Frage von diyarmenguecek, 85

Muss eine Wohnung bei Auszug gestrichen werden, obwohl man nur 3 Monate drin gewohnt hat und man diese auch angestrichen etc bekommen hat?

Hallo alle zusammen,

ich wohne seit 3 Monaten in einer 2er WG und werde jetzt aus dieser wieder ausziehen. Mein Mitbewohner und dessen alter Mitbewohner haben hier jetzt +- ca 2 Jahre lang drin gewohnt. Der Bewohner der WG, der vor mir hier drin war, durfte die Wohnung verlassen ohne auch eine Kleinigkeit machen zu müssen. Ich habe die Wohnung dreckig und ungestrichen bekommen ( also bin in das Zimmer gezogen ). Eig wurde mit der Vermieterin ausgemacht, dass ich nicht streichen muss, da ich nur eine kurze Zeit drin war .. allerdings kümmert sich jetzt ihr Mann darum und dieser meint ich muss die Wohnung komplett streichen !!! ..

Meine Frage jetzt .. muss ich das wirklich tun ? ich sehe es ehrlich gesagt nicht ein, die Arbeit von den Mitbewohnern die hier 2 Jahre drin waren zu übernehmen, nach 3 Monaten mieten. Meint ihr ich habe recht oder liege ich falsch ? hat jemand Erfahrungen mit solchen Situationen vielleicht gemacht ?

Danke schonmal :)

Antwort
von Feynja, 57

Eigentlich musst du sie nur streichen wenn es im Mietvertrag steht, oder du sie schwarz etc. Gestrichen hast bzw. Die Wände verdreckt sind. 

Antwort
von imager761, 45

Wart ihr gemeinsame Mieter mit einem Mietvertrag und sind Schönheitsrepararuren darin wirksam vereinbart, beißen den letzten die Hunde.

Meint, der VM kann die Erfüllung offensichtlich durch Abnutzung geschuldeter Renovierungsanstriche von dem- oder denjenigen Mietern verlangen, die er will, eben auch (nur von) dir :-O
Rechtsgrund: Gesamtschuldnerischer Haftung der Mieterpartei.

Ob du das "ehrlich gesagt nicht einsiehst", darf und wird ihm völlig schnurz sein.

Natürlich wär es schlau gewesen, von den ausscheidenden Mietern Teilrenovierung, wenigstens aber anteilige Abstandszahlung zu fordern, nun hat man/frau hier das Nachsehen.

G imager761

Kommentar von diyarmenguecek ,

Danke für die Antwort .. allerdings muss ich dazu sagen, ich hatte nicht besonders die Möglichkeit von dem vorherigen Mieter was zu verlangen, da ich den nie getroffen habe. Und ich habe mich natürlich auf das Wort der Vermieterin verlassen, die gesagt hat ich müsse nichts streichen hmm .. dazu kommt das im Vertrag nur Kleinrepetaruen von bis zu 75 Euro stehen .. also von Renovierungen steht da nichts.

Kommentar von diyarmenguecek ,

Muss jetzt nochmal nachtragen, dass es doch im Vertrag steht, dass es gestrichen sein muss .. hatte es übersehen .. habe also nur das Wort der Vermieterin 

Kommentar von imager761 ,

Ihr Wort wäre nicht viel Wert, wenn man es nicht beweisen kann. Oder ihr Man gleichberechtigter Vermieter wäre, der ohne ausdrücklich geregelte  Vertretungsbefugnis dieser einseitigen Erklärung nicht zustimmt.

Wäre eine Kaution in Gefahr, würde ich lieber ein Wochenende fürs eigene Malern opfern.

Antwort
von Sturmpinguuu, 48

Wenn im Mietvertrag steht, dass du es nicht musst, dann musst du es nicht. Außerdem kannst du ihm sagen, er solle mal seine Frau fragen, sie könne bezeugen, dass du nichts dergleichen machen musst

Antwort
von wilees, 42

Steht überhaupt etwas zum Thema Renovierung in Deinem Vertrag?

Kommentar von diyarmenguecek ,

Also außer Kleinreparaturen und gepflegt halten steht im Mietvertrag nichts drin .. zumindest konnte ich beim nochmals durchlesen nichts finden.

Kommentar von diyarmenguecek ,

Korrektur! steht doch im Vertrag drin, dass es gestrichen sein muss .. hatte ich übersehen, da es per Hand geschrieben wurde.

Kommentar von wilees ,

Dann schau mal in dieses BGH-Urteil:


BGH: Schönheitsreparaturen bei Auszug aus der Wohnung | anwalt.de

https://www.anwalt.de/.../bgh-schoenheitsreparaturen-bei-auszug-aus-der-wohnung_0...


Der Vermieter kann bei Auszug nur noch dann eine Renovierung (aufgrund des „Kleingedruckten“) verlangen, wenn die Wohnung bei Einzug des Mieters nachweislich vollständig renoviert war. Zwar muss der Mieter beweisen, dass die Wohnung nicht renoviert war. Bei Unklarheiten oder Problemen der Abgrenzung (z. B. bei teilrenovierten Wohnungen) wird die Renovierungsklausel aber ebenfalls unwirksam. Damit entfällt die bei vielen Vermietern nicht unübliche Vorgehensweise, beim Mieter bei Teilrenovierungsbedarf eine Abstandssumme zu nehmen und dem nächsten Mieter die Renovierung (u. U. gegen einen kleinen Teilnachlass bei der Miete) wieder aufzuerlegen. Vermietern muss geraten werden, für klare Verhältnisse zu sorgen, also die Wohnung zur Sicherheit nachweislich in vollständig renoviertem Zustand neu zu vermieten. Dann ist es (theoretisch) immer noch möglich, die Renovierungskosten vollständig auf den Mieter abzuwälzen, nämlich dann, wenn der Mieter eine vollständig renovierungsbedürftige Wohnung zurück lässt, diese also vollständig verwohnt ist. Anderenfalls (wenn die Wohnung nicht vollständig renovierungsbedürftig ist) wird der Vermieter in Zukunft zur Sicherheit die Renovierung selbst durchführen müssen (unter Verwendung der vom Mieter zu zahlenden Teilkosten bei Teilrenovierungsbedarf).

„Weißen“ ist nicht dasselbe wie „Streichen“
Eine Formularklausel in einem Mietvertrag, die den Mieter zum „Weißen" der Wände verpflichtet, enthält eine unzulässige Farbvorgabe und ist daher unwirksam.                                               (BGH, Urteil v. 21.9.2011, VIII ZR 47/11)

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