Frage von Dontbother, 80

Muss ich als Mieter beschädigtes Laminat komplett bezahlen?

Der Boden ist 9 Jahre alt. Es hatten sich Flecken gebildet, aus welchen Gründen auch immer. Ich habe versucht diese zu reinigen und es wurde nicht besser. Ich habe die Schutzschicht samt Flecken abgekratzt, was die Sache aber nur schlimmer gemacht hat.

Also ich sehe ein, dass durch geschicktere Reinigung der Boden in besserem Zustand wäre. Ich denke aber, dass der ohnehin abgenutzt wäre und es nebensächlich ist. Nun schreibt mein Vermieter ins Protokoll der Wohnungsbesichtigung:

"Das beschädigte Laminat in der Küche wird belassen und erst nach Auszug neu verlegt. Die anfallenden Kosten werden von der vorliegenden Mietkaution in Abzug gebracht."

Für mich klingt das rechtswidrig, da es ohnehin abgenutzt wäre. Weiß jemand wie sich damit verhält?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hugito, 38

Die mittlere Lebensdauer eines Laminatbodens liegt nach der Rechtsprechung bei ca. 10 Jahren. Der Vermieter muss bei einer vorzeitigen Reparatur sich einen Abzug "Alt für Neu" gefallen lassen. D.h. der Mieter muss den Restwert zahlen, den der Boden noch hat. Denn der Vermieter hat nach der Reparatur ja einen nagelneuen Boden und erspart sich eine sowieso notwendige Renovierung.

Wenn der Laminatboden nach 9 Jahren ausgetauscht werden muss, weil er vom Mieter beschädigt wurde, dann können also nur 1/9 der Kosten (ca. 11%) in Rechnung gestellt werden.

Wenn man als Mieter länger drin bleibt (so wie du, du willst ja nicht ausziehen und du bestehst auch nicht auf eine Auswechslung des Bodens), und damit beim Auszug der Laminatboden älter ist als 10 Jahre, dann kann der Vermieter keinen Schadenersatz mehr verlangen.

Deshalb ist die Anrechnung der Reparaturkosten unberechtigt.

Lies mal das: https://www.mieterbund.de/index.php?id=621


 

Kommentar von Dontbother ,

Danke dir! Meine Vermutung ging in die Richtung.

Kommentar von bwhoch2 ,

Nein, das ist keine hilfreiche Antwort. Das ist lediglich Deine Wunschantwort. Damit wirst Du aber sehr wahrscheinlich auf der Nase landen.

Antwort
von CharaKardia, 48

Waren denn die Schäden schon vor dem Einzug da?

Cleverer und günstiger für euch wäre es in jedem Fall, wenn ihr das Laminat mal ein paar mm abschleifen lasst. Es muss nicht immer neu verlegt werden.

Kommentar von HeymM ,

Laminat hat eine Kunststoffbeschichtung und ist zum Abschleifen nicht geeignet. Laminat ist nicht zu verwechseln mit Parkett.

Kommentar von Dontbother ,

Danke, die Schäden sind vor ca. 3 Jahren entstanden. 

Antwort
von Dontbother, 17

Die genauen Fakten sind wie folgt. Das Laminat ist mehr als durch normale Abnutzung beschädigt. Jedoch auch nicht all zu sehr. Der Schaden entstand nach 6 Jahren und wurde bei einer Besichtigung festgestellt. 

Für mich klingt ist vernünftig sich anteilig an den Kosten zu beteiligen, jedoch wäre das Laminat nach mehr als 10 Jahren ohnehin durch und nun frage ich mich, was der Schaden da noch für eine Rolle spielt. 

Antwort
von bwhoch2, 7

Ein Fußboden wird nicht allein dadurch kaputt, dass die Zeit vergeht.

Geht man davon aus, dass in der Küche eine besondere Beanspruchung vorliegt, ist dort natürlich auch mehr Pflege und Sorgfalt notwendig, als in anderen Räumen. Das Abkratzen einer fleckigen Oberfläche hat nichts mit normaler Abnutzung zu tun. Deshalb kann man nicht einfach davon ausgehen, dass der Boden nach 10 Jahren sowieso durch wäre. Das ist rechtlich nicht haltbar.

Eine gute Qualität hält bei guter Pflege auch viel länger als 10 Jahre. Meistens kostet gute Qualität auch deutlich mehr. Würde nun ein Gutachter den Boden beurteilen und feststellen, dass der Boden an sonsten in gutem Zustand ist und locker nochmal 10 Jahre halten könnte, könnte der Vermieter sogar den Zeitwert bis zu 5 Jahren erstattet bekommen. (Nur das Material!)

Erst durch das Abkratzen hast Du dafür gesorgt, dass der Vermieter spätestens nach Deinem Auszug den Boden austauschen muss. Das hätte er vielleicht nicht müssen, wenn er einen Nachmieter gefunden hätte, dem die Flecken nichts wirklich was ausmachen. Demzufolge musst Du auch für die Beseitigung des Schadens aufkommen.

