Frage von PetraMI, 77

Muß eine Ersatzkraft, die für Langzeiterkrankte eingestellt wurde, sofort entlassen werden, wen der Kranke nach Hamburger Modell wieder arbeiten kommt?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 58

Die Ersatzkraft wird einen zweckbefristeten Arbeitsvertrag haben.

Hier endet der Arbeitsvertrag, wenn der Zweck der Befristung erreicht wird. Der Arbeitgeber muss aber zwei Wochen vorher den Arbeitnehmer schriftlich darüber unterrichten.

Was steht denn über den Zweck der Befristung im Vertrag? Wenn dort z.B. steht dass AN "X" für AN "Y" als Vertretung befristet eingestellt wird und das Arbeitsverhältnis endet wenn AN "Y" wieder arbeitet, endet der Arbeitsvertrag, wie gesagt, zwei Wochen nachdem AN "X" schriftlich darüber informiert wurde.

Ob AN "X" dann gehen muss, kann ich Dir nicht sagen. Wenn der Arbeitgeber für "X" einen anderen Arbeitsplatz hat, den der mit Sachgrund befristen kann, ist es möglich, "X" weiter im Betrieb zu beschäftigen (unbefristet ist selbstverständlich jederzeit möglich wenn der AG den AN behalten möchte).

Kommentar von PetraMI ,

Die Frage ist eigentlich die, ist der Zweg der Befristung schon erreich, wenn der Mitarbeiter evt. auch nur 2 Stunden am Tag arbeitet, oder erst,wenn er nicht mehr Krankgeschrieben ist und die Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell abgeschlossen ist?

Kommentar von Hexle2 ,

Nicht unbedingt, die Arbeitnehmerin ist dann ja noch nicht voll arbeitsfähig und nimmt ihre Arbeit nicht offiziell auf.

Beim "Hamburger Modell" wird die Kollegin von der Krankenkasse und nicht vom Arbeitnehmer bezahlt. Außerdem ist da ja noch nicht sicher, dass die Wiedereingliederung gelingt. In unserem Betrieb hat es schon mehrere Fälle gegeben in denen die Wiedereingliederung abgebrochen wurde, da bei der Steigerung der Arbeitsstunden bemerkt wurde, dass die AN noch nicht voll einsatzfähig waren.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt hier im Arbeitsrechtkommentar zum § 15 Teilzeit- und Befristungsgesetz (Ende des befristeten Vertrages) u.a.:

"Ein zweckbefristeter Arbeitsvertrag endet mit Erreichen des Zwecks, frühestens jedoch zwei Wochen nach Zugang der schriftlichen Unterrichtung des AN durch den AG über den Zeitpunkt der Zweckerreichung.

Allein die Zweckerreichung (z.B. bei der Vertretungsbefristung die Wiederaufnahme der Arbeit durch den AN, den der befristet Eingestellte vertreten hat) reicht für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht. Der AG muss den AN zudem noch über den Zeitpunkt der Zweckerreichung unterrichten. Diese Mitteilung hat schriftlich zu erfolgen.

Wenn die schriftliche Unterrichtung erst nach Zweckerreichung erfolgt, ist dies unschädlich, das Arbeitsverhältnis endet dann später".

Solange die Mitarbeiterin noch nicht voll einsatzfähig ist und von der KK bezahlt wird, kann vom Erreichen der Zweckbefristung also keine Rede sein. Der AG muss die Ersatzkraft also nicht weg schicken.

 

Antwort
von Maximilian112, 41

Der Langzeiterkrankte bekommt noch Krankengeld.

Du solltest deine Frage etwas mehr erklären. Niemand MUSS entlassen werden.

Antwort
von Gerneso, 44

Jemand der eingestellt wurde kann nicht einfach wieder entlassen werden - ausser er ist noch in der Probezeit.

Kommentar von PetraMI ,

Erst mal danke für die schnelle Antwort. Mein Chef sagt aber, das im Gesetz steht, er muß die Ersatzkraft entlassen und das diese nicht weiterarbeitn kann, bis der Langzeiterkrankte wieder voll einsatzfähig ist. Das macht doch keinen Sinn, wenn de rMitarbeiter z.B. nur 2-3 Stunden am Tag da ist.

Kommentar von Gerneso ,

Während der Wiedereingliederung ist der Mitarbeiter weiterhin im Krankenstand und bezieht Krankengeld und kein Gehalt.

Wie der AG das intern löst ist nicht vorgeschrieben. Also ob die Arbeit auf die vorhandenen Mitarbeiter aufgeteilt wird oder ob er jemand neu einstellt.

Im Anstellungsvertrag des neuen Mitarbeiters sollte drin stehen wie dessen Kündigungsfristen sind, etc. Alles andere ist irrelevant.

Antwort
von SchakKlusoh, 25

Du solltest prüfen, was im Arbeitsvertrag steht. Ist da wirklich eindeutig der Fall beschrieben? Oder steht da was von "Arbeitskraft vollständig wiederhergestellt"?

Der Zweck der Befristung muß absolut unmißverständlich beschrieben sein.

Antwort
von dadamat, 21

Das kommt auf den entsprechenden Arbeitsvertrag der Aushilfskraft an. Wenn es ein Zweckvertrag ist, kann jederzeit gekündigt werden, ohne Zweckbindung besteht die tarifliche Kündigungsfrist.

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