Frage von bettina90, 149

muss ich Mahngebühren zahlen obwohl ich nie eine Mahnung bekommen habe - Zahlung war offen, war Versehen und es kam nichts - dann Rechnung von Inkassobüro?

Antwort
von bettina90, 86

ich möchte etwas konkreter werden (in der Fragestellung geht sich platzmäßig ja nichts aus):

Mahngebühren wurden gefordert, Spesen fürs Inkassobüro, für die Adressausforschung, Kosten für die Mahnschreibung ... die Zahlung ist zwar erfolgt, aber es wurde aus Versehen zu wenig überwiesen. Der Rest - und die Mahngebühren - werden sicherlich zu zahlen sein.

Aber die Adressausforschung? Die Adresse steht komplett richtig in den Daten des Versandhauses. Pakete und Rechnungen sind ja schließlich auch angekommen.

Und warum Kosten für Erstmahnung, Telefoninkasso kombiniert mit Mahnschreiben? Ist eine Rechnung vom Inkassobüro denn eine Mahnung bzw. Erstmahnung?

Also wegen 17 Euro sind jetzt 126 Euro zu zahlen (35 alleine für die Adressausforschung!).

Kommentar von kevin1905 ,

Mahngebühren wurden gefordert

Mahnung wurde nicht zugestellt, also nicht erstattungspflichtig.

Spesen fürs Inkassobüro

Wie hoch und welche Gebührensatz steht da drauf (0,3; 1,0 oder 1,3)?

Kosten für die Mahnschreibung

Hö? Mahngebühren werden zweimal gefordert?

Die Adresse steht komplett richtig in den Daten des Versandhauses.

Komplett streichen. Rechtswidrige Kostentreiberei, wenn die Adresse bekannt war.

Wenn noch etwas von der Hauptforderung offen ist, überweise dies an den Gläubiger (nicht ans Inkassobüro) und deklariere dies in der Überweisung auch entsprechend (nur Hauptforderung).

Widerspreche dem Rest gegenüber dem Inkassobüro

Antwort
von EXInkassoMA, 70

Die Gebuhren sind nicht mal ansatzweise durchsetzungsfaehig und werden mangels Erfolgsausichten sicherlich nicht eingeklagt 

Ist kein lastschriftstorno? 

Antwort
von konstanze85, 74

Wenn ein fester Zahlungstermin in der Rechnung angegeben wurde, dann ist es nicht nötig nochmal anzunahmen, der Schuldner befindet sich dann automatisch im Zahlungsverzug, wenn diese Frist abgelaufen ist und der Gläubiger kann direkt ein Inkassounternehmen beauftragen.

In Deinem Fall werden es wohl keine Mahngebühren sein, dieauf die offene Forderung raufgeschlagen wurden, sondern Verzugszinsen. Es kann auch sein, dass versucht wurde die Schuldsumme von Deinem Konto einzuziehen und dieses nicht gedeckt war, dann kämen noch Stornogebühren dazu.

Außerdem fordert auch das Inkassounternehmen von Dir eine extra Gebühr, die arbeiten ja auch nicht umsonst, bzw. der Gläubiger fordert von Dir das Geld, das er für die Beauftragung eines Inkassounternehmens ausgeben musste.

Kommentar von franneck1989 ,

Auch du bitte nochmal den §286 BGB und Urteile dazu studieren. Ein Zahlungstermin auf der Rechnung reicht NICHT aus, es bedarf vielmehr einer vertraglichen Vereinbarung

Kommentar von mepeisen ,

Außerdem fordert auch das Inkassounternehmen von Dir eine extra Gebühr, die arbeiten ja auch nicht umsonst, bzw. der Gläubiger fordert von Dir das Geld, das er für die Beauftragung eines Inkassounternehmens ausgeben musste.

Dieter Bohlen arbeitet auch nicht umsonst. Und wenn er mit der persönlichen Zustellung eines Mahnbriefes beauftragt wird, bezahle ich dessen Gage trotzdem nicht.