6 m² Küche? Laminat normaler Qualität kostet sicher nicht mehr als 100,- €.

Drei Stunden Zeitaufwand für Verlegung, wenn es der Vermieter selbst macht, rund 50 €. Zahl ihm das, wenn er das verlangt und gut ists.

Lässt er Handwerker ran, wird es deutlich teurer. Wie wäre es jedoch, wenn Du selbst die Schadensbeseitigung übernehmen würdest? Bitte den Vermieter, Dir das Material zu besorgen und verlegen tust Du ihn dann selbst oder mit Hilfe von geschickten Freunden.

Kommentar von Dontbother ,

Ist halt die Frage, ob der Boden wirklich nach 10 Jahren noch okay ist. Ansonsten habe ich kein Problem damit, das zu ersetzen. Ich meinte auch erst zu ihm, ich würde es so tun. Ich kann ihn auch verstehen oder nachvollziehen. Die Sache ist halt, er ist trotzdem n ziemlicher Kontrollfreak und hat einen kommandierenden Tick. Musizieren sei verboten, oder Haustür ist von 20 Uhr bis 6 Uhr zu verschließen. Ich mag ihn nicht. 

Antwort
von SiViHa72, 31

Ähm. Nur mal so, Du sagst selber, Du hast das Laminat abgekratzt, dadurch das ganze verschlimmert.

Das ist jetzt nicht mehr normale Abnutzungh, sondern Du hast den Boden kaputt gemacht. Natürlich wird da Geld von Dir gefordert. Rechtswidrig ist das absolut nicht.

Über die Flecken hätte man ggf. reden können, über das Zerstören der Oberfläche nicht.

Kommentar von Dontbother ,

Äh, nur mal so, red doch einfach ganz normal.

Antwort
von Jewi14, 23

Nein, nicht komplett. Die Rechtsprechung von von max. 10 Jahren Lebensdauer von Teppich und Laminat aus. Normaler Verschleiß ist mit der Miete abgegolten. 

Das dumme ist, du hat den Boden durch den Reinigungsversuch geschädigt, daher musst du für den Schaden aufkommen. Da ich aber schrieb, max. 10 Jahre und der Laminat schon 9 Jahre alt ist, würde ich auch nur noch 10% der Kosten übernehmen. 

Antwort
von Wippich, 26
Antwort
von HeymM, 28

Definitiv nicht.

Nach neun Jahren tritt eine  Abnutzung durch gewöhnlichem Gebrauch ein.

Der Vermieter kann keineswegs die Kosten für eine Neuverlegung und des Materials auf den Mieter abwälzen.

Ganz im Gegenteil kann der Mieter sogar einen neuen Bodenbelag vom Vermieter verlangen, da der Boden nicht mehr dem vertragsgemäßen Zustand entspricht, solange der Mieter in der Wohnung wohnt.

http://www.urteile-mietrecht.net/Schoenheitsreparaturen.html

Antwort
von schelm1, 10

Haben Sie das Protokoll denn unterschrieben und damit die vorstehende Regelung anerkannt?

Kommentar von Dontbother ,

Nein, nein, unterschrieben ist nichts.

Kommentar von schelm1 ,

Dann könnten Sei versuchen, sich mit dem Vermeiter auf 10 % des neuwertes für die Verlegung des immerhin 9 jahre alten Bosenbekags zu einigen.

Vor Gericht dürfte dies unter Hinzuziehung eines Sachverständigen auf eine ähnliche Summe hinauslaufen, wenn der Richter nicht auf einen höheren Betrag wegen der unsachgemäßen Behandlung des Bodens erkennt.

Je nachdem, was ein verbindlicher Kostenvoranschlag hergibt (Küche dürfte nicht die Welt sein?), könnten Sie sich ja zur Veremeidung von anteiligen Verfahrenskosten auch bis auf 30 % hochhandeln lassen, bevor Sie da was ohne Kostenbeschränkung anerkennen.

Ein kluger Vermieter kennt das Risiko!

Antwort
von SirPeterGriffin, 36

Das ist nicht rechtswidrig. Das ist richtig.

Was steht im Übergabeprotokoll vor dem Einzug?

Antwort
von FlotiiLottii, 25

Wenn du die Schutzschicht samt der Flecken abgekratzt hast, klingt das für mich nicht nach "normaler" Abnützung...

Kratzer, Druckstellen und Felcken die zB. vom Verrücken der Möbel herrühren, entsprechen einer gewöhnlichen Abnutzung.

Ich würde versuchen mit deinem Vermieter zu reden, vielleicht kann er dir ja noch irgendwie entgegenkommen. Das dir allerdings etwas von der Kaution abgezogen wird, wird wohl nicht zu vermeiden sein.

Kommentar von Dontbother ,

Nun, er schrieb von Gesamtkosten. Er scheint nicht viel von Gesetzen zu halten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten