Frage von Christus994, 43

Muss ich mein erstattetes Zugfahrticket bei der Einkommenssteuererklärung mit angeben?

Guten Abend zusammen,

ich bin gerade das erste Mal dabei, meine Einkommenssteuererklärung zu erstellen. Mal ein paar Infos zur Situation, die ich hinterfragen möchte:

Ich fahre mit dem PKW jeden Tag 18 Kilometer zu einem Parkhaus, um von dort aus mit dem Zug den restlichen Weg zurückzulegen.

Es ist allerdings so, dass ich das Zugfahrticket von meinem Betrieb 1:1 erstattet bekomme.

Meine Frage ist nun: Muss ich die Zugtickets trotzdem bei meiner Einkommenssteuererklärung mit angeben, oder ist das für Finanzamt irrelevant, da ich es ja sowieso netto zurück erhalte. Die täglich gefahrenen 18 Kilometer mit meinem PKW kann ich ja sowieso pauschal absetzen, oder entfällt das dann durch die erstatteten Zugfahrtickets ?

Bitte um Antworten.

Antwort
von moreblack, 17

In der Regel ist es so: Du setzt die gesamte Wegstrecke von deiner Wohnung zum Arbeitsort an (google-Route), das ist ja dann die Entfernungspauschale (Pendlerpauschale). Hier muss die einfache Wegstrecke angegeben werden, sowie die Anzahl der Arbeitstage im Jahr.

Beispielrechnung: Gesamtstrecke sind 30km. Dann wird so gerechnet: 30km*220 Tage(Normalfall)*0,30€=1980€.

Der Arbeitgeber zahlt dir im Jahr 400€ für die Zugfahrkarte. Diese Summe wird normalerweise automatisch angerechnet, da diese auf der Lohnsteuerbescheinigung angegeben werden muss. Bleiben also in diesem Beispiel noch 1480€ absetzbare Kosten.

Achtung: Falls du keine anderen Werbungskosten mehr hast, werden durch die Entfernungspauschale effektiv nur 480€ abgesetzt.

Mit dieser Methode müsstest du günstiger weggekommen, als wenn du das ganze aufsplittest.

Kommentar von Christus994 ,

Was ist denn nochmal genau mit "anderen Werbungskosten" gemeint ? Was zählt noch so alles dazu ?

Kommentar von moreblack ,

Was Werbungskosten sind, kannste auch googlen. Aber Hauptsächlich handelt es sich hierbei um

- Entfernungspauschale

- Beiträge zu Gewerkschaften

- Bewerbungskosten

- Fachliteratur, sofern notwendig und nicht vom Arbeitgeber gestellt

- Fortbildungskosten, sofern nicht vom AG bezahlt

- Arbeitsmittel, sofern du diese selber kaufen musst (als Angestellter praktisch nicht relevant. Selbstständige können z.B. ein Arbeitszimmer mit kompletter Ausstattung absetzen, bei Angestellten wird das jedoch in der Regel nicht anerkannt. Bedingung ist dabei, dass das Arbeitszimmer bzw. die Arbeitsmittel wie PC, Drucker etc. ausschließlich beruflich genutzt werden)

Jedoch: Wenn alle diese Kosten zusammen unter 1000€ sind, hat dies keine Auswirkungen auf deine Steuer, da jedem Arbeitnehmer pauschal 1000€ abgesetzt werden für die Werbungskosten (Vereinfachung der Verwaltung). Wenn du durch deine Entfernungspauschale nun nachweisen kannst, dass du mehr als 1000€ Werbungskosten hattest, kannst du dementsprechend einen höheren Betrag absetzen. Wenn das dann aber insgesamt z.B. 1010€ sind, fällt das letzten Endes kaum ins Gewicht.

Antwort
von Helmuthk, 25

Ist der steuerfreie Zuschuss zu den Zugtickets auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen?

Wenn nein, lass die Kosten der Tickets weg.

Wenn ja, mache für die Bahnfahrten die normale Kilometerpauschale geltend, aber unter Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und setze die Erstattung des Arbeitgebers davon ab.


Kommentar von Christus994 ,

Der Zuschuss ist auf der Lohnsteuerbescheinigung angegeben, ja. Aber da ich den Preis des Tickets ja jeden Monat 1:1 wieder erhalte, müsste es das Finanzamt doch eigentlich überhaupt nicht interessieren, oder sehe ich das falsch ?

Kommentar von moreblack ,

Natürlich interessiert es das Finanzamt, der Arbeitgeber hat dir hier ja Geld gegeben.

Die Entfernungspauschale gilt nämlich für jeden, unanbhängig davon, wie er zur Arbeit kommt. Wer jeden Tag 10km zur Arbeit läuft, würde trotzdem diese Pauschale angerechnet bekommen.

Du gibts also in der Steuererklärung die gesamte Entfernung an, wie in meinem anderen Beispiel erklärt. Dafür kannst du einen Betrag geltend machen. Für einen Teil der Strecke hat dir der Arbeitgeber die Fahrkarte gezahlt, dieser Betrag taucht in der Lohnsteuerbescheinigung auf und wird von dem Gesamtanspruch abgezogen. Sonst würdest du ja doppelt profitieren.

Die Alternative wäre, so wie du evt. dachtest, die tatsächlich angefallenen Kosten anzusetzen. Da müsstest du dann für Arbeitsweg Teil 2 eben die Kosten für deine Fahrkarte angeben (die ja dann danach automatisch wieder abgezogen werden) sowie die Kosten, die für den Arbeitsweg Teil 1 mit dem Auto anfallen. Das ist meines Erachtens jedoch aufwändiger und wahrscheinlich kommt weniger raus als mit der anderen Methode.

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