Frage von Ashatny, 127

Muss in einer Kündigung ein Grund stehen?

Ich bin seit 5 Monaten aus der Probezeit, hatte einen Jahresvertrag und war 6 Monate im Betrieb. Wurde jetzt ohne Grund gekündigt. Meine Frage ist ob das so geht oder soll ich damit zum Anwalt?

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Antwort
von DerHans, 48

Wenn du einen Jahresvertrag hast und jetzt 5 Monate aus der Probezeit heraus bist, ist das Jahr ja praktisch um. Da braucht der Betrieb gar nicht kündigen.

Der Vertrag läuft dann einfach aus und wird nicht verlängert. Dafür muss man auch nichts begründen.

Kommentar von Ashatny ,

Der Vertrag wäre erst im August ausgelaufen. Ich hatte eine Probezeit von vier Wochen.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 67

Sind es "fast" sechs Monate oder länger als genau sechs Monate dass Du im Betrieb bist? Wenn es noch nicht sechs Monate sind, greift das Kündigungsschutzgesetz nicht. Da reicht schon ein fehlender Tag.

Grundsätzlich muss der AG keinen Kündigungsgrund angeben. Bei fristlosen Kündigungen muss er ihn auf Nachfrage des AN nennen. War die Kündigung fristlos oder fristgerecht?

Gibt es im Zeitvertrag überhaupt eine Kündigungsvereinbarung oder wird ein entsprechender Tarifvertrag angewandt? Sonst sind befristete Arbeitsverträge nicht ordentlich kündbar.

Wie viele AN hat denn der Betrieb? Sind es mehr als 10 ständige Vollzeitkräfte? Wenn nicht, handelt es sich um einen Kleinbetrieb und das Kündigungsschutzgesetz greift hier nicht (das greift in Kleinbetrieben nur in wenigen Ausnahmen)

Kommentar von Ashatny ,

Es fehlen noch zwei Wochen dann wären es 6 Monate also Mitte März. Es steht drinne trafiliche Kündigung im Vertrag. Wir sind mehr als 150 Mitarbeiter und weit mehr als 10 Vollzeitstellen.

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn ich das jetzt richtig verstehe, gibt es eine vereinbarte Kündigungsfrist und Du bist noch keine sechs Monate im Betrieb.

Das Kündigungsschutzgesetz greift leider bei Dir noch nicht. Ob Du noch in der Probezeit bist oder nicht, spielt hier keine Rolle. Der einzige Unterschied ist, Du kannst nicht zu jedem beliebigen Datum und auch nicht mit der verkürzten Frist gekündigt werden.

Ich vermute mal, Du wurdest zum 15. März gekündigt (Frist von vier Wochen).  Das Kündigungsschutzgesetz sagt im § 1 Abs. 1:

"Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses gegenüber einem AN, dessen Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder Unternehmen ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat ist rechtsunwirksam, wenn sie sozial ungerechtfertigt ist".

Umgekehrt bedeutet das, wie schon erwähnt, dass Du beim Arbeitsgericht keine Klage gegen die Kündigung erheben kannst, wenn die Kündigung ordentlich unter Einhaltung der tariflichen Kündigungsfrist erfolgt ist.

Sorry, ich kann Dir leider nichts anderes dazu sagen.

Kommentar von Ashatny ,

Ich wurde zum 29.02 gekündigt.

Kommentar von Hexle2 ,

So eine kurze Kündigungsfrist kann außerhalb der Probezeit nur durch den anwendbaren Tarifvertrag vereinbart sein. 

Du solltest Dich mal nach der geltenden Kündigungsfirst erkundigen. Das kannst Du im Tarifvertrag nachlesen. Der muss für AN im Betrieb einsichtbar sein. Auch bei der zuständigen Gewerkschaft kann man sich erkundigen.

Sollte es einen Betriebsrat geben, musst Du dort unbedingt auch mal nachfragen, wobei mich wundern würde, wenn man nicht schon mit Dir gesprochen hat.

Sollte die Kündigungsfrist nicht korrekt sein, kannst Du zwar nicht gegen die Kündigung aber gegen die Nichteinhaltung der Kündigungsfrist Klage beim Arbeitsgericht erheben. Das musst Du aber innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung tun.

Sollte die Kündigung wegen der falschen Kündigungsfrist nicht greifen und Du bis dort schon sechs Monate im Betrieb sein, würde dann auch gegen eine erneute, fristgerechte Kündigung eine Klage möglich sein, da dann das Kündigungsschutzgesetz greifen würde.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, geh sofort zu einem Anwalt für Arbeitsrecht und lass Dich beraten.

