Frage von baerbelvil, 124

Muss ich mir die ständigen Vorwürfe meines Sohnes bieten lassen?

Mein 40-jähriger Sohn hat selbst nicht viel zustande gebracht, war schon als Kind aufmüpfig und aggressiv mir gegenüber und hat jahrelang Drogen genommen. Zwar ist er heute einsichtig und hat eine Therapie gemacht, aber seitdem glaubt er, er sei "geläutert" und könne allen sagen, wo es lang geht. Neuerdings ruft er ständig an und will plötzlich wieder regelmäßig Kontakt zu mir, obwohl er über 15 Jahre nichts von sich hören ließ. Zuerst war ich ja erfreut darüber, aber mittlerweile geht es mir wieder schlecht damit. Wenn er mit mir spricht, lässt er kein "gutes Haar" an mir und wirft mir alte Geschichten vor. Ich darf nichts zu meiner Verteidigung sagen. Bei ihm zählen nur meine Fehler, die seines Vaters überhaupt nicht. Dabei hat dieser ihm rein gar nichts beigebracht und ihn jahrelang ohne Job bei sich wohnen lassen. Ich bin heute krank und psychisch am Ende. Erwähnen darf ich das jedoch nicht, denn dann gehe ich meinem werten Sohn auf die Nerven. Soll ich ihn wieder fallen lassen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von authumbla, 55

Ich würde fast sagen: Ja, lass es, es tut Dir nicht gut, weil Du offenbar nicht gut imstande bist, gegen diese Frechheiten abzugrenzen.

Und Du bist jetzt in einem Alter, in dem man sich überhaupt nichts mehr gefallen lassen muss.

Wie ich die Psychofritzen hasse, die einem vorgaukeln, die Kindheit, d.h. eigentlich "die Mutter" ist an allem schuld, das man so ein missratener Bengel ist...

NEIN!!!

Ab 18 ist man alleine für sich verantwortlich, spätestens aber ab 25.

Ab 35 sollte man so weit gereift sein, dass man irgendwelche Schuld für das eigene Versagen in seinem eigenen Versagen sucht... und was dgagegen unternimmt!

Und nicht die Mutter, den Vater, die Lehrer, die schlechte Kindheit und gottweisswasalles für sein Scheitern verantwortlich macht! Ekelhaft!

Kommentar von baerbelvil ,

Er hat - glaube ich - nur wieder Kontakt zu mir aufgenommen, weil er von mir hören will, was ich alles falsch gemacht habe. Und den Gefallen habe ich ihm auch noch getan. Ich gebe ja zu, dass vieles nicht richtig war, aber manches hat man vor fast 40 Jahren auch noch anders gesehen. Er braucht anscheinend einen Sündenbock und dafür war ich schon immer gut.

Kommentar von authumbla ,

Wenn er keine eigenen Kinder hat, wird er sich nie deren Vorwürfen alles mögliche falsch gemacht zu haben aussetzen müssen.

Wer etwas tut, kann auch Fehler machen. Immerhin hat er etwas getan und jede Mutter wird sich bemüht haben, das beste und für sie richtig erscheinende getan zu haben um ihr Kind richtig zu erziehen.

Die Erziehung ist kein Streichelzoo sonndern eine permanente Arbeit über 18 Jahre und mehr.

Falls das jemand, der nichts vergleichbares getan hat, vom hohen Ross herab kritisiert, finde ich das lächerlich.

Und unverantwortlich von Psychotherapeuten, die häufig Fehlverhalten auf eine misslungene Kindheit zurückführen und damit den Hass ihrer Patienten auf ihre Eltern befördern. Das ist ja sooo einfach:

Wer ist schuld an Deiner Misere?

Natürlich nicht Du, du armes Wimmerl, Du bist Opfer Deiner Erziehung. Und damit haben sie den armen Wicht auf ihrer Seite und signalisieren Solidarität und Empathie - auf Kosten des Verhältnisses zu den Eltern.

