Frage von mwtwp, 75

Muss ich die Zensur einfach so hinnehmen?

Hallo, einige werden meine Frage sicher albern finden,aber Leute die schulpflichtige Kinder haben verstehen mich vielleicht. Mein Sohn tut sich im Fach Mathe echt schwer.Er war zum Halbjahr auch deswegen versetzungsgefährdet.Was er ganz gut kann ist Geometrie und was er überhaupt nicht kapiert sind Textaufgaben egal auf welche Rechenart sich diese beziehen.Jetzt zum Endjahreszeugnis war sein Notendurchschnitt 3,48. Er war stolz das er es von versetzungsgefährdet auf eine 3 geschafft hat. Denn der Durchschnitt ist zwar eine knappe 3 aber immer noch 3 und es würde jetzt auch keine Zensuren mehr geben. Ich dachte ich höre nicht richtig als er mir erzählt er kommt nochmal in Mathe dran,weil er angeblich einen Durchschnitt von 4 hat. Die Lehrerin hatte drei Karten,wovon er eine ziehen durfte. Bruchrechnen!!! Nächsten Tag war er dann dran und für das lösen der Aufgabe musste er in einen extra Raum. Als er gesehen hat das es eine Textaufgabe ist,war das Ding schon gelaufen.Voll verhauen mit 6. Jetzt kriegt er natürlich ne 4 aufm Zeugnis und die Motivation ist hinüber. Würdet Ihr das jetzt so akzeptieren,weil er ja eindeutig auf drei stand.Oder würdet Ihr das unter "Pech gehabt" abhaken.

Antwort
von AoiHime, 24

Mathe ist leider so ein Thema... Lehrer können Noten auf und Abrunden wie sie den Schüler selbst einschätzen, also hat sein Lehrer ihn wohl auf die 4 gerundet und deshalb musste er nochmal ran. Da er ja einen Tag Zeit zur Vorbereitung hatte muss man die Note wohl so akzeptieren, was anderes wäre ein spontaner Test gewesen (das ist nicht immer erlaubt). Es ist zwar gemein von der Lehrerin/dem Lehrer, aber sich zu beschweren würde nichts auser Zeitverlust bringen :( Da Mathematik in der Schule auch meine Schwäche war und ich es mittlerweile an der Uni aber sehr gerne mache hier ein paar Tips für deinen Sohn:

1. in der 6. Klasse ist es noch nicht zu spät, lass ihn jeden Tag 2 Aufgaben zum aktuellen Thema bearbeiten oder einmal die Woche eine Stunde üben! MAthematik ist nicht wie viele behaupten Talent, sondern REINE Übung :) vor allem in der Schule ;) Nach den Übungen kannst du ihm eine kleine Belohnung gönnen (Schoki, Fernsehen, PC, Punkte sammeln und bei X Punkten darf er ins Kino o.ä.)

2. Wenn du es dir leisten kannst organisiere auf jeden FALL einen Nachhilfelehrer (gibts schon ab 8-10€ pro Stunde! er muss ja keine Einzelnachhilfe machen)

3. Es gibt viele Tolle Übungsbücher mit selbstkontrolle, frag doch mal die Lehrerin/den Lehrer welches er/sie empfehlen würde!

4. vor einer Klausur sollte er mindestens 2 Wochen früher anfangen zu lernen

Wenn du diese Punkte befolgst wird dein Sohn langsam Fortschritte in Mathematik zeigen und in der Oberstufe weniger Probleme damit haben. Wenn er jetzt nämlich nicht anzieht fehlen ihm die Grundlagen für seinen Abschluss, und die kann man nicht mal schnell nachholen. Meine Mutter war da leider nicht so dahinter her, (ich bin ja ein Mädchen "das muss kein Mathe können") ich hätte es mir aber sehr gewünscht, weil ich eigentlich gar nicht unbegabt bin, es ist nur die Fehlende Übung gewesen :)

Ich hoffe du hilfst deinem Sohn für seine zukünftigen Mathematik-Stunden und wünsche dir viel Erfolg! Vielleicht gönnst du ihm zum Trost einen Kinobesuch o.ä  ;)

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 18

Hallo mwtwp,

einfach akzeptieren musst du das nicht. Du könntest dich erkundigen, wie die Zensur sich zusammensetzt.

