Meine Mutter und ein bekannter meinten, ich würde in jeden Betrieb angeschrieen werden am Anfang, und das ich mir das gefallenlassen muss,Haben die Recht?
Wie ist das bei euch so in der Firma? Wie war das bei euch wo ihr Lehrlinge wart/seit?

Ja, das haben die wohl. Wenn man Koch wird, dann kommt das vor, weil der Ablauf in der Großküche von Stress bestimmt wird. Ist normal, es wird besser, je länger Du da bist.

Eine gute Frage. Meine Erfahrung ist NEIN. Man muß lernen, was man wirklich will, was man aushalten kann und was nicht. Und dann sich entscheiden: was bringt mir das hier, habe ich bessere Chancen? Habe selbst in einem Betrieb gearbeitet, wo ich dachte, das Geschreie muß wohl so sein und ich laß den Chef mich anschreien, der kann eben nicht anders. Heute sehe ich, ich hätte sofort gehen sollen, denn ich weiß zu genau was ich will und vertue nur meine Zeit. Ändern tut sich keiner außer ich mich selbst.
Schreien tun nur Schwächlinge, die sich nicht audrücken können. Nach außen erscheinen sie stark wie ein Bär aber mit wachem Auge betrachtet, sind sie innerlich so hilflos, daß sie gar nicht anders können als den Macker zu spielen.
Es gilt aber für dich auch abzuwägen, was du aufs Spiel setzt. Brauchst du die Jahre dort oder geht dir dann was verloren, steht das in einem aushaltbaren Verhältnis.
Letzlich hat es mir auch geholfen ein gewisses Fell mir anzulegen. Aber langfristig war da der Wurm drinnen.
Ich brauchte mich nie um Arbeitsplatz zu kümmern. Habe immer sofort das gefunden was ich brauchte. Es gab da nicht einen längeren Durchhänger. Ich konnte mich immer sehr gut verkaufen, wie man sagt. Ein Bewerbungsbrief zu schreiben war schon harte Arbeite. Ich konnte Leute ohne Papiere von mir überzeugen, aber nicht jeder Chef konnte mich überzeugen, ihn als Chef zu schätzen.

Nein. Schreien ist nur ein Zeichen dafür, dass deine Ausbilder sich offensichtlich weniger durch Qualität (Lehrinhalte) als durch Quantität (Schreien) verständlich zu machen versuchen. Denk dir einfach deinen Teil und akzeptiere es; auch in meinem Beruf komme ich oft mit "lauten" Menschen zusammen, grinse darüber innerlich und stelle mich auf sie ein. Oftmals müssen Menschen ihre Macht mit Laustärke unter Beweis stellen, wenn sie nichts anderes haben.

Sorry, was haben die denn für eine Einstellung bzw. Erfahrungen?
Anplärren muss man sich nie lassen. Ich lache in solchen Fällen erst mal, das irritiert genug...
meine Mutter ist nur im Verkauf tätig schon über20 Jahre und der Bekannte hat als Tischler ausgelernt is aber schon fast 2 Jahre arbeitslos. Und lachen kann ich da leider nicht weil ich wollte die Lehrstelle wechseln und meine Mutter sagt ich muss da bleiben wo ich bin weil ich überall angeschrieen werde.... Und ich das nicht glauben will. Daher weis ich nicht was ich tun soll. :(
Raimund1 am 20. April 2008 02:13 Die Antwort von Luise ist die einzig richtige...

ich würde nie auf die idee kommen unsere azubis anzuschreien...warum auch...ich kann reden, die können zuhören. die müssen auch nicht immer kaffee kochen und putzen müssen die auch nicht...schliesslich haben wir eine putzfrau....trotzdem sind lehrjahre keine herrenjahre ;))

Auch wenn es doof klingt: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre". Versuch, dich mit deinem Chef oder Ausbilder gut zu stellen; das sind die Leute, die dir was erzählen und von denen du lernen kannst. Opposition bringt nur Nachteile; das heißt natürlich nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss. Zeig Interesse für deinen Beruf und in der Berufsschule; du hast wengstens einen Ausbildungsplatz, davon träumen jedes Jahr 260.000 Schulabgänger. Wird schon werden. Ich habe noch Ohrfeigen von meinem Chef bekommen, aber ich bin ja auch schon etwas älter.
anahita am 20. April 2008 01:35 huch... naja, dass lehrer mal ne ohrfeige verpasst haben, kennen wir alle, aber auch arbeitgeber....
AndyArbeit am 20. April 2008 01:51 Es sind ja nicht alle so nett, wie meinereiner :-)
anahita am 20. April 2008 02:00 :))
kann passieren. Liegt aber meistens an dir.
was für ein schmarrn!

Liebe Ladyvienna - das Lokal das Du gewählt hast ist um eine Lehre zu beginnen scheint mir ein Ausflugslokal im Familienbesitz zu sein und Dein Chef ein Choleriker. In so einem Betrieb eine Lehre zu machen ist für Deine Zukunft nicht das optimale. Weder wirst Du in so einem Laden die feine Küche lernen noch den Spaß an einem der schönsten Berufe der Welt finden. Rede mit Deiner Mutter über diese Zustände im Betrieb und bitte Sie um ein Gespräch mit Deinem Chef. Anschnautzen während des ala Carte Geschäft ist normal, doch den ganzen Tag das Gebrüll ist nicht die Norm. Denn eine gebrochene Seele ist das schlechteste für die Kreativität unseres Berufes. Versuch trotzdem durch zu halten und schaue einmal in Dich selbst ob nicht auch Du etwas falsch machst.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Aber ob "schreien" dazu gehören muss...
In jedem Fall: NEIN! Mein Motto war immer: Wer schreit hat Angst, etwas falsch zu machen oder gemacht zu haben...
in der großküche wohl kaum, wer da seinen stift anschreit ist eine stunde später beim betriebsrat eingeladen und bei wiederholung winkt die erste abmahneung. in kleinen küchen ist wohl eher der fall.
Kann das aus der Gastro selbst bestätigen. Dort herrscht in der Küche nunmal ein rauer Ton. Allerdings ist der Stress auch immens, wenn man plötzlich und auf hohem Niveau Essen für so viele Leute herstellen muss. Da hat jeder zu funktionieren. Mit der Weile entwickelt man aber eine Stressresistenz. Aller Anfang ist nunmal schwer...
Wir haben als Studenten immer in der Gastronomie gearbeitet. Das mit der Stressresitenz ist eine gute Lehre für das ganze Leben. Mich wirft so leicht gar nichts um und bei Stress läuft man zur Höchstform auf.
Und der Stress und der Umgangston wird auch besser, weil man dann von alleine weiß, wo man hinlangen muss.