Frage von robbe1986, 49

Muss man im Krankenstand die Kündigung abholen ?

Ich arbeite als Erzieher u. bin z. Zt. im Krankenstand. (Ich bin nicht mehr in Probezeit.) Als ich nach heutigem Wiedervorstellungstermin meine weitere Krankschreibung bei meiner Arbeitsstätte abgegeben habe, merkte ich, dass auf der Fahrt zur Wohnung mir ein Pkw mit dem Bürgermeister (ich arbeite als Erzieher in einer Gemeinde) und meine Dienstvorgesetzten folgte und am Wohnhaus mich dann damit konfrontierten, Sie wollen Einlass, um mir meine Kündigung auszusprechen. Was dann auch mündlich geschah. Auf die Frage weshalb, bekam ich keine Antwort. Ich bat um einen Termin. Daraufhin erhielt ich folgende Mail: "Bezugnehmend auf unser Gespräch am 07.07.2016 11:00 Uhr, im dem Sie um einen Termin für Entgegennahme die schriftlichen Kündigung gebeten haben, gebe ich Ihnen folgende Termine vor. Donnerstag, den 07.07.2016 um 18:00 Uhr im Sp....r Rathaus, oder am Freitag, den 08.07.2016 um 18:00 Uhr im Sp.....r Rathaus. Um eine Bestätigung wird gebeten. Hochachtungsvoll ..."

Deshalb was nun: Ich bin mir keiner Schuld für eine Kündigung bewusst, aber es ist wie es jetzt ist. Muss ich im Krankenstand dieser Aufforderung nachkommen? Ich weiß, dass eine mündliche Kündigung unwirksam ist. Beginnt dennoch die Frist an zu laufen?

Antwort
von kabbes69, 24

Mit der Frist kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Aber als Mitarbeiter einer Gemeinde gibt es doch mit Sicherheit einen Personalrat. Eine Kündigung, ob fristgerecht oder außerordentlich ist mit großer Wahrscheinlichkeit mitbestimmungspflichtig. Erkundige dich dort und versuche den Kündigungsgrund rauszufinden. In der Zwischenzeit besorgst du dir von deinem Arzt eine Bescheinigung, dass du nicht bettlägerig krank bist. Ich hoffe du warst heute noch nicht dort, nimm dir ein Mitglied des Personalrates mit, wenn dein Anwalt das nicht macht. 

Antwort
von XLittleHelperX, 38

Bei der Frage würde ich lieber zu einem Fachanwalt gehen. Denke nicht, dass hier einer unterwegs ist. Dann kannst du dich wenigstens darauf verlassen, was du hörst. Hier wird dazu vermutlich eher spekuliert.

Antwort
von latricolore, 26

Ich bin mir keiner Schuld für eine Kündigung bewusst, aber es ist wie es jetzt ist.

Wenn du das so siehst, dann scheinst du nicht wirklich an deinem Job zu hängen.
Anderenfalls - s. die Antwort von @XLittleHelperX und nimm dir einen Anwalt.

Ich würde eine feste Stelle bei der Gemeinde nicht so locker-flockig sausen lassen.

Kommentar von robbe1986 ,

Nein, "es ist wie es jetzt ist" ............

heißt: ich muss mich kümmern, mich drehen, nix weiter falsch machen.

Na klar, hänge ich an diesem Job!!!!

Ich muss unbedingt wissen, ob ich der Aufforderung trotz Krankschreibung nachkommen muss! Es geht ja auch um die Frist, die dann beginnt zu laufen.

Beim Anwalt f. Arbeitsrecht habe ich schon gefragt, aber der berät mich erst, wenn ich die Kündigung habe.

Ich will nicht gekündigt werden!

Kommentar von latricolore ,

OK, ein Missverständnis also.

Merkwürdiger Anwalt - zumindest das mit der Frist hätte er dir ja sagen können...

Was ich machen würde:
Du warst unterwegs, um die AUB abzugeben. = Du bist nicht ans Bett gefesselt.
Du hast um die schriftliche Kündigung und um einen Termin gebeten.
Daher würde ich nicht darauf beharren, dass sie sie mir nun zustellen.
Da ich auch nicht weiß, ob die Frist schon läuft, würde ich den heutigen Termin wahrnehmen und morgen mit der Kündigung zum Anwalt gehen.

Antwort
von sr710815, 23

das klingt schon eher nach Nötigung der Vorgesetzten & des Bürgermeisters. Ich würde eine Anzeige erstatten bei der Polizei.

Es gilt immer noch die Unverletzlichkeit der Wohnung

Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung, man könnte dies notfalls per Einschreiben zusenden, eine persönliche Abholung würde ich verneinen & auch nicht unterschreiben.

Man hörte aber auch schon davon, daß Angestellte unter Druck gesetzt wurden, eingeschlossen wurden. Das ist schon Freiheitsberaubung

Man kann schon gekündigt werden, mit Personalrat bzw. Fachanwalt oder auch über die Gewerkschaft würde ich trotzdem Kündigungsschutzklage einreichen

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