Muss ich diese horrenden Mahngebühren bezahlen?

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3 Antworten

Drei Dinge sind hier wichtig:

1. Du hast mehrfach innerhalb der 100 Tage dein Widerrufsrecht ausgeübt und hast mehrfach um Korrektur der Datenbank gebeten, damit der Retourenschein ausgedruckt werden kann.

2. Hinsichtlich der Rücksendung liegt dadurch ein sogenannter Annahmeverzug des Händlers vor. Wichtig ist hier §300 BGB. Du hast also nur grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz zu verantworten.

3. Aus deinem Widerrufsrecht, dass du ausgeübt hast, entsteht dir ein Rückanspruch hinsichtlich der Zahlung. Mit diesem kannst du aufrechnen. Die angaben des Anwalts, dass man trotzdem innerhalb von 14 Tagen zu zahlen hat, mögen stimmen. Das könnte bedeuten, dass du am Ende ggf. etwas Briefporto bezahlen musst für die Mahnungen. Das war es aber. Denn noch bevor es zum Anwalt oder Inkasso ging, hast du schon das Problem mit der nicht möglichen Rücksendung reklamiert.

Jetzt drohen sie mir mit einer Klage wenn ich nicht sofort bezahle.

Na und?

Ich würde die Hose nun zurückschicken ohne Retourenbeleg (Versandbeleg aufheben und Paketverfolgung unbedingt ausdrucken) und es tatsächlich auf die Klage ankommen lassen. Denn wenn die dann vor Gericht begründen müssen, warum sie dir die Ausübung deines Widerrufsrechts monatelang torpedieren bzw. verweigern trotz deiner Reklamation, wird das peinlich.

Es gilt grundsätzlich die allgemeine Schadensminderungspflicht. Zwar hättest du die Mahnung durch rechtzeitige Zahlung verhindern können. Der Schaden für die Mahnung ist also dein Werk. Dennoch ist der gesamte übrige Schaden (Anwaltseinschaltung usw.) bis hin zu Gericht alleine die Schuld von Zalando, denn sie haben offenbar böswillig deine Reklamationen ignoriert. §254 BGB besagt: Derjenige, der einen Schaden anrichtet, muss ihn auch bezahlen. Anwalt und Co. muss Zalando also selbst bezahlen.

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Kommentar von spacevulture81
29.11.2015, 16:45

Vielen Dank für diese sehr ausführliche und hilfreiche Antwort! Ich bin sehr gespannt was dabei herauskommt! Lg

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Es wäre sicher von Vorteil gewesen, hättest du die Hose zurück geschickt. Sie gehen ja davon aus, du hast und trägst sie, ohne dafür bezahlt zu haben. Hättest du sie einfach - Retouraufkleber hin oder her - zurückgeschickt, wäre es sicher abzuwenden gewesen, dass du nun so hohe Mahngebühren hast.

Ist eine verzwickte Sachlage, die sich schon sehr hochgesteigert hat. Meiner Erfahrung nach erreicht man immer mehr, den Kundenservice telefonisch zu kontaktieren (obwohl es wirklich bedacht von dir war, alle Schreiben aufzuheben und immer per Einschreiben zu versenden), probier das doch mal, vielleicht hat man dort einen Rat für dich, was du tun musst und sollst. Sicher aber: Hose zurück schicken!

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Ich an Deiner Stelle würde das bezahlen und daraus lernen. Kein RA schreibt eine Mahnung, ohne sich gut dafür bezahlen zu lassen. Wenn Du selbst einen RA hast, könnte der vielleicht die Gebühr etwas herunterdrücken, aber dafür kommen neue Kosten auf Dich zu. Bring das hinter Dich und beiße in die Tischkante!

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Kommentar von mepeisen
26.11.2015, 09:46

Ich an Deiner Stelle würde das bezahlen

Warum? Das Widerrufsrecht wurde eind3eutig innerhalb der 100 Tage ausgeübt. Die erste Reklamation war innerhalb der 10 Tage und wenn Zalando die Rücksendung durch einen falschen Datenbankeintrag torpediert ist das nichts, was den Schuldner zu kümmern braucht.

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