Frage von Hassan981, 85

Muss man eine Brille bezahlen, die überhaupt nicht passt oder vollkommen verschliffen ist?

Hallo, meine Bekannte nahm an einer Gleitsichtbrillenstudie teil und lies sich für einen Preis von 249,-€ eine Brille anpassen. Wie ich sie verstand, fand keinerlei Beratung beim Optiker statt und die Optikerin war auch sehr mundfaul. Auch die Messung lief mittelalterlich ab, es wurden ihr nur Gläser vor die Augen gehalten und dann gefragt besser oder schlechter. Das ging so etwa 20 Minuten. Der Optikerbesuch wurde damit beendet, die Brille würde in 14 Tagen eintreffen. Jetzt ist die Brille nach 10 Tagen eingetroffen und meine Bekannte holte sie sofort ab. Schon im Laden, nach dem aufsetzen der Brille, drehte sich alles um sie herum, was sie auch der Optikerin sagte. Das sei normal und nach 7-14 Tagen verschwunden, sagte diese. Da meine Bekannte schon immer eine Gleitsichtbrille trug, dieses aber vor 4 Wochen verloren hat, kennt sich mit Gleitsichtbrillen aus und braucht sich nicht daran zu gewöhnen. Der Brillenanbieter wirbt auch noch mit einer 100% Zufriedensheitsgarantie, aber das steht wohl nur auf dem Papier. Ruft man das Serviceteam an, wird man immer weiter verbunden und keiner will einem Auskunft geben. Selbst der Optiker, der diese Brille verbrochen hat, arbeitet plötzlich nicht mehr für den Anbieter. Zum Glück hat sie die Rechnung noch nicht bezahlt und ich habe ihr auch geraten, diese nicht zu bezahlen, bis die Brille in einwandfreiem Zustand ist. Momentan sieht man durch diese Brille, wie durch ein Aquarium, alles unscharf und wenn man den Kopf leicht bewegt, dreht sich alles. Meiner Meinung nach gehört diese Brille in die Mülltonne und sollte keinem Kunden angeboten werden. Scheinbar gibt es dort keine Endkontrolle.

Antwort
von aseven79, 63

Mal davon abgesehen, dass mich eine Gleitsichtbrille für den Preis etwas misstrauisch werden lässt, und keiner von uns dabei gewesebn ist, möchte ich hier ein paar grundsätzliche Dinge erwähnen.

Deine Schilderungen sind erstmal sehr einseitig und du kannst dur das wiedergeben, was dir erzählt wurde, und das ist dann üblicherweise auch immer etwas dramatisiert, ausgeschmückt und übertrieben. Zu einem gelungenen Brillenkauf gehören immer zwei, und eine Teilschuld trägt sicher auch deine Bekannte. Welche Beratung erwartet und geliefert wurde wissen wir auch nicht. Zum Gestell lässt sich sagen, dass die Bekannte sicher nichts hätte bestellen sollen, was ihr nicht gefällt. Beratung hin oder her. Und die Glasberatung wird sich im Rahmen einer Testaktion wohl auch nur auf ein bestimmtes Standartglas beschränken, also war da ohnehin nicht viel zu erwarten.

Ein Urteil über die Sehtestqualität solltest du dir auch nicht erlauben. Das Refraktionieren ist ein Handwerk, das nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden darf. Die Tatsache, dass das von Hand gemacht wurde zeugt tatsächlich sogar von einer fähigen Mitarbeiterin, die ihr Handwerk beherrscht. Und Optiker sind grundsätzlich die besseren und sorgfältigeren Refraktionisten als Augenärzte. Aber auch hier gehören zum Erfolg 2 dazu, und die Messung ist nur so gut, wie der Prüfling mitspielt. Und nur weil Ärzte oder faule Optiker ihre Messungen mit automatischen Apparaten durchführen heisst das längst nicht, dass die auch gute Ergebnisse liefern, ganz im Gegenteil. Die Kommentare von Nadelwald und Sternenmeer kannst du getrost ignorieren.

