Frage von Cori76, 31

Muss ich Unterhalt zahlen für meinen Noch-Ehemann (arbeitslos) wenn unser Kind bei mir bleibt und ich berufstätig bin?

hallo, hier mein Problem:
ich bin berufstätig, verdiene ca. 2036 Euro netto (Steuerklasse 3, in Steuerklasse 4 wären es 1786 Euro) und im Nebenjob ca. 300 Euro. ich bin in Privatinsolvenz. und zahle jeden Monat ca. 300 Euro davon ab. Mein Noch-Ehemann wird demnächst ausziehen, hat jetzt Hartz IV beantragt.  Unser gemeinsamer Sohn (4 Jahre) wird bei mir bleiben.

Meine Frage ist muß ich Unterhalt an meinen Mann zahlen solange er Hartz IV hat, wenn ja in welcher Höhe? Ich weiß das mein Eigenbehalt 1200 Euro ist. Was kommt für mein Kind dazu? (meine Fixkosten sind ja schon 1200 Euro... Miete, Spritkosten, Versicherungen, Kita, Strom..) Da ich Spritkosten in Höhe von ca. 250 Euro im Monat habe, die allein für den Arbeitsweg sind... werden die bei der Berechnung mit einbezogen? (Umzug näher an die Arbeit ist leider nicht... da die Mieten dort noch teurer wären als hier und das Verhältnis Miete-Fahrtkosten 0 auf 0 ausgehen würde...alles schon berechnet, zudem möchte ich mein Kind nicht schon wieder aus dem gewohnten Kindergarten nehmen)

Welche Ausgaben von mir werden bei der Unterhaltsberechnung mit einbezogen?

Habe vor dann auch Unterhaltsvorschuß beim Jugendamt zu beantragen. Einen Anwalt kann ich mir leider nicht leisten.

Vielen DANK für eure Antworten!!!!!

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von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 17

Solange ihr noch verheiratet seid bist du auch unterhaltspflichtig,selbst wenn ihr in Scheidung leben würdet gibt es das Trennungsjahr und zumindest in diesem wärt ihr noch zum gegenseitigen Unterhalt verpflichtet !

Das Jobcenter wird dich dann auf jeden Fall anschreiben,dann bist du verpflichtet Auskunft und Nachweis über Einnahmen und Ausgaben zu geben,dann wird entschieden ob du leistungsfähig bist oder nicht,bist du damit dann nicht einverstanden,dann kannst du erst mal einen schriftlichen Widerspruch einlegen.

Dann hast du die Möglichkeit vor dem Sozialgericht zu klagen bzw.erst mal einen Anwalt einzuschalten,solltest du dir keinen leisten können,dafür kannst du dir beim Gericht einen Beratungsschein holen,solltes du mit deinem Einkommen Anspruch darauf haben.

Unterhaltsvorschuss kannst du natürlich beim Jugendamt beantragen,diesen würdest du max. 72 Monate bekommen bzw.bis das Kind das 12 Lebensjahr erreicht hat.

Das würden derzeit dann von 0 - 5 Jahren 145 € und von 6 - 11 Jahren dann 194 € sein,ab 12 würde es dann nichts mehr geben.

Dein Selbstbehalt beim Trennungsunterhalt würde sich dann auf 1200 € Netto belaufen und dazu könntest du dann sicher noch mal den Unterhalt nehmen,den du bei deinem Einkommen an Kindesunterhalt zahlen müsstest,also einfach mal in die Düsseldorfer Tabelle schauen.

Höhere Wohnkosten und Aufwendungen wegen der Beschäftigung müssen dann natürlich auch berücksichtigt werden und von dir nachgewiesen werden.

Antwort
von rasperling1, 12

Wenn man von Deinen Gesamt-Einnahmen von 2.340,- Euro die Insolvenzraten und die Fahrtkosten abzieht, dann bleibt ein Resteinkommen von ca. 1,2800,- Euro. Da Dein Selbstbehalt bei 1.200,- Euro liegt,könntest Du dann noch 600,- Euro Ehegattenunterhalt zahlen. Falls Du besonders hohe Mietkosten hast, kann der Selbstbehalt eventuell erhöht werden. Die Kita-Kosten kannst Du auch noch abziehen. Dadurch wird sich der Unterhaltsbetrag, den Du Deinem Mann zahlen musst, entsprechend verringern.

Antwort
von kreuzkampus, 12

Unterhaltspflichtig bist Du; ob Du unterhaltsfähig bist, wird ausgerechnet. Du wirst also vom Jobcenter die Aufforderung zum Nachweis Deiner Einnahmen und Ausgaben bekommen, und die werden Dir mitteilen, ob Du unterhaltsfähig bist. Hier kann niemand eine seriöse Voraussage dazu abgeben.

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