Frage von dieohnename87, 442

Muss ich heutzutage zu allem und jedem eine Meinung haben, ganz ohne Aufklärung?

Es ist eine Sache, die mir momentan tierisch auf den Nerv geht. Gerade die Flüchtlingskrisen, Russland, Griechenland, der IS und weiß der Geier was noch so alles passiert auf der Welt. Und weiß der Geier was davon denn alles DER WAHRHEIT entspricht.

Wer garantiert mir, dass die Medien nicht lügen, keine Falschmeldungen aufbringen, immer alles so sagen, wie es passiert? Wer garantiert mir, das derjenige die Bomben wirft und der andere spioniert? Keiner. Keiner zu 100%. Auch nicht unsere lieben Lehrer.

Ich bin 17 und auf dem Gymnasium. Wöchentlich muss eine Person Karikaturen in die Schule bringen, über aktuelle Ereignisse, etwas dazu sagen und ganz wichtig(!), jeder muss seine Meinung sazu sagen.

''Finden Sie, wir sollten eine Obergrenze setzen was Flüchtlinge angeht und den Rest nicht mehr ins Land lassen? Ja oder Nein?''

''Putin ist doch so ein Diktator, und abballern tut er auch alle. Finden sie das auch, Ja oder Nein?''

''Alle EU-Länder sollten sich schämen, nur wir Deutschen sind so gutmütig und nehmen alle Flüchtlinge zu uns. Ist doch so oder?''

Und wenn man sich dann, weil der Lehrer einen sonst nicht in Ruhe lässt und mit schlechten mündlichen Noten droht, dazu hingeben lässt und mit Ja oder Nein antwortet kommt: ''Und warum finden sie das so?''

Und hat man da dann keine supertolle Begründung parat, wird man fassungslos angesehen: ''Sie müssen doch eine eigene Meinung zu diesem Thema haben!!'' Und genau das spiegelt sich auch in der mündlichen Note wieder.

Aber wie sollen wir eine eigene Meinung dazu haben? Tagtäglich geschehen immer weitere und immer neue Dinge, jeden Tag sagen die Politiker und die Medien was anderes und auch unsere Lehrer gehen nicht sachlich an diese Themen ran, sondern bringen ihre persönlichen Meinungen mit ein.

Ganz schnell wird einem so eine Meinung aufgezwängt, bevor man ünberhaupt die Zeit hat, sich eine eigene zu bilden. Sowas geht doch nicht in 2 min. Die Lehrer fungieren als autoritäre Personen und meinen, sie wissen alles. Und genau so weben sie die Schüler teils ein und versuchen sie von ihrer einzig wahren Meinung zu überzeugen.

Wie sollen wir eine eigene Meinung bilden, wenn wir die Themen nicht vollständig verstehen, die politischen Verhältnisse, die Zahlen und Fakten? Sollte man nicht erst einmal aufgeklärt werden? Sollte man bei einem so schwierigen Thema nicht mal die Noten außer Acht lassen? Na klar lässt sich da so gut wie jeder Schüler eine Meinung aufzuwingen, wenn die Note sonst in den Keller rutscht. Dem Lehrer passt die ''eigene Meinung'' ja nicht!

Eine eigene Meinung ist wichtig, ja, das ist mir bewusst. Es ist kein schönes Gefühl, unschlüssig zu sein, nicht mitreden zu können. Aber muss man denn heutzutage auf Abruf zu allem und jedem sofort etwas passendes sagen können? Kann man sich bei manchen Themen nicht einfach mal bewusst enthalten ohen schief angesehen zu werden?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 237

Es ist richtig: man braucht nicht zu  Allem eine Meinung zu haben. Vorallem braucht man nicht zu Allem seine Meinung zu verkünden, besonders dann, wenn man keine Ahnung hat. In diesem Punkt gebe ich dir also völlig Recht!

Allerdings: Deutschland ist eine Demokratie. Das bedeutet, dass man, um an der Bildung der öffentlichen Meinung mitzuwirken, sich als Bürger über wesentliche Ereignisse und Entwicklungen im Lande und in der Welt informieren sollte. Denn das ist die Grundlage jeder Meinungsbildung!