Kommentar von Ashatny ,

Im Gespräch wurde nix erwähnt. Einen Betriebsrat oder ähnliches haben wir leider nicht. Ich werde Montag mal bei der Gewerkschaft anrufen denn im Betrieb bekommen wir kaum Einsicht. Da läuft so einiges nicht ganz richtig meiner Meinung nach. Danke

Kommentar von Hexle2 ,

Ich werde Montag mal bei der Gewerkschaft anrufen 

Das ist eine gute Idee. Ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentar von Ashatny ,

Vielen Dank

Antwort
von Interesierter, 75

Wie darf ich deine Frage verstehen?

Wenn du 6 Monate Probezeit hattest und diese vor 5 Monaten endete, besteht der 1-Jahres-Vertrag nun seit 11 Monaten. Demnach wärst du jetzt zum Ende des 12. Monats, zu dem das Arbeitsverhältnis eh auslaufen würde, gekündigt?

Habe ich das so richtig verstanden? Wenn ja, macht die Kündigung eigentlich keinen Sinn, da das Arbeitsverhältnis eh durch Ablauf beendet worden wäre. 

In diesem Fall brächte es auch nichts, gegen die Kündigung vorzugehen. 

Der Grund muss nicht angegeben werden. Er muss nur objektiv vorhanden sein. Geklärt wird das dann vor Gericht. 

Wenn das Arbeitsverhältnis eigentlich noch 6 Monate laufen sollte, würde ich mir ernsthaft Gedanken über eine Klage machen. Das solltest du aber schnell tun, da die 3-Wochen-Frist für die Klage läuft. 

Kommentar von Ashatny ,

Ich habe 6 Monate dort gearbeitet und hatte eine Probezeit von vier Wochen, so steht es im Vertrag.

Kommentar von Interesierter ,

Waren die 6 Monate bei Zugang des Kündigungsschreibens bereits voll oder noch nicht. 

Dies ist entscheidend, da der Kündigungsschutz per Gesetz erst nach mindestens 6 Monaten Beschäftigungszeit greift. 

Waren die 6 Monate voll, würde ich zu einer Klage raten. Waren sie nicht voll, bringt die Klage nichts.

Kommentar von Ashatny ,

Ne waren nicht voll. Die Kündigung ist zum 29.02 und die sechs Monate sind erst im März voll.

Kommentar von Interesierter ,

Schade! 

Was sagt denn dein Arbeitsvertrag? Steht dort etwas zu einer ordentlichen Kündigung drin?

Ein befristetes Arbeitsverhältnis ohne vertragliche Kündigungsmöglichkeit ist ein Zeitvertrag, der komplett erfüllt werden müsste. In diesem Fall wäre eine Kündigung gar nicht möglich. 

Kommentar von Ashatny ,

Da steht nur das während der Vertragsdauer beiderseits mit der tarifvertraglichen Frist gekündigt werden darf.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 16

Bei einer ordentlichen ,fristgerechten Kündigung muss kein Grund angegeben werden.

Handelt es sich indes um eine fristlose Kündigun, muss der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers umgehend den Kündigungsgrund schriftlich mitteilen.

Antwort
von Odenwald69, 61

du hattest nur ein Jahresvertrag dieser wurde fristgerecht gekündigt.

Kommentar von Ashatny ,

Der Vertrag wäre erst in 6Monaten abgelaufen und Probezeit war nur ein Monat. 

Kommentar von Odenwald69 ,

?? probezeit ist in der regel 1/2 jahr .. bei kleinen firmen lohnt sich das nicht , war auch schon bei einem anwalt, der muss nur "betriebsbedingt sagen aufgrund der schlechten Auftragslage" und schon hast du verloren...  da gibt es keinen hebel wegen kündigungsschutzklage da kleinfirmen speziellen schutz haben

Kommentar von Ashatny ,

Es war ein Großbetrieb und im Arbeitsvertrag steht vier Wochen Probezeit.

Kommentar von Odenwald69 ,

selbst bei einem Arbeitsvertrag von 1 Jahr gibt es mit sicherheit eine Kündigungsfrist. Ansonsten gehe zum Betriebsrat

Antwort
von DerSchopenhauer, 43

Die Kündigungsgründe müssen im Kündigungsschreiben grundsätzlich nicht genannt werden:

Hier Infos:

http://kuendigungsanwalt.de/kuendigungsgruende.html

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