Frage von otmann, 190

muss eine Vollzeit berufstätige Frau Unterhalt an ihrem arbeitslose geschiedenen Mann zahlen?

Eine Vollzeit berufstätige Frau mit 2 Kinder, will sich von ihrem Arbeitslosen Mann scheiden, muss sie ihm in dem Fall Unterhaltsgeld zahlen, da er ja nur vom Hartz leben würde, und sie hat eine volle Stelle, wo sie 2500 Euro netto verdient?

Antwort
von vwzicke64, 65

Erst einmal muss er Unterhalt für eure Kinder zahlen, wenn sie beide bei dir leben. Da er Hartz 4 bezieht, wird das kaum möglich sein für ihn, den vollen Unterhalt zu zahlen. Solange er nicht zahlt, erbringst du Betreuungs-und Barunterhalt für beide Kinder. Der Unterhalt für die Kinder geht auf jeden Fall vor. Außerdem wenn dein Mann gesund ist, ist er in der Lage zu arbeiten. Bei Trennungsunterhalt sieht es anders aus, aber auch da wird erst der Unterhalt für beide Kinder abgezogen, ein Erwerbsbonus von 10%

Kommentar von otmann ,

diese Satz verstehe ich nicht ganz: 

 Bei Trennungsunterhalt sieht es anders aus, aber auch da wird erst der Unterhalt für beide Kinder abgezogen, ein Erwerbsbonus von 10%

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Kindergeld, 82

Selbst wenn die Kinder weiterhin bei dir wohnen würden,wenn du nach Abzug deiner Aufwendungen für deine Beschäftigung und der Berücksichtigung der Kinder noch leistungsfähig wärst,dann musst du einen dementsprechenden Anteil an Trennungsunterhalt zahlen wenn er gar kein Einkommen hat,sonst würde das in die Rechnung mit einbezogen !

Dein Anwalt wird dir das alles genau berechen.

Antwort
von TimmyEF, 106

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich sind sich Eheleute gegenseitig zu Unterhalt verpflichtet. Da bei Dir noch 2 Kinder im Raum stehen wäre erst mal zu klären bei wem die Kinder bleiben. Kindesunterhalt geht vor Ehegattenunterhalt. Bei Ehegattenunterhalt hast Du ein viel höheren Selbstbehalt. Wenn der Ex Partner nicht krank ist muss er vorrangig für seinen Unterhalt selber sorgen.

Antwort
von Parhalia, 85

Im Trennungsjahr muss der leistungsfähigere Ehepartner prinzipiell dem Partner mit deutlich geringerem / keinem Einkommen Trennungsunterhalt bezahlen. 

Wie viel das sein wird, das richtet sich nach Deinem Einkommen unter Berücksichtigung deiner anerkennbaren Aufwendungen für die beiden Kinder. ( sofern sie weiterhin in Deinem Haushalt leben und noch unterhaltsberechtigt sind. )

Diese Aufwendungen würden dann von Deinem Netto-Einkommen abgezogen werden. Und davon bekäme der EX-Gatte dann höchstens noch 3/7. Und das auch nur für DEN Fall, dass Du insgesamt mit der Unterhaltszahlung dabei nicht unter den Satz des Existenzminimums für Dich und die beiden Kinder rutschen würdest.

Antwort
von maja11111, 38

natürlich muss sie ihm unterhalt zahlen. der steht ihr ja zu. weiterhin ist zu klären wer die kinder zukünftig betreuen wird und wo sie verbleiben. wenn der mann sie zu sich nimmt, dann zahlt die frau auch für die kinder unterhalt.

Antwort
von rasperling1, 34

Du musst 3/7 des Unterschieds zwischen seinem Einkommen (das gegebenenfalls bei 0,- Euro liegt) und Deinem anrechenbaren Einkommen zahlen. Es ist aber zweierlei zu berücksichtigen: 1. Eigentlich müsste er für die beiden Kinder Unterhalt zahlen. Da er das nicht macht, musst Du für den Unterhalt aufkommen. Deshalb kannst Du den Mindestunterhat nach der Düsseldorfer Tabelle vorab von Deinem Einkommen abziehen. 2. Da Du eine Doppelbelastung hast - nämlich Kinderbetreuung UND Kindesunterhalt - kannst Du außerdem einen Betreuungsfreibetrag abziehen. Hier kann man nochmal den Mindestunterhalt ansetzen. 3. Nach Ablauf des ersten Trennungsjahres muss der Mann einer Vollzeitarbeit nachgehen. Tut er das nicht, so wird bei ihm ein theoretisches Einkommen, das er erzielen könnte, unterstellt.