Man darf die Informationen, auf die man zugreifen kann, selbstverständlich hinterfragen. Dann muss man für sich selbst entscheiden, ob die Informationen die Wahrheit, die reine Wahrheit oder die lautere Wahrheit sind. Angesichts der Vielzahl an Medien, angesichts der Internationalität der Medien kann man in den meisten Fällen ein abgewogenes Urteil fällen. Zugegeben, man muss sich dabei etwas Mühe geben.

Aber du gehst auf ein Gymnasium, willst danach wohl studieren, da darf man dir etwas Mühe durchaus abverlangen. Das macht eben auch den Unterschied aus zwischen einem politisch mündigen und einem politisch unmündigen Bürger, der sich dieser Mühe nicht unterziehen will und zu seinen Meinungen oder ggf. sogar zu seinen politischen Entscheidungen, die er bei Wahlen oder Volksentscheiden fällt, unkritisch und aus dem Bauche heraus kommt.

Wozu du gehören willst, zu den politisch mündigen oder politisch unmündigen Bürgern, das entscheidest ganz alleine du selbst!

MfG

Arnold 


Antwort
von FrageAntwo, 106

Deine Aussagen stimme ich nicht gan zu. Ich gehe mal einzeln auf sie ein

ganz wichtig jeder muss seine Meinung sagen

Ja das ist ein wichtiger Auftrag der Schule uns (bin selbst noch Schüler)in die Lage zu versetzen uns unsere eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Denn wir leben in Deutschland zum Glück in einer Demokratie. Das bedeutet die Politik lebt vom politischen Engagement der Bürger. Und gerade in Zeiten wo die Politikverdrossenheit steigt und die Wahlbeteiligungen sinken ist es eine wichtige Aufgabe der Schule uns die Kompetenz zu vermitteln unsere Meinung zu vertreten um so später uns aktiv an der Demokratie zu beteiligen können. Das ist Bildung-ganz genauso wie du in der Schule lernst Matheaufgaben zu lösen oder Textanalysen zu schreiben. 

Und hat man dann keine supertolle Begründung parat wird man fassungslos angesehen

Ja auch das ist eine wichtige Kompetenz die man aber von einer Person in deinem Alter erwarten kann. Denn um eine Meinung durchzusetzen zu können muss man Argumente haben. Auch ist es wichtig dass man sich eben anhand von Fakten eine Meinung bildet und nicht nur irgendwelches Stammtischgelaber zitiert. 

bevor man überhaupt die Zeit sich eine eigene Meinung zu bilden. Sowas geht doch nicht in 2 Minuten 

Nee aber man kann von einer Person  (insbesondere wenn er wie du fast volljährig und damit teilweise schon wahlberechtigt ist ) erwarten dass du dazu schon eine Meinung hast weil du dich in deiner Freizeit angemessen fortbildest. 1x am Tag Nachrichten schauen z.B. was ich für selbstverständlich halte (zumal du aufs Gymnasium gehst) hätte z.B. schon gereicht um sich zu den o.g.Themen eine Meinung zu bilden

und versuchen sie von ihrer einzig wahren Meinung zu überzeugen 

Wenn das wirklich so ist wäre das natürlich überhaupt nicht gut. Es sei denn es geht um Extremismus hier ist es schon allein durch die historische Erfahrung Deutschlands wichtig Schüler von sowas fernzuhalten

Sollte man bei einem solch schweren Thema nicht mal die Note außer Acht lassen

Wenn es darum geht welche Meinung ein Schüler vertritt sollte dies natürlich nicht in die Note eingehen. Das wäre grundfalsch. Wenn es aber darum geht ob ein Schüler eine Meinung zu einem Thema hat und diese auch vernünftig begründen kann soll und muss das sogar in die Note eingehen. Das ist eine einfache Leistung wie eben das Lösen einer Matheaufgabe. 

