Frage von traktorwilly, 109

Muss man bei hohen Beträgen die man auf die Bank legt, erklären wo diese herkommen?

Nehmen wir mal an, ich finde zufällig im Keller 20 Millionen €, wäre ja total der Knaller, und will diese komplett auf einen Schlag auf die Bank tun, müsste ich dann erstmal eine schriftliche Erklärung abgeben woher ich diese habe? Es gibt ja zum Beispiel jedes Jahr eine Steuererklärung die man ablegen muss aber wie sieht es in diesem Fall aus?

Gruß

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Antwort
von Zappzappzapp, 11

In der Steuererklärung müsstest Du erst etwas angeben, wenn Du mit diesem Geld Einkünfte erzielst.

Aber: Bei einem konkreten Verdacht der Bank auf kriminelle Herkunft des Geldes bzw. Geldwäsche ist die Bank unabhängig vom Betrag gesetzlich verpflichtet, dies dem Bundeskriminalamt zu melden.

Guckst Du hier:

"Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz - GwG)
§ 11 Meldung von Verdachtsfällen
(1)
Liegen Tatsachen vor, die darauf hindeuten, dass es sich bei
Vermögenswerten, die mit einer Transaktion oder Geschäftsbeziehung im
Zusammenhang stehen, um den Gegenstand einer Straftat nach § 261 des
Strafgesetzbuchs handelt oder die Vermögenswerte im Zusammenhang mit
Terrorismusfinanzierung stehen, hat der Verpflichtete diese Transaktion
unabhängig von ihrer Höhe oder diese Geschäftsbeziehung unverzüglich
mündlich, telefonisch, fernschriftlich oder durch elektronische
Datenübermittlung dem Bundeskriminalamt – Zentralstelle für
Verdachtsmeldungen – und der zuständigen Strafverfolgungsbehörde zu
melden."

Wenn man nachweisen kann, dass das Geld legal ist, wäre das alles unwichtig, man müsste sich keine Sorgen machen.

Das wäre allerdings in Deinem Fall auch schwierig, denn:

"§ 965 BGB

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) 

Bundesrecht

Titel 3 – Erwerb und Verlust des Eigentums an beweglichen Sachen

(1)Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer
oder dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangsberechtigten
unverzüglich Anzeige zu machen.

(2)Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so hat er den Fund und die Umstände, welche für die
Ermittlung der Empfangsberechtigten erheblich sein können, unverzüglich
der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

Der Finderlohn wäre allerdings auch nicht zu verachten ...

Antwort
von kevin1905, 82

Im Rahmen des Geldwäschegesetzes wird die Bank auf jeden Fall nachfragen.

Antwort
von Samika68, 86

Beim Finden von Geldbeträgen über 10€ solltest Du dich erstmal beim Fundbüro oder der Polizei melden.

Wenn Du Glück hast und der volle Betrag nach einer Wartezeit auf den gesetzmäßigen Besitzer Dir zugesprochen wird, solltest Du den Betrag bei der Steuererklärung angeben.

Kommentar von Xapoklakk ,

Du bist ja ein ganz schlauer! Kannst uns auch erklären, welcher Einkunftsart das Geld zuzuordnen ist und/oder seit wann es wieder eine Vermögensteuer gibt?

Kommentar von kevin1905 ,

Welcher der 7 Einkunftsarten wäre dies denn zuzuordnen?

Kommentar von Samika68 ,

Die 20 Millionen dürften ja kaum im Keller liegen gelassen oder unter der Matratze versteckt werden.

Wenn dieser Betrag auf dem Konto landet und Haben-Zinsen bringt, ist die Abgeltungs- bzw. Kapitalerstragsteuer fällig.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Aber die 20 Mio. werden trotzdem nirgendwo in der Steuererklärung eingetragen.

Kommentar von kevin1905 ,

Das ist richtig, aber das war nicht meine Frage.

Antwort
von ArminSchmitz, 40

Eine Bareinzahlung in dieser Höhe läßt sofort Geldwäscheverdacht aufkommen. Die Bank muß dann die zuständige Behörde verständigen und der kann man dann ja versuchen, seine Geschichte glaubhaft zu machen.

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