Frage von ts0495, 61

Muss ich meinem Ausbildungsbetrieb davon informmieren, wenn ich einen Aushilfjob habe?

Hallo, ich fange im Ausgust eine Ausbildung im medizinischen Bereich an, arbeite jetzt als Aushilfe im Einzelheiten und ich möchte diesen Aushilfsjob noch ein paar Monate wärend der Ausbildung weiterführen. Ich möchte gerne ein BAB-Antrag (BerufsAusbildungsBeihilfe) beantragen. Dies kann ich Allerdings nur wenn ich eine eigene Wohnung habe. Deswegen muss ich solange ich keine Wohnung habe diesen Aushilfsjob behalten. Ich wohne vorübergehend bei meiner Schwester wo ich Geld zum leben dazugeben muss und dann kommen noch meine eigenen laufenden kosten. Unterm Strich bleibt mir da nicht viel übrig. Muss ich meinem Ausbilder unbedingt davon erzählen? Auch wenn es nur für ein paar Monate sein soll?

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Antwort
von Interesierter, 25

Du musst deinen Ausbildungsbetrieb in jedem Fall über deine Nebentätigkeit informieren.

Ob die Tätigkeit von deinem Ausbildungsbetrieb zu genehmigen ist oder nicht, ergibt sich aus deinem Ausbildungsvertrag.

Grundsätzlich aber darf die Nebentätigkeit deine Arbeit und den Erfolg der Ausbildung nicht behindern bzw. gefährden. Schon hier sehe ich ernsthafte Probleme auf dich zukommen, da deine Ausbildung eine Vollzeitstelle ist, neben der es noch Lerninhalte für die Berufsschule gibt, die du zuhause zu erledigen hast. Da bleibt für einen Nebenjob nicht mehr viel Zeit.

Antwort
von Xipolis, 12

Da ich weis, dass Du bereits über 18 bist, gelten für Dich nicht ganz so enge Maßstäbe wie für Minderjährige Ausbildende.

Die unten stehende Links behaupten teils, dass Auszubildende grundsätzlich verpflichtet sind, dem Ausbildungsbetrieb über eine Nebentätigkeit zu informieren. Demnach solltest Du dies tun spätestens bei Ausbildungsbeginn.

Bezüglich Nebentätigkeiten solltest Du unbedingt in Deinen Deine Ausbildungsvertrag sehen. Es kann auch sein, dass ein möglicher Tarifvertrag darüber Bestimmungen enthält. An die vertraglichen Regelungen musst Du Dich halten.

Entscheidend ist, dass durch Deine Nebentätigkeit nicht die erfolgreiche Durchführung Deiner Ausbildung gefährdet ist und Du auch nicht in einer Wettbewerbssituation zu Deinem Ausbildungsbetrieb bist.

Die IHK Rheinland-Pfalz schreibt dazu:

Nebentätigkeiten

Eine Nebentätigkeit anzunehmen, ist Auszubildenden nicht ausdrücklich verboten. Jedoch ist die Ausbildung als Vollzeitstelle gedacht. Die verbleibende Zeit der Auszubildenden sollte für Lern- und Freizeitaktivitäten genutzt werden. Die Nebentätigkeit kann also als unzulässig gelten, wenn sie dass Ausbildungsziel durch Vernachlässigung der Lernpflicht gefährdet. Auszubildende sind in jedem Fall verpflichtet, den Ausbildenden um Genehmigung zu ersuchen. Bei erwachsenen Auszubildenden darf genehmigte Nebentätigkeit zusammen mit der Ausbildungszeit nicht die oberste Grenze der zulässigen Wochenarbeitszeit von 48 Stunden überschreiten.

(https://www.pfalz.ihk24.de/Aus_und_Weiterbildung/ausbildung/Zeitstrahl_Betriebe/Waehrend_der_Ausbildung/Rechte_und_Pflichten/1280044)

Siehe auch:

Kommentar von Xipolis ,

Hier auch eine Information, die ich Dir dringend empfehlen würde: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Nebentaetigkeit.html#to...

