Frage von PzudemOrta, 66

Muss ich für einen "Gefallen" eines "Freundes" bezahlen?

Wir haben folgendes Problem. Wir haben einen Nachbarn gefragt ob er uns bei einigen Erdarbeiten helfen könnte, da er die nötigen Geräte wie Bagger und Radlader zur Verfügung hat und wir ihm im Ausgleich dafür dann Baupläne für den Umbau seines Wohnhauses anfertigen. Er hat ca. 10 Stunden lang gebaggert und das Ergebnis ist für "einen Gefallen" auch absolut aussreichend. Da nun unser Gefallen dran war, wollten wir da aktiv werden, jedoch kam der Nachbar dann mit einer Rechnung über mehr als 5000 € um die Ecke die er über sein Nebengewerbe als Gala-Bau Firma abrechnen will. Wir sind aus allen Wolken gefallen, da es sich um Arbeiten für das Begradigen von Weideland handelt und wir Ihm wie gesagt die gesamte Zeit den Sprit gezahlt hatten und für die Verpflegung gesorgt haben.

Wie sieht in diesem Fall die genaue Rechtslage aus? Es gibt keine Schriftliche Beauftragung und es ist nie darüber gesprochen worden, dass hierdurch kosten entstehen geschweige denn zu diesem Preis. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir das zu keinem Zeitpunkt umsetzen lassen.

Ich bitte um Hilfe um diese Frage final klären zu können, bevor wir dies eventuell mit Kosten verbunden zu einem Anwalt geben. Danke.

Antwort
von DerHans, 21

Ihr habt ihn beauftragt, und müsst die Leistung bezahlen.

Die Kosten für Sprit und Lebensmittel könnt ihr ja abziehen.

Ein Anwalt kann euch da auch nichts anderes sagen. Sonst hätte der Nachbar schließlich "schwarz gearbeitet".

Was wäre gewesen, wenn eins der Arbeitsgeräte auf eurem Grundstück eine Havarie erlitten hätte?

Kommentar von PzudemOrta ,

Eine Mündliche Beauftragung, bzw. mehr eine Frage um Hilfe.

Ich hätte kein Problem ihm seine Stunden zu bezahlen. Aber für 10 Stunden, eine Arbeit abzuleisten, welche unter den jetzigen Bedingungen absolut unzureichend ist, und dafür 5000 zu veranschlagen ist dann doch ein dickes Ding.

Bei dem Lohnsatz könnte er seinen Bagger vergolden ;)

Antwort
von valvaris, 41

Du sprichst von "wir", also nehme ich an, es gibt noch einen weiteren Zeugen.

Wenn dein Nachbar dafür Geld haben will, dann muss er das vorher sagen oder es muss klar sein.

Aber da er den Sprit und Verpflegung bekommen hat und ihr eine klare Gegenleistung (den Bauplan) genannt habt, kann er seine 500€ selbst zahlen.

Das Ganze nennt sich mündlicher Vertrag, der auch ohne Schriftform gültig ist. Und da du mindestens einen Zeugen hast (wieder das "wir"), wird er den Vertrag auch einhalten müssen und nicht im Nachhinein noch irgendwas fordern können.

Bleibt er uneinsichtig oder wird sogar so frech, euch zu verklagen, legt einem Anwalt das Ganze genauso vor - und ich empfehle, deine Frage auch auszudrucken - und der wird ihm den Kopf waschen.

Außerdem, wenn er das über seine Firma machen will, dann muss mit der Firma auch der Vertrag geschlossen werden. Den hat er aber als Privatperson mit euch gemacht, wie ich aus der Frage schließe.

Kommentar von Skibomor ,

Bei 500 Euro würde ich ja nichts sagen - aber der will ja über 5.000!

Kommentar von valvaris ,

Verlesen, aber der Sachverhalt bleibt der Gleiche.

Mündlicher Vertrag, Zeugen und vorher abgesprochene Leistungen.

Daran gibts nichts zu rütteln.

Kommentar von PzudemOrta ,

Es waren auch andere Nachbarn mit dabei. Jedoch will sich da keiner auf den genauen Wortlaut festlegen lassen, da auch im Grunde keiner Streitigkeiten haben will.

Ich sehe das ganze Ähnlich wie Sie, daher bin ich sehr froh, dass jemand unbeteiligtes es genau so sieht.

Kommentar von valvaris ,

Mit den Nachbarn müsste man sich dann schon auf einige Tatsachen einigen, auch wenn keiner irgendwie Stress haben möchte. Es sind sich ja hoffentlich alle darüber einig, was so die groben Eckpunkte waren.

Und wie gesagt empfehle ich auch, die Frage hier auszudrucken, denn aus dem Gedächtnis verschwindet gern der eine oder andere Punkt und hier scheint es ja noch relativ frisch zu sein.

