Frage von JennaSeabridge, 84

Muss ich zum Psychologen weil ich psychopathische Züge zeige?

Hallo, so richtig eine gewissenlose Psychopathin bin ich jetzt nicht, aber ich erkläre erst mal alles.

Also, erst mal zu meiner Kindheit:

Ich war schon im Kindesalter anders, ich habe es zwar nie selbst gemerkt, aber die Leute um mich herum haben es bemerkt. Es war bei mir also seit der Geburt so, meine Mutter stammt übrigens aus Prypiat und ich wurde in Kiev geboren. In der Grundschule wurde es hart. Ich wurde schlecht bewertet und kam deshalb auf eine Förderschule in die normalerweise die Kinder schwer erziehbar sind, ich wusste nicht warum alle so gemein waren. Die Grundschullehrerin, die ich meine ersten drei Schuljahre hatte, hat mich gemobbt. Sie hat Kinder eindeutig gehasst, sie wurde sogar öfter körperlich. Als ich älter war, erzählte mir meine Mutter, dass ihr Ehemann Arzt ist, sie selbst keine Kinder hat und keine Kinder will, und dass sie eindeutig nur wegen dem Geld unterrichtet. Sie ist auch Schuld warum ich eine lange Zeit Angst vor Lehrern hatte. Die Schüler waren einfach alle gemein zu mir, haben mich die ganze Zeit geschlagen usw. Ich musste sogar immer bei der Lehrerin die ich ab der 4. Klasse hatte mitgehen, weil ich mit den anderen Mitschülern nie allein gelassen werden konnte, weil sie sonst anfangen, mich zu schlagen und zu beleidigen, es gab zwar Phasen in denen mal einer nett zu mir war, aber sobald der Gruppenzwang kam, hat er mich auch wieder beleidigt und geärgert. Als ich aus dieser Schule in eine normale Förderschule mit kleinen Klassen wechselte, wurde ich in den ersten zwei Jahren zwar auch gemobbt, aber ich habe mich im Internet und in der Bibliothek informiert, es allen erzählt und nach den beiden Jahren war alles wieder in Ordnung. Es gab zwar immer wieder irgend eine Tusse die was gegen mich hatte, aber ich habe das immer ignoriert. Jetzt habe ich meinen Abschluss geschafft.

Übrigens, ist auch meine Oma, die ich sehr lieb hatte, gestorben als ich 8 war.

Nun zu den Symptomen die ich zeige:

Ich beschäftige mich nur ungern mit anderen Leuten, ich liebe es also, allein zu sein. Ich habe zwar nichts dagegen auf der Klassenfahrt mit jemandem anders im Zimmer zu schlafen, aber ich beschäftige mich lieber allein.

Wenn mir ein Familienmitglied erzählt, einer aus seinem Freundskreis sei gestorben, zum Beispiel, bin ich da abgestumpft. Auch wenn mir eine Freundin erzählt, ihre Oma sei gestorben, bin ich da auch desensibilisiert. Ich weiß zwar, dass es schlimm ist, wenn man jemanden verliert, aber ich interessiere mich nicht dafür.

An unserer Schule wollte jemand sich tatsächlich das Leben nehmen, als ich davon gehört habe, war ich nicht sehr überrascht, ich habe eher darüber nachgedacht, was dieser Schüler gehabt haben könnte und wie man mit ihm umgeht wenn er zurück kommt, es war nur ein Suizidversuch, aber ansonsten war ich nicht sehr traurig oder geschockt.

Sorry, zum Weiterschreiben reicht die Zeichenlänge nicht aus, obwohl es noch viel zu schreiben gibt.

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Antwort
von Rikkin, 38

Hi jenna, 

also was du schreibst wirkt nicht wirklich als wärst du Psychopath, nicht mal wirklich soziopath, evtl schon leicht dissozial, aber nicht abnormal. Für das was du durchmachen musstest würde ich sogar so weit gehen zu sagen das du eher sehr gefestigt scheinst. ... noch ... denn nach so einer Kindheit und jugendzeit denke ich kommt man nicht so leicht darüber hinweg.

um ehrlich zu sein trifft mich der tot anderer genau so wenig wie dich, auch Suizid versuche anderer gehen mir EIGENTLICH sonst wo vorbei. Um den Schein zu wahren tu ich aber trotzdem gern so als wäre es etwas schreckliches (für mich). 

Das ergibt sich nunmal bei manchen so nach einer anstrengenden kindheits/Jugend Phase. 

