Frage von usagb 14.09.2013

Muss ich meinen Sohn einem schwer kranken Ereuger alleine überlassen?

  • Antwort von Steme 14.09.2013
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Das was ich aus dem Text herauslese Du willst den Kontakt auf alle Fälle vermeiden und redest ihn deswegen schlecht. Aber auch alle Menschen haben Rechte, dazu gehört auch der, wie du in abfällig nennst, 'Erzeuger'.

    Die genauen Zusammenhänge kenne ich nicht und bin auch geneigt, in solchen Fällen keiner der Parteien auch nur ein einziges Wort zu glauben, wenn deutlich wird, dass persönliche Abneigungen auf dem Rücken des Kindes ausgetragen werden.

    Geht zum Jugendamt, zieht vor Gericht und macht das, was die entscheiden, auch wenn dir das nicht passt. Solche Streitereien sind nur eines: Schlecht für das Kind

  • Antwort von Schokolinda 14.09.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    deine fragestellung legt nahe, dass du eine bestimmte antwort hören willst. trotzdem werde ich ein paar dinge aufschreiben, die du nach meiner meinung falsch siehst - weil du danach gefragt hast.

    wenn du mit gerichtlichen entscheidungen nicht einverstanden bist, dann mußt du berufung einlegen.

    dass der erzeuger erst dann an der beziehung stärkeres interesse zeigte, als ein konkurrent auftauchte, ist relativ normal: viele wissen nicht zu schätzen, was sie haben, und werden erst "wach", wenn sie gefahr laufen, etwas zu verlieren. das verpflichtet dich natürlich zu nichts und ich finde es auch richtig, gegen den wünschen des partners eine beziehung zu beenden, wenn man genug davon hat. allerdings muss das verhalten deines ex damals nicht heissen, dass er dir irgendetwas schlechtes wollte oder sonst was negatives über ihn sagt.

    dass dein ex jahrelang sich um das kind nicht kümmern wollte, ist nicht gut und es ist verständlich, dass du sauer bist. allerdings kann man sich ändern, mit erfahrung bewertet man eigenes verhalten anders, vielleicht bereut dein ex mittlerweile. und wenn du denkst, dass er trotz seiner reue ein entgegenkommen deinerseits nicht verdient hat, ist das nachvollziehbar. aber eigentlich solltest du ihm auch nicht entgegenkommen wegen seiner person, sondern wegen eures gemeinsamen kindes. viele kinder bewerten es als wichtig, die eltern zu kennen. auch wenn dein sohn jahrelang von seinem vater vernachlässigt wurde, kann trotzdem der wunsch nach dem vater bestehen.

    man kann jetzt sagen: ich kenne mein kind. man sollte bedenken, dass kinder gerne loyal sind und auch kleine kinder versuchen zu sagen, was man von ihnen hören will.

    dass dein ex abstreitet, dass etwas schief läuft, kann man sich denken. schliesslich kriegt er die schuld angelastet. er macht, was er macht, sicher nicht mit absicht, und ist sich daher keiner schuld bewußt. klar, dass es dann zum streit kommt.

    andererseits sollte man sich überlegen: liegt wirklich die schuld (allein) beim vater? wie schon geschrieben: kinder sind gern loyal. vielleicht kriegt euer kind mit, dass ein umgang mit dem vater nicht gewünscht wird und kommt dadurch in die zwickmühle? vielleicht hat er ganz andere probleme z.b. in der schule.

    eigenanamnese ist nichts negatives. auch du gehst zum arzt und erzählst ihm, was du für wichtig findest bzw. beantwortest fragen. das ist genauso eigenanamnese.

