Frage von Creadle, 54

Muss ich Urlaub nehmen, wenn es der Arbeitgeber sagt?

Hallo, war bedingt durch Unfall das Jahr 2014 und bis zum heutigen Tag krankgeschrieben. Daher habe ich in moment 58 Tage Urlaub. Diese wollte ich ab Weihnachten nehmen. Da Januar, Februar und in März wenig Arbeit vorhanden ist. Nun kommt der Arbeitgeber um die Ecke, das ich jetzt schon in Urlaub soll. Dieser aber bringt mir nichts, habe noch zahlreiche Arzttermine. Ich wollte gerne in den Urlaub zu meiner Familie fahren, wenn ich jetzt gehen muss, geht dies aber anfangs nicht (Familie wohnt ca 500 km von mir entfernt)

Frage daher, muss ich den Urlaub machen, wenn es gesagt wird?

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Antwort
von zeynep1992, 54

Also du musst die Urlaubstage noch bis 2015 also bis ende Dezember, die Rest Urlaubstage gelten nicht mehr für das jahr 2016 also bei mir zumindest ist das so

Kommentar von Familiengerd ,

58 Urlaubstage sind wohl kaum noch bis zum 31.12. zu nehmen, sie verfallen also nicht!

Antwort
von Creadle, 27

Naja, Dankbarkeit? Nein, sorry. Eben dieser jener ist ja an der Lage schuld (Unfall) . War ja net so, das er einen mit Kuss Hand wieder aufnimmt. Im Gegenteil, Abschiebung in andere Filiale wäre ihm lieber gewesen.

Laut Personalleitung muss ich Urlaub von 14 bis zum 31.3.16 nehmen
Der von 15 bis Ende Juni 16.

Ich versuche einfach mal höhere stellt zu reden.

Antwort
von Familiengerd, 35

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 1 Deine Urlaubswünsche berücksichtigen, wenn nicht dringende betriebliche Gründe oder Wünsche sozial bevorrechtigter Arbeitnehmer dem entgegen stehen.

Allerdings musst Du Deine zahlreichen (und Dir selbstverständlich berechtigterweise noch zustehenden) Urlaubstage so weit als möglich noch in diesem Jahr nehmen (Dein Urlaub reicht dann wegen der vielen Tage ohnehin noch ins nächste Jahr hinein), denn die im Anspruchsjahr nicht genommenen Urlaubstage dürfen nur im Ausnahmefall (und dann in der Regel nur bis zum 31.03.) ins Folgejahr übertragen werden (§ 7 Abs. 3), wenn es nicht vertraglich abweichende Regelungen gibt, die einen längeren Übertragungszeitraum bestimmen.

Kommentar von SarahKittyCat ,

genauso!

Antwort
von vomfeinsten111, 39

Der Arbeitgeber bestimmt, wann er betriebsbedingt Urlaub gewähren kann und wann nicht.

Sei froh, dass er ihn überhaupt gewährt und nicht auszahlt.

Schließlich zahlt er Dir den teuren Urlaub ohne dass Du dafür eine Leistung für ihn erbracht hast und obwohl er Lohnfortzahlung leisten musste.

Ein wenig Dankbarkeit und Verständnis Deinerseits wäre sicher angesagt.


Kommentar von Familiengerd ,

Sei froh, dass er ihn überhaupt gewährt und nicht auszahlt.

Auszahlen darf der Arbeitgeber Urlaub nur, wenn er wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden konnte!

und obwohl er Lohnfortzahlung leisten musste

Wenn der Arbeitgeber nicht mehr als 30 Arbeitnehmer hat, dann musste er für die Lohnfortzahlung finanziell kaum etwas leisten, weil er dann das Geld wegen des gesetzlich verpflichtenden Umlageverfahrens  zum großen oder größten Teil von der Krankenkasse erstattet bekommt!

Abgesehen davon, dass Deine Antwort sachlich falsch ist, kann man ihren sonstigen unsäglichen "Rest" getrost auch als "Unverschämtheit" bezeichnen!

Kommentar von pn551 ,

Sie oder er hat aber recht.  Die Fragerin hätte nach eineinhalb Jahren Krankheit auch den Job verlieren können.

Kommentar von Familiengerd ,

Sie oder er hat aber recht.

Womit denn? Dem Arbeitgeber aus lauter Dankbarkeit einen Altar bauen?!?

Die Fragerin hätte nach eineinhalb Jahren Krankheit auch den Job verlieren können.

Bei einem Betrieb mit mehr als 10 Arbeitnehmern (grob gesagt) und der Geltung des Kündigungsschutzgesetzes muss der Arbeitgeber sich schon etwas einfallen lassen, um wegen Krankheit kündigen zu können!

Alleine wegen der eigentlichen Selbstverständlichkeit, dass man nicht schon wegen einer (auch längeren oder langen) Erkrankung unbedingt seinen Arbeitsplatz verlieren sollte, muss man nicht gleich in devoter Dankbarkeit für den Arbeitgeber zerfließen!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Ich will damit nicht sagen, dass man nicht fair, anständig und mit gegenseitigem Respekt miteinander umgehen soll; ich will damit auch nicht sagen, dass der Blick auf die eigenen Rechte alles andere überdecken darf.

Ich wende mich nur gegen die Formulierung in der Antwort von "vomfeinsten111", als würde der Arbeitgeber in seiner unendlichen Güte und Großzügigkeit Wohltaten austeilen, die der Arbeitnehmer in unendlicher Dankbarkeit und Demut empfängt (polemisch überspitzt formuliert)

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