Frage von PorscheFreak, 111

Muss ich MPU machen oder Abstinenz vorweisen?

Hallo.

Wurde mit 1.3 Promille Restalkohol morgens aufgehalten. Musste zum Blut abnehmen. Das ganze ist nun gut einen Monat her. Heute kam die Strafe eingeflogen. 11 Monate Fahrverbot, 1300euro strafe und 40 Tagessätze. Nun stand aber in diesem Schreiben werden noch etwas von Mpu noch Abstinenz noch aufbau Seminar usw. Bin noch in der Probezeit. Woher erfahre ich nun am schnellsten weg ob ich das alles machen muss? denn dann könnte ich doch das alles im Vorfeld erledigen oder nicht? Reichen die 11 Monate? oder kommt da noch was dazu durch die Mpu usw? wird der eine monat warten schon in die 11 mit einbezogen also nur noch 10? will ihn so schnell wie möglich iwie zurück. ich weiß es war nicht richtig das war auch das erste und letzte mal. Danke für eure Hilfe.

Expertenantwort
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 73

Hallo PorscheFreak,

leider sind die Vorantworten nicht richtig.

Zunächst die Frage: aus welchem Bundesland kommst du? Bis auf wenige Ausnahmen wird die MPU, derzeit noch, ab 1,6‰ angeordnet (das ist unabhängig davon ob du noch in der Probezeit bist).

Ungünstig ist, dass du morgens mit dieser Promille angetroffen wurdest, da KANN die FSSt. eine MPU anordnen.

Du hast übrigens kein Fahrverbot, sondern dir wurde der FS für insgesamt 12 Monate entzogen (normale Strafe bei Ersttätern). Der Unterschied zum Fahrverbot besteht darin, dass du jetzt z.B. noch Mofa fahren darfst (Prüfbescheinigung vorausgesetzt).

Da der Strafbefehl vom Gericht kommt, steht dort nie eine MPU-Aufforderung drin, denn das ist Sache der FSSt.

Sollte es zur MPU kommen (woran ich erstmal nicht glaube), dann musst du dir Gedanken darüber machen, wie du künftig mit dem Alk. umgehen möchtest und kannst.

Ein generelles "Du musst für die MPU abstinent leben" ist falsch, denn hier spielen viele Faktoren mit hinein, sodass hierüber im Vorfeld (und ohne mehr über dich zu wissen) gar keine Aussage getroffen werden kann.

Gruß Nancy

Kommentar von PorscheFreak ,

Hallo danke für die Antwort. Es war in Bayern :)

Kommentar von nancycotten ,

Die TF war in Bayern und du wohnst auch dort? Wenn ja...wäre das Mist, da man sich dort der Entscheidung von BaWü angeschlossen hat und die MPU bereits ab 1,1‰ "fordert". :-(

http://www.anwalt.de/rechtstipps/mpu-unter-promille_078851.html

Wie es zum Zeitpunkt deiner Antragstellung (kannst du 3 Monate vor dem Sperrfristende machen) dann aussieht, kann man heute noch nicht wirklich beurteilen. Du solltest dich mit einer MPU auseinandersetzen. Das kannst du auch (erstmal) in einem der MPU-Foren machen die es im Netz gibt. Gruß Nancy

Kommentar von RogerDasAlien ,

Ab 1,1‰ mag in den meisten Ländern einzelfall bezogen entschieden werden. In Bayern UND während der Probezeit kannst Du aber zu 99% sicher sein das es zur MPU kommen wird.

Zu Abstinenz kannst meinen Kommentar unten lesen.

Kommentar von nancycotten ,

Du hast recht damit - das war mein Fehler - das es zur MPU
kommen wird, da es nach einem Entzug in der Probezeit immer vor der Neuerteilung dazu kommt.

@PorscheFreak

Kümmere dich um deine Vorbereitung, je eher du damit anfängst, umso besser...

Kommentar von PorscheFreak ,

Was soll ich für vorbereitungs Maßnahmen treffen?

Kommentar von nancycotten ,

Setze dich erstmal mit dir und deinem Alk.konsum auseinander. Überlege, wie du künftig damit umgehen willst. Hältst du es, aus eigener Sicht, für besser, nichts mehr zu trinken, oder denkst du das du künftig moderat trinken kannst? Mach dir Gedanken darüber WARUM es zuviel war (Trinkmotive) und verzichte mal eine zeitlang auf den Konsum. Beobachte dich, wie es dir dabei geht...