An eine neue Brille muss man sich grundsätzlich gewöhnen, das ist in der Tat so, ganz unabhängig von bisherigen Erfahrungen. Die neu gemessenen Werte können einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die Gewöhnung haben, besonders bei Gleitsicht. Weder der Augenarzt, noch der träger, noch wir als Aussenstehende können die Korrektheit der Brille beurteilen. Die Glasstärken sind nur ein kleiner Faktor von vielen, die korrekt ineinandergreifen müssen damit die Brille passt (Zentrierung, Anpassung,etc). Also sind die Aussagen wegen sofortiger Gewöhnung, Mülltonne, Augenarztkontrolle usw nicht angebracht.
Wie gesagt, alles was du über diesen Fall weisst, hast du von einer enttäuschten Bekannten, die in ihren Schilderungen ihrem Unmut sicher seinen Lauf gelassen hat. Offenbar fehlt ihr das Vertrauen und die Bereitschaft, der Brille ein paar Tage eine Chance zu geben, was aber die falsche Einstellung ist.

Als Tip: Einige Tage probieren, und wenns sich das Problem nicht bessert, nochmal hingehen und ganz sachlich schildern. Der Optiker hat ein Interesse an zufriedener Kundschaft, und die Zufriedenheitsgarantie ist darum heutzutage Standart. Würden Fehler gefunden werden wird eine Nachbesserung oder Rücknahme anstandslos gewährt, soviel steht fest. Natürlich ist das zu dem Preis keine Premiumbrille, aber funktionieren muss sie am Ende zufriedenstellend. Aber dafür ist einwenig Kooperation von deiner Bekannten zwingend erforderlich. Danach kann man dann immernoch über Bezahlung und Abwicklung diskutieren

Kommentar von Hassan981 ,

Hi,

ganz so ist es aber nicht.. Sie hat nun mittlerweile 5 Tage der Brille eine Chance gegeben und es wird nicht besser. Sie läuft mit dieser Brille, als wenn Sie unter Drogen seht, da noch immer alles schwanckt. Erst durch Verschieben der Brille nach oben und unten, erkennt sie nun einiges besser. Das soll aber nicht der Sinn einer Gleitsichtbrille sein.

Zum Optiker, der diese Brille verbrochen hat kann Sie nicht mehr gehen, da dieser nichts mehr davon wissen will. Er habe ja nur im Auftrag von der Studie teilgenommen, arbeitet auch nicht mehr für die Studie und ausserdem schließt er sein Geschäft zum 01.11.2016. Sie soll sich direkt an die Gleitsichtstudie melden.

Das mit der Garantie ist ja auch Mist. Es kann 2 mal geändert werden und dann ??? Ab in die Tonne ??

Kommentar von rdsince2010 ,

meinst Du diese Studie/Werbung hier?

https://www.brillen.de/gleitsicht_guenstig

das Angebot ist von der SuperVista AG, Wildau, steht dort. Dorthin, meine ich, sollte sich Deine Bekannte auch wenden.

Kommentar von AmigoGuerrero ,

Hört sich eher nach fehlenden Informationen an, die der Optiker deiner Bekannten nicht gegeben hat. Vermutlich ist dies die erste Gleitsichtbrille und es fehlen noch theoretische Tipps, worauf deine Bekannte achten muss. Bei einer Gleitsichtbrille muss man den Kopf anders bewegen, als bei anderen Brillen, zudem gibt es viele Bereiche, welche in der Gleitsichtbrille eingeschliffen worden sind. Am besten nochmal den Sitz der Brille kontrollieren, dannach sollte alles besser sein.

Kommentar von aseven79 ,

@AmigoGuerro: Der FS schreibt, dass es sich nicht um die erste Gleitsicht gehandelt hat.

@Hassan: Wenn nach 5 Tagen keine Besserung eingetreten ist, und wenn sich das Sehen durch das Verschieben der Brille verbessert, dann ist tatsächlich etwas nicht in Ordnung, davon ist auszugehen. Klingt nach einem Zentrierfehler, wonach die Position des Glases vor dem Auge falsch ist. Und das ist definitiv ein Fehler, der so nicht hingenommen werden muss.