    "ich denke, da steckt noch viel mehr dahinter" - eine diagnose "schwere depressive episode", dazu noch rezidivierend reicht doch schon! dies ist eine "große" diagnose, die für eine große belastung des betroffenen spricht. die leute, die mit burn-out rumlaufen, über stress klagen und brav zur arbeit gehen, haben alle höchstens eine leichte episode. mit einer mittleren kann man nicht mehr arbeiten, mit einer schweren kommt man nicht selbständig aus dem bett. deinem ex geht es also phasenweise sehr schlecht.

    in schlechten phasen mag ein depressiver nicht erziehungsfähig sein, er kann sich dann ja nicht mal um sich selber kümmern. dies kommt aber nicht "aus heiterem himmel" - gerade noch zurechnungsfähig, dann in der nächsten minute nicht. dein ex merkt das schon, wenn sich was anbahnt. die frage ist, ob er verantwortungsvoll genug ist, dann den umgang anders zu gestalten. es ist sowieso davon auszugehen, dass er in diesen phasen schwerer depression sowieso kein interesse am umgang hat, da er überhaupt nichts zustande bringt.

    dass du zum elterngespräch mit ihm sollst, mag sehr unangenehm für dich sein. aber ihr seid nun mal beide die eltern und wenn man sonst alles für seine kinder tut, dann wird man doch diese stunde überstehen, da es ja dem kindeswohl dienen soll.

    dass dein ex dir nachstellt und dich belästigt, brauchst du dir natürlich nicht gefallen zu lassen. ich würde mir ein tagebuch schreiben, in dem ich alles festhalte und dokumentiere. wichtig sind beweise z.b. wenn er dir sms schickt, diese aufbewahren; oder eben zeugen. vielleicht lässt du dich anwaltlich beraten, ob du gegen ihn genug in der hand hast, um ihn anzuzeigen.

    dass dein ex jedes mal einen sack geschenke bringt, ist nicht ok. so wie du ihn schilderst, ist er vielleicht einfach so hilflos, dass ihm nichts anderes einfällt. dass er lieb und zuckersüß ist, kannst du doch aber nicht beklagen. oder wolltest du, dass er beim umgang mit deinem sohn grantig und gemein ist?

  • Antwort von Masomenos 14.09.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Verstehe dich da voll und ganz. Ist das Urteil der Richterin schon durch? Falls ja, würde ich Berufung einlegen, bis dahin müsstest du einen Aufschub des Rechtsbeschlusses bekommen.

    Hast du denn einen Anwalt? Der müsste ja gut informiert sein, was man in einer solchen Situation machen kann.

    Die Gutachten die über den Erzeuger erstellt wurden, sind ja nicht einfach von der Hand zu weisen. Man sollte darauf plädieren, dass die Sicherheit des Kindes nicht gewährleistet werden könnte.

  • Antwort von tipps4scheidung 23.09.2013

    Mein Rat: Halten Sie sich an das Urteil. Über ihre Sache wurde Recht gesprochen, dabei wurde die gültige Gesetzgebung berücksichtigt. Sie sind nicht diejenige die " Von mir aus, können betreute Kontakte ja weiterlaufen, aber alleine geht einfach nicht!" sagen kann. Dazu haben sie nicht das Recht. Das Umgangsrecht besteht zwischen dem Vater und dem Kind. Sie haben damit nichts zu tun. Sicherheit geben sie ihrem Sohn, wenn sie ihm klarmachen, dass er gerne zu seinem Papa darf und sie sich darüber freuen. Versuchen Sie nicht, dagegen vorzugehen oder den Umgang zu boykottieren. Ob bewusst oder unbewusst, sie selbst werden plötzlich als "manipulierender Elternteil" angesehen. Dann steht IHRE Erziehungsfähigkeit auf dem Prüfstand. Nicht selten wird einem Elternteil die Teilsorge oder das ABR vom Gericht entzogen. Zeigen sie sich aufgeschlossen und kooperativ, alles andere wird ihrem Kind schaden.

  • Antwort von AngeloM 14.09.2013

    Kann ich voll und ganz verstehen,ich würde das Urteil der Richterin auch nicht akzeptieren.Was sagt dein Rechtsanwalt ?

  • Antwort von adinchen24 14.09.2013

    Ich würde genau das selbe wollen und tun wie Du

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