Frage von mellicarrie, 43

Muss ich Umsatzsteuer auf Umsatzsteuer zahlen?

Aufgrund einer Fehlinformation meiner Steuerberaterin musste ich aus dem Jahr 2013 fast 8000€ Umsatzsteuer nachzahlen. Einen Teil davon konnte ich zum Glück meinen Firmenkunden in Rechnung stellen - bei meinen Privatkunden war das nicht mehr möglich.

Nun sagt mir meine Steuerberaterin, dass ich die Zahlungseingänge dieser Firmen als Bruttoumsatz ansehen muss, auf den es Umsatzsteuer abzuführen gilt. Ich zahle also Umsatzsteuer auf die Umsatzsteuer????

Danke für jede Antwort (und JA, ich werde zeitnah den Steuerberater wechseln ;-)

Antwort
von wurzlsepp668, 33

sicher, dass der Fehler an der Steuerberaterin lag?

8.000 € Umsatzsteuer würde heißen, die Feststellung, dass es sich nicht mehr um einen Kleinunternehmer nach § 19 UStG handelt, wurde erst Ende 2013 bemerkt?

wann wurden die Zahlen für 2012 vorgelegt?

ansonsten: ja, die Einnahmen aus der Umsatzsteuer sind Bruttoumsatz, da bei Zahlungseingang des Rechnungsbetrages dieser auf Umsatzerlöse brutto gebucht wurde. Die Nachzahlung der Mehrwertsteuer ist eine Erhöhung des Entgelts, somit wieder Bruttoumsatz.

und Du zahlst nicht auf die Umsatzsteuer auf die Umsatzsteuer, das ist Quatsch.

Beispiel:

ursprüngliche Rechnung 100 €

dies wurde in 2013 verbucht als Umsatz netto 84,03 € und USt 15,97 €

Nachberechnung an den Geschäftskunden: 19 €, Zahlungseingang in 2014

Verbuchung: Umsatz netto 15,96 und Umsatzsteuer 3,04 €

Verprobung:

Rechnungsbetrag 100 € + 19 € UST = 119 €

Nettoumsatz 84,03 € + 15,96 € = 99,99 €

Umsatzsteuer 15,97 € + 3,04 € = 19,01 €

passt also.

Antwort
von Akecheta, 38

Wenn du die Fehlberatung nachweisen kannst und dir dadurch ein Schaden entstanden ist, dann ist der Steuerberater/-in dafür zwangsversichert. Nennt sich Vermögensschadenhaftpflichtversicherung und dafür ist die da, weil niemand gegen Fehler "geweiht" wurde.

Allerdings haben manche Freiberufler Probleme damit, Fehler auch einzugestehen und diesen Weg zu beschreiten.

Andererseits werden auch gerne Leute als Freiberufler betitelt, obwohl sie dazu gar nicht befugt sind mangels Ausbildungen, abgelegter Prüfungen sowie Zulassungen und jene haben auch keine Pflicht sich zu versichern, da sie die Tätigkeit eh nicht ausführen dürften.


Kommentar von wurzlsepp668 ,

Schaden wäre hier max. die Zinsen aus der Nachzahlung sowie die Umsatzsteuer an die Privatkunden.

Kommentar von Akecheta ,

Klar, schreibt der Fragesteller ja selber, dass er bei Firmenkunden es noch "biegen" konnte. Daher gehe ich mal davon aus, darum geht es ihm ;)

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