Frage von PhilippKes, 36

Muss man als Gedienter in den Einsatz?

Ich würde gern mal wissen ob man, wenn man seinen Freiwilligen Wehrdienst abgeschlossen hat, zwangsläufig zu (Auslands) Einsätzen eingefordert wird? Noch ein paar Infos zu meiner Person: Ich bin 15, strebe das Abitur an und interessiere mich für den Freiwilligen Wehrdienst, möchte jedoch kein aktiver Soldat werden. Danke für Antworten

Antwort
von DerTommy86, 19

Man muss da zwischen aktiven Soldaten und Reservisten differenzieren.

Während du deinen Wehrdienst leistest, bist du aktiver Soldat und kannst als solcher Grundsätzlich für Einsätze herangezogen werden. Das setzt aber unter anderem voraus, dass deine Dienstzeit lang genug ist, um die militärische Ausbildung, dann die Einsatzvorbereitung, den Einsatz selbst und schließlich die Einsatznachbereitung durchzuführen.
Soll heißen: Wenn du dich für weniger als zwei Jahre verpflichtest, ist es beinahe ausgeschlossen, dass du für Auslandseinsätze herangezogen wirst. Wenn du dich für mehr als zwei Jahre verpflichtest, ist die Teilnahme an einem Einsatz durchaus im Rahmen des Möglichen.

Wenn du nach deiner Verpflichtungszeit die Bundeswehr wieder verlassen hast, bleibst du bis zu deinem (ich glaube) 45. Lebensjahr ein sog. Reservist. Als solcher kannst du, wenn du möchtest und dich freiwillig dazu meldest, sog. Wehrübungen absolvieren. Das heißt nichts anderes, als dass du wieder ne Uniform anziehst und für einige Wochen oder Monate wieder als Soldat arbeitest. Aber das ist rein freiwillig.
Per Befehl kannst du als Reservist nur im Rahmen einer Mobilmachung eingezogen werden. Das setzt voraus, dass der Bundestag bzw. die Bundesregierung den Spannungs- oder Verteidigungsfall erklärt. Dies tritt nur dann ein, wenn Deutschland selbst angegriffen wird oder ein Krieg unmittelbar bevor steht.
Kurz ausgedrückt: Nach deiner aktiven Dienstzeit bist du wieder zu 100% Zivilist, bis ein Krieg ausbricht.

Unabhängig davon solltest du dir sehr genau überlegen, ob du mit deiner Einstellung wirklich zur Bundeswehr willst. Bei deiner Verpflichtungserklärung wirst du explizit gefragt, ob du zur Teilnahme an Auslandseinsätzen bereit bist. Selbst wenn deine zu kurze Dienstzeit es unmöglich macht, dass du in einen regulären Einsatz gehst, solltest du zumindest eine innere Bereitschaft dazu haben. Wenn du aber Angst davor hast, dann solltest du vielleicht auch kein Soldat werden.

Antwort
von 19Sunny96, 13

Erst bei den sich länger verpflichtenden FWDLern steht ein Auslandseinsatz im Raum. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe kommen Einsätze erst ab 23 Monaten Verpflichtungszeit infrage. Und auch da ist die Wahrscheinlichkeit, dass man wirklich geht vergleichsweise gering.

Antwort
von Aliha, 22

So, du willst also freiwilligen Wehrdienst leisten, willst aber kein aktiver Soldat werden? Wie stellst du dir das vor? Du willst Duschen aber nicht nass werden, das wäre so etwas ähnliches. Wenn du zur Bundeswehr gehst, wirst du für eine bestimmte Verwendung ausgebildet und entsprechend eingesetzt. Das kann auch durchaus ein Auslandseinsatz sein.

Antwort
von Jumik85, 18

Wehrpflicht gibt es ja nicht mehr, war auch nicht deine Frage, aber wenn du dich also freiwillig verpflichtest, musst du auch an Einsätzen teilnehmen. Die bilden doch nicht aus, wenn sie nichts davon haben bzw nicht davon profitieren. Wenn ein Krieg im eigenem Land ausbrechen sollte, muss jeder ran, der schonmal gedient hat, um das Land/Volk zu verteidigen.

Kommentar von ponter ,

Die Wehrpflicht ist lediglich ausgesetzt, kann also ohne weiteres wieder in Kraft gesetzt werden.

Ein Auslandseinsatz unterhalb einer Dienstzeit von 12 Monaten ist äußerst unwahrscheinlich, auch darüber ist die Wahrscheinlichkeit noch gering. 

Kommentar von Jumik85 ,

Naja wenn Not am Mann ist, ist alles möglich. Und so wie es z.Z. aussieht im Krieg gegen den Westen kann es noch schlimmer werden.

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