Antwort
von DFgen, 32

Ja.

Der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen hat im Trennungsjahr (bis zur Scheidung) Anspruch auf Trennungsunterhalt vom anderen Partner.

Wenn die Kinder bei dir leben, wäre der Mann ihnen zwar eigentlich barunterhaltspfichtig, ist aber nicht "leistungsfähig"

Der Barunterhalt, den du den Kindern deshalb leistest, mindert dann dein "unterhaltsrelevantes Einkommen" gegenüber dem Mann.

Dein Selbstbehalt gegenüber dem Mann liegt bei derzeit 1200 Euro.

Von dem, was nach Anrechnung der Kindesunterhalte noch darüber liegt, musst du dem Mann dann einen Teil als Trennungsunterhalt zahlen.


Antwort
von Wonnepoppen, 76

Soviel ich weiß ja, da sie ja derjenige ist, der mehr verdient, bzw. mehr Einkommen hat. 

Am besten den Anwalt fragen!

Antwort
von berlina76, 85

Ja warscheinlich. Aber der Mann müsste ja auch Unterhalt für die Kinder bezahlen, die ja warscheinlich bei der Frau bleiben.

Das ganze kann nur ein Anwalt auseinander nehmen und die Rechte und Pflichten der einzelnen Personen auf und gegenrechnen.

Kommentar von otmann ,

Aber wie kann der Mann die Kinder Unterhalt zahlen, wenn er vom Hartz4 lebt?

Kommentar von berlina76 ,

Dann zahlt das Jugendamt und er muß es später dem JA zurückzahlen. Wie gesagt geh zum Anwalt lass dich beraten.

Kommentar von maja11111 ,

wenn er nachweislich nicht leistungsfähig ist, muss er keinen unterhalt ans jugendamt zurückzahlen.

Kommentar von Parhalia ,

Zumal dann erst einmal seitens der Frau ein Antrag auf Unterhaltsvorschuss gestellt werden müsste. Das KANN sie zwar, sie kann es zunächst aber auch erst einmal lassen.

Für den Gatten im momentanen Bezug von ALG II sieht es in der "freiwilligen" Antragstellung auf "Trennungsunterhalt" aber anders aus. Das wird er per Aufforderung vom Jobcenter dann halt MÜSSEN. ( denn mögliche und bedarfsmindernde "Vorrangsleistungen" MUSS er dann in so einer Situation auf Weisung beantragen, bzw. stellen )

Das jetzt nur mal als grundlegende Ergänzung zur Sachlage allgemein. Verzichten darf er auf diese Anforderung / Beantragung gegenüber dem Leistungsbezug von allgemeinen Leistungen der Grundsicherung nicht.

( die exakten Umstände des "Wie und warum" er ALG II bezieht sind in dieser Grundlage erst einmal absolut unberücksichtigt für die allgemeine Ergänzung zum Fragethema )

Antwort
von dandy100, 82

Ja sicher , muss man sich während des Trennungsjahres gegenseitig Unterhalt bezahlen

http://www.scheidung.org/ehegattenunterhalt-berechnen/

Kommentar von Wonnepoppen ,

nicht gegenseitig!

"Wer, wem"!

Kommentar von dandy100 ,

..war mißverständlich ausgedrückt - mit gegenseitig meinte ich, dass jeder dem anderen, im Falle der Bedürftigkeit verpflichtet ist

Kommentar von ichweisnix ,

Der Leistungsfähige ( also der der mehr geld verdient) gegenüber den Bedürftigen ( also den der weniger verdient).

Kommentar von dandy100 ,

...das sagte ich ja: "Im Falle der Bedürftigkeit"

Antwort
von ichweisnix, 22

Hier muß man zwei Dinge Unterscheiden. In der Trennungszeit wird in aller Regel Unterhalt geschuldet. Die Erwerbsverpflichtungen des Unterhaltsberechtigten sind hierbei nicht allzu hoch.

Nach der Scheidung steigt die Erwerbsobligenheit des Unterhaltsberechtigen deutlich an, d.h. er muß sich intensiv um eine Erwerbstätigkeit bemühen. 

Darüberhinaus wäre natürlich zu klären, bei welchen Elternteil die Kinder wohnen sollen. Daraus ergibt sich dann auch, wer gegenüber den Kindern barunterahltspflichtig wird.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community