Frage von kristin20, 34

Muss ich nachträglich Miete zahlen?

Hallo ich habe eine Frage und ich hoffe das mir jemand helfen kann.

Also kurz und knapp :

Es geht um einen Freund der im letzten Jahr 5 Monate mit einer Frau zusammen gewohnt hat. Sie hat Ihn in der Zeit mit in den Mietvertrag eintragen lassen und die beiden haben sich geeinigt das er ( da er noch kein Einkommen durch Arbeit hatte sondern nur Arbeitslosengeld und Kindergeld ) nur für das Einkaufen zuständig ist und Sie zahlt die Miete, Strom und Gas.

Nach 5 Monaten haben die beiden sich im Streit getrennt und er ist ausgezogen wurde dann auch sofort aus dem Vertrag gestrichen bzw. Mietverhältnis mit Ihm wurde gekündigt.

Seitdem hat Sie immer neue Sachen für die Sie angeblich noch Geld bekommt und will jetzt auch die Hälfte von der Miete haben die Sie in den 5 Monaten überwiesen hat. Außerdem hätte Sie zu der Strom und Gas Rechnung jetzt auch eine Strom Nachzahlung vom letzten Jahr über 350 Euro erhalten. Davon möchte Sie jetzt natürlich jetzt auch was wieder haben !

Kann mir jemand sagen ob Sie soweit im Recht ist ? Was muss er wirklich bezahlen?

Vielen Dank im Voraus !

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Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 6

Also du musst keine Miete nachträglich zahlen, denn du warst in der streitbefangenen Wohnung nicht Mieter. Dein Freund steckt aber vortrefflich in der Klemme. Wenn er als Mieter in den Mietvertrag aufgenommen wurde, ist er geleichberechtigter Mieter in der nun entstandenen Mieterpartei. Der von dir beschriebene Austritt deines Freundes dürfte nicht rechtswirksam sein, es sei denn, der Vermieter und die Mieterin haben deinen Freund durch Unterschriften im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Mietvertrag wieder entlassen. Eine Einzelkündigung wäre nicht möglich gewesen. 

Ist dein Freund also immer noch Mieter, so ist er auch zur Zahlung der Miete verpflichtet, auch wenn er nicht mehr in der strittigen Wohnung wohnt.

Ist dein Freund rechtwirksam aus dem Mietvertrag ausgeschieden, hat er keine Miete mehr zu zahlen, denn die Mieterin hat ihn ja aus dem Mietvertrag entlassen ohne sofort Forderungen zu stellen. Der Vermieter hat wohl keine Forderungen gegen deinen Freund, weil ja die Gesamtmiete vollständig bisher bezahlt wurde.

Stromnachzahlungsbeteiligung könnte kulant gehandhabt werden, BK-Beteiligung sehe ich nur im Trinkwasserverbrauch aber nicht verpflichtend.

Die Mieterin kann durchaus Klage gegen deinen Freund erheben, denn die Gemeinschaft für 5 Monate war eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Dazu wäre eine gute Vorbereitung hilfreich, wenn es einen Nachweis über das Bestreiten des täglichen Lebens durch Einkauf deines Freundes gibt.

Kassenzettel, glaubwürdige Zeugen ....

Antwort
von Nymousano, 5

Sofern kein Vertrag geschlossen wurde, besteht auch keine gegenseitige rechtliche Verpflichtung. Sofern die beiden Mietparteien keine schriftliche Vereinbarung über die finanziellen Aspekte ihres Zusammenlebens getroffen haben, ist das als "Bad Luck" zu Lasten der noch im Vertrag verbliebenen Partei zu verbuchen.

Einen durchsetzbaren Anspruch wird es dann kaum geben - denn mündliche Absprachen sind (ohne Zeugen) vor Gericht schwer nachweisbar. Allenfalls gibt es einen Anschein, wenn die Zahlungen immer vom Konto von Partei A und nicht etwa von einem gemeinsamen Haushaltskonto erfolgten. Ob das im Ernstfall aber genügt, um den Rechtsweg erfolgreich zu beschreiten, das vermag wohl nur ein versierter Anwalt beurteilen.

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Pech gehabt! Auf der anderen Seite gibt es ja auch so etwas wie Anstand - immerhin hat Partei B ja profitiert. Sich dann, wenn die finanzielle Situation es erlaubt, zu revanchieren - Streit hin oder her - gebietet der Anstand, den man als Gentlemen auch dann noch zeigen sollte, wenn eine Beziehung auseinander gegangen ist. Zumindest ist das meine Meinung.

Antwort
von DaSoziopath, 21

Sie hatten beide ein mündliche/schriftliche Vereinbarung?

Wenn mündlich: Im Recht ist sie nicht aber der Vermieter kann dennoch Miete etc. einfordern da der Mann im Mietvertrag stand. Beim Strom/Gas wenn er dort auch aufgeführt wird kann das ebenfalls passieren.

Wenn schriftlich: Er brauch sich um keine Kosten Gedanken machen.

Mein Rat: Vereinbarungen immer schriftlich festhalten...

Antwort
von miezepussi, 18

Das müssen die beiden unter sich ausmachen. Woher sollen wir wissen, was vereinbart wurde? 

Wenn vereinbar war, dass sie die Mietebzahlt, dann muss sie zahlen. Aber der Vermieter wird von dieser Vereinbarung nichts wissen, und kann daher auch von beiden das Geld fordern. (Selbst wenn er es wüsste, könnte er es fordern. In seinem mIetvertrag stehen beide als Vertragspartner.)

Die Frau möchte Geld haben. Verständlich. Dein Freund will nichts zahlen. Verständlich. Nun müssen Sie sich irgendwie einigen. Dein Freund kann es aussitzen. Sie kann ihm Mahnungen schreiben.... 

Hier steht Aussage gegen Aussage. Oder wurde etwas schriftliches vereinbart?

Kommentar von kristin20 ,

Leider wurde nichts schriftlich vereinbart. Warum verstehe ich auch nicht :/ Der Vermieter verlangt ja auch nichts der hat sein Geld ja bekommen ! Trotzdem Danke :)

Kommentar von miezepussi ,

Dein Freund kann natürlich stur bleiben...

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