Frage von eggenberg1, 230

Muß Katzenhaltung (Wohnungskatzen) bei Anmietung einer neuen Wohnung beim Vermieter angegeben werden?

Gestern hatten wir ein Streitgespräch, mein Sohn hat drei Wohnungskatzen und sucht nun eine neue Wohnung - da ich bezweifelte, dass er so schnell eine neue Wohnung bekommen würde -- wegen der Katzen -- meinte er, seit 2013 bräuchte man Katzenhaltung nicht mehr erlaubt bekommen vom Vermieter, die würden wie Kleintiere, also Mäuse, Meeris und Vögel --behandelt -

Er zeigt mir auch ein Gerichtsurteil, wo ein neuer Mieter geklagt hatte, weil der Vermieter den wieder raus haben wollte - der Mieter durfte aber seine Katzen behalten und auch wohnen bleiben --

Habt ihr da neueste Erkenntnisse -- wenn möglich mit Link!!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 230

seid 2013 bräuchte man katzenhatung nicht mehr erlaubt bekommen vom vermieter, die würden wie kleintiere ,also mäuse meeris und vögel --behandelt-

Diese Ansicht deines Sohnes ist schlicht falsch: Katzen und Hunde waren noch nie Kleintiere i. S. d. G. :-O

Muß Katzenhaltung( wohungskatzen) bei Anmietung einer neune Wohnung beim Vermieter angegeben werden?

Eindeutig ja :-O Zwar darf deren Haltung nicht mehr generell verboten werden, aber unverändert bedarf es der vorherigen Zustimmung des VM. Wenn er die ungefragt hält, berechtigt das den VM zu unverzüglichem Beseitigungsverlangen oder ihm würde andernfalls fristlos gekündigt :-O

Würde er eine gem. § 242 BGB zulässige Frage des VM hierüber wahrheitswidrig beantworten, wäre der Mietvertrag sogar anfechtbar.

G imager761

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 137

Katzenhaltung bedarf nach wie vor der Zustimmung des Vermieters. Was seit März 2013 neu ist, der Vermieter darf die Haltung nicht mehr generell und grundlos untersagen.

In dem Urteil geht es zwar speziell um Hundehaltung, betrifft aber auch Katzenhaltung, da diese nicht zu den sog. Kleintieren zählen.

http://www.refrago.de/Sind_Hunde_nach_dem_BGH-Urteil_VIII_ZR_16812_vom_20.03.201...

Expertenantwort
von polarbaer64, Community-Experte für Katzen, 186

Gerichtsurteile sind leider keine Gesetze.

Man muss nach wie vor nachfragen, ob Katzenhaltung erlaubt ist. - Der Vermieter kann es einem nicht mehr so einfach verbieten, er benötigt eine stichfeste Begründung. Aber wenn ich als Vermieter eine Begründung suche, dann finde ich eine.

Ich rate deinem Sohn, nicht ohne den Vermieter in Kenntnis zu setzen, einfach 3(!) Katzen mitzubringen. Das schafft evtl. von Anfang an böses Blut. Es muss ja z.B. auch Katzennetz erlaubt werden... .

Es soll ja auch noch Vermieter geben, die gerne Katzen zulassen. Unsere Vermieterin hat selber 2 Katzen, und das war mit ein Grund, warum WIR damals unsere Wohnung bekommen haben (wir hatten damals 2, mittlerweile 4 Katzen). Es gibt aber Vermieter, die Katzen auf den Tod nicht ausstehen können. Das muss man klären, BEVOR man den Mietvertrag unterschreibt.

Es gilt nach wie vor: Kleintiere sind nicht genehmigungspflichtig. Katzen sind aber KEINE Kleintiere.

Antwort
von Calim8, 135

Es wäre besser wenn der Vermieter zustimmt. Ansonsten wird alles als Einzelsache betrachtet mit der Tierhaltung. Generelle Haustierhaltung im Mietvertrag ist unwirksam. Da hat dein Sohn recht. Aber ich würde die Katzen lieber anmelden, um späteren Ärger zu verhindern.

Antwort
von TrudiMeier, 135

Es gibt keine neuen Erkenntnisse. Immer diese Gerichtsurteile.......

Sämtliche Gerichtsurteile sind Einzelfallentscheidungen und nicht allgemein anwendbar. Der BGH hat entschieden, dass Katzen keine Kleintiere sind und der Zustimmung des Vermieters bedürfen.

Ergo muss dein Sohn seine Miezen nicht nur angeben, sondern er braucht auch die Genehmigung vom Vermieter. Wobei dieser die Genehmigung aber nur begründet verweigern darf. Auch kann eine erteilte Genehmigung bei vermehrten Beschwerden jederzeit zurückgezogen werden.

Antwort
von schwarzwaldkarl, 115

Der Vermieter kann ohne richtige Begründung die Haltung von Haustieren nicht verbieten, aber Dein Sohn sollte es ihm auf jeden Fall sagen.

Schau Dir den Link mal an, der bringt Euch bestimmt weiter

http://www.zuhause.de/haustiere-im-mietrecht-wann-sie-den-vermieter-nicht-fragen...

