Muss ich als Alleinverdienende wenn Ehemann Hartz4 bezieht die komplette Miete und sein Unterhalt bezahlen?

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5 Antworten

Auf dein Erwerbseinkommen stehen dir Freibeträge nach § 11 b SGB - ll zu,dass sind zunächst vom Bruttoeinkommen 100 € Grundfreibetrag !

Ab 100 € - 1000 € Brutto noch mal 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch einmal 10 % Freibetrag,wenn das Kind noch minderjährig ist geht die letzte Stufe der Freibeträge von 1000 € - 1500 € Brutto und davon dann noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von deinem Nettoeinkommen abgezogen und das ergibt dann dein anrechenbares Einkommen,was auf den Bedarf angerechnet wird.

Auch der Sohn hat auf seine Azubi Vergütung diese Freibeträge,dass anrechenbare Erwerbseinkommen inkl.Kindergeld von derzeit 190 € würde dann zunächst auf seinen Bedarf angerechnet,solange er das Kindergeld zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen würde.

Der Teil den er dann nicht mehr bräuchte würde auf den Bedarf des Vaters angerechnet,bis max. volles Kindergeld abzüglich 30 € Versicherungspauschale die dem Vater dann auf sonstiges Einkommen zustehen würden.

Er muss also vom Sohn Kostgeld verlangen,je nach dem was er an Brutto und Netto Vergütung bekommt und evtl.bekommt er ja noch Unterhalt von der Mutter oder Waisenrente,ich hoffe mal der Vater / Ihr habt den Beginn der Ausbildung auch mitgeteilt und nachgewiesen,auch der Familienkasse.

Wenn du also 1000 € Netto bekommst solltest du auf min. 1200 € Brutto kommen,dann hättest du min. diese 300 € an Freibetrag und diese würden dir theoretisch von deinen 1000 € Netto abgezogen,es blieben dann etwa 700 € an anrechenbarem Nettoeinkommen übrig.

Da ihr eine BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) bildet steht euch Erwachsenen derzeit jeweils min. der Regelsatz von 364 € zu ( ab 2017 sollten dann nach der Erhöhung der Regelsätze jeweils 4 € dazu kommen ) und der KDU - Kopfanteil für Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) diese berechnet sich aus der Warmmiete,geteilt durch die Personen im Haushalt.

Würde also nach Abzug deines Bedarfes von deinem anrechenbarem Einkommen noch anrechenbares verteilbares Einkommen übrig sein,dann würde es gleichmäßig auf die BG - verteilt.

Du könntest also diese 300 € an Freibetrag jeden Monat sparen und dann wenn du denkst ausziehen zu müssen ausziehen,was dann auch dem Jobcenter mitgeteilt werden muss.

Dein Auszug könnte aber zur Folge haben das dann die Wohnung für Mann und Kind nicht mehr angemessen in der KDU - ist und sie im schlimmsten Fall sogar umziehen müssten,wenn er nach einer Übergangszeit von in der Regel 6 Monaten ( solange würde dann normalerweise noch die tatsächlichen unangemessenen KDU - gezahlt ) die Differenz nicht selber zuzahlen könnte.

Dann musst du dich aber auch aus der Wohnung abmelden,denn sonst würdest du deinen KDU - Kopfanteil weiter zahlen müssen und eine neue Miete noch dazu.

Solange ihr nicht dauerhaft getrennt leben würdet bzw.euch dann scheiden lassen würdet,greift das SGB - ll und nicht das BGB - denn da hättest du einen Selbstbehalt von derzeit 1200 €,ich denke ja nicht das du seinen Sohn adoptiert hast,denn dann wäre der Selbstbehalt bei derzeit 1080 € Netto.

Würdet ihr euch also nicht dauerhaft trennen wollt und du in deiner eigenen Wohnung lebst,hättest du von deinen 1000 € Netto einen Freibetrag von min. 300 €,wenn du min. 1200 € Brutto verdienst.

Dein anrechenbares Netto läge dann bei ca. 700 €,davon ginge dann dein Regelsatz von min. 364 € ab,weil ihr wie gesagt nicht dauerhaft getrennt wärt und das SGB - ll und nicht das BGB - gelten würde ( denke ich zumindest ),mit dem Rest kannst du dir eine passende Wohnung suchen und wenn dann nichts mehr übrig ist kann auf den Bedarf des Mannes auch nichts angerechnet werden.