Kommentar von authumbla ,

Ich würde ihm klar und unmissverständlich sagen:

" Ich freue mich für Dich, dass Du eine Therapie machst, Du kannst mir auch gerne was aus Deinem Leben erzählen, aber ich bin kein Müllabladeplatz. Wenn ich von Dir irgendwelche Vorhaltungen höre, musst Du leider gehen."

Antwort
von Wonnepoppen, 56

Nein, das mußt du dir nicht bieten lassen!

Sag ihm, wie es dir dabei geht, wenn er es nicht einsieht u. an seinem Verhalten nichts ändert, brich den Kontakt ab.

Antwort
von Tragosso, 38

Nun, um zuerst mal die Frage zu beantworten...Nein, du musst dir natürlich nichts gefallen lassen, immerhin seid ihr beide erwachsen und gegenseitig zu nichts verpflichtet.

Andererseits behaupte ich jetzt einfach mal, dass er das Ganze anders empfunden hat als du und das ist ebenfalls sein gutes Recht. Komplett unschuldig an so einer Situation ist man als Vater/Mutter nie, das wäre zu einfach gedacht. Immerhin hat man das Kind jahrelang aufgezogen, mal mehr mal weniger erfolgreich.

Sicher ist allerdings, dass dein Sohn nun erwachsen ist. Hat er Probleme die von seiner Kindheit bis ins Erwachsenalter reichen muss er selbst dafür sorgen diese zu überwinden, notfalls eben mit therapeutischer Hilfe.

Wenn ihr beide merkt und wisst, dass ihr einander nicht gut tut, frage ich mich allerdings was das Ganze noch soll. Euch beiden zu Liebe solltest du meiner Meinung nach den Kontakt abbrechen und das Ganze ruhen lassen.

Kommentar von baerbelvil ,

Der Meinung war und bin ich schon lange. Er will aber unbedingt Kontakt, wahrscheinlich weil er merkt, dass ich mit seinen Brüdern regelmäßig Kontakt habe. Die benehmen sich aber auch ganz anders!

Antwort
von turnmami, 36

Warum lässt du dir das gefallen?

Mach deinem Sohn eine klare Ansage: ihr könnt euch gerne Treffen, aber ohne Vorwürfe und jeder darf seine Meinung sagen. Wenn das nicht klappt, dann wirst du dich mit ihm nicht mehr treffen.

Dein Sohn ist alt genug um nicht der Mutter Vorwürfe machen zu müssen.

Antwort
von frederick, 25

Es geht nicht um das, was Eltern „falsch“ machen. Natürlich können sie nicht „alles“ richtig machen. Deren eigene Lebensumstände zwingen oftmals zu Handlungen, die sie selbst (ihren Kindern gegenüber) so nicht wollen.

Es geht um die Grundhaltung, die Eltern oder Elternteile einem jeden Kinde ggü hatten und haben. Es geht nicht um das, was der Volksmund mit „Liebe“ umschreiben möchte – ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Wenn sie von „Liebe“ reden, zu ihren Kindern oder zu Partnerin/Partner, dann meinen sie meistens doch tatsächlich nur das eigene Sehnen und Verlangen.

Ich möchte hier nicht spekulieren, was alles „falsch“ gelaufen sein könnte bei 3 Kindern, bei 3 Söhnen – und dann hier einmal speziell bei dem Ältesten. Aber bleibe mal ehrlich zu Dir selbst: Welche GEFÜHLE, welche Erwartungen, welche Motivationen waren es, die Deine Beziehung zu genau diesem Sohn getragen haben? Als er der erste und noch der einzige war. Als er einer von zweien war. Als er schließlich der Älteste und „Vernünftigste“ von dreien war.

Wer oder was sollte er tatsächlich für Dich sein? Und womit, vielleicht, hast Du ihn zermürbt, zertrampelt und nie sein lassen, wer er war und wer er ist? Welche Erwartungen hast Du – schon in seiner Kindheit – in IHN hineinprojiziert, die eigentlich nur DICH etwas angingen? Usw.

