Muss man beim reiten mit einem Pferd durch die Natur gut darauf achten wo man lang reitet wegen Gefahren?

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6 Antworten

Dass ausreiten schön ist wissen wir alle, den ersten und zweiten Absatz könntest du dir sparen, das erschwert nur das lesen ;) Formuliere deine Frage künftig vllt etwas präziser, man versteht nicht ganz deutlich worauf du hinaus willst. 

Also grundsätzlich muss dir keiner ausweichen. Es gilt nach wie vor das Rechtsfahrgebot (Pferde sind wie PKWs im Straßenverkehr, du musst möglichst weit rechts reiten, darfst rechts nicht überholen und musst Ampeln, Straßenschilder und Rechts-Vor-Links achten. Leider nehmen viele Autofahrer das Pferd als Verkehrsteilnehmer nicht ernst und nehmen einem die Vorfahrt, usw, das kann man allerdings bei der Polizei melden (würde ich aber nur im äußersten Notfall machen, da hat man sonst nur Ärger). Im Gelände sollte der Reiter stets freundlich und rücksichtsvoll sein, denn Reiter haben genug Gegner, die einen nicht mögen, sei es aufgrund der Pferdeäpfel oder der angeblich kaputten Wege. Andere haben Angst vor Pferden, auch das sollte man akzeptieren.

Wenn du auf andere Leute triffst (Jogger, Radfahrer, Wanderer, usw.) dann zeige deutlich an auf welcher Seite du reitest (normalerweise rechts), sodass die Leute ausweichen können. Andere Leute passiert man IMMER im Schritt, niemals im Trab oder Galopp. Außerdem hat man als Reiter freundlich zu grüßen. Wenn jmd einen Hund dabei hat, dann gewähre der Person die Zeit den Hund an die Leine zu nehmen, festzuhalten o.ä., halte also falls erforderlich an. Viele Hunde reagieren auf Pferde nervös, da sie größer und ihnen oftmals unbekannt sind. Wenn der Hund offensichtlich Probleme mit dem Pferd hat, dann stelle dich an den Rand und winke die Leute dran vorbei. So ist es manchmal einfacher für sie das Pferd gefahrlos zu passieren. 

Solltest du Leute überholen, dann halte minimum 2m Abstand zu ihnen. Und lieber mal ein paar Meter langsamen Schritt reiten als jmd über den Haufen rennen. 

Wege sind nur so zu nutzen, wie sie öffentlich zugänglich sind! Auf Wiesen hast du nicht zu reiten, denn die gehören jemanden und es ist für den Besitzer zutiefst ärgerlich, wenn in der Wiese löcher sind. Da reitet man nicht einfach drüber! Das passieren von Feldwegen ist hier in Franken teil des Gewohnheitsrechts, d.h. es ist seit Jahrhunderten erlaubt als Nicht-Besitzer die Feldwege zu nutzen, was auch immer beidseitig akzeptiert wurde. Anders verhält es sich mit Traktorspuren, das sind keine Feldwege und somit hat man darauf auch kein Wegerecht. Ggf kann dich der Bauer dem Weg verweisen, da es Privatgrund ist. Auf Privatwegen reitet man nicht. Im Wald hält man sich auf den Wegen und reitet nicht querfeldein durchs Unterholz, zum einen kann man so Wild aufscheuchen und zum anderen kann man so schlafende Hunde bzw Wildschweine wecken/aufscheuchen, die absolut nicht witzig ist. Da wird dir dein Pferd u.U. durchgehen und wenn dich die Wildsau hat, erledigt sie dich. Die knacken Knochen und es sterben immer wieder Menschen an zusammentreffen mit Wildsäuen, Jäger haben alle Bammel vor angeschossenen Wildschweinen. Also dient das nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch deinem Schutz. Außerdem gehört der Wald i.d.R. jmd, der sich darum kümmern muss. Und wenn du über junge Bäume reitest richtest du auch hier Flurschäden an. Über Felder reitet man nicht, da macht man die Ernte kaputt, und auch von Getreide- oder Rapsfeldern lässt man die Finger, auch wenn sie noch so schön sind! 

Natürlich muss man im Gelände aufpassen. Ist der Boden unübersichtlich (bspw Wiese, tiefer Boden) so besteht immer die Gefahr, dass man auf ein Loch im Boden trifft. Daher reitet man auf solchen Wegen Schritt. Ein Bein im Loch ist schnell gebrochen und bedeutet für das Pferd nicht selten die Wurst. Um Kurven reitet man immer langsam, du weißt nie ob gerade jemand ums Eck kommt. Galoppieren sollte man nur auf geraden, übersichtlichen Strecken mit bekanntem oder gut einsehbarem Boden. Im Unterholz reitet man auch deshalb nicht rum, weil dort tiefe Löcher sein können. Hat mein ein schreckhaftes Pferd nimmt man es bei potenziellen "Gefahrenstellen" zurück, bspw bei Hecken, aus denen größere Vögel aufflattern können. Brennnesseln tun dem Pferd übrigens nichts. 