Für die MPU muss ein Verhaltensänderungszeitraum von mind. 6 Monaten erkennbar sein, soll heißen - wenn du künftig auf den Alk. verzichten möchtest, musst du entsprechend früh genug damit anfangen, AN zu sammeln.

Deine TF ist noch nicht lange her, also denke erstmal in Ruhe über alles nach, lies dich -wenn du magst- in einem MPU-Forum ein (ein Link steht hier auf meiner Profilseite). Du kannst auch zu einer Suchtberatung gehen (die ist nicht nur für Süchtige!!!) und dir eine Einschätzung geben lassen. Das bekommst du bescheinigt (und macht sich gut beim späteren Gutachter) und lass ruhig schon mal deine Leberwerte vom Hausarzt checken.

Das wären so meine ersten Vorschläge...

Antwort
von RogerDasAlien, 52

Also: Du wurdest mit mehr als 1,1 Promille während der Probezeit am Steuer erwischt = Führerscheinentzug (ungleich Fahrverbot!).

Strafe ist festgesetzt und wenn du keinen Einspruch einreichst, nach Frist rechtskräftig. Frage: Wurde das vom Gericht / Staatsanwalt festgesetzt oder von der Führerscheinbehörde? Wahrscheinlich vom Gericht.

Du musst jetzt mindestens für die Zeit des Führerscheinentzugs Alkohol-Abstinenz nachweisen umd die anberaumte MPU zu bestehen (die MPU wird von der Führerscheinstelle angeordnet). Normalerweise wird die Führerscheinstelle und der Gutachter der MPU dabei von der Alkoholproblematik ausgehend, die exakte Zeit dafür ansetzen.

Bedeutet: Süchtig = Suchttherapie + 1 Jahr im Anschluß nachgewiesene Abstinenz; fortgeschrittene Alkoholproblematik = 1 Jahr (evtl. 6 Monate); Alkoholgefährdung = in der Regel 6 Monate (manchmal 3 Monate).
Da du noch in der Probezeit bist und evtl. vorher nicht auffällig wurdest (nicht nur im Straßenverkehr!) wird der Gutachter von Alkoholgefährdung und mindestens 6 - 12 Monaten Abstinenzzeit ausgehen - alles nachgewiesen innerhalb eines kontrollierten Abstinenzprogrammes anhandvon EtG Nachweisen.

Weil du noch in der Probezeit bist musst du zusätzlich noch ein Aufbauseminar machen.

OB du das alles machen musst ist keine Frage. Das musst Du! Du kannst noch bevor die Führerscheinstelle deinen Führerschein einzieht, anfragen was du alles sicher machen musst oder du wartest auf die Anordnung und liest dann was alles notwendig ist und welche Zeit tatsächlich gefordert wird!

Aber: Die 1 Monate vorher bringen Dir in dem Sinne nichts, da Du jetzt noch kein Programm gestartet hast. Die Zeit der abstinenz wird ab dem Zeitpunkt deiner Auffälligkeit oder eben ab dem ersten erbrachten Nachweis gerechnet! Fange sofort an!

Am besten ist du nutzt die Zeit sofort und begibst dich in professionelle Hände um da durch zu kommen! Es gibt viele professionelle MPU Vorbereitungsstellen, angefangen bei den Verkehrspsychologen, bis hin zu den Psychologischen Beratern und unabhängigen Stellen wie pima, TÜV, Dekra, etc. Das kannst Du dir selbst nach Sympathie oder Preis aussuchen.

Fange an und schreib dich entweder erst einmal nur bei einem Abstinenzprogramm ein, oder lass dich kostenlos aufklären über Leistungen der MPU Stellen, die Aufbauseminare, abstinenzprogramme und Vorbereitungs- und Begleitungskurse anbieten und nutze die Zeit bis zur MPU. Dort helfen Sie dir auch mit dem zeitlichen Ablauf und bis zur wiedererlangung deiner FE.

Da musst Du jetzt durch, wenn Du deinen Führerschein wiederhaben willst.

Kommentar von nancycotten ,

Wie kommst du auf das schmale Brett das bei einer Alk.gefährdung Abstinenz nachgewiesen werden muss? Sorry, aber das ist einfach nur falsch!

Kommentar von RogerDasAlien ,

http://www.bast.de/DE/Verkehrssicherheit/Fachthemen/MPU/alkohol-gefaehrdung.html...

