Frage von OerbaDia, 95

Muss ich gebührenpflichtig aus der Kirche austreten auch wenn meine angebliche Religion falsche Angaben sind, da ich gar nicht getauft bin?

Hallo Leute,

Und zwar fang ich nächste Woche in einer neuen Arbeitsstelle an und muss viel Papier Kram erledigen wo es um Konfession und Steuern etc geht. Das dies meine erste Stelle als ausgelehrte Kraft ist, bin ich mir in Moment etwas unsicher.  In meiner Lohnabrechbung in der Ausbildung stand immer ich sei römisch katholisch, was aber nicht stimmt. Ich war in der Ausbildung von Steuern befreit und deswegen hab ich mir da nie ein Kopf drum gemacht. Jetzt muss ich ich diese ganzen Steuer Informationen angeben und nun frag ich mich was ich tun soll wenn die mich darauf anschreiben. Im Rathaus meiner Stadt habe ich angerufen und die meinten ich müsste zum Amtsgericht und austreten? Das würde auch noch 50€ Euro kosten was ich irgendwie nicht einsehe. Ich glaube die Frau hat mich auch nicht so verstanden. Ich meine das ist doch eine falsche Angabe.. kann das nicht einfach gelöscht werden? Ich habe auch alle meine Unterlagen und Urkunden untersucht und nirgendwo steht das ich katholisch sei. Habe das auch noch nie angegeben, auch nicht in der Schule.

Antwort
von PatrickLassan, 52

Ich war in der Ausbildung von Steuern befreit

Nein. Du hast nur wegen der geringen Höhe der Ausbildungsvergütung keine Steuern gezahlt.

Ich habe auch alle meine Unterlagen und Urkunden untersucht und nirgendwo steht das ich katholisch sei.

Anscheinend steht das aber in den Meldedaten der Stadt, und dafür sollte es auch einen Grund geben.

Wahrscheinlich wird dir nichts anderes übrig bleiben, als die 50 € für den Kirchenaustritt zu zahlen.

Kommentar von matmatmat ,

Man kann einen Antrag stellen aus Bedürftigkeit weniger zu zahlen als die Gebührenordnung vorsieht...

Antwort
von matmatmat, 44

Die Kirche führt Taufbücher, müßte Dir also auf Nachfrage belegen können, daß Du "Mitglied" bist, dann wirst Du wohl austreten müssen. Wenn Du nie getauft wurdest oder einen Austritt nachweisen kannst, dann kannst Du das Merkmal einfach bei deinem Arbeitgeber und Finanzamt ändern lassen... aber das kommt ja irgend wo her, daß es dort drin steht? Hat dein erster Arbeitgeber das einfach so gemeldet?

Die Diskussion möchte ich nicht führen müssen... viel Glück!

Kommentar von OerbaDia ,

Wie kann ich da Kontakt aufnehmen? Also mit der Kirche? Mit der Kirchengemeinde in meiner Nähe?

Kommentar von matmatmat ,

Mit der Gemeinde, in der Du in dem Alter gelebt hast, in dem man normalerweise getauft wird. Aber schau doch erstmal in dein Familienbuch, daß war ein guter Tip und versuch das mit nem Anruf beim Arbeitgeber/Lohnstelle und Finanzamt und wenn das ncihts hilft mit einem Besuch beim Amtsgericht zu klären bevor du wie man so schön sagt "schlafende Hunde weckst".

Kommentar von PatrickLassan ,

Kirchengemeinde oder Kommune ist eine gute Idee.

Das Finanzamt verlässt sich in diesem Punkt auf die Meldedaten der Kommune, und der Arbeitgeber auf die durch ELSTAM zur Verfügung gestellten Daten. Das Amtsgericht hat meines Wissens gar keine Daten über die Kirchenzugehörigkeit.

Kommentar von OerbaDia ,

Danke

Antwort
von RobertWeemeyer, 19

Wenn du nicht getauft bist, bist du nicht Mitglied der katholischen Kirche und somit auch nicht kirchensteuerpflichtig.

Zunächst solltest du aber klären, ob du wirklich nicht getauft bist. Frag deine Eltern, die müssten es ja wissen.

Wenn du deine Eltern aus irgendeinem Grunde nicht fragen kannst oder wenn sie sagen, du seist wirklich nie getauft worden, dann geh zum Standesamt und erkundige dich, auf welcher Grundlage du als katholisch eingetragen wurdest. Das geht nämlich eigentlich nur aufgrund einer entsprechenden Mitteilung der Kirchengemeinde, in der du getauft wurdest.

Wenn du wirklich nicht getauft wurdest, dann brauchst du nicht aus der Kirche auszutreten (genauer: dann ist ein Kirchenaustritt eigentlich gar nicht möglich). Du müsstest dann nur für eine Berichtigung der Eintragungen sorgen.