Antwort
von BellaKnows, 95

Also die Methoden der Lehrer sind in manchen Fällen wirklich fragwürdig. Unser ganzes Schulsystem basiert auf willkürlich festgelegten Noten. Der eine legt mehr Wert auf Individualität, der andere mehr auf Konformität. Manche Schüler können sich da besser anpassen und sahnen dementsprechend ab. 

Ansonsten stimme ich dir aber auch zu. Ich finde es sogar äußerst gefährlich sich einfach eine Meinung zu bilden allein auf der Grundlage von einigen ausgewählten Inhalten und ohne richtig informiert zu sein.

Dann beschweren sich Weltverbesserer, dass es unzählige Missverständnisse und Radikalisierungen gibt. Aber das alles entsteht aus Ignoranz. Weil man nicht über Informationen von allen Standpunkten verfügt bzw. sich auch gar nicht die Mühe macht sie einzuholen, kann man gar keine vollständig reflektierte Meinung von einer Sache haben.

Eine Situation ist nicht immer nur schlecht oder nur gut. Es gibt immer zwei Seiten und man muss sich genau mit den Hintergründen beschäftigen bevor man ein Urteil fällt. Sonst stellt man nur eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Ignoranten bleiben gern unter sich. 

Antwort
von Pudelcolada, 19

Wow, Respekt für diese Frage und auch für viele Antworten!
Solange es trotz unseres Schulsystems solche Schüler/innen gibt, ist ja nicht alles verloren.

Ich halte es ja mit meinem alten Deutschlehrer von damals:
"Eine Meinung ohne Argumente und Wissen ist ein reines Glaubensbekenntnis.
Spart euch das für den Religionsunterricht auf."
Einmal hatten wir als Klassenarbeit ein Gedicht von Brecht zur Analyse und Interpretation. Niemand hatte auch nur die geringste Ahnung, ich habe es gnadenlos auf Mao, den langen Weg und die chinesische Revolution bezogen. Das war völlig falsch.
Aber in der Arbeit war kein Jahr angegeben, und mein Lehrer befand, man könnte das Gedicht durchaus so verstehen, wenn diese Information fehlt.
Note 1.
Und der Mann saß für die CDU im Stadtrat...
Aber solche Perlen sind selten, fürchte ich.

@ dieohnename87:
Das eine ist die Faktenlage zur so genannten Tagespolitik. Die ist sehr unübersichtlich und auch widersprüchlich, da gebe ich Dir völlig recht.
Sich dazu ad hoc eine Meinung zu bilden ist sehr schwierig.

Das andere ist, sich eine grundsätzliche Meinung zu gesellschaftlichen Vorgängen und Entwicklungen zu bilden. Dieser Prozess beruht eher auf ethisch-moralischen Überzeugungen, und die versucht Dein Lehrer anscheinend mit der Brechstange zu fördern. Nun ja, aber der Wille ehrt ihn, das meine ich ernst. Bei solchen grundsätzlichen Haltungen geht es weniger um tagesaktuelle Zahlen.

Beispiel Flüchtlinge: tagesaktuell wäre die Frage, wieviele Flüchtlinge die Bevölkerung einer Gemeinde in einem wirtschaftlich schwachen Gebiet aufzunehmen bereit sein könnte.

Der gesellschaftliche Aspekt hebt aber mehr auf die eigene Meinung zu Fragen ab,
ob eine Obergrenze mit dem Grundgesetz vereinbar wäre (ich denke nein und kann das auch begründen),
ob das Wort Flüchtlingskrise überhaupt das eigentliche Problem beschreibt (ich denke nein: es gibt eine Krise im Umgang mit Flüchtlingen, sie selber befinden sich ohne Frage in einer persönlichen Krise. Mit dieser Vokabel wird gezielt Verantwortlichkeit verschoben.),
worin die Ursachen dafür liegen, dass 'plötzlich' soviele Menschen zur Flucht gezwungen werden (Verflechtungen internationaler Multikonzerne mit politischen Interessen, angefangen beim Hilferuf der 'International-Fruit-Company' und der ersten Invasion Nicaraguas 1905 durch die eigens dafür gegründete Spezialeinheit der US-Marines; in meinen Augen der Startschuss für die Instrumentalisierung der Regierungen vieler Staaten, nicht nur westlichen, für wirtschaftliche Interessen und Profitstreben usw. Stichworte: Neoliberalismus, Haliburton, Irakinvasion).
Solche Fragen beruhen weniger auf tagesaktuellen Zahlen als auf der Bildung einer eigenen inneren Haltung, die dann gesellschaftspolitisch begründet werden sollte.
Selbstverständlich existieren zu diesem Thema auch völlig entgegengesetzte Meinungen wie meine, mit denen muss ich mich auseinandersetzen. Damit ich das kann, müssen sie in der Auseinandersetzung ebenso von ihren Verfechtern argumentativ begründet werden wie meine von mir.

Bei der Frage nach einer Benotung bin ich voll bei Dir!
Manche Unterrichtsinhalte sollten nicht benotet werden, um den Lehrer nicht in die Versuchung zu bringen, die Notenvergabe aufgrund der eigenen politischen Meinung vorzunehmen.

Antwort
von Suboptimierer, 72

Du sollst dir anhand der Informationen, die du recherchiert hast, eine Meinung bilden, nicht aufgrund der Informationen, die du eventuell noch nicht hast. 

Wenn du als einzige Quelle zum Beispiel spon.de oder tagesschau.de hast, dann sollst du diese als Prämisse für wahr halten und aufgrund dieser Prämisse deine Meinung bilden.

Wie du selber festgestellt hast, kannst du in deine Meinung keine Informationen einfließen lassen, die du nicht hast.

Du kannst auch kein Auto mit einem Werkzeug reparieren, das du nicht kennst.

Das ist vollkommen klar und verständlich und man wird dir keinen Vorwurf machen, höchstens, dass du nicht genügend Quellenrecherche betrieben hast, also keine alternativen Quellen gefunden hast (, obwohl es wohlmöglich zahlreiche gibt).

Mit "Das kann man nie genau wissen" könntest du dich aus allem heraus reden. "Wie viel ist 1+1?" - "Das kann man nicht zu 100% beantworten, da man nicht weiß, ob es eine Regel gibt, die wir nicht kennen."

Du sollst die Frage mit den bekannten Regeln beantworten.

Antwort
von zehnvorzwei, 138

Hei, dieohnenamen87, nein, niemand kann zu allem und jedem eine Meinung haben - und wer es dennoch vorgibt, ist ein Schwätzer. Es gibt Dutzende Dinge in meiner näheren Umgebung, zu denen ich keine Meinung habe, weil sie mich überfordern, weil ich schwanke zwischen Zustimmung und Ablehnung, zwischen einesteils und andererseits - und weil ich fähig bin, Argumenten zu folgen. Immer wieder beobachte ich mich, bei Fernsehdiskussionen auf dem Sofa zu sagen: "Ja, da hat er / sie recht" - und beim erstbesten Einspruch ebenfalls festzustellen: "Ja, das stimmt."

Die Freiheit, etwas nicht zu wissen, dürfen wir uns nehmen. Und: Ein Politiker, der sagt "Das weiß ich nicht," ist  zehnmal vertrauenswürdiger als Hansdampf in allen Gassen. Also: Erlaub es dir, etwas nicht zu wissen. Grüße!

Antwort
von Panazee, 81

Das ist eine zweischneidige Sache.

Diese Erörterungen dienen ja normalerweise dem Zweck, dass die Schüler sich mit einem Thema beschäftigen und sich darüber informieren. Dazu ist es aber im Grunde nötig, dass man das vorher ankündigt und nicht plötzlich im Unterricht aus heiterem Himmel heraus solche Fragen stellt, die doch recht komplexer Natur sind.

Also das mit den Karikaturen finde ich ganz in Ordnung, denn der Schüler hat ausreichend Zeit zu recherchieren und sich eine Meinung zu bilden. Durch die Karikatur wird das ganze etwas lockerer und humorvoller gestaltet. Der Schüler wird ja etwas zu der Karikatur, die er auswählt sagen. Man muss sich ja nicht festlegen. Man kann ja sagen "Ich habe mich mit diesem Thema noch nicht viel beschäftigt, aber nach dem was mein Mitschüler hier erzählt hat, wäre ich der Meinung, dass ...., um mir eine wirklich fundierte Meinung zu bilden müsste ich mich mit dem Thema aber tiefergehend auseinandersetzen."

Natürlich weiß man nie wie die Wahrheit aussieht. Eine Erörterung enthält in der Regel Punkte, die für eine These sprechen und Punkte, die gegen eine These sprechen. Am Ende zieht man ein Fazit und bringt dann seine eigene Meinung vor. So etwas wie "Da in meinen Augen die positiven Aspekte überwiegen bin ich persönlich der Meinung, dass  ...". Es hindert einen ja auch keiner zu sagen, dass die Nachrichtenlage unübersichtlich ist, wenn man dazu Beispiele bringt. "Zeitung X hat geschrieben .... , aber Zeitung Y behauptet ... . Sollte die Aussage von Zeitung X richtig sein, dann ..., wenn aber Zeitung Y recht hat, dann ....". Medien wie die "Deutsche Stimme" (NPD Parteiblatt) zu zitieren sollte man aber vermeiden.

Antwort
von Fanfiktionlover, 24

Ich bin der Meinung, man muss nicht zu allem eine Meinung haben. Sollte man auch gar nicht. 

Momentan bin ich auch noch in der Schule und es regt mich ebenfalls immer mal wieder auf, dass die Lehrer zu allem eine Meinung von uns haben wollen. Ich habe bereits ein paar Mal gesagt, dass ich mich damit nicht genug auskenne, um mir eine Meinung zu bilden. Die Lehrer haben zwar immer ein wenig doof geguckt, aber das war mir ziemlich egal.

Es gibt meiner Meinung nach nichts schlimmeres, als die Leute, die ihre Meinung über die aktuelle Politik in die Welt hinaus schreien, dabei aber keine Ahnung haben, worüber sie da genau sprechen. Alle haben eine Meinung zu den Flüchtlingen, niemand kennt welche. Egal was ist, man möchte mitreden können und niemand möchte zugeben, sich mit etwas noch nie beschäftigt zu haben. Schrecklich. 

Deswegen: Wenn man genug über eine Sache weiß, sich durch die Dinge, die man in Erfahrung gebracht hat, eine Meinung bildet und diese dann auch guten Gewissens vertreten kann, ist es gut. 

Wenn man jedoch nur den Eltern oder anderem nach dem Mund redet, selbst überhaupt nicht nachdenkt oder keine Ahnung von etwas hat, dann sollte man sich lieber seinen Teil denken oder einfach zugeben, dass man sich selbst noch nicht so sehr mit dem Thema beschäftigt hat. 

Und zum Thema Nachrichten. Die bauschen das alles immer auf. Sobald sie ein Thema haben, worüber sie berichten können, tun sie es meist wochenlang. Ich bin zum Beispiel eine Person, die alles hinterfragt. Ich zweifle auch die Wissenschaft manchmal an, selbst wenn Sachen 'bewiesen' sind, fällt es mir oft schwer sie zu glauben. Deswegen schaue ich auch kein Fernsehen, denn dort wird so viel Unsinn erzählt. Um die Wahrheit zu erfahren müsste man wohl entweder an der Quelle sitzen oder ziemlich viele Berichte zu einer Sache vergleichen und die Gemeinsamkeiten so zusammensetzen, dass sie eine ungefähre Wahrheit ergeben. Was die Regierungen jedoch preis geben, und wie es wirklich ist, erfährt man wohl nie wirklich. Siehe den Skandal mit Edward Snowden.. 

Antwort
von catchan, 32

Ganz schnell wird einem so eine Meinung aufgezwängt, bevor man ünberhaupt die Zeit hat, sich eine eigene zu bilden.

