Ich habe von der ARGE eine Arbeitsgelegenheit bei dem Diakonischen Werk (Ausübungsort ev. Kirche) angeboten bekommen. Kann ich als Atheist diese ablehnen oder drohen mir dann Sanktionen ?

Ich würde es auf jeden Fall versuchen, allein aus Prinzip! Das Kreuz belastet Dich seelisch. Die Religionsfreiheit ist doch angeblich so ein hohes Gut in Deutschland, zumindest wenn es um Moslems usw. geht...

Es sollen sogar Vegetarier in Metzgereien arbeiten, also warum nicht? Du sollst in der Kirche bestimmt keine Messe lesen.

Die Kirche ist ein Tendenzbetrieb. Das bedeutet, dass die Kirche im Gegensatz zu anderen Arbeitgebern berechtigt ist bestimmte Arbeitnehmer zu diskriminieren. Zum Beispiel kann die Kirche ablehnen Nichtmitglieder zu beschäftigen.
Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass auch kein Arbeitnehmer oder Arbeitloser zu einer Arbeit in diesem Tendenzbetrieb gezwungen werden kann.
Möglicherweise wird es beim Amt Schwierigkeiten geben, man sollte sich aber nicht einschüchtern lassen. Genausowenig wie CSU-Mitglieder zu 1-Euro-Jobs bei der "Linken" gezwungen werden können, kann man jemanden zu einer Tätigkeit bei einer religiösen Organisation drängen, deren Ziele man ablehnt.
Das hat auch nichts mit der Art der Tätigkeit zu tun. Eine politische Partei darf sich z. B. auch eigene Mitglieder für den Hausmeisterjob aussuchen, obwohl der Hausmeister nicht an der Ausarbeitung von Parteiprogrammen o. ä. beteiligt wird - andersherum geht es genauso.
Zugespitzt könnte man auch ironisch sagen: "Warum willst du nicht bei der Mafia arbeiten, du sollst dort ja nur die Gewehre putzen, nicht schießen..."
"diskriminieren" ist mittlerweile ein bißchen ein Modewort geworden. Immer wenn einer nicht das tut, was ich will, diskriminiert er mich. Na toll.
heinmueck am 13. Oktober 2009 17:39 Diskriminierung definiert man anders: Nämlich als gruppenspezifische Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder Individuen.
Kirchen dürfen das (leider).
Tendenzbetriebe gelten nach §118 BetrVG das gilt soweit mir bekannt ist nur für die Betriebe ansich.... Umgekehrt sind mir keine konkreten Gesetze vertraut. Von daher denke ich schon, dass das Arbeitsamt Sanktionen verhängen kann, wenn man ablehnt..... Aber das mit der Diskriminierung ist gut gewählt, dieses Sonderrecht ist im Prinzip ein Hohn auf GG Artikel 3 Punkt 3

Warum solltest Du ablehnen...du musst ja nicht beten sondern irgendwelche Verwaltungstätigkeiten, Hilfstätigkeiten oder so machen...vielleicht die Holztür streichen ;-)
Das wirst Du ja wohl überleben,....Religion ist nicht ansteckend

Muß ein Moslem eine Arbeitsgelegenheit in der Kirche annehmen? - Ich schätze, er muß nicht, wenn er sich auf seinen (Aber-)Glauben beruft. Gleiches Recht für alle! Ein Atheist muß auch nicht!
RuleBritannia am 13. Oktober 2009 17:25 Ganz meine Meinung!
Guppy194 am 13. Oktober 2009 17:26 oh, beim Diakonischen Werk bekommt man aus dem second-hand-Bestand erst eine warme Winterjacke, wenn man das Vaterunser auswendig kann und Winterstiefel gibts erst, wenn man nachweist, dass man Geschlechtsverkehr nur zum Zwecke der Kinderzeugung hatte und die Malteser werfen einen Verletzten wieder aus dem Sanka, wenn sie merken, dass er nicht christlich denkt und lebt.
Marat am 13. Oktober 2009 17:30 Also, es gab Zeiten, da war es tatsächlich so - milde Gaben nur für "Fromme". Manchenorts mag es heute noch so sein.
RuleBritannia am 13. Oktober 2009 17:31 Darum geht es doch auch überhaupt nicht, sondern um gleiches Recht für alle!
Zumal diese Tätigkeit mit ausschliesslich Senioren zu tun hat, wobei mich sicherlich einige immer wieder mit dem Thema Kirche, Glauben etc. konfrontieren werden. Da ich aber meine für mich feste Meinung habe, möchte ich sie auch nicht immer wieder ausdiskutieren.
riara am 14. Oktober 2009 09:26 Was natuerlich beweist, dass Du vom diakonischen Werk absolut keine Ahnung hast. Es beschaeftigt 400,000 Menschen (Jobs!) und hat weiterhin rund 400,000 ehrenamtliche Helfer, dabei sind die Kleiderspenden wohl die kleinste Abteilung, zur Diakonie gehoert z.B. "Brot fuer die Welt" eine der weltumspannenden Organisationen die sich fuer die Bekaempfung des Hungers einsetzt. Wer sich jemals von seinem bequemen Wohlstandssofa erhoben hat und diese Menschen bei der Arbeit beobachtet wird sehr schnell erkennen, das es hier um Naechstenliebe geht und niemand an dem Wissen ueber das Vater Unser oder sexueller Praktiken interessiert ist. Dein Kommentar ist zynisch, unpassend und peinlich...
Welche Bedenken hast Du. Es ist eine Arbeit, zum Glauben wird Dich niemand zwingen.

Aus welchem Grund solltest du die Ablehnen dürfen? Ich kann mir doch auch nicht aussuchen, welche KOnfession mein Chef hat. Wenn die Diakonie allerdings "Mitgliedschaft" in ihrer Vereinigung voraussetzt sieht die Sache schon anders aus...
Die Kirche kann Dich ablehnen, aber nicht umgekehrt. (Auch wenns meiner Ansicht nach gegen das Grundgesetz verstößt, haben da die Kirchen ein Sonderprivileg) Also da musst Du wohl hin... Nebenbei, was spricht dagegen in einer Kirche zu arbeiten? Wer nicht glaubt, den sollte so etwas eigentlich kalt lassen.

das hört sich für mich so an als würdes du nicht arbeiten wollen, wie viele anderen auch den wenn du arbeiten willst würdes du so ne frage gar nicht stellen.
warum soltes du das sonst ablehnen wollen du, glaubst doch an nix also kann es dir doch egal sein was es für ein haus(kirche)ist.
Marat am 13. Oktober 2009 17:41 Das stimmt so nicht. Es ist nicht egal, wenn man Religion und Kirche für schädlich und gefährlich hält.
Scientology wird auch für schädlich und gefährlich gehalten.... dort stimmt jeder zu. Für jemanden, der nicht glaubt, kann man durchaus gewisse Parallelen zwischen Scientology und der Kirche erkennen.
GALLARIAOY am 13. Oktober 2009 18:19 Was spricht denn dagegen!? Atheisten sind ja auch nur gläubige Menschen, denn sie glauben (= etwas für wahr annehmen, ohne es zu wissen), dass es keinen Hintergrund gibt, dem sie ihr irdisches Leben verdanken. GALLARIAOY
Marat am 13. Oktober 2009 18:42 Ach, daß Atheisten auch nur "glauben", ist eine übliche Phrase. Ich glaube nicht, sondern bin fest davon überzeugt, daß es keinen Gott gibt. Das Leben entstand aus der Evolution, dafür muß man niemandem danken.
Ablehnen wäre wohl ein ziemlich kindisches Verhalten.
Das Geld, das du bekommst, ist nicht evangelisch und die Steuern, die du zahlst, sind es ebenfalls nicht. Arbeit ist Arbeit.

Das musst du erstmal beweisen...Mach es doch einfach. Stell es dir als Kino vor.
naja klar kannste die annehmen ist nicht alles so streng wie es scheint

vermutlich werden die Dich dort nicht nehmen, ansonsten... hauptsache arbeit
dir drohen ganz klar sanktionen..weil die arge drauf ka*kt ob irgendjemand budhist, christ oder muslim ist...will sagen..du sollst ja nicht beeten sondern da arbeiten (wiese fegen und laub aufeinanderstapeln) :D

wusste nicht, dass das Diakonische Werk die Kirche ist.
Einstellung erfolgt über das Diakonische Werk (Arbeitsort wäre die ev. Kirche). Hatte ich das nicht in meiner Frage so formuliert ?