Muss ich bei Auszug die komplette Wohnung streichen?

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6 Antworten


Selbstverstänlich überstreiche ich ein von mir angebrachtes Farbfeld an einer Wand oder unschöne Macken,

Das, sofern alle Dein Angaben den Tatsachen entsprechen, reicht.

Vorsicht bei "unschönen Macken" überstreichen. Fleckige (unfachmännische) Anstriche   muß der Vermieter nicht dulden.

Was steht denn im Vertrag oder dem Übernahmeprotokoll zum Renovierungszustand bei Mietbeginn?


auf Basis welcher Paragraphen/Rechtssprechung.

Hier empfehle ich immer den der etwas Fordert, z. B. den Vermieter, zu fragen auf welchen Paragrafen/welches BGH-Urteil er sich beruft;-)



 

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Kommentar von Doro666
06.07.2016, 17:15

Ich habe mir überlegt dass ich einfach das streiche was nötig ist und im Zweifelsfall erst mal behaupte ich hätte alles gestrichen. Das merkt der eh nicht und wenn doch frag ich mal nach den Paragraphen :D

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Habe erst neulich hierzu recherchiert. Soweit ich weiss, musst du eine Wohnung, die dir komplett gestrichen übergeben wurde, selbst auch wieder gestrichen übergeben. Aber da bei dir "normalerweise in 4 Jahren" drin steht, gilt es glaube ich nicht. Schau mal hier, das habe ich vor paar tagen extra für mich gespeichert:

Schönheitsreparaturen sind im Allgemeinen nach folgender
Wohndauer fällig:

– drei Jahre für Küchen, Bäder
und Duschen,

– fünf Jahre für Wohn- und
Schlafräume sowie Flure, Dielen und Toiletten,

– sieben Jahre für andere
Nebenräume.

·      
Eine Vielzahl von Renovierungsklauseln wurden
mittlerweile vom Bundesgerichtshof (BGH) für unzulässig erklärt. Unzulässig
sind entsprechende Bestimmungen in Mietverträgen insbesondere, wenn

­ die
allgemeinen Fristen für Schönheitsreparaturen (vgl. oben) verkürzt oder als
starre Fristen vereinbart werden.

­ ungeachtet
einer Fristenregelung zu Schönheitsreparaturen auch zwingend eine
Endrenovierung bei Auszug vorgeschrieben wird.

­ die
Ausführung der Schönheitsreparaturen durch eine „Fachhandwerker“ (bzw.
„Fachbetrieb“ oder „Fachfirma“) vorgeschrieben wird.

·      
Gemäß § 548 Abs. 1 BGB verjähren sowohl der
Anspruch auf Ausführung der Schönheitsreparaturen als auch der
Schadensersatzanspruch innerhalb von sechs Monaten ab Rückgabe der Wohnung,
soweit vertraglich keine längere Frist vereinbart wurde.

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Selbstverstänlich überstreiche ich ein von mir angebrachtes Farbfeld an
einer Wand oder unschöne Macken, aber ich sehe nicht ein, die komplette
Wohnung zu streichen,

Vorsicht! - "Wölkchenmalereien", auch wenn Sie die noch so hübsch oder Ihrer Verpflichtung dienlich  finden, muß der Vermieter nicht als fachmännischen Anstrich akzeptieren.

Das könnte für Sie dann teuer werden, wenn der Vermieter im Klagefalle Recht behält.

Versuchen Sie sich gütlich zu einigen!

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Entscheidend dürfte das sein, was im Mietvertrag zu Schönheitsreparaturen vereinbart wurde und ob das nach Rechtslage aktuell auch wirksam ist.

Ich bitte dich deshalb hier offenzulegen (wörtlich) was da nun zu Schönheitsrepataturen während und zum Ende der Mietzeit drin steht.

Fakt ist, dass nicht das gilt, was jetzt der Vermieter sagt sondern was der Mietvertrag beinhaltet. Wenn es für das Ende der Mietzeit keine Vereinbarungen gibt, ist die Wohnung besenrein zurückzugeben und nur zu überstreichen, was nicht "normal" ist wie das Farbfeld. Mehr nicht. Versuche nicht, irgendwelche geringfügige Farbveränderungen durch Bilder etc. zu beseitigen. Das könnte Verschlimmbesserung mit Schadenersatzforderung nach sich ziehen. Du bräuchtest nich mal Bohlöcher verschließen oder Fenster putzen.

Allgemein gilt, dass die bei vertragsgemäßem Gebrauch eingetretene Abnutzung bzw. Verschlechterung des Zustandes der Mietsache  mit der Miete abgegolten ist.

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Zitat aus der Hauptantwort :

Nicht zulässig ist es aber, dem Mieter sowohl regelmäßige Schönheitsreparaturen und zusätzlich beim Auszug die Renovierung der gesamten Wohnung aufzubrummen.

Abnutzung

Der Zustand einer Wohnung verschlechtert sich im Laufe der Zeit. Für normale Abnutzung muss der Mieter nicht aufkommen.

Im Laufe der Jahre verschlechtert sich der Zustand einer Wohnung durch normale Abnutzung – auch dann, wenn der Mieter sorgsam, das heißt vertragsgemäß, mit ihr umgeht. Für diese Verschlechterung muss der Mieter laut § 538 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) nicht aufkommen. Die normale Abnutzung ist mit den Mietzahlungen abgegolten.

Verschiedene Gerichtsurteile befassen sich mit der Frage, wie diese normale Abnutzung in der Praxis auszulegen ist. Zulässig ist es etwa, im Bad notwenige Dübel zu setzen – bei seinem Auszug muss der Mieter die Fliesen nicht erneuern. Renovierungsarbeiten können im bestimmten Umfang im Mietvertrag vereinbart werden. Nicht zulässig ist es aber, dem Mieter sowohl regelmäßige Schönheitsreparaturen und zusätzlich beim Auszug die Renovierung der gesamten Wohnung aufzubrummen. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs (Az.: VIII ZR 208/02) stellt dies eine unzumutbare Benachteiligung dar.

Quelle : Mietrechtslexikon

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So viel ich weiß, musst Du die Wohnung nur besenrein hinterlassen!

Dübellöcher müssen natürlich geschlossen werden, Schäden die Du verursacht hast, musst Du auch beheben. was steht eigentlich in Deinem Mietvertrag? Du kannst dieses Problem auch googeln. Bist Du im Mieterschutzverein? Das lohnt sich!

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Kommentar von Doro666
06.07.2016, 16:52

Ich habe es gegoogelt aber leider widersprüchliches gelesen. Deswegen frage ich ja....nein, ich bin nicht im Mieterschutzverein

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