Es ist deine Hausaufgabe, dich mit dem Thema der Karrikatur so zu beschäftigen, dass du dich irgendwann damit so gut auskennst, dass du zwangsläufig eine Meinung haben wirst. 

Dafür habt ihr auch eine Woche Zeit... also definitiv mehr als zwei Minuten. Man kann auch das politische Thema selbst wählen. Wenn du dich in der Flüchtlingsdiskussion unwohl fühlst, nimm einfach etwas anderes.

Wie sollen wir eine eigene Meinung bilden, wenn wir die Themen nicht
vollständig verstehen, die politischen Verhältnisse, die Zahlen und
Fakten?

Wie sollen wir eine eigene Meinung bilden, wenn wir die Themen nicht
vollständig verstehen, die politischen Verhältnisse, die Zahlen und
Fakten?

Vor allem von einer Gymnasistin sollte eigentlich zu erwarten sein, dass Zusammenhänge begriffen werde, man sich mit den politischen Verhältnissen auskennt und ein gewisses Verständnis für Texte vorhanden ist.

Klingt jetzt zwar ein wenig hart, aber ich erinnere mich an meine Gymnasialzeit. Vieles zielte darauf ab, dass wir lernen, wie wir Sachen selbst erarbeiten können.

Sollte man nicht erst einmal aufgeklärt werden?

Es ist Teil der Hausaufgabe dich selbst zu informieren und aufzuklären.

Aber muss man denn heutzutage auf Abruf zu allem und jedem sofort etwas passendes sagen können?

Eine Woche Vorlaufzeit nenne ich nicht gerade auf Abruf.

Kann man sich bei manchen Themen nicht einfach mal bewusst enthalten ohen schief angesehen zu werden?

Enthalten ist in diesem Fall Arbeitsverweigerung.

Natürlich kansnt du dich an anderer STelle enthalten.... nur spätestens dann wenn du das erste Mal zur Urne gehst, musst du wissen, was du willst und was du nicht willst. Denn dementsprechend solltest du auch wählen.

Also, der Lehrer will nicht, dass du seine Meinung übernimmst, sondern, dass ihr lernt euch zu informieren, auch die Informationsquellen zu sortieren und einzuordnen und aufgrund der Informationen euch eine Meinung bildet. Das finde ich gut.

Kommentar von dieohnename87 ,

Nein, das ist jetzt scheinbar etwas falsch angekommen. Bin ich selbst an der Reihe mit der Karikatur habe ich natürlich kein Recht mich so aufzuregen!

Mir geht es darum, das wenn ein anderer aus der Klasse dann mit seiner Karikatur kommt, sich selbst kaum mit dem Thema auskennt, uns dann irgendwie versucht die Karikatur zu erklären, obwohl klar und deutlich zu sehen ist das er selbst kaum etwas versteht oder weiß, ja dann müssen auch wir eine Meinung zu dem Thema parat haben. Und wer weiß was sich dieser Schüler gerade für ein Thema aussucht. Ich mein, ich kann ja nicht von allem und jedem zu jeder Zeit Bescheid wissen.

Kommentar von catchan ,

Wenn ihr eure Hausaufgabe richtig machen würdet, würdet ihr eine anständige Zusammenfassung von dem Thema bekommen, was eigentlich genügen würde sich eine eigene Meinung zu bilden.

Ich mein, ich kann ja nicht von allem und jedem zu jeder Zeit Bescheid wissen.

Hier geht es um politische Themen. Darüber sollte man sich schon etwas auskennen und zumindst das aktuelle Tagesgeschehen verfolgen.

Euer Lehrer will euch zu mündigen Wähler machen.

Antwort
von kiniro, 64

Ich habe mal folgenden Satz raus gepickt:

''Alle EU-Länder sollten sich schämen, nur wir Deutschen sind so gutmütig und nehmen alle Flüchtlinge zu uns. Ist doch so oder?''