Dass Inkassos nicht für umsonst arbeiten, interessiert niemanden und ist kein Argument. Der Gläubiger kann selbst Mahnbriefe schreiben, das will er ja auch getan haben. Große Konzerne haben keine Hilfe eines Inkassos nötig.

Und dass Inkassos nicht für umsonst arbeiten, ist ebenso falsch. Im großen Masseninkasso arbeiten sie immer für umsonst. Sie garantieren immer dem Auftraggeber, dass dieser 0€ bezahlen muss. Andernfalls würden die großen Konzerne kein Inkasso beauftragen. Die Konzerne wollen sich ja Geld sparen und sich keinem unnötigen Kostenrisiko von mindestens 70€ aussetzen. Das wäre kaufmännisches Harakiri.

Antwort
von Schuhu, 63

Durch dein Verhalten (Rechnung nicht bezahlt) sah sich das Unternehmen gezwungen, ein Inkasso-Büro einzuschlaten. Die Kosten gehen also auf dein Konto.

Es ist zwar gute kaufmännische Gepflogenheit, mehrere Mahnungen zu verschicken, aber keineswegs vorgeschrieben. Wenn unter der Rechnung zum Beispiel zahlbar in 14 Tagen steht, dann bist du bei Nichtzahlung nach zwei Wochen im Verzug.

Kommentar von kevin1905 ,

Durch dein Verhalten (Rechnung nicht bezahlt) sah sich das Unternehmen gezwungen, ein Inkasso-Büro einzuschlaten.

Das ist schön für das Unternehmen und deren gutes Recht, aber nicht das Problem des Fragestellers.

Die Kosten gehen also auf dein Konto.

Nein, nicht zwingend. Inkassokosten sind nur dann erstattungspflichtig wenn diese

  • Durch die Beauftragung dem Gläubiger tatsächlich Kosten entstehen (§ 4 Abs. 5 RDGEG)
  • Sie zweckdienlich und notwendig waren (folgt aus § 254 BGB)

Sind sie aber i.d.R. nicht. Geschäftserfahrene Gläubiger brauchen für ihr Mahnwesen keine Hilfe externer Rechtsdienstleister. Wenn sie doch welche beauftragen und dann meist auf Flatrate oder kostenfrei (Erolgsbasis) besteht keine Grundlage für den Fragesteller diese Kosten zu erstatten.

Wenn unter der Rechnung zum Beispiel zahlbar in 14 Tagen steht, dann bist du bei Nichtzahlung nach zwei Wochen im Verzug.

Auch das stimmt so nicht, denn "in 14 Tagen" ist nicht eindeutig kalendarisch bestimmbar. Ab wann gelten die 14 Tage? Wann wurde die Mahnung zugestellt? Es müsste dort schon ein konkretes Datum stehen, wie z.B. "zahlbar bis 28.03."

Aber auch das würde noch nicht vollends reichen, da der Termin auch vertraglich oder z.B. durch AGB bzw. gesetzliche Bestimmungen bestimmt sein muss.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Schuhu !

Stimmt nicht 

Antwort
von Kirschkerze, 75

Wenn auf der Rechnung ein fester Zahlungstermin vereinbart war bzw. eine Zahlung aufgrund Lastschriftrückgabe geplatzt ist dann ist es gesetzlich nicht verpflichtend irgendeine Mahnung zu schreiben und das Ganze darf direkt weiter zum Inkassobüro.

Kommentar von kevin1905 ,

Ein Verbraucher kommt niemals automatisch in Verzug, es sei denn die Fälligkeit wurde vertraglich oder gesetzlich eindeutig bestimmt vereinbart (z.B. zahlbar bis zum 21.03.)

Die 30 Tage gelten gegenüber Verbrauchern nur, wenn darauf explizit hingewiesen wurde!

§ 286 BGB vielleicht mal bis zum Ende lesen und nicht in der Mitte aufören.

Kommentar von Kirschkerze ,

"wurde vertraglich oder gesetzlich eindeutig bestimmt vereinbar"

Ein "Zahlen bis" Datum auf einer Rechnung ist für dich dann bitte WAS? 