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Grundsätzlich ist das für uns Otto Normal Menschen schwierig zu beatnworten sein. Das ist etwas, wo Du Dich durch einen Anwalt beraten lassen solltest.

Das Problem dürfte aber erstmal sein, dass Dein Gehalt zu einem gewissen Teil auf die Bedarfsgemeinschaft angerechnet wird. Sprich das Jobcenter wird Deinem Mann künftig weniger zahlen.

Was ich nicht verstehe, warum sucht sich dein Mann keine Arbeit? Wenn er soo arg krank ist, dann sollte er Rente beantragen. 

Darüber hinaus stellt sich mir die Frage, wenn ihr euch trennen wollt dann kann das Jobcenter Dir jetzt durch den Job m.E. auch nicht mehr verbieten Dir eine eigene Wohnung zu suchen und auszuziehen. Dann würde Dein Gehalt auch nicht mehr angerechnet werden für das Alg2 Deines Mannes.

Und ich fände es schon mega dreist wenn das Jobcenter Dich dazu nötigen dürfte, die Scheidung einzureichen.

Bitte lasse Dich von einem Anwalt beraten der sich mit Familien und Sozialrecht auskennt. Ein Beratungsgespräch kostet vieleicht 60 € aber dafür hast Du auch ne Antwort von nem Profi. 

LG Trinity

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Kommentar von diePest
15.11.2016, 23:45

Sie will sich ja gar nicht trennen .. sondern nur ausziehen. ^^ Und das kann sie ja jederzeit machen, davon hält sie ja keiner ab. 

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Es gibt schon einen gewissen Selbstbehalt .. aber der ist gering. Du wirst also das meiste abgeben müssen .. bzw die Leistungen werden eben drastisch gekürzt. 

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Kommentar von Maggifrog
15.11.2016, 23:28

Das ist Quatsch..Selbsterhaltungskosten = 1080€ bei Arbeit.

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Kommentar von atciuni
15.11.2016, 23:29

Das klingt nicht gut...Weißt du zufällig wie hoch der gewisse Selbstbehalt ist? Hoffe etwas mehr wie das Hartz 4 das ich immer gekriegt habe, denn das hat ja nicht mal zum leben gereicht ohne dass ich mir was von Freunden am Monatsende leihen musste...

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Auf den ersten Blick würde ich sagen das Du nichts bezahlen musst für die beiden. Dein Gehalt ist zu gering um da etwas abzuziehen oder anzurechnen. 

Unterhalt richtet sich nach Gehalt:

http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer\_tabelle/Tabelle-2016/Duesseldorfer-Tabelle-1-Januar-2016.pdf

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Kommentar von atciuni
15.11.2016, 23:26

Oh Gott, da fällt mir echt ein Stein vom Herzen!!! Natürlich bin ich bereit meinen Mann zu unterstützen, aber schließlich habe ich mich auch hochgerafft um endlich aus dieser gemeinsamen Wohnung rauszukommen! So 200 Euro wäre ich sogar bereit ihm einfach nur monatlich zu "schenken", aber mehr geht eben nicht! Danke für die schnelle Antwort.

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Kommentar von TreudoofeTomate
15.11.2016, 23:31

Das stimmt leistungsrechtlich allerdings nicht, da sie als Ehefrau zur Bedarfsgemeinschaft ihres Ehemannes und dessen Sohn gehört, wird ihr Einkommen auch auf dessen Bedarf angerechnet, mit dem Ergebnis, dass diese weniger Leistungen erhalten.

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Du bist deinem Ehemann gegenüber unterhaltspflichtig. So etwas überlegt man sich bevor man heiratet. Jetzt ist es zu spät, denn auch bei einer Trennung könnte er Unterhaltsansprüche gegen dich geltend machen.

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Kommentar von atciuni
15.11.2016, 23:31

Also heißt das jetzt mit anderen Worten, dass ich ohne Scheidung und trotz Arbeit wohl niemals aus diesem Loch herauskommen kann! Toller Staat! Sorry, aber das kann ja wohl nicht wahr sein, dass man keine Chancen mehr hat wenn man einen Fehler gemacht hat!

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