Selbst ohne groß die Nachrichten zu verfolgen, ich weiß, dass mitnichten alle Deutschen gutmütig sind. Ebenso wenig nehmen wir alle Flüchtlinge zu uns.
Die Personen, die das behaupten, legen in meinen Augen eine rosarote Naivität an den Tag.

Keine muss über alles informiert sein - aber hier (und in allen anderen Industrieländern) besteht die Möglichkeit sich außerhalb(!) der Schule Informationen zu beschaffen, wenn Interesse daran vorhanden ist.

Antwort
von HantelbankXL, 22

Ich finde es wahrlich sehr bewundernswert, dass du mit 17 Jahren schon so eine Denkweise an den Tag legst. Ich kann dir einfach nur voll und ganz zustimmen.

Ergänzend dazu möchte ich schreiben, dass es schon einen großen Unterschied macht, warum man sich zu einem bestimmten Thema (noch) keine eigene Meinung gebildet hat. In deinem Fall ist es schlichtweg, auch wenn es sich plump anhört, deine Intelligenz, die ich aus deinem Beitrag herauslese. So hat schon die Philosophie der Antike den vielzitierten Satz "Ich weiß, dass ich nichts weiß" hervorgebracht. Während dümmliche Menschen meinen, sie würden alles wissen (und dementsprechend weniger nachforschen und hinterfragen), geben intelligente Menschen viel eher zu, dass sie eben nicht alles wissen und auch niemals alles wissen können.

Es ist ja nicht so, dass deine fehlende Meinung auf Desinteresse beruht. Das würde eine schlechtere Noten begründen. Deine Denkweise hingegen würde ich glatt mit einer eins beurteilen.

Antwort
von AnnnaNymous, 72

Es geht doch nicht darum, die Meinung des Lehrers widerzugeben, sondern sich mit den aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Im Unterricht sollst Du zeigen, dass Du das getan hast. Und wenn Du Dir zu einem Thema noch keine Meinung bilden konntest, dann kannst Du das doch sagen und mit Fakten begründen. Die Begründung dazu ist wichtig. z.B. "Ich bin mir in der Flüchtlingspolitik unschlüssig, weil ich einerseits sehe, dass die Menschen Hilfe brauchen, mich aber auch andererseits frage, ob man Syrien wieder aufbauen kann, wenn viele Arbeitsfähige das Land verlassen." 

Bei den Fragen, die Du schilderst geht es nicht darum, mit "Ja" oder "Nein" zu antworten, sondern erkennen zu lassen, dass Du Dich mit dem Thema beschäftigt hast. 

Antwort
von voayager, 8

Man sollte keinesfalls zu Allem und Jdem eine Meinung haben. Eine Meinung ist eh etwas, jenseits von Wissen und Erkenntnis, also eine rein subjekitve Sache, mehr nicht.

Antwort
von LordMunkay, 125

Nein muss man nicht, aber wenn du eine gute Note haben möchtest schon. Sieh es als Hausaufgabe an, lies Zeitung (wir haben damals als Schulklasse die Süddeutsche kostenlos bekommen) und bilde dir eine Meinung zu den aktuellen Themen. Natürlich musst du immer im Hinterkopf behalten, dass dich dieses oder jenes beeinflussen soll, ist nicht ganz der Wahrheit entspricht, aber das ist bei jeder Quelle so.

Auf ja oder nein würde ich mich nicht immer fest nageln lassen - die Welt ist nicht nur schwarz und weiß, das sollte auch dem Lehrer klar sein. Wenn du gute Argumente hast und gut argumentieren kannst kann ich mir nicht vorstellen, dass er da viel sagen kann.

Oder du lässt es halt bleiben und kassierst schlechte Noten.

Antwort
von Goodnight, 55

Hier gehen die Lehrer eindeutig zu weit. Die Schule hat politisch und religiös neutral zu sein.

Leider kenne ich das aber auch von meinen  eigenen Kindern, wer die falsche politische Meinung hat wird schlecht benotet.

 Manchmal ist es besser dem Lehrer zu geben was er hören will und sich seinen Teil dabei denken.

