Frage von tina1982, 132

Muss ich Schuldanerkennung bei Eos unterschreiben?

Eos inkasso schickt mir eine Bestätigung zur ratenzahlung und zusätzlich eine sogenannte schuldanerkennung.Muss ich unterschreiben?Was passiert wenn ich nicht unterschreibe?

Dazu : Gestern Abend erhielt ich eine seltsame E-Mail das ich nicht auf vorangegangene Briefe reagiert habe. Und das ich ein sepa Formular ausfüllen soll (im pdf Anhang). Es war in der ganzen nail nicht ersichtlich worum es geht und wie hoch der Betrag ist. Heute morgen habe ich da angerufen. Die freundliche Dame teilte mir mit das da noch eine offene Forderung von der Firma Rewe sei. Der Betrag konnte vor über 1 jahr nicht abgebucht werden da das Konto nicht gedeckt gewesen sei. Schön und gut kann ich nachvollziehen da es eine schwierige Zeit war aber eigentlich hätte das geld trotzdem wie schonmal vorgekommen ein paar Tage später wieder abgebucht werden können da wieder Geld auf dem Konto war. Aber es ist nicht passiert und mir ist es nicht mehr aufgefallen. Mir hat auch niemand eine Mahnung oder so geschrieben.

Ich fragte nach ob ich die knapp €90 in raten zahlen könnte und sie meinte eigentlich komplett aber es ginge in 2 Raten. Zudem würde sie mir diese Schuldanerkennung zum unterschreiben zusenden. Ich habe einiges darüber gelesen und bin total verunsichert. Was passiert wenn ich unterschreibe und was wenn ich es nicht mache?

Danke schon mal für Eure Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Xipolis, 96

Auf keinen Fall irgendetwas unterschreiben!! Wenn Du das machst, erkennst Du alles an und es kommt noch eine saftige Einigungsgebühr oben darauf.

Nicht mehr beim Inkassounternehmen anrufen, denn die wollen nur eins von Dir: Geld und zwar so viel wie möglich.

Nur schriftlich oder per E-Mail kommunizieren, alleine schon aus Nachweisgründen.

Wenn Du der Meinung bist, die Story mit REWE könnte stimmen, dann schreibe das Inkassounternehmen an und verlange eine Forderungsaufstellung im Detail sowie eine Vollmachtsurkunde im Original nach § 174 BGB.

Was passiert wenn ich unterschreibe und was wenn ich es nicht mache?

Wenn Du unterschreibst, erkennst Du die Forderung in vollem Umfang an und das Inkassounternehmen wird von Dir die Zahlung wie vereinbart verlangen. Zu der Forderung wird dann auch eine weitere Einigungsgebühr über 67,50 € kommen (1,5 Gebühr gem. 1000 VV RVG). Außerdem könnten sich je nach Vereinbarungskonstellation noch weitere Kosten für Dich ergeben.

Wenn Du nicht unterschreibst, dann muß das Inkassounternehmen erstmal alle Forderungen nachweisen und vorallem nachweisen, dass die Hauptforderung von Dir verursacht worden ist. Selbst, wenn die Hauptforderung zu recht besteht, hast Du eine sehr gute Chance günstig aus der Sache herauszukommen.

Kommentar von tina1982 ,

Hallo!

Danke für die Antworten. 

Habe heute Post von EOS bekommen leider kriege ich keine Bilder hier rein.

So wie es sich mir darstellt kommt das hin das die Forderung gerechtfertigt ist. 

Anbei schicken sie mir eine Forderungsaufstellung.

Hauptforderung €47,01

Inkassovergütung inkl angefallener ermittlungskosten €40,50

Zusätzlich die Forderungsabtretung von Rewe und eine Vollmachtsbestätigung.

Wie gehe ich denn jetzt weiter vor? 

Einfach eine Teilzahlung vornehmen?

Kontakt mit eos aufnehmen oder auf weitere Post warten? 

Leider kann ich keine €89 auf einmal zahlen.

Gruß und danke nochmal

Kommentar von Xipolis ,

Habe heute Post von EOS bekommen leider kriege ich keine Bilder hier rein.

Soweit ich weis, kannst Du Bilder nur reinstellen, wenn Du die Antwortfunktion nutzt. Hier im Kommentar-Bereich geht es nicht.

