Frage von Abdul098, 45

Muss man den Organspendeausweis einfach ausfüllen?

Hallo. Ich habe einen Organspendeausweis. Den würde ich auch gerne ausfüllen. Muss man den einfach nur ausfüllen und dann passt das? Oder muss man das noch was bei der Krankenkasse machen? Danke im Voraus

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Gesundheit & Medizin, 32
  • Du darfst den Organspende-Ausweis selbst ausfüllen und trägst ihn dann am besten immer bei dir, damit er im Ernstfall auch gefunden wird. Ich rate jedoch dazu, die Entscheidung zur Organspende genau zu überdenken.
  • Organspende ist für die Angehörigen sehr oft eine große Belastung. Der Angehörige wird noch künstlich am Leben gehalten und wirkt keineswegs tot. Da fällt der Abschied und das innere Abschließen oftmals schwer, denn es fehlt die Offensichtlichkeit des Todes, des finalen Endes. Auch die Freigabe zum Ausweiden ist für viele eine enorme emotionale Belastung, die in diesem Moment des Schocks und der Trauer das Fassen und Verarbeiten dieser schrecklichen Wendung erschwert. Interessanter Artikel dazu: http://www.initiative-kao.de/kao-organspende-die-verschwiegene-seite-2011.pdf
  • Organspender sind lebende, schwer verletzte Menschen, deren Gehirn irreversibel so stark geschädigt ist, dass sie nie wieder ein bewusstes Leben haben werden. Die Medizin hat den Begriff "hirntot" eingeführt, damit dieser Zustand irgendwie das Prädikat "tot" erhalten kann, obwohl der Körper und seine Organe noch leben. In Wirklichkeit ist der Mensch mitten im Sterbeprozess, meistens nur noch durch Maschinen und modernste Medizintechnik künstlich am Leben gehalten. Die Definition von Hirntod ist daher umstritten und schlichtweg willkürlich. Wir reden hier also von einer formalen Definition und nicht von naturwissenschaftlichen Fakten. Der Hirntod ist nur ein Schritt des Sterbeprozesses.
Kommentar von Mucker ,

Hallo Kajjo - im Grossen und Ganzen stimme ich dir voll zu. Allerdings wäre es vllt. gut, folgendes nochmal zu überdenken:

Du schreibst z.B. " Organspender sind lebende, schwer verletzte Menschen, deren Gehirn irreversibel so stark geschädigt ist, dass sie nie wieder ein bewusstes Leben haben werden. "

Zum grossen Teil mag das so sein - aber man sollte diejenigen nicht vergessen, die sich trotz der Hirntod-Diagnose wieder voll regeneriert habenn und heute noch munter leben. 

Und:  Die Medizin hat das Hirntod-Konzept ("hirntot") vor allem deshalb  eingeführt, damit, damit Mediziner rechtlich geschützt sind, wenn sie einem noch lebenden Menschen Organe entnehmen bzw. ihn bei lebendigem Leibe ausschlachten. Sonst wäre das nämlich vorsätzlicher Mord. 

Dass das Hirntod-Konzept vor allem auch deshalb stark umstritten ist, ist uns beiden wohl klar.

ich leħne das Ganze vor allem auch ab, weil ich die Ausschlachtung von Mitmenschen nicht nur für einen barbarischen Akt halte, sondern für einen unverantwortlichen Eingriff in den Sterbeprozess. Ein friedliches Sterben wird durch diesen Prozess verhindert.

Alles Gute und LG !

Antwort
von Chumacera, 45

Nein, einfach ausfüllen und in deinen Geldbeutel stecken. Und dann kannst du vielleicht noch dein Umfeld informieren, dass du einen hast und wo du dein Kreuz gemacht hast, damit sie im Fall der Fälle Bescheid wissen.

Antwort
von cyracus, 13

Wie hier schon geantwortet: Du kannst - wenn Du es willst - den O-ausweis ausfüllen. Verpflichtet bist Du dazu nicht. - Und: Nein, der Krankenkasse musst Du nichts mitteilen.

Wichtig ist, dass Du umfassend zu diesem Thema informiert bist und nicht nur die Pro-Werbungen kennst, bei denen die Belange der O-Empfänger betont werden.

Zu allererst geht es nämlich um den umworbenen O-Spender, wie es dem im Falle eines Falles geht. - Und diesbezüglich mangelt es an Aufklärung und Information.

Die umworbenen Bürger für den O-ausweis müssen zum Beispiel wissen, was der sogenannte "Hirntod", auf den sich berufen wird, wirklich ist. - Das erklärt sehr gut verständlich Professor Coimbra in dem Interview

Der tödliche Apnoetest

das Du auf YouTube (google so) findest. Gib dort diesen Titel in die Suchleiste ein und nimm dann das 18-Minuten-Video.

Falls Du auf YouTube keine Videos sehen kannst (einige User berichten das): In meiner ausführlichen Antwort an BossMoss auf seine Frage

Wie kann man die Organspende deontologisch und utilitaristisch begründen?

https://www.gutefrage.net/frage/wie-kann-man-die-organspende-deontologisch-und-u...

findest du ein von mir erstelltes fast  vollständiges Transkript (= Mitschrift) des Interviews.

Klick in meiner Antwort an BossMoss auch den Link zu meiner Antwort an Lollool an.

.

Falls Du Dich nach vollständiger Information gegen die O-spende entscheidest, empfehle ich, nicht den gängigen orangefarbenen Ausweis zu benutzen, um dort das Nein anzukreuzen. - Aus Insiderkreisen wurde mir berichtet: Als es eilig gehen sollte, sah man bei dem Patienten den orangefarbenen Ausweis und legte eilig los mit der Ausschlachtung. - Erst später sah man: Auf dem Ausweis war das Nein angekreuzt ...

Es genügt, wenn man einen Zettel bei sich hat mit

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Adresse
  • Erklärung
  • möglichst Nennung mindestens einer Person des Vertrauens, die benachrichtigt werden soll
  • Datum
  • Unterschrift

Es ist empfehlenswert, den Personen des Vertrauens auch so eine Erklärung auszuhändigen. Denn dann muss die Person im Falle eines Falles den Transplantationsbeauftragten in der Klinik damit nur unter der Nase wedeln.

Bitte pass gut auf Dich auf.

Antwort
von NichtRene, 31

Nein, einfach ausfüllen und bei Dir tragen. Finde ich super von Dir, dass Du das machst!

Antwort
von Schocileo, 19

Einfach nur ausfüllen und am besten in den Geldbeutel oder so legen, da man diesen ja meistens dabei hat

Antwort
von ElizabethI, 23

Nein, nur ausfüllen und dann ins Portemonnaie damit. Dann wird der im Falle eines Falles gefunden. Eine Extra-Registrierung ist nicht erforderlich. 

-E

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