Frage von mrbenz538, 118

Muss ein Vertrauenslehrer bei Depressionsdiagnose schweigen?

Mein Vertrauenslehrer hat nach etwa 4 Sitzungen bei mir nun eine mittlere depressive Episode "diagnostiziert" und möchte, dass ich es nun meinen Eltern sage, da er es für nötig halt, es psychotherapeutisch zu behandeln. Nach ein paar Tagen Überlegungszeit bin ich dann zum Entschluss gekommen, dass ich das nicht will und es lieber nur für mich habe und es !vielleicht!, wenn ich 18 bin, behandeln werde.

Ich möchte nicht, das mir einer sagt, dass ich es doch machen sollte. Darüber habe ich lange genug nachgedacht. Mir geht es hier rein um die Frage, ob er jetzt schweigen muss oder nicht, da normalerweise die Schweigepflicht greift, außer es besteht akute Lebensgefahr.

Antwort
von Bommel190201, 90

Er darf es wie du gesagt hast niemanden sagen ausser es besteht Lebensgefahr. Versuch trotzdem mal mit deinen Eltern oder so darüber zu reden weil sie dir da am besten helfen können weil sie dich "eigentlich" am besten kennen

Kommentar von mrbenz538 ,

Danke für die schnelle Antwort. 

Leider bringt das meiner Meinung nach mehr Nach- als Vorteile.

Kommentar von Coza0310 ,

Die Antwort ist bezüglich der Schweigepflicht des Vertrauenslehrers definitiv falsch.

Antwort
von TRichter1956, 14

Ein Lehrer, auch ein Vertrauenslehrer hat keine gesetzliche Schweigepflicht (s. Coza). Er kann sich natürlich trotzdem in der Pflicht fühlen, was er offenbar tut, da er Dir das schriftlich zugesagt hat. Dann solltest Du Dich auch darauf verlassen können. Aber Du kannst es nicht einklagen.

Antwort
von Coza0310, 38

Abgesehen von der unerlaubten "Diagnosestellung" hat ein Vertrauenslehrer KEINE Schweigepflicht, Lehrer sind im Paragraph 203 Strafgesetzbuch nicht enthalten.


Kommentar von mrbenz538 ,

Dann verstehe ich nicht, wieso er gesagt hat, dass er solange schweigen muss, bis akute Lebensgefahr durch Suizidgedanken besteht, außer ich möchte, dass er etwas sagt. Das habe ich ihn zwei Mal per E-mail und persönlich gefragt.

Kommentar von Coza0310 ,

Er kann ja schweigen, aber er hat keine gesetzliche Verpflichtung dazu und kann bei Bruch nicht belangt werden. Bei akuter Lebensgefahr entfällt auch beim Arzt die Schweigepflicht.

Kommentar von mrbenz538 ,

Ist ja verständlich, dass auch ein Arzt dann nicht mehr schweigen muss. Dennoch meinte er er sei dazu verpflichtet zu schweigen.

Zitat aus der E-mail: "... die Schweigepflicht gilt für mich immer. Ich dürfte sie zunächst nur brechen, wenn akut suizidales Verhalten vorliegen würde, d.h. wenn jemand wirklich drauf und dran ist in dem Moment sich etwas anzutun. ..."

Kommentar von Coza0310 ,

Wenn er sich das so annimmt, dann ist es ja okay. Du hast nur keinen Rechtsanspruch darauf.

Antwort
von mare66, 46

Ich empfinde das als eine falsche Haltung  der Kompetenz von Seiten Deines Lehrers.

Dein Lehrer kann eine Depression vermuten oder annehmen, jedoch keine Diagnose stellen. Ich selbst bin Pädagoge und ich würde es mir nicht anmaßen, eine Diagnose zu stellen. Als Vertrauenslehrer wäre es seine Aufgabe, Dir Hilfestellung in dieser Lebenslage zu geben. So macht er DIr mehr Angst. Eine mittlere depressive Episode gibt es im therapeutischen und medizinischen Sprachgebrauch nicht. Vielleicht gibt es diese Erscheinung in der Kunst- und Literaturgeschichte.

Ich mag Dir mal was sagen. Deine Eltern, so gleichgültig oder besorgt sie auch sein mögen. Deine Eltern sind die Menschen, die Dich  immer schon kennen und lieben, auch wenn das im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten ist.  Deine Eltern wären eigentlich der bessere Ansprechpartner. Sie haben Dich zur Welt gebracht, Dich durch Deine Kindheit begleitet und Dich liebend umsorgt. Auch wenn Dir das heute befremdlich erscheint, so ist es immer zuerst die Familie, der man sich anvertraut.  Deine Eltern können aus Dir lesen, wie aus einem Buch, auch wenn sie es nicht zugeben.

Deine Eltern fühlen wie Du Dich fühlst. Auch wenn ihr nicht darüber redet. Warum vertraust Du dich eher einem fremden Lehrer an, der Dich nicht kennt, als das Du Deine Eltern um Hilfe bittest, die alles von Dir wissen, auch wenn Du das nicht wahr haben willst. 

Eltern sind für ihre Kinder da. 

Kommentar von mrbenz538 ,

Die Diagnose habe ich bewusst in "" geschreiben, da mir das klar ist, dass er nur Dinge annehmen oder vermuten kann.

Ich würde auch nicht zustimmen, dass meine Eltern irgendetwas merken. Da finde ich die Annahmen viiiiiiel zu allgemein gehalten. Vielleicht merken die Eltern das noch am ehesten, wenn irgendwas nicht stimmt. Aber zu sagen, dass alle, einschließlich meine Eltern, es merken und alles über mich wissen, finde ich einfach falsch. Auch wenn du sagest, dass ich es angeblich einfach "nicht wahr haben will".

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