Frage von cMbta, 90

Muss ich mit Konsequenzen wegen Downloads von urheberrechtlich geschützter Medien rechnen?

Hallo, Nun ist es so, dass die Schule, auf der ich bin, auf 15.000 Euro angeklagt wurde, weil Schüler urheberrechtliche Musik und Filme innerhalb des Schulnetzwerkes gedownloadet haben. Ein Klassenkamerad, der verdächtigt wurde, hat sogar seinen Laptop beim Schulleiter freiwillig(unter Vorschlag der Schulleitung) beim Direktor abgeben, der IT Kenntnisse besitzt und den Pc auf Filme/Musik überprüft. Außerdem sollen alle Geräte, die im Schulnetzwerk sind/waren (mithilfe von den Mac-Adressen) auf solche Downloads überprüft werden.

Leider habe auch ich(und auch viele andere) Musik mit meinem Handy innerhalb des Schulnetzwerks gedownloadet (unter 10 Lieder). Habe ich damit zu rechnen, dass das auf mich zurückverfolgbar ist? Und mit welchen Konsequenzen habe ich zu rechnen? Denn 15000€ klingt schon heftig.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ThomasMorus, Community-Experte für Urheberrecht, 27

Hallo cMbta,

der Fall geht schon in Richtung Rechtsberatung und gehört einem fachkundigen Anwalt vorgelegt, und nicht in ein Internet-Forum gepostet. Hoffentlich hast du die Frage nicht unter irgendeinem Namen im Internet gestellt, die dir zugeordnet werden kann. Sonst könnte das vor Gericht als Schuldeingeständnis bewertet werden.

Für die Bewertung der Rechtslage ist erst einmal relevant, auf welche Weise du die Songs herunter geladen hast.

Wenn du in einem Filesharing-Portal herunter geladen hast, könntest du wirklich Probleme bekommen. Wenn du die Songs etwa mit einem Youtube- oder Soundcloud-Converter herunter geladen hast, hast du nicht rechtswidrig gehandelt. Das ist erlaubt.

Du darfst dir einzelne Versionen eines urheberrechtlich geschützten Werks zum privaten Gebrauch herunterladen, solange du sie nicht weiter verbreitest. Das gilt lediglich dann nicht, wenn die Quelle des Downloads "offensichtlich rechtswidrig" war.

Falls du sie also vom offiziellen Youtube-Account das Musikers runter-geladen hast, ist da kein Problem.

Die Schwierigkeit beim Filesharing-Netzwerken ist, dass herunter geladene Songs von deinem Gerät aus sofort wieder zum Download angeboten werden. Dadurch begehst du eine urheberrechtswidrige "öffentliche Zugänglichmachung" nach §19a UrhG.

Die Summe von 15000 Euro scheint mir ziemlich übertrieben. Aber ich weiß auch nicht, wie viele Songs er herunter geladen hat.

Grundsätzlich gilt seit ein paar Jahren eine Sonderregel, die die Schadenersatzforderungen für "nicht kommerzielle Ersttäter" im urheberrechtlichen Bereich deckelt.

Das sind dann maximal 150 Euro Anwaltskosten Plus der Schadenersatz, der sich am Wert der runter geladenen Songs orientiert. Ein bekannter Chart-Hit wird dich teurer zu stehen kommen, als ein Live-Mitschnitt von einem Independent Künstler.

Ein Rat für deine Schule: Haushalte in denen mehrere Familien- oder WG-Mitglieder wohnen, haben in den letzten Jahren oftmals Filesharing-Klagen abgewendet, indem sie vor Gericht darauf bestanden haben, dass nicht klar ist, wer den Urheberrechtsverstoß begangen hat.

Wenn die Schule ihr W-Lan korrekt verschlüsselt hat, und nicht sonst "begründete Vermutung" bestand, dass User Urheberrechts-Vergehen begehen, hat die Schule vielleicht gute Karten, sich und ihre Schüler mit ähnlicher Argumentation rauszuboxen.

Antwort
von werna, 38

Wenn die jeweils die Mac-Adresse gespeichert haben, können sie die Downloads vermutlich schon deinem Handy zuordnen.

Was zu befürchten ist: Natürlich Schadensersatz und dann würde ich mal vermuten, dass nicht wenige Schulen so einen Vertrauensmissbrauch mit Schulverweis ahnden..

Kommentar von cMbta ,

Und wie würden sie meine Mac-Adresse mit mir in Verbindung bringen? Ich nehme mal nicht an, dass sie jedes Handy einsammeln und einzeln die Mac-Adresse überprüfen.

Kommentar von KuarThePirat ,

Warum sollten sie das nicht tun? Es geht ja offensichtlich um viel Geld für die Schule. Wenn man einen Teil der Ansprüche weiterleiten kann, dann würde ich das sofort machen.

Antwort
von Consti112, 51

Ja das kann passieren

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