Frage von Optiman, 94

Muss man als Mieter in einem MFH die Müllentsorgungskosten der nicht mülltrennenden Nachbarn mittragen?

bin zwar kein Paragraphen-Reiter habe aber gelesen, dass nun ja auch eine Regelung in Kraft getreten ist die da heißt "Kreislaufwirtschaftsgesetz" und hieraus wird auch das zuvor auf freiwilliger Basis geltende private recyclen als verpflichtend geregelt.

Kann ja jeder so machen wie er gern möchte, aber da bei mir aufgrund einer dtl. größeren Wohnfläche im Vergleich zu den Mit-Nachbarn, auch die Nebenkosten hier gehebelt sind, wäre m.M. nach gern das Verursacher-Prinzip anzusetzen.

Denn durch eine in unserem Haushalt bereits seit unzähligen Jahren konsequent durchgeführte Mülltrennung in Bio- , Papier- , Kunststoff- Glas-, und Verpackungsmüll ist die Restmüll-Menge auf ein extremes Minimum, etwa 6 Staubsaugerbeutel und ein par Kosmetik- und Hygieneartikel pro Jahr zusammengeschrumpft. Dies passt spielend in eine Tonne pro Jahr !
Und den schon geschilderten Umständen her, darf ich dafür nun € 245,-/Jahr in die Kasse schmeißen, finde ich natürlich ungeil - Habe daher auch bereits natürlich nette Hiweisschilder an die Restmüll-Tonnen geklebt und durch Aufklärung auf einen Sinneswandel gehofft - leider ohne Erfolg nicht mal Papier wird in die danebenstehende Papiertonne getan. Freue mich auf konstruktive Beiträge und Antworten aus diesem Dilemma

Antwort
von anitari, 44

Muss man als Mieter in einem MFH die Müllentsorgungskosten der nicht mülltrennenden Nachbarn mittragen?

Knappe Antwort, ja.

Ist eine exakte Umlage der Betriebskosten nach Verbrauch oder Verursachung nicht möglich, muß der Vermieter diese, wenn vertraglich nicht anders vereinbart, nach der Wohnfläche umlegen.

So der sinngemäße Inhalt des §556a Abs. 1 BGB

http://dejure.org/gesetze/BGB/556a.html

Kommentar von Optiman ,

und deine Meinung zu dem neu in Kraft getreten "Kreislaufwirtschaftsgesetz" das, dass zuvor auf freiwilliger Basis geltende private recyclen nun als verpflichtend regelt. Hier muss doch eine Handhabe gegeben werden!

Kommentar von anitari ,

Hier muss doch eine Handhabe gegeben werden!

Ja, Wohneigentum kaufen.

Bei Mehrfamilienhäusern ist das nicht durchsetzbar.

Ich habe diese Gesetz nur mal überflogen. Das wimmelt nur so von Ausnahmen.

Kommentar von Optiman ,

Jedoch ist der Vermieter nun auch mehr in die Pflicht genommen! Es müssen mehr Recyling-Möglichkeiten geschaffen werden und es kann auch eine Recycling-Pflicht in die Hausordnung, bzw. Mietverträge genommen werden, welche dann auch zu befolgen ist! - Eigentum kaufen kommt auch noch aber erst etwas später

Kommentar von anitari ,

Es müssen mehr Recyling-Möglichkeiten geschaffen werden und es kann auch eine Recycling-Pflicht in die Hausordnung, bzw. Mietverträge genommen werden, welche dann auch zu befolgen ist!

Mag ja alles richtig sein. Aber der Vermieter kann nun mal nicht ständig kontrollieren wer was in welchen Behälter schmeißt.

Mehr als die entsprechenden Behälter bereit stellen kann der Vermieter nicht tun.

Kommentar von Optiman ,

doch, kann und muss er dann sogar! Wenn nämlich festgestellt wird, dass Zuwiderhandlungen stattfinden, dass kann sogar bis zur Kündigung des Mietverhältnis gehen.

Kommentar von anitari ,

Angenommen Du wärst der Vermieter. Möchtest Du im Müll anderer Leute rum wühlen?

Außerdem gehört der Müll, sobald er in der Tonne ist, dem Entsorgungsunternehmen. Es wäre also genau genommen eine Ordnungswidrigkeit darin rum zu wühlen oder etwas raus zu nehmen.

Den Richter möchte ich sehen der eine Kündigung wegen falscher Mülltrennung für wirksam erklärt.

Kommentar von Optiman ,

all deine Raterrei und Halbwissen hier - vielerorts gibt es sogar eigene Dienststellen der Stadtreinigungen die sich bei falscher Entsorgung dran machen den Verursacher zu ermitteln.

Mein Hausverwalter wird nun übrigens alle Mieter nochmals über die nun nach KrWG in Kraft getretenen neuen Regeln informieren und verbindliche Zu- oder Absagen einholen und dann danach anteilig die Müllgebühren nach "Ignoranz- oder Akzeptanzverhalten" mit meiner Unterstützung erheben.  

Antwort
von ErsterSchnee, 56

Ja, du musst zahlen. Zumal häufig die Mülltonnengröße abhängig von der Zahl der Nutzer vorgeschrieben ist.

Kommentar von Optiman ,

aber das würde ja das neu in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) konterkarieren und ökologisches und ökonomisches Verhalten suboptimieren !

Kommentar von ErsterSchnee ,

Ich denke, du bist kein Paragraphenreiter...

Kommentar von Optiman ,

manchmal geht´s leider nicht ohne, sorry

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