Außerdem entfernt man die Pferdeäpfel in Siedlungen und auf Rad- oder Fußwegen. Ein Gebot (Radweg, Fußweg) enthält auch immer ein Verbot für alle anderen, d.h. als Reiter hat man auf diesen Wegen nichts zu suchen. Ist man dort trotzdem unterwegs gewährt an den rechtmäßigen Nutzern stets Vorfahrt und räumt hinterlassenschaften weg. In Siedlungen verhält es sich gleich, niemand will Pferdeäpfel vor der Haustür. Auf Straßen habe ich das Wegmachen aufgegeben, nachdem ich fast umgefahren, angehupt und angeschrien wurde. Die bleiben dann halt, wo sie sind. 

Wenn du im Gelände unerfahren bist, dann solltest du dir einen geländeerfahrenen Reiter suchen, der dich mitnimmt. Dieser kann dir einige Tipps und Tricks mit auf den Weg geben 

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auch die Wiesen sind wertvolle landwirtschftliche Produkte, denn dort wird da Gesamte Heiu für den Winter gewonnen, weshalb auch durchreiten von Wiesen , die DIR persönlich nicht gehören einen sogen. Flurschaden darstellt und rechtlich geahndet wird (des wegen gibt' ja in vielen Bundeländern die Kennzeichnungspflicht für die Pferde, damit geschädigte Bauern wissen, wen sie haftbar machen können....)

Selbst über Stoppelfelder darf man NICHT OHNE den besitzer zu fragen drüber reiten!

oder wie fandest Du das,
wenn Fremde durch deinen Garten streunen und dort ggf mit ihrem Hund herumtoben...., den neuen Trecker auprobieren oder sowas !?!

Die Großen Reiterhöfe, die auch Touritenausritte anbieten, reiten i.d.R. auf Eigenland oder bezahlen dem Besitzer jährliche Abgaben für das "Überwegungsrecht"; davon bekommen die reizter meist gar nix mit, aber e gibt in Deutschland eigentlich kein LAnd OHNE Besitzer, da man fraglos nutzen darf.

Ufer und Böchungen Sind völlig TABU; ES SEI DENN; DORT GIBT ES GEKENNZEICHNETE REITWEGE, um Erosion zu vermeiden.

Viele WAldbeitzer sperren auch zeitweise ihre Waldwege, damit sie intakt bleiben und das Wild sein Ruhe hat.

Die STVO gilt sowieso auch für Reiter und je nach Bundesland gibt's noch Sondervorschriften.

Eigentlich bist hier alles klar geregelt, nur manche wissen das nicht oder halten sich nicht dran und dann bekommen plötzlich alle Ärger, weil der Beitzer plötzlich beliebte Wege sperrt....

Bei uns gibt es eine eiserne Regel:
jeder, dem wir begegnen, der wird nett gegrüßt, man schnackt auch mal ein paar Worte, bedankt sich , wenn sie ihre Hunde anleinen oder einem Platz machen - weil
wenn man mal Hilfe braucht oder etwas möchte, ist es immer besser, die Leute, die man in Wald und feld trifft, kennen uns zwar nicht mit Namen, aber sie sollen uns kennen als "die netten Frauen mit ihren kleinen Pferden" (anstatt als die aroganten Ziegen auf ihren doofen Böcken....)

Damit und mit gegeinseitiger Rücksicht sind wir seid über 30 JAhren immer gut zurecht gekommen; und wenn einem doch mal ein Jungpferd erschreckt in die Neuansaat springt, dann geht man zum Besitzer und entschuldigt sich nund fragt, was man schuldig ist.

(Andererseits kenne ich bei uns auch alle alten Wege, die es "eigentlich" noch in den alten tpopogrofischen Karten gibt und die die Bauern einfach untergepflüggt haben, weil's bequemer ist und mehr Ackerland ergibt....)

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Denk mal darüber nach, wo Pferde ursprünglich wild gelebt haben und wo sie heute noch leben - Wildpferde leben frei in Naturreservaten - das sind Wälder, sogar Berge und Steppen. Dort gibt es die unterschiedlichsten Bodenverhältnisse angefangen von steinig und steil, bis hin zu stark bewachsen und die Pferde kommen locker damit zurecht. 