Er muss weil er in der Probezeit auffällig wurde und das mit nicht unerheblicher Höhe (>1,1 Promille) auf jeden Fall die MPU machen und dazu am besten ganz  abstinent bleiben. Der Gutachter wird prüfen ob Sucht, Suchtgefahr oder Alkoholgefährdung vorliegt. Bei alkoholgefährdung ( wenn er z.B. sagt er trinkt um zu "entspannen") muss bewiesen sein, dass er kontrolliert trinkt. Um das zu beweisen braucht er Abstinenznachweise und nicht nur seine Beteuerung das es so ist. Wenn diese durchgehend EtG Marker aufweisen, ist das ein Anzeichen von Alkoholgefährdung = durchgefallen mit erneuten Abstinenznachweisen..

Wie sonst soll geprüft werden ob ein kontrolliertes Trinkverhalten vorhanden ist oder eine Gewohnheitsveränderung stattgefunden hat?

"ETG Werte können nicht zur genauen Interpretation der Trinkmenge angewandt werden. Allerdings wird ETG auch nach der Einnahme von geringen Alkoholmengen, zuverlässig im Blut und Urin als Konsummarker angezeigt." (https://mpu-support.de/alkohol-mpu/leberwerte-etg-alkohol-mpu )

Wenn während der Kontrollzeit bei unvorhersehbaren Tests EtG dennoch mal ausschlägt (z.B. bei 1 von 3 Urin-Tests) KANN es trotzdem als kontrolliertes Trinkverhalten angesehen werden. Das aber ist wohl Auslegungssache des Gutachters.

Kann .. Soll.. Muss..  - Psychologie ist eine ungenaue Wissenschaft und der Gutachter hat auch einen gewissen Rahmen mit um seine Entscheidung zu treffen.

Das beste aber ist er bleibt trocken um seine Ernsthaftigkeit zu beweisen und belegt dies durch Nachweise.

Kommentar von nancycotten ,

Sorry, aber ich muss dir leider widersprechen. Die Probezeit hat rein gar nichts damit zu tun, ob jemand wegen Alk. zur MPU muss oder nicht. Diese wird generell erst ab 1,6, bzw. in einigen BL ab 1,1‰, gefordert.

Allerdings - und das war mein Fehler - hast du recht, dass es zur MPU kommen wird, da es nach einem Entzug in der Probezeit immer vor der Neuerteilung dazu kommt.

Da Porsche-Freak noch in der Probezeit ist, kann davon ausgegangen werden das er nicht älter als 20 ist. Wie soll man da einen Gutachter überzeugen das für immer abstinent gelebt wird? Und vor allem - aus welchem Grund? Wegen 1,3‰? Eine Abstinenz die nur für die MPU praktiziert wird, ist gefährlich und wird den Gutachter sicher nicht überzeugen.

( wenn er z.B. sagt er trinkt um zu "entspannen") muss bewiesen sein,
dass er kontrolliert trinkt. Um das zu beweisen braucht er
Abstinenznachweise

Und nein, die braucht er eben nicht. Abstinenznachweise sind nur dazu da um Abstinenz nachzuweisen! Worauf du ansprichst sind z.B. Haarnalysen die unter der MPU "gefordert" werden dürfen um eben das KT zu überprüfen. Das geschieht aber am Tag der MPU und muss nicht im voraus erbracht werden. Übrigens wäre "Entspannung" ein Trinkgrund der mit Sicherheit zu einem neg. Gutachten führen würde. Ein KT mit Nachweisen (im Vorfeld) wird nicht gefordert.

Sinnvoll ist natürlich erstmal eine Weile auf den Alk. zu verzichten, das ist eine sogenannte Trinkpause, die überhaupt nicht belegt werden muss. Danach kann man mit KT weitermachen, oder wenn man es selbst möchte, künftig ganz auf den Alk. verzichten (und nur dann machen AN Sinn). Wenn man mit Abstinenz in die MPU geht sollte das eine "Lebensentscheidung" sein und nicht mal eben so....

Wenn der Gutachter bei der MPU feststellt das Abstinenz gefordert werden muss, erst dann kommt es dazu das ein einjähriger AN erfolgen muss. Reicht die freiwillige AB aus, reichen 6 Monate.

Lies dir deinen zweiten Link selber nochmal durch. Hier wird sich lediglich darauf bezogen, dass bei einer angegebenen Abstinenz in den Kontrollabnahmen widerlegt werden kann das der "Proband" auf den Alk. verzichtet hat.

Antwort
von GidoKannz, 51

Der eine Monat wird mit angerechnet. Ist aber schwer den Führerschein wiederzubekommen und dann noch in der Probezeit Ohje Ohje

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