Ist die 3,48 deine Berechnung, oder hat man dir das von der Schule mitgeteilt?

Eindeutig 3 ist das ja nicht. Zur Zensurengebung müsstest du allerdings noch Folgendes wissen:

- "Arbeitswille und Arbeitshaltung sind bei der Benotung ... angemessen zu berücksichtigen."  (Beschluss KM-Konferenz)

- Mündliche Leistungen werden gewertet.

- Hausarbeiten werden im Allgemeinen nicht benotet, aber gewertet, wenn sie nicht angefertigt wurden.

- Wichtig ist der derzeitige Leistungsstand.

- Eine individuelle Überprüfung ist immer möglich.

- Wichtig ist, ob sich Zensuren mit auf- oder absteigender Tendenz bewegen: Absteigend = jetziger Leistungsstand, aufsteigend = er kann es jetzt.

- Formales Rechnen, Textverständnis, Geometrie sind unterschiedliche Gebiete mit unterschiedlicher Wertung.

Diese Infos als Vorbereitung für ein evtl.Gespäch mit der Lehrkraft.

Antwort
von Messerset, 29

Zunächst muss wieder einmal klar gestellt werden, dass die sogenannte Durchschnittsnote nicht automatisch die Zeugnisnote bestimmt. Unter uns gesagt, ist das arithmetische Mittel von Noten aus mathematischer Sicht völlig unsinnig, da Noten ordinale Merkmale sind. Aber das würde hier zu weit führen.

Kurz gesagt, werden Noten nicht errechnet sondern erteilt.

Darüber hinaus ist 3,48 mathematisch gerundet 3,5 und das ergibt ohnehin eine 4.

Letztendlich entscheidet der Fachlehrer, welche Note die Leistung eines Schülers am besten widerspiegelt in eigener pädagogischer Verantwortung. Ob die Eltern mit dieser Note einverstanden sind, ist vollkommen unerheblich.

Da es sich nicht um eine Versetzungsentscheidung handelt, gibt es bei dieser 4 auch keine Rechtsmittel.

Es bleibt dir also nichts anderes übrig, als diese Note so zu akzeptieren. Sie zu respektieren wäre auch eine gute Idee.

Antwort
von milka2001, 35

Bei 3,48 nehmen die Lehrer meist immer einen noch dran, denn er steht ja fast Kippe. Und da hat er jetzt Pech gehabt mit dem ziehen der Karten. Eine Frechheit ist aber, dass er die Aufgabe im extra Raum berechnen muss. Ich würde vielleicht beim Lehrer mal anrufen und ganz freundlich und vorsichtig nachfragen, ob er den Test vielleicht noch mal machen darf oder an besten fragt det Sohn nach.

Antwort
von diroda, 12

3,48 ist nicht eindeutig drei sondern zwischen 3 und 4. Nachdem noch eine 6 dazu gekommen ist überschreitet er die 3,5, wird dann 4 gewertet. Statt mit der Lehrerin zu streiten solltes du ihn unterstützen seine Blockade von Textaufgaben zu überwinden.

Antwort
von mwtwp, 12

Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten. Ja ich werde die Zensur wohl so hinnehmen müssen. Was mich nur ärgert ist,das Sie Ihm ausgerechnet ne Textaufgabe gibt. Das kam mir bissel hinterlistig vor. Er hat auch jede Woche am Förderunterricht teilgenommen und auch freiwillige Hausaufgaben immer gemacht.Ich finde das hätte die Lehrerin mit berücksichtigen können.

Antwort
von Virginia47, 31

So eindeutig stand er nicht auf Drei.

Das obliegt immer noch dem Lehrer, welche Note er gibt.

Immerhin hat er sich verbessert. Dafür solltest du ihn loben. Und nicht mit der Lehrerin in Krieg ziehen.

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