Entschuldige, aber wenn ich das hier alles so lese, dann habe ich wirklich den Eindruck, dass Du überhaupt nicht weißt, wovon Dein Sohn eigentlich spricht. Und Du auch nicht begreifst, was Du denn „zugeben“ sollst. Was hast Du ihm „zugegeben“ (was Du an einer Stelle als „Fehler“ bezeichnest)? – Jedoch vielleicht auch: Weiß Dein Sohn selbst, was er von Dir will? Oder hat er durch Therapien und die „Anleitungen“ dort nur einen gewissen Aufwind für sich bekommen – ohne tatsächlich zu begreifen, worum es geht und wonach er bei sich selbst suchen müsste?

Über eines solltest Du Dir aber auch einmal im Klaren sein – und dieses Bewusstsein fehlt hier offenbar den meisten, die glauben, „Rat“ geben zu können: Jawohl, vor dem Gesetz ist ein Mensch ab 18 für sich selbst verantwortlich, ab 25 möchte man dem Menschen dann endlich Eigenständigkeit unterstellen, und ab Mitte dreißig sollte der Mensch gefälligst endlich sein Leben in den Bahnen haben. Aber wo in der Kindheit die Grundlagen dafür nicht belastbar geschaffen worden sind oder wo in der Kindheit diese Grundlagen gar aufgerieben worden sind (nicht systematisch, nicht im Wortsinne, aber kontinuierlich + praktisch ohne Unterlass), da wird endlich kein LebensLAUF mehr daraus, sondern nur noch die Aneinanderreihung von Gehversuchen, Brüchen und Scheitern. – Und auch dieses: Der eine Charakter kann aus der vergleichbaren Kindheit etwas äußerst Produktives machen, ein anderer Charakter geht daran zugrunde. Es sind MNESCHEN, nicht Roboter, die man nur mit demselben füttert, damit dann das Gleiche und das Erwartete hinten herauskommt!

Am Ende sind es dann immer die Eltern, die weder sich noch den „Kindern“ ihr Scheitern eingestehen wollen. Und am Ende sind es die längst erwachsenen Kinder, die glauben, dass es doch noch eine Möglichkeit geben müsse, alles zu heilen, was zwischen ihnen und den Eltern „falsch“ gelaufen ist. Aber Leben hat keinen Rückwärtsgang! – Was Du gibst, das gibst Du nicht verbebens, wenn Du es als Mensch einem Menschen gibst, mit reiner Gesinnung (mit reinem Herzen, wie man so sagt). Wunden aber, die Du geschlagen hast, bleiben Narben für ein Leben. Fähigkeiten, die Du zerschlagen, zermürbt, aufgerieben hast, bleiben Defizite für ein Leben. DAS ist das Problem. Aber immer glauben alle lieben Eltern, wenn sie es nur gut „gemeint“ haben, dann kann doch nicht schlecht gewesen sein, was sie stümperhaft und hilflos taten.

Liest sich alles seeehr verfahren und fruchtlos. Wie auch immer: Ihr solltet Euch auch beide, jede (-r) für sich, einmal damit auseinander setzen, dass es Menschen gibt, die sich einfach lieber und besser aus dem Wege gehen. Blut sei dicker als Wasser? Alles Blödsinn. Es gibt Charaktere, die nicht miteinander können. Und es gibt Geschichten und (gemeinsame) Vergangenheiten, die man ebenso auseinander halten sollte, wie Charaktere.

Kommentar von baerbelvil ,

Dein langer sermon in allen ehren, aber besonders die letzte anmerkung werde ich jetzt beherzigen. Es ist besser, wir gehen uns zukünftig aus dem weg! Vergangenheit ist vergangenheit und man kann eh nichts rückgängig machen. Was also sollen die heutigen vorwürfe noch bringen? Wie hier jemand so treffend schrieb: Ich bin kein Müllabladeplatz. 

Kommentar von baerbelvil ,

Und im übrigen: Wieso spricht eigentlich niemand vom Vater und was dieser dazu beigetragen hat, oder auch nicht, dass speziell mein ältester Sohn so geworden ist? In erster Linie müssen doch immer wir Mütter für alles herhalten.

Kommentar von frederick ,

Da ist es: DU befindest Dich in der Opferrolle. Du WILLST Opfer sein. Und DU willst bedauert werden!