Natürlich verunglücken auch Pferde mal. Auch in freier Wildbahn verknacken sie sich die Beine, gibt es Unglücke - genau wie bei uns Menschen. Aber im Großen und Ganzen machen ihnen viele Sorten von Gelände nicht viel aus. Brennnesseln und ähnliches stören sie nicht - Dornen mitunter schon - ihre Haut ist zwar viel dicker als unsere, eben eben auch nicht aus Stahl.

Wenn wir mit unseren Pferden ausreiten, sind wir Reiter nicht unbedingt vor Matsch geschützt - je nachdem wie matschig und wie nass der Boden ist, kriegt auch der Reiter - vor allem, wenn er in Gruppen galoppiert, einiges ab;-)

Und ja, Hufe können schon einiges anrichten - deswegen gibt es ja auch die ausgewiesenen Reitwege, die meist von den Wanderwegen getrennt verlaufen, weil sie doch matschiger und zertretener sind als Fußwege. Leider finden auch viele Mountainbikefahrer diese Wege sportlich interessant und so müssen wir Reiter so manches Mal auf den Reitwegen plötzlich durchparieren und halten, weil wieder mal so eine bunt gekleidete Blödmann-Truppe klingelnd angesaust kommt. 

Durch den Wald reiten geht und ist auch wunderschön - aber eben nicht querfeldein - einmal zum Schutz des Wildes und zum anderen, weil Pferd und Reiter auch nicht überall durchlassen würde. Schon auf den Reitwegen muss man sich so manches mal auf den Pferdehals ducken, wenn Äste tief hängen, sonst hat man die im Gesicht oder sie sorgen dafür, dass man sich unfreiwillig vom Sattel trennt;-)

Ich hoffe, dass das Deine Frage beantwortet.

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Kommentar von Urlewas
04.07.2016, 13:41

Allerdings kannst du unsere Reitpferde nicht unbedingt  mit Wildpferden gleichsetzen. Ein hochsensiblen Sportpferd, womöglich auf einer Mistmatratze großgezogen und fast ausschließlich auf dem Platz ausgebildet, ist längst nicht so trittsicher wie ein im Ursprungsland gezogener Isländer.

Auch Vorschäden durch Verletzungen oder Altersbeschwerden können das Pferd sehr sensibel werfen lassen.

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ich finde es super, dass Du Dir da Gedanken machst. 👍

Ich würde Dir allerdings dringend empfehlen, den Kurs zum Deutschen Reitpass zu machen, oder zumindest ein vorbereitendes Lehrbuch dazu zu lesen - denn Du scheinst ja sehr unbedarft an das Reiten im öffentlichen Raum ran zu gehen. 

Du bist rechtlich als Reiter ein Fahrzeug, welches auf den Wegen zu bleiben hat. Im Wald sowieso!  Und zwar auf Wegen, die mindestens 2 m breit sind, so dass andere Verkehrsteilnehmer gut an Dir vorbei kommen können.

Jede Rücksichtslosigkeit und jeder Flurschaden sind zu vermeiden! Sehr eichen Untergrund, der von den Hufen deformiert würde, sollte man daher nach Möglichkeit umgehen ( ist übrigens auch schlecht für die Sehnen), oder sonst dort langsam reiten. Auch auf sehr hartem Untergrund wie Teer sollte man nur Schritt reiten, weil das den Gelenken schaden kann und das Pferd rutschen könnte.

Wiesen sind nur zu bereiten, wenn das Gras bereits abgeerntet und der Boden trocken ist.  In den meisten Kommunen gibt es eine Verordnung, dass man grundsätzlich keine landwirtschaftlichen Flächen zwischen Mai und September bereiten darf. Da muss man sich jeweils erkundigen. Natürlich darf man auch im Winter keinen Saatacker betreten - und sollte in der Lage sein, einen solchen von einer Wiese zu unterscheiden!

Wenn man auf den Wegesrand ausweicht, machen Brennesseln und dergleichen dem Pferd nichts aus. Man muss jedoch sicher ein, dass diese keinen Graben verdecken. Auch Geröll, loses Astwerk und Brombeergestrüpp kann für das Pferd zu einer bösen Stolperfalle werden.

Vorsicht und Rücksicht gegegüber anderen sind immer höchstes Gebot!

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wenn dein pferd stark trampelt, solltest du es mal durchchecken lassen....

du darfst nur auf ausgewiesenen wegen reiten. bei uns muss man z.b. eine reitmarke kaufen, um bestimmte wege nutzen zu können.
ansonsten muss auch deinem "großen, starken pferd" nicht jeder ausweichen. das ist völliger quatsch. rechts vor links. gerade als reiter nimmt man rücksicht auf alles und jeden was einem in die quere kommen kann.

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Ich würde nicht dort reiten wo bigfoot ist :D

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Kommentar von daria333
04.07.2016, 06:30

😂😂😂

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