Frage von Codemaster0x, 47

Muss man als Informatiker Kurvendiskussionen beherrschen?

Also, ich studiere bzw. ich habe gerade angefangen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Saar) im Fach KI (Kommunikationsinformatik) zu studieren.

Momentan belege ich einen Auffrischungskurs in Mathematik. Als ich das Script aufgeschlagen habe ist es mir schon sauer aufgestoßen... Kurvendiskussionen. Ich habe dieses Thema schon unter Hochstress an der FOS (Fachoberschule) gehabt. Und ich muss wirklich sagen wenn ich eins im Bereich Mathematik HASSE dann sind das Kurvendiskussionen.

Ich habe jetzt mehr als nur panische Angst davor das falsche Studium gewählt zu haben, denn wenn ich eins nicht will ist es einen Job zu machen der mit dieser Art Mathe zu tun hat.

Jetzt ist meine Frage an die Experten auf diesem Gebiet: Muss ich das wirklich persé können? Also für meinen späteren Berufsweg ?

Antwort
von Schachpapa, 9

Bei jeder Art von fremdorganisiertem Lernen (Führerschein, Schule oder Studium) lernst du zwangsläufig mehr als das, was du hinterher unbedingt brauchst.

Mit einem erfolgreichen Studienabschluss stellst du unter Beweis, dass du lernen kannst, d.h. zum einen, dass du komplexe Zusammenhänge verstehst und zum anderen, dass du bereit und fähig bist, dir unter Umständen furztrockenen Stoff innerhalb eines vorgebenen Zeitraums reinzupfeifen.

Wenn du bereits an der Kurvendiskussion im Vorkurs scheiterst, solltest du dich warm anziehen.

Studienabsolventen geht bei gelernten Anwendungsentwicklern oft der Ruf voraus, keine Ahnung zu haben. So wie der Mann an der Drehbank meint, dass sein Ingenieur ja eigentlich nichts kann oder der Maurer sich dem Architekten handwerklich überlegen fühlt. Aber die Akademiker können über den Tellerrand hinausschauen und sich schnell in neue Zusammenhänge einarbeiten. Zumindest sollte das so sein.

Antwort
von Suboptimierer, 37

Im Job später wirst du es höchstwahrscheinlich nicht gebrauchen, aber im Studium musst du wenigstens den Schein bekommen, falls es sich um eine Pflichtveranstaltung handelt.

Auffrischkurs?  Klingt so, als würde das nicht einmal benotet werden.

Antwort
von TeeTier, 11

Du gehst völlig falsch an die Sache ran! Lass dir bitte mal Folgendes auf der Zunge zergehen:

  1. Kurvendiskussion ist nichts, was man nicht irgendwie verstehen können sollte. Selbst mit entsprechendem Grundwissen, sind andere Themen deutlich schwerer nachvollziehbar.
  2. Du bist in der glücklichen Situation dich mit diesem Thema beschäftigen zu dürfen. (keine Ironie!) Such dir zu Übungszwecken ein paar Anwendungsgebiete, und implementiere - bezogen darauf - selbstständig eine kleine Software. (Ich schreibe mir fast immer kleine Programme zu allem was ich lerne! Das ist eine relativ abwechslungsreiche Übung.)
  3. Ich schätze, dein Problem liegt eher in deiner Lerntechnik und in deinen bisherigen Lehrmitteln. Nimm dir auf jeden Fall genug Zeit zum Lernen! Das Gehirn versteht und merkt sich nur das, womit es sich auch beschäftigt. In 15 Minuten Lesen auf dem Bett lernt man NICHTS! Setzt dich ruhig mal ein paar Stunden (ohne Musik) hin, und lies dir langsam (!) die entsprechenden Kapitel in Mathebüchern durch. Mach danach zur Selbstkontrolle so viele Übungen wie möglich.
  4. Es kommt natürlich darauf an, was du später mal so alles machen willst, aber ich persönlich bin froh, mich auch ab und zu mal mit (höherer) Mathematik beschäftigen zu können. Immer nur GUIs zusammen klicken oder APIs zusammen kleben ist auf Dauer totlangweilig.

Geh in die Uni-Bibliothek und schnapp dir alle Mathebücher, die das Thema erwähnen. Die entsprechenden Kapitel arbeitest du dann nach und nach durch, und immer wenn dir auffällt, dass dir Grundlagen fehlen, wiederholst du diese eingehend bevor du weiter machst. Der Rest kommt von allein! :)

Ich glaube wirklich, dass dein größtes Problem deine Angst und deine selbst auferlegte geistige Blockade ist.

Bleib locker und kümmer dich um gute Lehrmittel!

Viel Erfolg! ;)

Kommentar von TeeTier ,

PS: Ich hatte mir vor vielen Jahren mal zum Thema Kurvendiskussion eine Art Tongenerator geschrieben, der mir verschiedene Graphen in eine Waveform umgewandelt hat.

Während des Abspielens konnte man abhängig von der verstrichenen Zeit Funktionsparameter ändern, und dazu immer den entsprechenden Graphen ansehen.

Das war ganz interessant, die Unterschiede verschiedener Funktionen auch hören zu können, neben der visuellen Darstellung!

Spätestens wenn du dir so eine Übungssoftware geschrieben hast, gibt es keine Verständnisprobleme mehr. :)

Antwort
von Eismensch, 17

Also um das mal ganz kurz zu notieren: Wenn du beginnst Informatik zu studieren, wird eigentlich immer vorausgesetzt, dass du den Abiturstoff bereits beherrscht. Dazu gehört auch Integral/Differenzialrechnung. Diese werden auch auf jeden Fall in einem oder mehreren Mathevorlesungen mal drankommen.

Meine Klausur im ersten Semester sah z.B. so aus: siehe Bilder.

Ich möchte Anmerken, dass ich diese Klausur als sehr einfach einstufen würde. Je nach Professor und Uni kann das ganze wesentlich komplexer werden.

 

Kommentar von Eismensch ,

Kleiner Nachtrag zur "Musterklausur", das "erlaubte Hilfsmittel": Taschenrechner bezieht sich auch einen ganz simplen Rechner. Keine Algebra- oder Grafiktaschenrechner!

Antwort
von Leviathan112, 37

KUrvendiskussion braucht man eig. Überall um Diagramme auszuwerten. Frag am Besten bereits studierte in diesem Fach, die können dir da sicher besser Auskunft geben, da das doch von Uni zu Uni variiert.

Antwort
von Madwrgt87, 17

Du musst im jeden Informatik-Studium Mathescheine holen, da wirst du nicht drum rum kommen. Als Informatiker bist du später i.d.R. entweder in der Programmierung (Software oder Webanwendungen), im Consulting (Beratung) oder Projektmanagement tätig. Kurvendiskussion in der Programmierung könnte ggf. bei Grafikengines interessant werden.

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