So wie es sich mir darstellt kommt das hin das die Forderung gerechtfertigt ist.

OK.

Kommentar von Xipolis ,

FORSETZUNG

In dem Fall solltest Du schnellstmöglich die Hauptforderung, die Verzugszinsen und die berechtigten Kosten zahlen.

Anbei schicken sie mir eine Forderungsaufstellung.

Hauptforderung €47,01

Inkassovergütung inkl angefallener ermittlungskosten €40,50

Die Hauptforderung ist dann eindeutig.

Die zweite Zeile ist so nicht eindeutig. Du hast einen Anspruch darauf, genau zu wissen, wie sich die Kosten zusammensetzen. Also wie die Inkassovergütung berechnet wird und wie hoch die Ermittlungskosten sind.

Letztere müssten auch nachgewiesen werden durch Belegvorlage, wobei Du die Kosten auch bei Deiner Bank erfragen kannst.

Zusätzlich die Forderungsabtretung von Rewe und eine Vollmachtsbestätigung.

Ist das wirklich eine Abtretungsurkunden nach § 410 BGB?

Bei einer Abtretung ist das Inkassounternehmen Dein neuer Gläubiger und bei Angelegenheiten in eigener Sache sind Inkassovergütungen nicht zulässig.

Kam die Urkunde im Original oder als beglaubigte Abschrift? Oder nu einfache Kopie?

Die Vollmachts- als auch die Abtretungsurkunde sollten zum einen die REWE vollständig benannt sein, außerdem das EOS und Du als Schuldnerin. Der Betrag muss drin stehen und der Rechtsgrund Deiner Schuld. Diese Urkunden müssen eindeutig bestimmt sein.

Außerdem müssen sie Datum und Unterschrift enthalten.

Wenn formal alles korrekt ist, stellt sich die Frage wer unterschrieben hat. Damit kann man nachprüfen, ob die Person zur Unterschrift berechtigt war.

Wie gehe ich denn jetzt weiter vor?

Prüfe zunächst die vorgenannten Dinge. Wenn Du kannst, dann überweise bereits die Hauptforderung. 

Einfach eine Teilzahlung vornehmen?

Wenn Du kannst, dann zweckgebunden mit der Angabe "Aktenzeichen + nur Hauptforderung" in Höhe von 47,01 €.

Kontakt mit eos aufnehmen oder auf weitere Post warten? 

Wenn Du nichts machst, wird vermutlich in Kürze eine erneute Mahnung kommen.

Um zu antworten müsstest Du Dir die vorgenannten Punkte nochmal anschauen, denn Zeit kannst Du nur über Mängel in der Abtretungs- oder Vollmachtsurkunde gewinnen. Wieviel Du tatsächlich zahlen musst, Bedarf der der Forderungsaufstellung im Detail, denn so wie oben von Dir geschrieben, reicht das nicht.

Leider kann ich keine €89 auf einmal zahlen.

Dann sieh zu, dass Du wenigstens die 47,01 € für die Hauptforderung zusammenkratzt und überweise diese.

Kommentar von Xipolis ,

Es werden dann voraussichtlich und circa noch über 0,50 € Verzugszinsen, die Kosten für die Rücklastschrift von 3,00 €, die Kosten der Adressermittlung von 10,00 € und die Kosten der Mahnung von knapp 1,00 € dazu kommen.

Antwort
von franneck1989, 97

Nichts unterschreiben! Überweise die Hauptforderung plus gerundet 20,- (Adressermittlung, Rücklastschrift, Zinsen) direkt an den Gläubiger (dieser muss aus den Unterlagen von EOS hervor gehen). Das auch so im Verwendungszweck angeben.

Antwort
von tina1982, 86

Also die Dame am Telefon meinte die hauptforderung seien ca €47.

So nun soll ich aber fast das doppelte zahlen. Deshalb hatte ich da nach einer ratenzahlung gefragt.

Vor allem hat es mich verunsichert weil ich momentan alles auf raten mache und daran nicht mehr gedacht habe.

Angeblich seien ja Mahnungen rausgegangen. Sind aber nie angekommen. Und was ich auch seltsam finde ist woher haben die meine E-Mail Adresse?  Meine ganz alte Adresse und die von jetzt haben die aber was komisch ist die die zu dem Zeitpunkt des Vorfalls aktuell war hatten die nicht. Angeblich sei die bei der Bank noch nicht aktuell gewesen was aber meines Wissens zu 1000000% nicht stimmt.