Allem voran: JAAA!!! Ihr Mütter seid es, die eine ganz besondere Verantwortung von der Natur auf den Weg bekommen. IHR empfangt, IHR lasst das Leben in Euch wachsen, IHR bringt zur Welt – vor allem aber: IHR seid die erste und wichtigste Kontaktperson des neuen Lebens.

Hast Du Dich jemals und wenigstens bruchteilig damit auseinandergesetzt, wie viel Prägung am neuen Leben in EUREN (der Mütter) Hände liegt?

Aber leider tun zu viele von Euch (Müttern) so, als seien schon 9 Monate und eine verdammte Geburt genug, um sich danach alles erlauben zu können. Leider sind viele von Euch (Müttern) einerseits stolz auf das Privileg, Leben schenken zu können. Aber die außerordentliche Verantwortung, die damit einhergeht, die Ihr für das neue und junge Leben tragt, ist Euch dann doch zu schwer.

Kinder bekommen, die gesellschaftliche Anerkennung einstreichen, aber auch: Den gesellschaftlichen Erwartungen ach so akurat entsprechen. Das geht alles. Das geht nicht locker, aber das geht alles in Anflügen von Tapferkeit. Nur die harten Pflichten, die daran hängen? Nein, danke. Da erfüllen viel zu viele von Euch (Müttern) ihre gesellschaftlich vage umschriebenen Grundpflichten. Und dann? Ist ab 18 ein jedes „Kind“ für sich selbst verantwortlich. „Nein. Ich habe bestimmt nicht alles richtig gemacht. Aber ich hab's auch nicht leicht gehabt. Und NUN lasst mich alle in Ruhe!“ So einfach ist das?

Wenn Ihr (Frauen) dieser Verantwortung dem Kinde ggü nicht nachkommen wollt, dann lasst es und setzt auch keine Kinder in die Welt! – Aber nicht, dass hier nun ein Missverständnis aufkommt: Die erste Pflicht, Schwangerschaft zu verhüten, sehe ich beim Mann! Und der Wunsch, Kinder in die Welt zu setzen und Kinder ins Leben zu begleiten, sollte IMMER einvernehmlich sein.

Ich hatte schon nach Deinem ersten Kommentar die Zeit bedauert, die ich mit meiner Antwort verschwendet hatte. Und dann auch noch Dein zweiter Kommentar!

Nun gut. Kommen wir zum Vater. Der war vllt auch nicht das, was man von einem Vater erwarten möchte. Vllt war er noch nicht einmal das, was man wenigstens von einem Vater erwarten KANN! Und: Ja, dem Vater wird es regelmäßig gesellschaftlich noch immer leichter gemacht, seinen Pflichten nicht angemessen nachzukommen. Und: Jawohl! Vllt hat auch der Vater nichts als Bockmist gebaut, als Vater. Vllt hat der Vater nichts als versagt, als er als Vater den Kindern einer hätte sein sollen: ein Vater. – Aber Du selbst hast geschrieben, dass der fragliche Deiner Söhne jahrelang beim Vater gratis gewohnt habe. Hat der Vater sich später besonnen? Hat der Vater ihm später unter die Arme gegriffen, wo der Sohn dem Leben nicht gewachsen war? Und war DAS dann nun falsch?

Du aber ringst hier offenbar nur darum, auch stets brav zum Muttertag beklatscht zu werden für Deine Heldentaten als Mutter. Und wo das nicht genügt, da willst Du wenigstens das mitleidige Verständnis der Welt und dieser „Gemeinde“ von Ratgebern – und stramm darin bestärkt werden, Deine Gleichgültigkeit sei nichts als recht und billig.

Da muss einem ja speiübel werden, wenn man liest, wie hier schon wieder eine darum ringt, weder sich selbst noch der Welt eingestehen zu müssen, dass sie tapfer 3 Kinder „großgezogen“ hat. Und es nichts als verbockt hat!

