Frage von RedCat123, 220

Muss ich nicht verschuldete Minusstunden bei Kündigung nacharbeiten?

Es geht darum: Ich arbeite als Krankenschwester mit ner 28 Std. Stelle und habe meinen Job zum 31. Mai gekündigt. Mein Chef plant mich und meine Kollegen immer grundsätzlich im Minus, aus dem Grund, damit wir im Sommer, wenn Urlaubszeit ist und wir knapp besetzt sind, dann mehr arbeiten können. Jetzt hab ich natürlich etliche Minusstunden, die ich bis Ende Mai noch nacharbeiten soll und frage mich ob das alles so rechtens ist, da es ja nicht mein Verschulden ist. Wäre ja bereit gewesen meine laut Vertrag 28 Std. pro Woche abzuleisten. Meiner Meinung nach wäre das, dass eigene unternehmerische Risiko, wenn er meine vertraglich geregelte Arbeitszeit nicht ausnutzt. Im Mai müsste ich jetzt dadurch fast 17 Tage am Stück arbeiten, mit einem Tag Unterbrechung. Normalerweise muss ich als Krankenschwester auch immer entweder Ostern oder Pfingsten arbeiten und ich sollte jetzt wegen der Minusstunden beides arbeiten, um auf die Stundenanzahl zu kommen, da Feiertage "doppelt" gezählt werden. Jetzt habe ich mich allerdings über Ostern krank gemeldet und mein Chef sagte mir dann, dass ich die krankgemeldeten Feiertage jetzt auch noch nacharbeiten müsse, weil die nur "doppelt" zählen würden, wenn ich die auch tatsächlich gearbeitet hätte. Habe allerdings noch nie gehört das man Krankheitstage nacharbeiten muss. Ein Tag krank zählt meiner Meinung nach, wie ein gearbeiteter Tag. Habe das Gefühl, die wollen mir da Steine in den Weg legen und mich abzocken, da wir zur Zeit extremen Personalmangel auf der Station haben.

Antwort
von Gruenlilie, 171

Also das hört sich schon recht mies an. Mein Vorschlag: Habt ihr einen Betriebsrat/Personalrat? Dann frag dort nach. Oder sogar im Personalbüro, denn der Chef kann nicht einfach irgendwelche Regeln aufstellen, die nicht rechtens sind.

Welche Gewerkschaft käme denn in Frage, zum Nachfragen? Die interessieren solche Fälle nämlich sehr, damit sie ggf. aktiv werden können, zumindest für die Zukunft. Und da kannst du immer nachfragen, auch wenn du kein Mitglied bist.

Insgesamt finde ich es wirklich frech, ständig den Druck aufzubauen, dass ihr selbst auf eure Zeiten achten müsst.

Vielleicht loht sich sogar eine Rechtsberatung? Ein Anruf bei einem Anwalt für Arbeitsrecht um nach den Kosten zu fragen, kann nicht schaden.

Sorry, dass ich dir nicht direkter helfen kann, ich hab dir nur einige Ideen aufgeschrieben.

Viel Erfolg!

Kommentar von RedCat123 ,

Vielen Dank für deine Antwort. Die Idee mit dem Betriebsrat hatte ich auch schon, habe nur bisher leider noch niemanden dort erreicht.

Gewerkschaft müsste ver.di sein.

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