsport bis zur Bewusstlosigkeit hinzu.

Aber alles unregelmäßig und ohne bestimmtes Muster.

Mein Gewicht liegt dabei immer im Normalbereich und ist in 10 Jahren auch nie um mehr als 6 kg geschwankt. Ist also nie jemandem aufgefallen, dass irgendwas nicht stimmt, auch nicht als ich noch ein Teenie war und bei meiner Familie gewohnt habe.

Deshalb kommt die Therapie erst jetzt so spät. Früher wollte ich mir nicht eingestehen, dass ich Hilfe brauche..

Aber ich glaube, dass Ednos schon bei jedem ein bisschen anders ist.. Ist eben nicht genau definiert. Wobei genau genommen jede Essstörung "einzigartig" ist.

Kommentar von Fiddi ,

Vielen Dank für die Erklärung dieses kürzel hatte ich zuvor nie gehört

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