Kommentar von FrageAntwo ,

Ich gehe selbst noch zur Schule und habe noch nie gehört dass sowas stattfindet. Vielleicht verwechselst du gerade Schüler die eine andere Meinung vertreten als der Lehrer diese aber vernünftig begründen können Mit Leuten die nur irgendwelches Stammtischgelaber von sich geben. 

Kommentar von Goodnight ,

Da verwechsle ich garantiert nichts, ganze Generationen wissen welche Lehrer das tun. Du bist einfach sehr überzeugt von dir und entsprechend naiv  und unwissend auf die andere Seite.

Kommentar von dieohnename87 ,

Ich möchte keinesfalls alle Lehrer in einen Topf werfen, doch gibt es tatsächlich Lehrer, die nicht sachlich mit Themen umgehen können. Ich hatte auch schon einen extrem russenfeindlichen Lehrer. Ist nicht schön anzuhören.

Kommentar von Susanne88 ,

und welche Lehrer tun dies? Wie erkennst du sie so sicher?

Antwort
von voayager, 72

Besser man hat zu einem bestimmten gesellschaftlichen Bereich keine Meinung, als eine grundverkehrte.

Antwort
von Kuestenflieger, 97

zeitungen statt smartfondaddelei , radio nachrichten und im tv  hören und verstehen.     dann bekommt man mit wer von " lügen" redet .

Kommentar von PillePalleAbisZ ,

Das danke war unabsichtlich !

So und nun zum Thema ...

Die Medien können auch lügen ...

Woher willst du wissen wer die Wahrheit sagt ?

Kommentar von waldfrosch64 ,

_______zeitungen statt smartfondaddelei , radio nachrichten und im tv  hören und verstehen. ____________

So wirst zwar garantiert nicht die  Wahrheit erfahren ,aber sicherlich eine Politische Korrekte Meinung bilden .

Selten so gestaunt im 2016 ...

Antwort
von CamelWolf, 71

Zu meiner Schulzeit haben wir - genau so wie Du heute - gelernt, dass man sich zuerst mit einem Thema auseinandersetzt und sich dann eine Meinung bildet. Das ist ok und genau so findet im nächsten Schritt Willensbildung statt.

Der Unterschied dazu ist Hetze, wie sie gerade in den sozialen Netzwerken stattfindet. Menschen, die zu allem eine Meinung aber von nix eine Ahnung haben heizen sich gegenseitig auf mit ihrem Menschenhass. Und das ist nicht ok.

Antwort
von CocoKiki2, 120

wow, du bist ja genauso großartig wie ich in deinem alter. ich habe meine meinung auch immer nur vorgetäuscht um keine schlechten noten zu bekommen. behalte dir deine hinterfragende art bloß bei.

Antwort
von Pestilenz2, 81

Du hast es erkannt. In Schulen wird unterschwellig eine meinung aufgezwungen.

Bsp: traust du dich bei so einer frage klipp und klar zu sagen das du was gegen die homosexualität hast ? Nein oder ?

Kann mich an was ähnliches erinnern in meiner schulzeit. Da gings um irgentwas aktuelles in südamerika und ich hab ihr (der lehrerin) gesagt das mich das so dermaßen nüsse interessiert das ich gar keine meinung dazu haben kann. Mir is es egal - das ist meine meinung. - hatte keinen nachteil deswegen. Musstd halt nur eine meinung sagen von etwas DAS mich interessiert ^

Wurscht was andere denken.

Vollkommen egal.

Und wennst deswegen a schlechtere nite kriegst dann sagst das kann net sein.

Ich kann nichts dafür das mich manche sachen interessieren und manche nicht.

Kommentar von FrageAntwo ,

Es ist aber die Aufgabe der Schule Schüler zu toleranten Menschen zu machen. Dies hat nichts mit Meinung sondern mit allgemeinen Werten zu tun. 

Kommentar von Pestilenz2 ,

Ja und was hat das jetzt damit zu tun das ich zu allem und jeden eine meinung haben muss ?

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