Kommentar von baerbelvil ,

Hallo frederik, wenn man liest, wieviel und was du zu meinem thema schreibst, kommt einem schon der verdacht, dass du so eine art mütter-/frauenhass entwickelt hast. Kann es sein, dass du vielleicht selbst "opfer" einer mutter bist, die sich in deinen augen nicht ausreichend gekümmert hat? Woher willst du überhaupt wissen, wie sehr oder wie wenig ich mich um meine söhne gekümmert habe? Du kennst mich gar nicht und willst dir trotzdem ein urteil erlauben. Du weißt auch nicht, unter welchen umständen ich damals gelebt habe. Ich weiß, man sollte nichts mit der vergangenheit vergleichen, und dennoch muss ich feststellen, dass es in früheren zeiten durchaus üblich war, dass kinder mit sogar 15/16 jahren ihr elternhaus verließen und selbständig werden mussten. Und das haben sie auch gut hingekriegt! Beweise dafür gibt es genug in büchern und auch im fernsehen. Außerdem wollen doch die meisten sich ab einem gewissen alter sowieso nichts mehr sagen lassen. Aber wenn dann alles schief läuft, dann wird plötzlich wieder an mutter´s tür geklopft und wir sollen springen. Nein, ich bleibe bei der aussage: Man ist nicht sein ganzes leben verantwortlich! Und mit dieser meinung stehe ich bei weitem nicht allein da, wie man sieht! Das heißt natürlich nicht, dass man nicht trotzdem hin+wieder mal hilft, soweit man selbst dazu in der lage ist. Nur als alleiniger sündenbock lassen wir mütter uns nunmal nicht abstempeln. Den schuh ziehen wir uns nicht an!!

Kommentar von frederick ,

Du schreibst von dem „alleinigen Sündenbock“? Bloße Abwehrhaltung. Denn ICH habe von „alleinig“ nichts geschrieben. Aber DU hast eine Frage gestellt, nicht Dein einstiger Ehemann und der Vater Deiner Kinder.

Du schreibst, dass Du mit Deiner Meinung nicht allein dastehst? Gesellschaft schützt sich kollektiv dagegen, dass die Elterngeneration angegriffen wird.

Du schreibst von „Beweisen“, dass Eure Vernachlässigung nichts kaputt gemacht habe – die Du aus Büchern und aus dem Fernsehen ziehst? Dir ist wohl nicht klar, dass dort die publikumstauglichen Geschichten platziert werden – d.h. dass die Geschichten derjenigen zu finden sind, die es geschafft haben, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Das bloße Scheitern will doch kaum einer lesen oder sehen! Geschichten vom Scheitern sind als Massenprodukt nicht rentabel! Du nimmst von 100 Gescheiterten die zwei oder zehn heraus, die – nicht unbedingt wegen ihres Weges, aber wegen ihres letztendlichen Auferstehens – vorzeigbar sind. Und willst mir damit irgendetwas beweisen?

Entschuldige, aber Du hast NICHTS verstanden. Nichts von der Gesellschaft, nichts von Deinem eigenen Scheitern. Und nichts von den Fluchten, an denen nicht nur Du selbst Dich aufrecht hälst – sondern eine ganze Gesellschaft sich darauf geeinigt hat, dass dieses der Konsens sei.

Alle Gesellschaften in all der Geschichte haben die meisten niedergetreten, klein gemacht und zum bloßen Scheitern verurteilt. Die großen Geschichten sind die rühmlichen Ausnahmen. Die Du zum Standard erheben willst, um Dir selbst auf die Schulter klopfen zu können.

Schau bitte einmal genau hin! Schau Dir an, mit welchen unterschiedlichen Mitteln unterschiedliche Gesellschaften und unterschiedliche Epochen das Scheitern des Einzelnen vereitelt haben – oder ihn vernichtet haben. Setze Dich einmal auseinander, mit welchen Mechanismen eine „moderne“ Gesellschaft Scheitern nicht einmal mehr vereitelt – sondern Scheitern verurteilt, damit der Einzelne aus Scham das eigene Scheitern schon hinreichend selbst vertuscht.