Gut dann fordere ich mal eine Übersicht an.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Die Dame ist nur ein Call agent 

Lass dir eine detaillierte Forderungsaufstellung zukommen 

In den 47 sind evtl bereits diverse Gebühren gepackt worden

Schriftl einfordern, nicht anrufen

Soll ich was formulieren? 

Kommentar von tina1982 ,

Hallo. Ja das wäre nett. Wie sieht das aus. Sie schickt mir was wegen der ratenzahlung zu was muss ich dann machen wegen des Schreibens Schuldanerkennung. Muss ich denen was schriftlich schreiben das ich das nicht mache oder einfach die Füße still halten und die hauptforderung zahlen? 

Kommentar von Xipolis ,

Heute morgen habe ich da angerufen.

Also die Dame am Telefon meinte (...)

Nochmal: Rufe das Inkassounternehmen nicht mehr an! Du hast weder einen Nachweis, was Du mit der Gegenseite besprochen hast noch will die Gegenseite Dir helfen. Du sprichst dort mit weisungsgebundenen Mitarbeitern, die Schulungen bekommen um genau das zu sagen, was Dich dazu bringt zu zahlen. Und zahlen sollst Du so viel wie möglich! Dem Inkassounternehmen nur textlich antworten.

... teilte mir mit das da noch eine offene Forderung von der Firma Rewe sei. Der Betrag konnte vor über 1 jahr nicht abgebucht werden da das Konto nicht gedeckt gewesen sei.

Du sollst also bei REWE mit GiroCard gezahlt haben und Deine Bank hat die Lastschrift zurückgehen lassen.

Schön und gut kann ich nachvollziehen da es eine schwierige Zeit war aber eigentlich hätte das geld trotzdem wie schonmal vorgekommen ein paar Tage später wieder abgebucht werden können da wieder Geld auf dem Konto war. Aber es ist nicht passiert ...

Ob das wirklich so war, weist Du nur selbst. Wenn Du unsicher bist, muss das Inkassounternehmen dies Nachweisen (und dann kannst Du es selbst nachprüfen, sobald Du den Zeitraum kennst).

Eine zweite Abbuchung - also einen sogenannten Hoffnungslauf - gibt es nicht immer, denn dieser müsste auch so vereinbart worden sein.

und mir ist es nicht mehr aufgefallen. Mir hat auch niemand eine Mahnung oder so geschrieben.

Zum einen muß Deine Bank Dich schriftlich auf die Rücklastschrift hingewiesen haben und zum anderen bist Du durch die Rücklastschrift automatisch in den Verzug geraten. es bedarf also keiner Mahnung. 

Vielmehr hättest Du, wenn dass so passiert ist, den Betrag schnellstmöglich an REWE überweisen sollen.

Gestern Abend erhielt ich eine seltsame E-Mail das ich nicht auf vorangegangene Briefe reagiert habe

Die E-Mail,die Du vom Inkassounternehmen bekommen hast, ist allerdings als Mahnung zu verstehen.

Und das ich ein sepa Formular ausfüllen soll (im pdf Anhang).

NICHT ausfüllen!

Ich fragte nach ob ich die knapp €90 in raten zahlen könnte und sie meinte eigentlich komplett aber es ginge in 2 Raten.

Das war eine Lüge, wie Du schon am Wort "eigentlich" erkennst. Denn uneigentlich verdient das Inkassounternehmen mehr, wenn Du in Raten zahlst. Das Gesetz nennt dies nämlich Herbeiführung einer außergerichtlichen Einigung zwischen dem Gläubiger und Dir.

Eos inkasso schickt mir eine Bestätigung zur ratenzahlung und zusätzlich eine sogenannte schuldanerkennung.Muss ich unterschreiben?

Zudem würde sie mir diese Schuldanerkennung zum unterschreiben zusenden.

Auf keinen Fall darauf antworten oder irgendetwas unterschreiben.

Wie gehst Du am besten vor?

Wenn Du kein Geld verschenken möchtest, mußt Du herausfinden ob die Hauptforderung (also der angebliche REWE-Einkauf) zu Recht besteht und wie sich die Hauptforderung und auch die Nebenforderung zusammen setzt.

