Frage von drachenfreund, 97

Muss für Christen Jesus historisch nachweislich auferstanden sein?

Hallo, seit einigen Tagen frage ich mich, inwieweit für Christen die historische Authentizität der Auferstehung Jesu eine Rolle spielt? Der Katholik und Theologe Hans Küng glaubt nicht an die Auferstehung - Darf er sich dann noch Christ nennen?

Meine Frage insbesondere an Euch Christen (aber es darf auch gern ein Nicht-Christ antworten) - Muss die Auferstehung tatsächlich stattgefunden haben? Oder kann man das Ereignis auch als Christ sinnbildlich verstehen? Mystisch?

Falls jemand offizielle Statements der Kirchen dazu hat, wäre ich auch auch dankbar.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nadelwald75, 15

Hallo Drachenfreund,
fundamentaler Glaube der Christen ist der Glaube an die Auferstehung (real-persönliche Existenz Christi bei Gott) oder, wie Paulus 1 Kor 15,12ff sich ausdrückt: " 12Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig,…

Es ist für den Christen ein Ereignis, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte vollzogen hat. Ein wissenschaftlich-historischer Beweis ist, wie in allen Glaubensdingen, für den Christen nicht nötig und wäre auch nicht möglich.

Zitat aus dem Kath. Erwachsenenkatechismus (Dtsch. Bischofskonferenz): „Der Glaube …würde seinen Inhalt verlieren, würde er nicht mehr mit der Möglichkeit und Wirklichkeit rechnen, dass Gott auch in außergewöhnlicher Weise in Zeit und Geschichte hineinwirkt.“

Ob man das als Christ auch anders verstehen kann? – Dazu gibt es verschiedene annähernde Denkmodelle:
(Unter den Namen mal googeln und selbst was rausfinden!)
-Naiv: Der tote Körper lebt wieder und fährt (Himmelfahrt) zu Gott auf. Er hat besondere Eigenschaften (Begriff „verklärt“),
-Dorothee Sölle: Ich glaube an Jesus Christus, der aufersteht in unser Leben….
-Bultmann: Jesus ist ins Kerygma (die Verkündigung) auferstanden …
-Marxsen: Die Sache Jesu geht weiter…. Es handelt sich um ein Interpretament, dessen sich diejenigen bediente haben, die ihr Widerfahrnis reflektiert haben….
- Steinwede (ev.): Setzt Glauben gleichermaßen voraus und stiftet ihn… ist real, aber nicht geschichtlich-naturwissenschaftlich erforschbar.
- M. Brändle, schreibt über Thesen, ob das Grab leer sein musste (Der Glaube an die Auferstehung des Leibes fordert nicht notwendig das Leersein des Grabes.

Was du über Hans Küng schreibst, darf ich allerdings korrigieren. Dazu ein Link:

Hans Küng: „Das Christentum beginnt mit Ostern“
Der Schweizer Theologe hat ein „Jesus“-Buch veröffentlicht,

http://diepresse.com/home/kultur/literatur/747235/Hans-Kung_Das-Christentum-begi...

Zitat aus dem Text: „Die „nüchterne Leidenschaft“, mit der dieses Werk geschrieben ist, tritt besonders in den Kapiteln über Tod und Auferstehung hervor – wobei Küng lieber von „Auferweckung“ spricht. Die urchristlichen Zeugen stimmen bei allen Unstimmigkeiten in einer Überzeugung überein: Der Gekreuzigte lebt für immer bei Gott, und wer ihm nachfolgt, wird ebenfalls leben. „Das Christentum“, schreibt Küng, „beginnt mit Ostern.“

Kommentar von drachenfreund ,

Ich kenne Hans Küngs Buch "Jesus", muss aber ehrlich zugeben, dass es schon eine Weile her ist. Ich meinte damals dass er die Auferstehung/Auferweckung eher sinnbildlich verstanden hat und Jesus vielmehr im Glauben der Jünger weiterlebt bzw. wirkt. Ich bin mir heute allerdings nicht mehr so sicher. Ich werde mich damit nochmals ausführlicher befassen müssen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Alle hier in der Runde für Eure Antworten

Kommentar von Nadelwald75 ,

..... vielen Dank für den Stern!

Antwort
von Oidossi, 38

Du GLAUBST es - oder du GLAUBST es nicht. Wenn du GLAUBST, dass Christus am Kreuz gestorben ist, um uns von unseren Sünden reinzuwaschen, bzw. davon zu erlösen, indem er sie auf sich genommen hat und dafür starb, damit wir das ewige Leben haben - dann bist du Christ. Schon der Wille, es zu GLAUBEN, reicht dafür aus.

Bzgl. des zweiten Teils deiner Frage müsstest du Herrn K. selbst fragen. Auch mit  Personen des öffentlichen Lebens sollte man respektvoll umgehen und ihnen nicht Dinge zuschreiben, die wir nicht überprüfen können und zu der er/ sie sich hier nicht äußern kann.

