Frage von 43olli, 41

Muss ich Zuzahlung für ein Medikament leisten, das es laut GKV-Liste auch in einer zuzahlungsbefreiten Variante gibt?

Ich ärgere mich oft, wenn ich für Medikamente je 5 EUR Zuzahlung leisten muss, obwohl es den gleichen Wirkstoff von einem anderen Hersteller zuzahlungsbefreit gibt. Die Apotheke muss jedoch das Medikament abgeben, für das die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Kann man dies ändern und wie? Wenn der Arzt "aut idem" auf dem Rezept ankreuzt und ein zuzahlungsbefreites Medikament verordnet, muss er dann einen Regress der Krankenkasse befürchte?. Ihre rabattierte Variante wird für sie wohl billiger sein als die Kosten für das zuzahlungsbefreite Medikament (mindestens 30 % unter Festbetrag).

Antwort
von Negreira, 22

Wie Du schon sagst, gibt es sog. Generika, also Mittel, die den gleichen Inhaltsstoff wie ein "normales" Mittel haben, aber nicht das meistverschriebene oder  "übliche" sind. Z. B. Zovirax, das ist ein Mittel gegen Herpes, 5 g Tube, kostete vor 10 Jahren noch knapp 50 Euro, kostet heute knapp 10 Euro, gleichen Inhaltsstoff (Aciclovir) findest Du bei ACIS, ACICLOVIR ratiopharm, für etwa € 5-6.

Dann, wenn der Arzt "aut idem" angekreuzt hat, will er sicherstellen, daß Du auch dieses bestimmte von einem bestimmten Hersteller bekommst, die Krankenkasse übernimmt die Kosten, nur den Selbstbehalt zahlst Du selbst.

Ansonsten hat jede Apotheke m. W. ihren eigenen Rabattvertrag. Der Arzt schreibt ein Medi oder einen Wirkstoff auf, man wird Dich ggf. fragen, ob es statt von Ratiopharm auch von Bayer, AlPharma oder Max Meyer sein darf, dann zahlst Du nichts dazu. Bekommst Du ein grünes Rezept mußt Du sowieso den Gesamtbetrag übernehmen (Privatrezept), weil es sich um ein Mitttel hzendelt, das zwar verschreibungspflichtig aber nicht kostenübernahmegebunden ist.

Manche Patienten vertragen nicht alle Generika. Um bei den Beispiel zu bleiben: Ich persönlich finde, daß Zovirax viel wirksamer ist als die Salben der anderen Firmen, obwohl die Inhaltsstoffe gleich deklariert sind. Das muß an der Salbengrundlage liegen, die nicht extra aufgeschlüsselt wird. Manche Leute nehmen auch schon seit Jahren immer die gleichen Mittel derselben Firma, und die wollen dann auch nicht wechseln, das ist so eine Art Placebo-Effekt.

Ist damit alles beantwortet, was Du wissen wolltest oder habe ich etweas übersehen?

Kommentar von SweetSecret86 ,

Bis auf die Aussage, dass ein "Grünes Rezept" ein Privatrezept sei, ist alles korrekt und perfekt beschrieben.

Die Arztempfehlung, wie das "Grüne Rezept" korrekt heißt, ist lediglich eine Empfehlung für OTC-Arzneimittel. Auf einer Arztempfehlung wirst du nie Medikamente finden, die verschreibungspflichtig sind, auf einem Privatrezept kann zur Not auch ein Tablettenteiler drauf stehen und vieles andere.

Wichtig ist auch zu wissen, eine Arztempfehlung hat keinen begrenzte Gültigkeit. Ein Privatrezept verliert nach drei Monaten die Gültigkeit.

Kommentar von Negreira ,

Du hast völlig Recht, die Farben haben sich ja geändert. Ich bin da nicht mehr so ganz auf dem Laufenden. Richtig müßte es apothekenpflichtige NICHT  VERSCHREIBUNGSPFLICHTIGE Mittel heißen. Mein Fehler!

Antwort
von Carlystern, 20

Um ein Medikament auf aut idem zu verordnen bedarf es zwingende Gründe. Zuzahlungsfrei zählt keines Wegs dazu und auch nicht derWunsch des Patienten. Das geht nur bei nachgewiesenen Unverträglichkeiten und/oder Allergien gegen bestimmte Zusatzstoffe z.B.

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