Antwort
von peterobm, 48

auch ohne Taufe kann man einer Religion angehören, das wirst beim Amtsgericht feststellen, dort kann man den Austritt erklären. 

je nach BL unterschiedlich

Kommentar von RobertWeemeyer ,

Der katholischen Kirche kann man ohne Taufe nicht angehören.

Antwort
von AnnnaNymous, 26

Es kommt auf den Eintrag in den Steuerunterlagen an - wenn da nix steht, dann bist Du konfessionslos - steht da katholisch, muss die Angabe doch irgendwo herkommen. Etwas anderes möchte Dein Arbeitgeber nicht wissen.

Antwort
von ThomasJNewton, 11

Nicht die einzige, aber ein wichtige Frage ist die, ob sich der Aufwand lohnt.

Wenn es dir Vergnügen bereitet, kannst du das auch bis zum Europäischen Gerichtshof, zum Bundesverfassngsgericht oder zur UN-Menschenrechtskommisiion betreiben.

Aber den meisten bereitet es kein Vergnügen. Die drücken halt ihre Euro ab.
Und nehmen Abstand vom Gedanken, bei denen das Geld zurückzufordern, die das Drama zu verantworten haben.

Die Frau sieht halt nur de Aktenlage und ihre Vorschriften. Und die muss sie berücksichtigen, dafür ist sie Angestellte eines "Demokatischen Rechtsstaats".

Und wenn du Zweifel hast, am Staat, dann überlege mal, was du in einem "Undemokratischen Unrechtsstaat" zahlen müsstest, und nicht unbegingt finanziell.

JA, vieles läuft schlecht, und ich bin auch dagegen, dass du Geld bezahlen musst.
Aber wo ist die Alternative? "Für Deutschland" sicherlich nicht.

Antwort
von dompfeifer, 9

Die zuständigen Stellen zur Beantragung des Kirchenaustrittes sind in deutschen Bundesländern unterschiedlich geregelt und unter "Kirchenaustritt" zu ergoogeln. Auch die Verwaltungsgebühren sind unterschiedlich geregelt. Sollte Deine Eintragung in der Steuerkarte offensichtlich auf einem Verwaltungsfehler beruhen, dann wird die regional dafür zuständige Stelle das hoffentlich kostenlos korrigieren.

Antwort
von sunnyber, 40

Geh zum chef deiner Arbeit und sage, dass du kein Glaubensbekenntnis hast und dass das falsch sei. Eigentlich ist das sowieso komplett egal, weil deine Arbeit dich gar nicht nach deiner Religion zu fragen hat...

Kommentar von matmatmat ,

Doch, muß der Arbeitgeber in Deutschland leider fragen, denn der Staat treibt ja für die beiden großen Kirchen gratis die Mitgliedsbeiträge ein :-(

Kommentar von PatrickLassan ,

der Staat treibt ja für die beiden großen Kirchen gratis die Mitgliedsbeiträge ein

Eintreiben ja, gratis nein:

Die Länder behalten als Entgelt für den Einzug der Kirchensteuer je nach Land unterschiedlich 2 % (Bayern) bis 4,5 % (im Saarland) des Kirchensteueraufkommens ein, in der Regel 3 %.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchensteuer_%28Deutschland%29#Kirchensteuereinzu...

Kommentar von matmatmat ,

Stimmt, verursacht den Kirchen dennoch keine Kosten die sie "zahlen" müßten, das geht doch einfach vom Betrag ab, der weiter gereicht wird, oder?

Kommentar von PatrickLassan ,

 verursacht den Kirchen dennoch keine Kosten

Indirekt schon, sie bekommen nicht die gesamte einbehaltene Kirchensteuer. Es wäre ja auch ein wenig umständlich, wenn die Bundesländer erst die Kirchensteuer an die Kirchen weiterleiten würde, um ihnen  anschließend dafür Gebühren zu berechnen.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Auch als knallharter Materialist, Realist und Atheist bin ich Pedant, also werte Genauigkeit als Wert an sich.

Da gibt es andere Baustellen, auch wenn ich Formulierungen wie "Prassprediger" nicht gut finde, nur lustig.

Dass die Kirchensteuer als "Spende" absetzbar ist, erregt mich mehr, und ist auch von der Summer her bedeutender.

Kommentar von zonkie ,

Das ist aber echt richtig schön diplomatisch ausgedrückt, klasse :)

theoretisch braucht der Arbeitgeber das glaube ich nicht mal mehr machen. Dank Elstam bekommt der das doch Rückübertragen und schon steht der Mitgleidsbeitrag drin. Von daher ist macht es Sinn das richtig stellen zu lassen, denn ich meine auch der Arbeitgeber darf das ohne weiteres nicht einfach wieder auf 0 stellen.