Kommentar von Robert7194 ,

sehe ich und bin genauso, das einzige was ich verspüre ist Mitleid

ich glaube dein "alleine beschäftigen" ist eine Art Barriere, du schützt dich damit selbst, vor Enttäuschung oder sowas, und dass du dich eben nicht mit anderen identifizierst aufgrund der dir geschehenen Dinge

Kommentar von Rikkin ,

Genau das denke ich auch. Es ist halt einmal schwer jemanden zu finden der ähnlich denkt und fühlt wenn man nicht der breiten Masse entspricht.

Kommentar von Rikkin ,

Achja was ich noch sagen wollte. Auf deine Frage ob du deswegen zum Psychologen musst. Nein musst du nicht, jedoch wäre es ratsam damit sich nicht alles in dir aufstaut. 

Ich habe auch lange in mich hinein gefressen und wenn ich es mal raus lasse kommt es im Schwall, was auch nicht gut ist.

Antwort
von darkjedi1109, 39

Allein die Art deiner Frage schließt Psychopathologie quasi aus (nur meine Meinung und keine professionelle Diagnose).

Eventuell ist Empathie bei dir nicht so ausgeprägt oder affektiert wie bei anderen, aber ein Psychopath wird z.b. nicht selbstkritisch nachfragen wie er wirkt oder wie er einen Schüler behandelt der suizidal war.

Antwort
von hoth560, 27

Hallo Jenna, ich habe dein Text gelesen und mir tut es wirklich leid, was du erlebt hast in deinen Grundschulzeiten. Das ist leider so in Grundschulen und Gesamtschulen, die Jungs/Mädchen werden gemobbt. Warum es Kinder gibt, die gemobbt werden oder warum es Kinder gibt, die mobben, da gibt es viele Gründe: 

-ein Kind/Jugendliche/r trägt zerfetzte Klamotten oder keine "stylische oder modische" Klamotten. -Das Kind/Jugendliche/r hat eine geistliche oder körperliche Behinderung.- das Opfer ist meistens immer schüchtern und zurückhaltend. Manchmal werden die Opfer sogar wegen der Körpergröße gemobbt. Mein Ethik Lehrer hatte mir mal gesagt, dass es Mobbingopfer gäbe, die im späteren Leben zum Amokläufer werden, weil dieser ganze Druck den Gehirn des Opfers schadet. 

Ehrlichgesagt wurde ich früher auch gemobbt und von Lehrern schikaniert. Bis heute verfluche ich jeden Einzelnen von der Grundschule bis zu der Gesamtschule.

Antwort
von zyxco, 10

Sieht eher aus, wie eine leichte Auprägung des Aspergersyndroms. Psychopathen beschäftigen sich sehr gerne mit anderen Leuten und manipulieren diese und sind außerdem sehr selbstbewusst.

Antwort
von kgunther, 15

Ich bin kein Experte. Aber was Du berichtest, ist m.E. keineswegs psychopathisch. Wesentlich dabei ist, daß Du ja keineswegs einem anderen Schaden zufügst.

Du denkst viel und gründlich über Dich selbst nach. Deine seelische Energie und Aufmerksamkeit ist eher nach innen gerichtet. Das ist eine wertvolle Eigenschaft, von der man anderen Memnschen oft sehr viel mehr wünschen würde.

Eine andere Frage ist, ob Du glücklich bist, und, wie Du glücklich und zufrieden werden kannst. Dabei hilft Dir der Kontakt zu anderen Menschen, helfen Gespräche mit Freunden. Ich verstehe, daß Dein Charakter es mit sich bringt, daß Du eher isoliert bsit und eben von Dir aus wenig Kontakt zu anderen Menschen hast. Das bedeutet, daß Du diesen Kontakt aktiv von Dir aus suchen müßtest. Du könntest Dich Gruppen anschließen, ein Steckenpferd mit anderen ausüben, Gespräche mit anderen suchen.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, sich an jemanden zu wenden, der Lebenserfahrung hat und der mit Dir zielgerichtet spricht. Sowas nennt man heutzutage "Coaching", und es kostet Geld, die Kasse bezahlt das nicht.   Du mußt etwa mit € 50 pro Stunde rechnen.

Eine Stufe intensiver sind Therapiegespräche, die von der Kasse bezahlt werden, wenn ein Arzt sie verordnet. Der wird das aber nur dann tun, wenn er einen "Krankheitswert" sieht. Solche Therapiegespräche sind auch nicht wesentlich anderes als "Gespräche unter Freunden" oder "Coaching", und sie tun einem jeden gut, auch wenn er garantiert kein Psychopath ist.

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