Antwort
von DerHans, 152

In so gut wie jedem Mietvertrag steht, dass Tierhaltung durch den Vermieter genehmigt werden muss.

Nur Kleintiere (also Vögel, Meerschweinchen usw.) sind davon ausgeschlossen.

Wer also einfach eine Katzen- oder Hundehaltung eigenmächtig unterhält, riskiert die ordentliche Kündigung des Mietvertrages.

Expertenantwort
von palusa, Community-Experte für Katzen, 228

kleintiere sind alles was man im käfig halten kann. mit katzen geht das eher weniger. manche richter haben katzen als kleintiere eingestuft, andere nicht, das ist dann ne sache die vom gericht entschieden wird. mit unklarem ausgang

es gab 2013 ein urteil, ja. es besagt dass der vermieter ein verbot begründen muss. das ändert aber nichts daran dass er es verbieten kann und ja, er muss die katzen angeben. tut er das nicht kann der vermieter ihn abmahnen und kündigen

Antwort
von mistertrollo, 99

Das in einem Formularmietvertrag vom Vermieter vorgegebene Verbot, Hunde oder Katzen in der Mietwohnung zu halten, ist wirksam. Der Mieter ist nicht berechtigt, sich einseitig über dieses Verbot hinwegzusetzen. Allerdings ist die  Haltung  von Kleintieren (Ziervögel, Zierfische, Hamster etc.) von dieser Verbotsvorschrift nicht erfasst, sodass der Mieter auf solche Kleintiere ausweichen darf. Landgericht Karlsruhe, Az.: 9 S 186/00

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 91

Was steht im MV dazu? Wenn da nix steht, musst du auch nicht fragen. Man soll "nicht schlafende Hunde wecken".

Kommentar von eggenberg1 ,

noch gibt es keinen neune mietvertrag die frage kam vorsorglich ! und ich bin da ganz  anderer meinung-- denn wenn der  vermieter  feststellt, dass sich tiere in seiner  vermieteten wohung befinden, die  er nicht erlaubt hat, dann steht man ganz schnell auf der  strasse ,wenn man die tiere nicht abgeben will ,

Kommentar von albatros ,

Ich sehe es halt so: Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Wenn also im MV nicht steht, dass die Haltung der Zustimmung bedarf, ist es gestattet.

Kommentar von imager761 ,

Diese rechtsirrge Meinung hast du exclusiv für dich: Die Haltung von Hunden oder Katzen, da dies keine Kleintiere sind, ist nicht erlaubt bzw. bedarf der vorherigen Zustimmung des Vermieters, selbst wenn es keine oder eine unwirksame Klausel zur Tierhaltung gäbe.

Das Fehlen einer Tierhaltungsklausel ist eben kein Freibrief für den Mieter, die Mietsache im Rahmen eines vertragsgemäßen Gebrauchs  mit anderen als Kleintieren nutzen zu dürfen, wie der BGH leitsätzlich entschied. Vlg. hrz. VIII ZR 340/06, VIII ZR 168/12.

G imager761

Kommentar von imager761 ,


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Antwort
von ghasib, 126

Die Katzen muß er angeben. Bei Kleintieren ist das was anderes aber Hund und Katze muß man angeben. Wenn es sich gleich um 3 handelt sowieso

Antwort
von wotan0000, 101

Der Vermieter muss zustimmen.

Antwort
von mychrissie, 96

Dein Sohn hat Recht! Auch was er als Begründung anführt, ist genau richtig. Allerdings muss er natürlich die Schäden bezahlen, die die Katzen evtl. anrichten. Und die bezahlt auch keine Haftpflichtversicherung, weil es Schäden sind, die über einen gewissen Zeitraum hin entstanden sind und nicht "auf einen Schlag" (wie z.B. ein Fensterglasbruch).

Kommentar von eggenberg1 ,

woher hast du  dein wissen -- kannst du mal einen link  dazu einstellen, wo das  gerichtlich  so gehandhabt  wurde?

Kommentar von mychrissie ,

Weil ich genau zwei solche Fälle mal hatte. Einmal als Mieter (da gings um Kratzspuren an einem Türrahmen) und einmal als Vermieter (da ging es um Fäkalschäden, die eine Mieterin verursacht hatte, weil sie ihr Kaninchen frei in der Wohnung hat rumhoppeln lassen und diese Viecher bekanntlich nicht stubenrein sind. Das hatte sich so reingefressen, dass der gesamte Teppichboden ausgetauscht werden musste). Jedesmal hat die Haftpfllichtversicherung abgelehnt, und zwar mit der Begründung, dass die Schäden über einen längeren Zeitraum entstanden sind.

Auf mündliche Nachfrage wurde mir erklärt, dass bei langfristig entstehenden Schäden, die Vergrößerung der Schäden hätte vermieden werden können, wenn man den Schaden sofort beim Entstehen gemeldet hätte.

Ein Link kann ich Dir nicht liefern, weil reale Menschen im realen Leben vieles erlebt, aber nicht alles ergoggelt haben. Das ist eben die Welt 1.0 – die gab's auch mal. :-)

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