Kommentar von sunnyber ,

OK, hab ich leider nicht gewusst, in Österreich läuft das ein bisschen anders...

Antwort
von omikron, 31

In unserem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kannst du heutzutage ungetauft und trotzdem in der Kirche sein oder umgekehrt, getauft und nicht in der Kirche sein.

Dass du beim Standesamt als römisch-katholisch geführt wirst, passiert nicht aus Versehen. Dafür gibt's einen Grund. Vielleicht bist du doch getauft und weißt nur nichts davon?

Kommentar von OerbaDia ,

Ich bin nicht getauft, ich war auch noch nie in einer Kirche..

Kommentar von omikron ,

Dann weiß ich auch nicht. "Einfach" gelöscht werden kann die Angabe jedenfalls nicht.

Antwort
von hummel3, 17

Wenn in deiner Lohnabrechnung immer "römisch-katholisch" stand, so hat dies sicher seinen Grund und ist kein Fehler des Arbeitgebers. Und im Grunde sollten, wenn schon nicht du selbst, wenigstens deine Eltern wissen, ob du als Kind getauft wurdest und eventuell auch die Kommunion empfangen hast und tatsächlich Mitglied der Kirche bist. Oder bist du ein Waisenkind?

Wende dich daher an die nächste Verwaltungsstelle deines Landes in welcher das Standesamt geführt wird - in manchen Bundesländern ist es die Gemeindeverwaltung, in anderen das nächste Amtsgericht und lasse dort deine Kirchenzugehörigkeit prüfen.

Bestätigt sich, dass du als Mitglied der röm.-katholischen Kirche geführt wirst, dann musst du auch eine Austrittserklärung abgeben und die dafür anfallenden Gebühren (in deinem Bezirk wohl EUR 50,--) bezahlen. Da beißt die Maus keinen Faden ab! Es sei denn du könntest beweisen, dass die Behörde einen Fehler gemacht hat.  

Ansonsten wäre dein künftiger Arbeitgeber verpflichtet, von deinem Gehalt den Kirchensteueranteil an das Finanzamt abzuführen. So und nicht anders funktioniert nun mal das System in Deutschland.

Finde dich damit ab und zicke nicht rum! - Anders kommst du aus der Nummer jedenfalls nicht raus.

Kommentar von OerbaDia ,

Danke für die Antwort aber ich bin keinesfalls getauft. Mein Bruder ja aber ich nicht. Ich war auch noch nie in der Kirche oder sonstiges. Ich besitze keinerlei Unterlagen über meine angebliche Taufe.. ich war Halbwaise also vor meiner Volljährigkeit aber ich denke das hat damit nix zu tun. Meine Mutter hat mir vor ihren Tod oft genug gesagt das ich nicht getauft bin und ihr Lebenspartner der mich mit erzogen hat von klein auf kann dies ebenfalls bezeugen.

Kommentar von hummel3 ,

Tut mir leid, dass du deine Mutter schon so früh verloren hast. Aber gibt es nicht auch noch deinen leiblichen Vater, welchen du fragen könntest?

Wenn das nicht der Fall ist, stellt sich die Frage, ob du der Einfachheit halber nicht einfach für eine Austrittserklärung aus der Kirche die Gebühr bezahlen solltest.

Andernfalls solltest du dich mit deiner Geschichte an das für dich zuständige Standesamt wenden. Die müssten verwaltungsintern eigentlich feststellen können, wann und wo du seinerzeit angeblich getauft wurdest. Können sie das nicht, oder kannst du die Angaben widerlegen, müsstest du so aus deiner nicht gewünschten Mitgliedschaft aus der Kirche herauskommen.

Es stellt sich aber, wie gesagt, die Frage, welcher Weg schließlich der einfachere und damit auch der billigere ist.

Viel Glück!  

Antwort
von Karl37, 18

Du musst nicht aus der Kirche austreten, sondern lediglich um die Korrektur der Steuerlisten nachsuchen.

Wenn in dem Familienbuch keine Taufe vermerkt ist, kann man auch nicht aus der Kirche austreten, denn dieser Fehler ist vermutlich bei den Behörden entstanden. daher solltest du keine Gebühren zahlen, für Fehler die andere verantwortet haben.

Antwort
von jimpo, 43

Im Familienbuch müßte drin stehen, ob Du getauft bist oder nicht. Deine Eltern möchten doch die Nettigkeit haben, Dir das Familienbuch geben.

Kommentar von petrapetra64 ,

und wenn die so was nicht haben? Ich besitze kein solches Stammbuch oder Familienbuch. Was macht man denn dann? 

Kommentar von jimpo ,

Jede geschlossene Ehe bekommt ein Familienbuch.

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