Kommentar von Viktor1 ,
Schon der Wille, es zu GLAUBEN,reicht dafür aus.

Tut mir leid, aber dies ist völlig daneben. Du wirst dies mit keinen Aussagen Jesu belegen können.
Natürlich hat Jesus das Wort "Christ" weder gebracht noch gekannt !
Es hat einfach "definiert" wer zu ihm gehört.

du GLAUBST, dass Christus am Kreuz gestorben 
ist, um uns von unseren Sünden reinzuwaschen,..
indem er sie auf sich genommen hat

Und davon hat Jesus auch nichts gesagt.

Antwort
von OlliBjoern, 20

Im strengen Sinne glaubt der Christ an eine körperliche Auferstehung Jesu. In der Geschichte mit dem "ungläubigen" Thomas wird dieser ja aufgefordert, ihn anzufassen, damit er erkennt, dass er (Jesus) lebendig und körperlich vor ihm steht.

Im erweiterten Sinne gibt es natürlich andere Interpretationen, Küng interpretiert diese Geschichte sinnbildlich. (Das Adjektiv "mystisch" meint etwas anderes.)

Natürlich kann man sich dann fragen, wie dies im Verhältnis steht mit der "Auferstehung der Seele". Wenn die Seele aufersteht, was soll dann noch der Körper?

Antwort
von nowka20, 3

nein, wenn deren glaube noch stark genug ist

Antwort
von Viktor1, 30

Christen sind zuerst jene, welche die Botschaft Jesu befolgen.
Genau dies ist das von Jesus selbst gesetzte Kriterium dafür, wer zu ihm gehört (also Christ ist) und das "Heil" erlangt.
Von Glauben an dies oder jenes hat er  nichts gesagt.
Er sprach von Glauben an ihn (selbst), aber diese steht für seine Botschaft.
Jesus: (Mt.7,21)"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt."
Deutlich wird dies auch weiter im Text Mt.22,23
"Herr, Herr" steht für Glaube und Verehrung für Jesus.
Glauben kann man nicht erzwingen. Wenn also ein Christ Zweifel hat, ob Jesu Auferstehung ganausoso erfolgte wie in den Schriften überliefert, aber trotzdem den Willen Gottes (im Sinne der Botschaft) tut, dann ist er eben dabei.


Antwort
von anniegirl80, 7

Dass Jesus Christus leiblich auferstanden ist, gehört zu den Glaubensinhalten, an denen alle christlichen Gemeinschaften festhalten. Das kann man nicht wegdiskutieren von wegen das war nur mystisch  gemeint oder was auch immer.

Es gibt vieles was zu Kirchenspaltungen geführt hat oder dass man sich gegeseitig den "wahren Glauben" abspricht, aber dass Jesus Christus durch seine Auferstehung die Macht des Todes gebrochen hat, steht ausser Frage!

Hans Küng kann das dann gerne mit Jesus Christus  höchstpersönlich besprechen, wenn er mal vor ihm steht und sich ihm verantworten muss.

Antwort
von Matzko, 1

Einem Christ genügt es, wenn er daran glaubt. Einen Beweis braucht er nicht.

Antwort
von 716167, 48

Es ist eine Glaubensfrage. Christen GLAUBEN dass JC auferstanden ist. Ob er nun wirklich körperlich auferstanden ist - total wumpe... das ist irrelevant.

Antwort
von Einmischer, 2

Hallo,   für mich ist durch die Aussagen der vielen, die Jesus nach seiner Auferstehung gesehen und gesprochen haben (siehe auch Apostelgeschichte oder die Evangelien) der Nachweis erbracht. 

ABER:

Die Auferstehung ist schon elementar wichtig, weil ohne sie könnte Jesus nicht unsere Schuld auf sich genommen haben, da er wie jeder andere "sterbliche" im Grabe liegen würde. Damit wäre die Hoffnung aller Christen "gestorben".  Da ist nichts mit Sinnbildlichkeit.  Jesus lebt und ist unser Gott!

Gruß

Antwort
von josef050153, 9

Der Glaube an die Auferstehung Jesu ist ein fundamentaler Inhalt der christlichen Glaubenslehre.

Ohne diese tatsächlich stattgefundene Auferstehung war Jesus bestenfalls ein guter Mann, der schöne Dinge gelehrt hat.

Ob sie aber historisch nachgewiesen ist, tut nichts zur Sache. Wichtig ist, dass sie tatsächlich stattgefunden hat.


Kommentar von drachenfreund ,

OK, vielleicht habe ich mich etwas blöd ausgedrückt. Historisch stattgefunden - Darauf kam es mir an, ob nachweislich steht auf einem anderen Blatt .Danke

Antwort
von chrisbyrd, 17

Der Apostel Paulus beantwortet diese Frage für mich sehr eindeutig: "Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die in Christus Entschlafenen verloren. Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen!" (1. Korinther 12,15-19). 

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