Außerdem wäre eine Vollmachtsurkunde sehr wichtig, da Du zum einen nur dann weist, ob das Inkassounternehmen überhaupt berechtigt ist, diese Forderung zu betreiben. Und zum anderen passieren hier mit unter auch formelle Fehler, die die Beauftragung des Inkassounternehmens unwirksam machen. 

meinte die hauptforderung seien ca €47

Du brauchst eine schriftliche Forderungaufstellung und auch einen Nachweis bezüglich der Hauptforderung. Wenn Du weist, wann die zurückgegangen ist, kannst Du dies leichter in Deinem Bank-Account überprüfen.

So nun soll ich aber fast das doppelte zahlen. Deshalb hatte ich da nach einer ratenzahlung gefragt.

Wenn die Hauptforderung berechtigt ist, musst Du Zinsen (4,17 % per anno) zahlen und den Schaden ersetzen (RLS-Kosten und Adressermittlungskosten).

Angeblich seien ja Mahnungen rausgegangen. Sind aber nie angekommen.

In dem Fall müsste die Gegenseite Dir den Zugang der Mahnungen beweisen.

ich auch seltsam finde ist woher haben die meine E-Mail Adresse?

Dazu müsste man den Gesamtenvorgang kennen und wissen, wer diese E-Mail-Adresse hat. REWE? Deine Bank? Das Inkasso-Unternehmen, weil Du dort schon als Schuldnerin bekannt bist?

Meine ganz alte Adresse und die von jetzt haben die aber was komisch ist die die zu dem Zeitpunkt des Vorfalls aktuell war hatten die nicht. Angeblich sei die bei der Bank noch nicht aktuell gewesen was aber meines Wissens zu 1000000% nicht stimmt.

Ich verstehe nicht, was Du meinst. Das dem Inkassounternehmen Deine E-Mail-Adresse bekannt ist, ist eher ein kleineres Problem.

Kommentar von Xipolis ,

Fortsetzung:

Ich würde dem Inkassounternehmen folgendes mitteilen (E-Mail und/oder Brief), Entwurf:

-------------------- schnipp --------------------

tina1982

Str. Nr.

PLZ Ort

Inkassounternehmen

Str. Nr.

PLZ Ort

Ort, 21.06.2016

Aktenzeichen

REWE ./. tina1982

Ihre Mahnung vom 20.06.2016

Widerspruch gegen Ihre Forderung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre oben genannte E-Mail habe ich erhalten.

Ihre Mahnung weise ich mangels Vorlage einer ordnungsgemäßen Vollmachtsurkunde im Original zurück (§ 174 BGB).

Ferner weise ich Sie auf folgendes hin:

1.) Ich habe in dieser Sache entgegen Ihrer Behauptung zuvor keine Briefe oder andere Nachrichten weder von Ihrer Auftraggeberin noch von Ihnen erhalten.

2.) Ohne eine Forderungsaufstellung gegliedert nach Hauptforderung, Kosten und Zinsen sowie die Darlegung der Sicherheit(en) für die Hauptforderung kann ich diese nicht nachvollziehen.

Rein vorsorglich mache ich Sie darauf aufmerksam, dass eine widersprochene Forderung nicht an die Schufa oder eine andere Auskunftei gemeldet werden darf (§ 28a BDSG).

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Antwort
von EXInkassoMA, 75

Nicht unterschreiben!!!! 

Wie hoch ist die hauptforderung? 

Liste mal die Gebühren auf. Hier trickst man gerne ;-) 

Antwort
von tina1982, 77

Was passiert wenn man sowas unterschreibt? 

Kommentar von Xipolis ,

Dann erkennst Du die Forderung in vollem Umfang als rechtmäßig an und schuldest somit den Gesamtbetrag sowie ihm Falle einer Ratenzahlungsvereinbarung eine zusätzliche Einigungsgebühr über 67,50 € (1,5 gem. 1000 VV RVG).

Kommentar von Xipolis ,

Ergänzung:

Mit dem SEPA-Formular erteilst Du dem Inkassounternehmen eine Ermächtigung den Betrag oder die vereinbarten Raten von Deinem Konto einzuziehen.

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