Muss ich Mehrkosten bei der Wohnungsrenovierung bezahlen, wenn eine andere Malerfirma beauftragt wurde, als die vereinbarte?

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5 Antworten

Wortlaut der betreffenden Paragraphen: 1. Der Vermieter übergibt die Mieträume in folgendem mit dem Mieter vereinbarten Zustand: renoviert.

So weit so gut.

2. Die während der Dauer des Mietverhältnisses erforderlich werdenden Schönheitsreparaturen übernimmt der Mieter auf eigene Kosten. Im Allgemeinen werden die Schönheitsreparaturen in den Mieträumen in folgenden Abständen erforderlich sein: Küche/Bad/Duschräume: alle 4 Jahre, Wohn-/Schlafräume/Fluren/Diele/Toilette: alle 4 Jahre, sonstige Nebenräume: alle 6 Jahre. Die Fristen werden berechnet ab Beginn des Mietverhältnisses.

Wenn das wortwörtlich so im Mietvertrag steht ist es eine unwirksame Klausel weil es starre Fristen sind und somit besteht keine Verpflichtung zur Endrenovierung abgesehen von Wänden mit grellen Farben.

Habe ca. 1 Jahr mit meinem Ex zusammen gewohnt und wir standen zusammen im Mietvertrag. Nach der Trennung bin ich ausgezogen, er blieb in der Wohnung. Ich wollte aus dem Vertrag raus, seine Bedingung war es, dass ich mich zur Hälfte an den Renovierungskosten beteilige. 

Darauf hättest Du Dich nicht einlassen müssen, Du hättest ihn auf Zustimmung zur Kündigung verklagen können.

Wir haben uns dann auf eine Malerfirma geeinigt. Er sicherte mir (per Mail) zu, dass Mehrkosten die anfallen, von ihm getragen werden. Ich sicherte ihm (per Post) zu, die Hälfte der Kosten zu zahlen aber explizit auf diese eine Firma bezogen. Jetzt hat er einen anderen Maler beauftragt, der die Wohnung für mehr als das Doppelte renoviert hat und will jetzt die Hälfte des Geldes von mir haben. Ist das überhaupt rechtens? Er hatte doch zugesichert, alles was über den Kosten der ersten Firma liegt zu übernehmen und hat auch meinem Schreiben, in dem ich eben dies auch mit aufgenommen habe, nicht widersprochen. 



Du zahlst die Mehrkosten nicht, soll er doch klagen. 

Ihr hattet eine Vereinbarung die Du beweisen kannst und an Vereinbarungen hat man sich zu halten.

LG

johnnymcmuff

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Deine Frage gehört nicht ins Mietrecht sondern ins Vertragsrecht. Vereinbarungen (Verträge) sind mündlich und schriftlich gültig. Bei Streitigkeiten ist die Beweisbarkeit entscheidend.

"ich wollte aus dem Vertrag raus" das hatte nicht dein Ex allein zu entscheiden sondern euer Vermieter gemeinsam mit dem EX und dir. Deshalb konnte dir dein EX auch keine Bedingungen stellen. Richtig ist dennoch, dass die Herausgabe der Mietsache an den Vermieter euer gemeinsames Anliegen nach Ende des Mietvertrages sein musste, denn ihr beide habt gesamtschuldnerisch gegenüber dem Vermieter gehaftet.

Ob die Renovierung dem Vermieter tatsächlich geschuldet war, bliebe noch zu untersuchen. Was sagt dazu der Mietvertrag???

Hoffentlich ist euer Brief- und E-mailverkehr zugangssicher und damit beweiskräftig erfolgt. 

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Kommentar von Chalimera
31.05.2016, 15:23

Danke erstmal für die Antwort. Dass der Vermieter zustimmen muss, wenn eine Partei aus dem Vertrag ausscheiden will, ist mir bekannt. Da mein Vermieter zugestimmt hatte, habe ich das bisher nicht erwähnt. Nur musste mein Ex-Partner ja auch von sich aus einer Änderung zustimmen und an seine Unterschrift hat er eben die Renovierung geknüpft.

Der Mietvertrag sagt, dass die Wohnung so übergeben werden muss, wie sie zu Beginn des Mietverhältnisses war, in diesem Fall renoviert. Es mussten lediglich ein paar Kratzspuren von unserem Katzen ausgebessert werden, ansonsten befand sich die Wohnung in einem guten Zustand. Auch unser Vermieter bestand lediglich auf die Beseitigung dieser Schäden. Mein Ex-Partner hat jedoch die Wohnung komplett von der Malerfirma renovieren lassen, was natürlich zu großen Kostenanstiegen geführt hat.

Was genau versteht man im Bezug auf den E-Mail Verkehr unter zugangssicher?

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Dann gib ihm halt nur das, was vereinbart war. Wenn ihm das nicht passt, kann er ja klagen, wobei du ja anscheinend beweisen kannst, was vereinbart war.

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Als allererstes wäre zu klären gewesen, ob überhaupt eine Verpflichtung zur Renovierung bestand.

Wohnt denn der Ex noch immer in dieser Wohnung?

Wenn ja, warum musste renoviert werden?

Stell doch bitte den Text der betr. Klauseln des MV hier ein. Keineswegs ist es klar, dass überhaupt renoviert werden musste.

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Kommentar von Chalimera
31.05.2016, 16:09

Es war ja mein Anliegen einen Mietänderungsvertrag zu erwirken, in dem ich aus dem Mietverhältnis entlassen werde, da mein Ex noch in der Wohnung gewohnt hat und ich nicht mit für evtl. Schäden seinerseits haftbar gemacht werden wollte.

Er wollte dann, dass ich mich verpflichte in X Jahren, wenn er dann mal auszieht, die Hälfte der Renovierungskosten zu zahlen. Da ich jedoch nicht auf irgendwas festgelegt werden wollte, dass unbekannt in der Zukunft liegt (wer weiß wie die Wohnung dann ausgesehen hätte), bestand ich auf eine sofortige Renovierung mit den bisher entstandenen Schäden.

Dann habe ich über meinen Vermieter erfahren, dass mein Ex ausgezogen ist und (einseitig) den Mietvertrag gekündigt hat, dementsprechend wohnt er jetzt nicht mehr in der Wohnung. Die ganze Sache ist zugegebenermaßen sehr verstrickt.

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Für eine bestimmte Firma habt ihr ein Angebot und ihr hattet Euch darauf geeinigt, dass Du von diesen Kosten lt. Angebot die Hälfte bezahlst.

Dann zahl jetzt genau das und ignoriere die Forderung, die doppelt so hoch ist. Wenn Du das bezahlt hast, hast Du Deinen Teil erfüllt. Wenn er mehr will, soll er Dich verklagen.

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