Frage von Dusknxxx, 80

Muss ich meine Arbeit aufgeben, um BAFöG zu beantragen?

Hallo!

Aktuell bin ich Schüler an einem Abendgymnasium, gehe nebenbei einem 400,-€ - Job nach und lebe in einer Bedarfsgemeinschaft mit 3 weiteren Personen, welche auf Sozialhilfen angewiesen sind. Mein Problem ist, dass ich vom Jobcenter aufgefordert worden bin, für das kommende und gleichzeitig letzte Semester BAFöG zu beantragen. Wenn ich dies jedoch tue, muss ich insgesamt 4 weitere Fächer belegen, die meine Mitschüler bereits seit 2 1/2 Jahren haben und dementsprechend mehr wissen. Da ich einen Notendurchschnitt von 1,2 anstrebe, wären die weiteren Fächer "tödlich", da ich das Grundwissen nicht besitze und es mir binnen einem Monat zeitlich nicht aneignen kann.

Könnte ich nicht einfach den Mietanteil, welcher aktuell übernommen wird, nicht selber bezahlen und damit bewirken, dass ich kein BAFöG beantragen muss? Immerhin würde das Jobcenter dann keinen einzigen Cent mehr für mich bezahlen. Oder müssten dann die weiteren Personen der Bedarfsgemeinschaft Sanktionen befürchten?

Ich danke im Voraus für Eure Hilfe!

P.S: ich hätte nie gedacht, dass es schwer sein könnte, kein BAFöG zu kriegen.

Antwort
von isomatte, 26

Wenn du weißt das dir in deiner Situation kein Bafög - zusteht,dann beantrage doch einfach Bafög - und wenn dir tatsächlich keins zusteht,bekommst du einen Ablehnungsbescheid und den kannst du dann dem Jobcenter in Kopie zukommen lassen !

Verdienst du 400 € Brutto = Netto jeden Monat,dann hast du darauf 160 € Freibetrag und 240 € werden deinen Eltern als anrechenbares Erwerbseinkommen von deinem Bedarf abgezogen.

Außerdem werden sie ja noch Kindergeld ( 190 € )  für dich bekommen,solange du zur Schule gehst und unter 25 bist,dann hättest du mit dem Kindergeld ein anrechenbares Einkommen von min. 430 € pro Monat.

Ab 18 unter 25 steht dir derzeit ein Regelsatz von 324 € zu,dass würde bedeuten das noch etwa 106 € übrig bleiben,diese würden dann auf deinen Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) angerechnet.

Also die Warmmiete wird durch die Personen im Haushalt geteilt,dass ergibt dann den KDU - Kopfanteil.

Deine Eltern würden dann nur noch die Differenz als so genannte Aufstockung für dich gezahlt bekommen und außerdem zahlt dir das Jobcenter deine Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung,sollten deine Eltern keine versicherungspflichtige Beschäftigung haben,so dass du über einen Elternteil in der Familienversicherung sein könntest.

Du müsstest also jetzt schon ein Kostgeld an deine Eltern zahlen.

Kommentar von Dusknxxx ,

Das Problem ist jedoch, dass BAFöG an  einem Abendgymnasium nicht vom Einkommen der Eltern abhängig ist. Dies wäre nämlich der einzige Grund gewesen, warum man mir hätte BAFöG verweigern können. 
Sorry für die fehlenden Informationen. Hier eine Ergänzung:

- Ich lebe nicht mehr bei meinen Eltern, 

- Ich bin unter 25, doch über 18 Jahre alt,

- Ich bin über meine Eltern versichert.

Mit diesen Informationen noch einmal zur Ausgangsfrage zurück: kann ich, da ich ja 400€ (+Kindergeld) verdiene und lediglich ~130€ für mich gezahlt werden, einfach meinen "KDP" selber bezahlen, damit ich vom Jobcenter in Ruhe gelassen werde bzw. die Leute gar nicht mehr für mich zuständig sind? 

Ich müsste dann lediglich 7 Monate lang auf neue Sachen wie z.B. Schuhe oder Kleidung verzichten. Doch dies ist mir deutlich lieber als ein schlechterer Notendurchschnitt als 1,2. Ich brauche diesen nämlich für meinen weiteren Weg.

Kommentar von isomatte ,

Sicher kannst du jeder Zeit freiwillig auf Sozialleistungen verzichten,wenn du mit deinem Einkommen deinen Lebensunterhalt inkl.deiner KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) decken kannst dann mach das doch,dann hast du mit dem Jobcenter nichts mehr zu tun !

Freiwilliger Verzicht auf Sozialleistungen nach § 46 Abs. 1 SGB l 

Du schreibst dann also nur ein paar kurze Zeilen und gibst den § 46 Abs. 1 SGB - l an und das du ab Datum X freiwillig auf zustehende Leistungen verzichtest.

Kommentar von Dusknxxx ,

Ich danke Dir, isomatte - Du hast mir sehr geholfen. Es sollte definitiv mehr Menschen von Deiner Sorte geben!

Doch ehrlich gesagt bin ich nach deinem Beitrag ein wenig skeptisch. Gehen wir zur Klarstellung bitte auf das konkrete Beispiel ein: das Amt zahlt ~130€ meiner Miete. Wenn ich auf die Leistungen verzichte, muss ich dann nur die ~130€ bezahlen, richtig? 

Und die weiteren Personen der Bedarfsgemeinschaft hätten nichts zu befürchten?

Kommentar von isomatte ,

Wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst und in einer BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) leben würdest,dann muss es sich ja um deinen Partner handeln und noch Kinder dazu,wenn du von anderen Mitgliedern der BG - sprichst !

Ist das nicht der Fall,dann handelt es sich nicht um eine BG - wenn ihr euch nicht gegenseitig unterstützt,dann wäre es eine WG - die haben mit dir nichts zu tun.

Du bekommst dann deine 130 € nicht mehr und gut ist,dann zahlst du alles selber.

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