Ich habe nicht von "nach 30 Tagen nicht Zahlen bist du automatisch im Verzug" gesprochen, also ist meine Aussage vollkommen korrekt

Kommentar von kevin1905 ,

Ein "Zahlen bis" Datum auf einer Rechnung ist für dich dann bitte WAS?

Erstmal nur ein Wunsch.

Die Fälligkeit einer Rechnung ist Teil einer vertraglichen Vereinbarung. Ein Vertrag ist die übereinstimmende Willenserklärung von zwei Personen. Kann auch über AGB vereinbart werden.

Aber wenn hierzu nichts in Kaufvertrag oder AGB steht, gilt grundsätzlich BGB.

Das sind alles theoretische Diskussionen, da wir nicht wissen, was zwischen Kunden und Versandhandel vereinbart wurde.

Kommentar von konstanze85 ,

Ein Verbraucher kommt niemals automatisch in Verzug,

Falsch, denn wie Du schon selbst schriebst, gibt es neben den vertraglichen Vereinbarungen auch die gesetzlichen.

Die 30 Tage gelten NICHT nur, wenn explizit darauf hingewiesen wurde. Wenn nichts anderes vereinbar wurdede, befindet man sich ab Tag 31 im Zahlungsverzug

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn nichts anderes vereinbar wurdede, befindet man sich ab Tag 31 im Zahlungsverzug

Ich weiß ja nicht welches Gesetzbuch du konsultierst, aber wo im BGB finde ich das?

Wenn nämlich der automatische Verzug aus Absatz 3 nicht greift, dann schau doch noch einmal in Absatz 1, da steht es bedarf einer Mahnung.

Eine Mahnung ist eine einseitige empfangsbedürfitge Willenserklärung. Der Empfang lässt sich hier nicht nachweisen.

Kommentar von mepeisen ,

Der erste Absatz war noch richtig, denn natürlich ist Kevins Aussage so pauschal nicht richtig, denn es gibt durchaus Wege, wie man als Verbraucher automatisch in Verzug gerät. Diese Ausnahmeregelungen treffen hier zwar offenbar nicht zu, aber Kevin war da etwas zu schnell beim Schreiben.

Dein zweiter Absatz ist allerdings wieder absoluter Blödsinn. Die 30 Tage gelten nicht einfach so. Man muss in der Rechnung auf die 30-Tages-Regel hinweisen, nur dann gilt es. Und ist der Kunde Verbraucher, muss sogar eine ausführliche Abhandlung auf der Rechnung stehen, welche Folgen passieren, wenn man nach 30 Tagen nicht bezahlt hat. Erst dann gilt es.

Und ich habe persönlich in den vielen Jahren, wo ich mich mit dem Thema beschäftige oder als Verbraucher unterwegs bin, noch NIE irgendeine Rechnung gesehen, auf der so eine ausführliche Abhandlung steht, wie der Bundesgerichtshof sie verlangt. Der BGH verlangt sie natürlich deswegen, weil das im Gesetz drin steht.

Insoweit stellt sich die Frage, wo du diesen Quatsch, den du verbreitest, her hast.

Kommentar von mepeisen ,

Verbreitest du wieder deinen hahnebüchenen Blödsinn? Wie oft muss man dir in diesem Forum noch erklären, dass du Märchen erzählst? Du weißt es doch mittlerweile besser.

Die Rechnung gehört NICHT zum Vertrag. Eine Zahlungsfrist in der Rechnung löst NICHT den Verzug aus.

Und nein, die BGB 30-Tages-Regel gilt gegenüber Verbrauchern nicht einfach mal so. Die Anforderungen an die Belehrung, die man auf der Rechnung als Gläubiger schreiben muss, sind vergleichsweise hoch. Ein einfaches "Sie sind nach 30 tagen in Verzug" reicht da absolut nicht aus.

Für beide Fakten gibt es entsprechende Urteile des Bundesgerichtshofs. Wieso also verbreitest du trotz besserem Wissen weiterhin diesen Blödsinn? Nur Inkassobüros verbreiten stur diesen rechtlichen Unsinn und wollen so gezielt Falschinformationen verbreiten. Ich frage dich einmal mehr: Für welches Inkasso arbeitest du?