Wenn im Ar­beits­ver­trag oder in ei­nem auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­ba­ren Ta­rif­ver­trag kei­ne Pflicht zur An­zei­ge von Ne­bentätig­kei­ten ent­hal­ten ist, muß der Ar­beit­neh­mer ei­ne Ne­bentätig­keit nur dann - d.h. von sich aus - an­zei­gen, wenn durch die Ne­bentätig­keit be­rech­tig­te In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers be­droht sind, al­so zum Bei­spiel dann, wenn durch die Ne­bentätig­keit Verstöße ge­gen das Ar­beits­zeit­ge­setz ein­tre­ten. Der Ar­beit­ge­ber hat al­so kei­nen all­ge­mei­nen An­spruch dar­auf, al­le Ne­bentätig­kei­ten des Ar­beit­neh­mers zu er­fah­ren.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 28

Bei einem Ausbildungsverhältnis handelt es sich in der Regel um einen Vollzeitjob, deshalb must du rechtzeitig mit deinem Ausbildungsbetrieb über die nebenberufliche Tätigkeit sprechen. Unter Umständen kann dein Ausbilder die Nebentätigkeit auch untersagen.

Antwort
von KleeneFreche, 32

Erstmal hast du die Pflicht den Chef über den Nebenjob zu informieren. Verbieten kann er ihn dir allerdings nur, wenn deine Arbeit bzw. die Leistung in der Berufsschule drunter leiden oder du bei einem Konkurrenzunternehmen arbeitest, was ja im Einzelhandel zu Gesudheitsbranche nicht der Fall sein dürfte.

Kommentar von KleeneFreche ,

Zusatz: Wenn du unter 18 bist, zählt das Jugendarbeitsschutzgesetz, und da darfst du über die 40 Stunden gar nicht kommen.

Kommentar von Xipolis ,

Ist über 18.

Antwort
von staffilokokke, 36

Ja, musst Du. Steht aber auch in Deinem Vertrag.

Kommentar von ts0495 ,

Nein, in meinem Vertrag steht nichts darüber ob ich neben der Ausbildung arbeiten darf.

Kommentar von staffilokokke ,

Da bin ich mir aber sicher, das es eine Klausel gibt, wonach Du Deinem Ausbilder bescheid geben musst.

Kommentar von Familiengerd ,

Da bin ich mir aber sicher

Woher nimmst du denn diese Gewissheit zu einem Vertrag, den Du überhaupt nicht kennst?

Es gibt absolut keine Notwendigkeit, dass das im Ausbildungsvertrag oder im Arbeitsvertrag thematisiert wird.

Kommentar von Xipolis ,

Gilt für Dich ein Tarifvertrag? Falls ja, auch dort bitte reinschauen.

Antwort
von Glueckskeks01, 31

Ja, der Chef muss Nebenjobs erlauben. Wenn du Pech hast, verbietet er es dir sogar. Ist meinem Kollegen grad erst passiert. Drücke die Daumen!

Kommentar von Familiengerd ,

Eine ausdrückliche Erlaubnis ist nur dann erforderlich, wenn vertraglich vereinbart wurde, dass eine solche Erlaubnis eingeholt werden muss.

Aber selbst dann muss (!) der Arbeitgeber die Erlaubnis erteilen, wenn nicht offensichtliche und durch Tatsachen belegbare Gründe gegen eine Erlaubnis sprechen (z.B. Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz wegen Überschreitung der Höchstarbeitszeit, Beeinträchtigung der Hauptarbeit/Ausbildung, Nebenjob als Konkurrenztätigkeit - nicht bloß in einem Konkurrenzbetrieb).

Denn grundsätzlich stellt das Verbot einer Nebentätigkeit einen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Berufsausübung und Berufswahl dar!

Kommentar von Glueckskeks01 ,

OK, dann steht das wohl in unserem Vertrag. Ich war der Meinung, dass das grundsätzlich so wäre.

Kommentar von Familiengerd ,

Aber auch dann, wenn nichts im Vertrag steht, muss der Arbeitgeber informiert werden.

Das steht zwar auch in keinem Gesetz so, ergibt sich aber zwangsläufig/logisch aus dem Recht des Arbeitgebers, unter den beispielhaft genannten Voraussetzungen eine Nebentätigkeit zu verbieten - denn ohne eine solche Information könnte er schließlich sein Recht nicht wahrnehmen.

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