Deine Bekannte kann wie gesagt problemlos eine Nachbesserung oder die Rücknahme der Brille verlangen. Und ein Limit, dass nur 2x nachgebessert werden könne ist auch Quatsch. Deine Kollegin zahlt für eine funktionierende Brille, und wenn das dieser Optiker nicht hingekriegt hat, dann ist das nicht ihr Problem. Zahlen muss sie für sowas sicher nicht, aber sie muss in Erfahrung bringen, wem sie diese Brille um die Ohren hauen kann. Damit sie aus der Sache raus kommt, muss sie sie zurück geben. Da dieser Optiker nicht mehr praktiziert, hat sich das mit der Nachbesserung sowieso erledigt. Und meiner Meinung nach sollte sich deine Kollegin nicht durch solche vermeindliche Schnäppchen locken lassen, sondern ganz seriös eine Brille bei einem Optiker mit gutem Ruf anfertigen lassen. Eine vernünftige Qualität wird etwas mehr kosten, aber für durchschnittlich 3-5 Jahre Gebrauchszeit und eine guten Sehqualität lohnt sich diese Investition allemal. Vor allem spart sie sich aber einen Haufen Ärger

Antwort
von GoodFella2306, 56

Laut Vertragsrecht hat deine Freundin das Recht auf eine korrekt angefertigte Brille nach ihren optischen Werten. Das ist der Auftrag an den Optiker gewesen, und solange dieser Auftrag nicht zur vollsten Zufriedenheit erledigt wurde, muss sie auch keinen Cent dafür bezahlen. Sie sollte definitiv noch mal in diesen Laden gehen und eine Nachbesserung verlangen, mit dem Hinweis dass sie sonst diese Brille nicht kaufen wird.

Antwort
von Nadelwald75, 52

Hallo Hassan981,

der beste Rat war, nicht zu bezahlen. Geschäftspartner ist auch nicht der Optiker, sondern der Anbieter.

Der Hinweis, dass sich das nach 7 - 14 Tagen regelt, ist Unsinn. Man muss sofort damit gut sehen können.

Normalerweise geht man zum Augenarzt und lässt sich eine Brille verschreiben. Dann ist kontrollierbar, ob die Werte der Brille mit der Verschreibung übereinstimmen.

Wenn man vom Optiker untersuchen lässt statt vom Arzt, dann geht das auch. Du bekommst dann einen Brillenpass, in dem die Werte stehen. Zumindest müssen aber im Geschäft die Werte aus der Untersuchung dokumentiert sein.

Empfehlung: Zum Augenarzt gehen, die Werte feststellen lassen und dem Geschäft mitteilen, dass nicht bezahlt wird, da die Brille zu den Werten nicht passt (wenn das so ist).

Entweder war dann die Untersuchung beim Optiker oder die Ausführung fehlerhaft.

Für eine neue Brille dann vom Arzt einen anderen Optiker empfehlen lassen.


Kommentar von GoodFella2306 ,

man muss heutzutage schon lange nicht mehr zwingend zum Augenarzt gehen, denn die Überprüfung der Sehfähigkeit beim Augenoptiker findet unter gleichen Voraussetzungen mit den gleichen Maschinen statt. das heißt natürlich nicht, dass bei der Überprüfung vielleicht ein Fehler aufgetreten ist.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo GoodFella2306,

da hast du im Prinzip Recht. Je nach Versicherung oder Beihlife muss man aber zum Arzt, wenn die Brille besondere Eigenschaften haben soll (Entspiegelung z.B.).

Bei einem guten Optiker kann die Untersuchung auch sehr viel genauer sein als beim Augenarzt. Manchmal werden dafür gesonderte Beträge verlangt, die aber auch erstattet werden.

Kommentar von euphonium ,

Du bekommst dann einen Brillenpass, in dem die Werte stehen.
Stellen die meisten Optiker nicht mehr aus. Anspruch hat man auch nicht.

Für eine neue Brille dann vom Arzt einen anderen Optiker empfehlen lassen.

Augenärzte dürfen keinen Optiker empfehlen.



Antwort
von stefanie80, 24

du bist leider einer ganz üblen werbemasche auf den leim gegangen

dieser super-werbe-test-preis ist reine verbraucherverarsche (248 statt über 1000euro)

für 248 euro gibt es keine vernünftige gleitsichtbrille

der sog. partneroptiker wird sich bei brillen.de oder Mr.Spex niemals richtig anstrengen

- du erhält nur die primitiv-leistungen - bei messung + beratung + material

bei mr.spex erhält der partneroptiker für die messung 15 euro und zusätzlich 10% provision für die brille (das ganze jedoch erst nach mehreren wochen)

Antwort
von Zumverzweifeln, 50

Deine Bekannte sollte noch einen Brief schreiben, sonst kommt vielleicht nicht an der richtigen Stelle an, warum sie erstmal nicht bezahlt.

Telefonate kannst du schlecht beweisen.

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