Habe ich mir ein Urteil über Dich erlaubt? Mitnichten habe ich ein Urteil gesprochen. Denn wenn ich hier geurteilt hätte, dann hätte ich mit 7 Zeilen mit Dir abschließen können. Hätte ich das gewollt, dann – glaube mir – hätte ich erst die Zeit gar nicht verschwendet. Aber ich habe versucht, Dir mit Ausführlichkeit etwas aufzuzeigen. Du hast es abgeschmettert. Ich bin deutlich und auch drastischer geworden. Du weist noch immer von Dir. Ich habe nichts als aufzeigt, was Du zwischen den Zeilen zu verbergen suchst. Aber Du leugnest, weist von Dir, DU veruteilst – und Du bepuderst Dich mit Bestätigungen, die Dir wohlgefällig sind.

RAT hast Du hier keinen gesucht. Sondern bloß Selbstbestätigung. Und das ist auch kein Urteil: Das ist das, was Du hier bietest. Das ist DAS, was Du auch durch Deine Kommentare an mich offenlegst. Das ist, was Du im Austausch mit anderen offenbarst. Das ist, was Du mit nichts deutlicher zum Ausdruck gebracht hast, als, was Dir die hilfreichste Antwort war.

Antwort
von musenkumpel, 41

Immer die anderen schuld, der Sohn, der Vater. Am besten noch der Nachbar mit dem kläffenden Hund?!
Wenn für dich die anderen Schuld sind, bist du für die anderen Schuld. Er ist dein Spiegelbild.

Halt dich bei den Angelegenheiten der anderen möglichst heraus. So nach der Grundschule ist die meiste Erziehung eh gelaufen und er will jetzt endlich auf eigenen Füßen stehen - wie auch immer das gerade läuft!

Nur willst du dich weiter einmischen, wirst du ihm jedesmal die Füße wieder wegziehen. Ein Kind kann nur laufen lernen, wenn man es los lässt. Menschen können nur Verantwortung lernen, wenn sie mal auf sich alleine gestellt sind.

Wenn du ihm rein redest - hat er je um Hilfe gebeten? Also lass ihm mal Zeit und sei erstmal auf dich bedacht, deine eigenen Dinge zu erledigen. Irgendwann wird er dann auf dich zu kommen, wenn es an der Zeit ist.

Sei tolerant und akzeptier Alles an ihm - inklusive ihn zu lieben, seinen Lebensweg und wie er sich da heraus entwickelt. Sei offen genug, Bindungen wieder aufzubauen wenn es soweit ist.

Wenn ihr nicht vor euch Mauern und Steine auftürmt über die ihr nicht mehr hinwegsehen könnt, legt keine Steine mehr drauf.

Kommentar von baerbelvil ,

Ha, ha, das ist jetzt echt mal lustig! ICH mische mich doch gar nicht in seine Angelegenheiten, sondern ER mischt sich in meine, und glaubt ständig, alles über mich zu wissen. Und was bitte heißt KIND? Das Kind ist ein erwachsener Mann mittleren Alters!! Er war lange genug (über Jahre) auf sich alleine gestellt. Und pardon - aber ALLES muss ich nicht an ihm akzeptieren! Es sei denn, er würde das auch bei mir so machen, was nicht der Fall ist.

Antwort
von Sciled, 51

Hey lass mit dir so nicht umgehen! Ich würde ihn eine Ansage machen und er soll sich dann wieder melden mit einer Entschuldigung und einer Veränderung! Bitte lass mit dir so nicht umgehen. :/

Antwort
von striepe2, 38

Aus eigener, ähnlicher Erfahrung: Brich den Kontakt ab. Soll er sich ein anderes Opfer für seine Attacken suchen! Nach einiger Zeit merkst du, es geht dir damit viel besser. Alles Gute.


Antwort
von psalterium, 57

Eine Einschätzung von außen ist immer schwierig - aber das ist dir vermutlich klar. Ich persönlich finde, dass fallen lassen die letzte Alternative sein sollte, gerade bei familiären Beziehungen ist das eine traurige Sache. Andererseits musst du dir das natürlich nicht bieten lassen, wenn du damit nicht einverstanden bist. Du hast vermutlich wirklich nicht alles richtig gemacht (wer tut das schon?), wenn dein Sohn dir deine Fehler aber immer wieder vorwirft, schiebt er die Verantwortung von sich selbst. Denn die letzten 20 Jahre hat er vermutlich selbstständig gelebt und ist seitdem selbst für sich und seine Handlungen verantwortlich.