Dass man bei der Rücklastschrift automatisch in Verzug ist, da Gerichte das mit einer Weigerung gleichsetzen oder mit einer "Selbst-Mahnung", ist zwar richtig. Aber das ist trotzdem kein Grund für Kostentreiberei über Inkassobüros. Erst Recht nicht, wenn das Inkasso nichts anderes macht als einen Mahnbrief zu verschicken, den auch das Inkasso selbst problemlos verschicken kann. Davon abgesehen trifft das aber nicht den fall, da hier keine Rücklastschriftgebühr gefordert wird.

Antwort
von Jewi14, 79

Vor paar Jahren wurde das Gesetz zur beschleunigten Bezahlung eingeführt, was im Grunde "nur" eine Änderung im BGB war.

Eine Regelung war, dass es eben nicht ausdrücklich eine Mahnung bedarf. Besonders dann nicht, wenn das Zahlungziel deutlich erkennbar ist. Bespiele: zahlbar bis 20.03.2016 oder  innerhalb von 2 Wochen nach Poststempel. Genau wurde die Regelung eingeführt, wenn der Händler dem Verbraucher darauf hinweist, dass eine Forderung ohne Mahnung nach 30 Tagen fällig wird.

Ich gehe mal davon aus, dass genau das bei dir passiert ist.

Kommentar von franneck1989 ,

Du lässt deiner Fantasie leider etwas freien Lauf. Generell ist immer eine Mahnung erforderlich. Ausnahme Nr.1 wäre ein vertraglich vereinbarter Zahlungstermin (z.B. Mietvertrag, deine Beispiele erfüllen diese Voraussetzungen nicht). Ausnahme Nr.2 ist die von dir genannte 30-Tage-Regel

Kommentar von mepeisen ,

Da hast du mehrere Dinge völlig falsch verstanden.

Einer Mahnung bedarf es nicht, wenn im Vertrag bereits eine Zahlungsfrist nach dem Kalender bestimmt ist. Bei Online-Versandhäusern ist das nie der Fall. Und nein, eine Zahlungsfrist in der Rechnung hat rechtlich 0 Auswirkungen, da die Rechnung nicht zum Vertrag gehört.

Und der einfache Hinweis auf die BGB-30-Tagesregel reicht auch nicht aus, um die Mahnung wegzulassen.

Antwort
von kevin1905, 87

Der Nachweis der Zustellung einer Mahnung ist durch den Absender zu erbringen, wenn er die Kosten dafür erstattet verlangt.

Inkassokosten sind i.d.R. kein zu ersetzender Verzugsschaden.

Deine knappen Sachverhaltsangaben machen eine konkretere Einschätzung jedoch schwierig.

Dun dun.

Kommentar von Kirschkerze ,

Du hast scheinbar auch Schwierigkeiten bei dem Lesen und Verstehen der Frage, nicht nur bei den Antworten. Gut dann liegts nicht an mir :P

Kommentar von mepeisen ,

Du hast offenbar Probleme damit, endlich mal zu lernen, dass du selbst nur Blödsinn verzapfst. Wir hatten schon so oft die Diskussion. Du verbreitest Unsinn, der nicht mal ansatzweise mit der Realität überein stimmt.

Was Kevin hier geschrieben hat, ist vollkommen richtig. Vor Gericht muss der Gläubiger nachweisen, dass die Mahnung zugestellt wurde. Wurde sie das nicht, hat er per se keinen Anspruch auf Erstattung der Verzugskosten, da kein Verzug vorgelegt hatte.

Bei großen Konzernen urteilen die täglich damit befassten Amtsgerichte, dass Inkassokosten kein zu ersetzender Verzugsschaden sind. Auch hier liegt Kevin also richtig.

Kommentar von bettina90 ,

habe oben einen Kommentar mit weiteren angaben verfasst. man darf ja nur paar Buchstaben und auch nur eine frage schreiben.

Kommentar von kevin1905 ,

Nee, du hast 5.000 Zeichen pro Frage und musst nicht alles in die Überschrift quetschen!

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