Frage von aa595, 78

Muss man einen Notruf bezahlen, wenn man unter Umständen wegen Schock oder ähnliches, der Notrufleitstelle falsche Infos gibt. Zum Sachverhalt. Notfall besteht?

Ich habe nicht vor es zu tun, aber aus neugier und interessse wurde ich es mal gerne wissen. hoffe werde nicht in die Situation kommen.

Danke

Antwort
von MAB82, 56

Wenn du nicht absichtlich einen "gefälschten" Notruf absetzt, dann wird dir niemand einen Vorwurf machen. Viele eingehende Notrufe stellen häufig sehr unklare Situationen da. Kosten entstehen keine.


Kommentar von Sirius66 ,

Das ist leider nicht (mehr) ganz richtig.

Wenn du z.B. einen Notarzt rufst, weil deine Mutter keine Luft bekommt und Schmerzen in der Brust äußert, sie mit dem RTW ins Krankenhaus kommt und die dort feststellen, daß sie einfach zu viel gegessen und Druck im Magen hat, sie wieder nach Hause schicken, weil alles ok war/ist, dann kommt auch eine Rechnung vom/für den Transport, weil KEIN lebensbedrohlicher Zustand vorlag.

Das ist verrückt. Das ist völlig Banane. Das ist neu. Traurige tolle (Spar-)Idee unseres Gesundheitssystems.Wir haben jeden Tag damit zu tun. Empörte Angehörige kommen mit der Rechnung dann zu uns.

Mit einem nachträglich ausgestelltem Transportschein - macht der Hausarzt - ist die Sache dann vom Tisch.

Gruß S.

Kommentar von MAB82 ,

...kommt auch eine Rechnung vom/für den Transport, weil KEIN lebensbedrohlicher Zustand vorlag.

Beim besten Willen, das kann ich nicht glauben. Da müssen dann andere Faktoren vorgelegen haben, denn das wäre mir mit einer langjährigen Laufbahn beim Rettungsdienst absolut neu.

Kommentar von Nomex64 ,

Die Rechnungen gab es auch früher schon, das ist keine neue Idee. Jeder Einsatz eines Rettungsmittel hat auch früher schon Geld gekostet. Nur wurden die Rechnungen damals gleich an die Krankenkasse weiter geleitet.

Heute missbrauchen immer mehr Leute den Rettungsdienst an Liegendtaxi, mobilen Hausarzt oder Kummerkasten. Wenn der Rettungsdienst die Nacht um halb drei gerufen wird und sich dann herausstellt das es sich um Knieschmerzen handelt die der Pat. schon seit 4 Tagen hat, wirklich so passiert, dann fehlt dafür jegliches Verständnis.

Daher schicken die Betreiber des Rettungsdienst heut in solchen Fällen nicht mehr direkt an die Krankenkassen sondern zeigen dem Bürger was der Spass wirklich kostet.

Darüber das die Rettungsmittel in solchen Fällen nicht für wirkliche Notfalleinsätze zur Verfügung stehen möchte ich mir nicht mal Gedanken machen.

Kommentar von MAB82 ,

Ich weiß bestens das mindestens 1/3 und mehr meiner Einsätze nicht den Kriterien der Notfallrettung entsprechen, dennoch werden falsch gedeute Symptome niemals ein Grund für eine Rechnung sein. Allein darauf bezog sich die Frage.

Außerdem macht es auch überhaupt gar keinen Sinn den Patienten von der RD Seite eine Rechnung zu stellen, weil es keinerlei erzieherische Wirkung hat wenn am Ende doch die Kasse bezahlt. Schließlich will der Betreiber sein Geld sehen und den bürokratische Weg nicht noch unnötig verlängern.

Wenn du z.B. einen Notarzt rufst, weil deine Mutter keine Luft bekommt und Schmerzen in der Brust äußert,...

Symptome wie Luftnot und Brustschmerzen erzwingen immer eine ärztliche Abklärung, egal was dafür letztendlich der wahre Grund ist.

Andernfalls muss man sich auch nicht wundern wenn 4 Bankkunden in einer Filiale einen sterbenden Menschen ignorieren, wenn sie befürchten müssten, dass ihnen am Ende eine Rechnung zu gestellt wird, weil es sich eventuel  ja "nur" um einen Besoffenen gehandelt hat.

Antwort
von McDuffee, 42

Jeder ernstgemeinte Notruf an eine Rettungsleitstelle, 112 oder 110 wird auch wenn kein großer, echter Notfall vorliegt von der Allgemeinheit getragen.

Nur Scherzanrufe bei den Rettungskräften können arg ins Geld gehen.

("Langweilige Party? - 110 wählen, Passwort AR***L*** und schon kommt Schwung in die Bude")

Die Rettungskräfte rücken lieber einmal zu oft aus, als einmal zu wenig!

Wichtig bei jedem Notruf ist:

ERST AUFLEGEN, WENN DER NETTE MENSCH DER LEITSTELLE DAS ZU DIR SAGT!!!!

Antwort
von Nordseefan, 33

In der Regel nicht.

Im Falle der Fälle wird es aber auf die Umstände ankommen.

Solage es aber nachweislich nicht mutwillig war nicht.

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 22

Die Kosten für einen Notruf = RTW kann dir neuerdings der betreffende Landkreis in Rechnung stellen, wenn nachweislich KEIN Bedarf bestand. Wenn es also kein lebensbedrohlicher Zustand war. Als Laie kann man das aber nicht immer gut einschätzen und lebensbedrohlich ist manchmal nichtmal ein Sturz. Viele benachrichtigen die Rettung vorsichtshalber. Man ist ja kein Mediziner.

Da so ein Einsatz teuer ist und die meisten Menschen mit den Kosten von einigen Hundert Euro auch Probleme haben werden, kann dann nachträglich vom Hausarzt ein Transportschein ausgestellt werden. Das ist inzwischen gängige Praxis und der Versuch der Krankenkassen, Geld zu sparen.

Die Hausärzte werden sich lediglich bei Unfug, Wiederholung, ständigen Notruf wegen Lappalien sträuben. Ansonsten stellen sie - wenn es tatsächlich eine private Rechnung gibt - einen aus.

Gruß S.

Antwort
von staubiger1, 16

Sirius666: jetzt würd ich gern wissen , wo das der Fall ist , denn in NRW ist das keine gängige Praxis ! Die meisten Leistellen arbeiten mittlerweile mit einer strukturierten Notrufabfrage , so das ein geeignetes Rettungsmittel eingesetzt wird .

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