Führe ein Gespräch mit ihm und äußere deine Bedenken. Manchmal hilft es in solchen Situationen sehr, einen Brief zu schreiben. So kann er nicht sagen "Nerv mich nicht damit", du musst dich nicht rechtfertigen und er kann ihn sich mehrmals durchlesen und Gedanken darüber machen. Falls ihr eure Beziehung nicht wieder hinbekommt - denn gesund scheint die nicht zu sein, musst du deine Konsequenzen ziehen.

Kommentar von baerbelvil ,

Würde ich ja gerne (Konsequenzen ziehen), wenn er mich denn ließe. Leider begegnen wir uns gezwungenermaßen immer wieder, wenn er seinen Opa besucht und ich ebenfalls. Da entlädt sich dann die aufgestaute Wut bei ihm. Und mein alter Vater kriegt das auch noch mit. Eine unschöne Sache!

Antwort
von FuehledasMeer, 31

Das du den Kontakt abbrichst hat nichts damit zu tun ihn fallen zu lassen. Du musst an dich und deine Gesundheit denken und wenn dir der Kontakt nicht gut tut, dann beende ihn. Dein Sohn macht es sich einfach und gibt anderen die Schuld an seinem Elend und seinem Handeln. Sowas hast du nicht nötig. Ich war auch mal kurz davor den Kontakt zu meiner Familie abzubrechen...

Kommentar von baerbelvil ,

Danke! Es tut gut, zu hören, dass man kein Einzelfall ist!

Antwort
von Biberchen, 44

versuch ihm am Telefon abzuwimmeln, vielleicht merkt er nach einiger Zeit das du keine Lust hast dich mit ihm zu unterhalten.

Antwort
von beangato, 37

Meine 3 söhne sind heute 36,35 und 31 jahre alt

Aus einer anderen Frage von Dir.

Wenn Du schon Fragen stellt, solltest Du bei der Wahrheit bleiben.

Um nun Deine Frage zu beantworten:

Brich den Kontakt ab.

Ich habe auch 3 Kinder in etwa dem gleichen Alter. Würden sie mir so kommen wie dein Sohn Dir, wäre meine Tür verschlossen für sie.

Kommentar von baerbelvil ,

O.k.! Dann ist er eben 36! Das tut aber nichts zur sache. Er spricht im Zusammenhang mit meiner schlechten gesundheitlichen Verfassung von "Wehwehchen" und sagt, das ginge ihm "auf die Eier". Habe bestimmt mit einem Ausraster zu rechnen, wenn ich ihm sage, ich beende hiermit den Kontakt. Schrieb mir vorhin noch suf whatsapp, ich würde wohl die Beleidigte spielen. Mein jüngerer Sohn fragte neulich, was er denn eigentlich von mir wolle, wenn seiner meinung nach alles so verwerflich an mir sei. Das frage ich mich langsam auch! 

Kommentar von beangato ,

Du brauchst gar nichts zu sagen. Reagiee einfach nicht mehr auf irgendwelche Nachrichten.

Kommentar von baerbelvil ,

Das habe ich schon mehrfach versucht. Aber auf mein Schweigen folgen weitere verbale Attacken. Das regt ihn genauso auf.

Kommentar von beangato ,

Er regt sich auch wieder ab. Du musst nur hart bleiben.

Kommentar von baerbelvil ,

Sowas belastet auch die Partnerschaft. Mein Mann ist nicht mehr gewillt, sich das lange mit anzusehen. Für ihn ist mein Sohn sowieso abgehakt, weil er von ihm auch schon bedroht wurde. ER lässt sich das nicht mehr gefallen.

Kommentar von beangato ,

ER lässt sich das nicht mehr gefallen.

Dann solltest Du auch nicht tun.

Antwort
von nowka20, 15

zeige ihm, was ne "harke" ist

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