Antwort
von RobertLiebling, 24

Es gibt keine Schriftliche Beauftragung und es ist nie darüber
gesprochen worden, dass hierdurch kosten entstehen geschweige denn zu
diesem Preis.

Schriftliche Beauftragung ist nicht erforderlich und im Zweifelsfall wird § 612 bzw § 632 BGB herangezogen werden. Die mündliche Absprache ist im Streitfall wohl schwer beweisbar, die Ausführung des Auftrags dagegen eher unstrittig.

Antwort
von tapri, 10

da gibt es mehr zu beachten.

Ist es sei Gewerbe, dann wird es schwer sein für ihn zu bewiesen, dass er das umsonst macht. Sprich, ohne Rechnung macht er sich der Schwarzarbeit verdächtig.

Wenn die Nachbarn nichts sagen wollen, dann ist es schwer für dich zu beweisen.

Fair wäre, noch einmal  it ihm zu sprechen, denn 1 Rechnung an dich über € 5000.- und eine Rechnung an ihn für 5000.- für die Arbeit die du leisten musst und gut ist....

beim nächsten Mal NUR mit Vertrag, denn wie oben schon erwähnt, Nachbarschaftshilfe geht nicht mehr so einfach......

Antwort
von maroc84, 36

Auch hier: Rechtsberatung darf nur von Anwälten erfolgen. Sonst würden sich die Helfer evtl. strafbar machen. 

Formuliere deine Frage anonym um, "Person A, Person B" als Beispiel. Sodass, es keinen konkreten Bezug auf diene Person nimmt.

Kommentar von PzudemOrta ,

Beraten lassen haben wir uns bereits. Es geht lediglich darum welche Erfahrungen hier evtl schon andere Nutzer gemacht haben und ob es Tipps hierzu gibt.

Letzen Endes entscheiden wir natürlich immer nur nach unserer eigenen Meinung.

Antwort
von Yodafone, 23

Kein Vertrag....keine Rechnung!!!

Bist du sicher,dass er nicht einfach nur eine unterschriebene Rechnung will,die er dann von der Steuer absetzen kann,ohne wirklich Geld zu wollen,oder hat er die 5000€ verlangt?

Kommentar von PzudemOrta ,

Dachte ich bis dahin auch. Bis dann heute ein Einschreiben formelster Form im Briefkasten war mit einer Zahlungserinnerung und Mahnfristen

Kommentar von Yodafone ,

dann ab zum Anwalt....das sollte in eurem Sinn geklärt werden können....besser den Anwalt zahlen,als dem Typen Geld hinten rein zu blasen...

Kommentar von DerHans ,

10 Stunden Arbeit mit "schwerem Gerät" fällt garantiert nicht unter "Nachbarschaftshilfe"

Ein solcher Vertrag muss übrigens nicht schriftlich erfolgen.

Kommentar von Yodafone ,

es war ja eine Gegenleistung vereinbart....der Mann kann doch nicht hinterher die Regeln ändern,wenn es so vereinbart war....der Vertrag,von dem du sprichst,gilt ja dann wohl für beide Parteien,oder nicht?

Kommentar von PzudemOrta ,

Kann es sein dass es ein Vertrag ist welcher beinhaltet, dass Partei 1 etwas zu leisten hat was gleichwertig mit der Leistung von Partei 2?

Das Erstellen und Erarbeiten von Bestandsunterlagen, fachgerechte Aufmaßarbeiten und das Erstellen von Bauantragsunterlagen für einen umfangreichen Innenumbau heben sich in etwa gleichwertig mit den Kosten der Erdarbeiten.

Dennoch kann er doch dafür höchstens seine Stunden geltend machen oder?

Und laut meiner Erfahrung kann man für die Stunde Radlader mit Fahrer ca. 70 € anrechnen und für die Stunde Bagger mit Fahrer vielleicht 100 €. Heist maximal 1000 € dürfte er veranschlagen, da die Arbeit nicht in dem Maße erfüllt worden ist, welches wir für eine zu bezahlende Leistung erwarten würden.

Für einen "Gefallen" wäre die Arbeit aber ausreichend. Da liegt eben der nächste Konfliktpunkt.

Kommentar von RobertLiebling ,

Kann man eine selbst ausgestellte Rechnung von der Steuer absetzen? Muss man dafür nicht eher USt. ans Finanzamt abführen?

Und Verträge über solche Leistungen bedürfen nicht der Schriftform. §§ 632 (1) BGB ist ebenfalls nicht ganz von der Hand zu weisen...

Kommentar von Yodafone ,

ja was weiß ich,was solche Abzocker für Tricks und Methoden anwenden,um auf Kosten anderer reich zu werden....was von dem Typen zu halten ist,lässt sich ja aus der Frage erahnen

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