Frage von nobytree2, 23

Muss ich Kapitalertragsteuern aus einem Depot einem deutschen Finanzamt erklären, wenn ich meinen Wohnsitz in den USA habe?

Nach § 44 Abs. 1 EStG entrichtet das depotführende Kreditinstitut die Kapitalertrag aus Veräußerungsgewinnen für Rechnung der Wertpapierinhaber als Abgeltungssteuer.

In der Entrichtung der Steuer teilt das Kreditinstitut dem Finanzamt auch den bisherigen Inhaber der veräußerten Wertpapiere mit bzw. den Gläubiger des Auskehrungsbetrages. Somit weiß das Finanzamt alles, die Kapitalertragsteuer ist eine Abgeltungssteuer und ich muss - egal ob ich den USA oder Deutschland meinen Wohnsicht oder meinen Aufenthalt habe - nichts mehr tun (außer ich will einen niedrigeren Steuersatz oder eine Anrechnung oder sonst eine Besserstellung). Liege ich damit richtig, dass ich Steuern aus Depotauflösungen oder Verkäufen aus dem Depot nie erklären muss, da das Finanzamt alle Informationen von der Bank bekommt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ernsterwin, 13

Ja, die Steuern sind abgegolten und werden deshalb nicht erklärt - siehe auch http://abgeltungssteuer-ab-2009.de/

Antwort
von nobytree2, 8

Ergänzend: Kann mir jemand erklären, wie der Steuerabzug von der Bank an das Finanzamt technisch geht? Oder welche Rechtsgrundlage besteht?

Kommentar von Ernsterwin ,

Das Verfahren ist vergleichbar mit dem Steuerabzug bei Lohn/Gehalt. Die Banken und andere Institute/Behörden (z.B. AA, Rentenversicherung...) geben der Finanzbehörde online eine Steueranmeldung ab und überweisen die einbehaltenen Steuern. Das klappt selbst international, weil beispielsweise die US-Behörden die von deutschen Anlegern realisierten Kapitalerträge nach Deutschland melden und umgekehrt.

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