Frage von OlliP, 83

Muss ein Vermieter ein Kautionskonto auf Namen des Mieters einrichten mit Verpfändungsrecht oder reicht ein normales Sparkonto auf seinen eigenen Namen?

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 33

Muss ein Vermieter ein Kautionskonto auf Namen des Mieters einrichten mit Verpfändungsrecht oder reicht ein normales Sparkonto auf seinen eigenen Namen?


Nein, laut BGB muss er es nur getrennt von seinem Vermögen anlegen



steht das im BGB?



Ja hier:


BGB § 551 Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten
Antwort
von ChristianLE, 65

Beides geht. Nach § 551 (3) BGB muss der Vermieter das Geld nur getrennt von seinem eigenen, bzw. vom Verwaltervermögen anlegen.

Im Übrigen kann der Vermieter kein Konto auf Euren Namen anlegen. Nur Ihr könnt für Euch ein Konto anlegen und eine Verpfändungserklärung dem Vermieter überreichen.

Antwort
von TrudiMeier, 43

Der Vermieter kann selbständig und ohne eure Unterschrift gar kein Kautionskonto auf euren Namen einrichten. Ein normales Sparkonto auf seinen Namen reicht aus. Er ist nur dazu verpflichtet, die Kaution getrennt von seinem Vermögen anzulegen.

Kommentar von OlliP ,

steht das im BGB?

Antwort
von faiblesse, 24

Ich würde immer selber das Kautionskonto anlegen.

So kommen beide Parteien nur mit Unterschrift des anderen daran und der Vermieter kann damit nicht einfach machen was er will.

Kommentar von BS3BM ,

Wie eine Kaution zu bezahlen ist (bar, Sparbuch, Bürgschaft etc.) entscheidet noch immer der Vermieter!

Für mich als Vermieter kommt dafür nur Barzahlung oder Überweisung auf mein Konto infrage. Das Geld wird dann bei meiner Bank getrennt auf ein Kautionskonto mit dem Namen des Mieters angelegt. Den Krampf mit einem verpfändeten Sparbuch hab ich einmal mitgemacht. (Schaden am Mietobjekt, Mieter hat seine Zustimmung lange nicht gegeben, damit der Schaden vom Kautionssparbuch bezahlt werden konnte - meinte, das müsste seine Versicherung bezahlen).

Kommentar von faiblesse ,

Ich würde dann nicht bei dir einziehen. Aber das ist ja das Schöne in Deutschland, es herrscht Vertragsfreiheit.

Was für eine Sicherheit habe ich als Mieter, wenn ich dir mein Geld überweise, dies wieder zu bekommen?
Woher weiß ich dass das Geld tatsächlich auf meinen Namen anlegt?
Das Geld ist ja dann erstmal auf dem Konto des Vermieters.

Auch Vermieter können sich Reparaturen ausdenken.
Oder insolvent gehen.

Bei einem verpfändeten Konto kommt der Mieter ja auch nicht ohne Unterschrift dran.

Kommentar von BS3BM ,

Ein Mieter, der meine Auffassung der Kautionszahlung nicht teilt, wird bei mir auch nicht einziehen. Im Übrigen bekommen alle meine Mieter eine Kopie vom Sparkontoauszug mit dem Vermerk: Mietkautionskonto Mieter A. Das können sei ei Bedarf überprüfen.

Den Schmarrn mit den verpfändeten Konten, Bürgschaften oder sonst was tue ich mir nicht mehr an.

Meine Kautionsabrechnung waren noch immer korrekt und ich bin noch nie was schuldig geblieben....und dass seit über 40 Jahren.

Es gibt immer ein Übergabeprotokoll und bei Auszug ein Abnahmeprotokoll und genügend Zeit, das Mietobjekt gründlich zu überprüfen.

Kommentar von faiblesse ,

Ist ja schön, dass du so ein ehrlicher Mensch bist und Kopien zur Verfügung stellst.

Ich bin auch ein ehrlicher und fairer Mensch, Schäden die ich verursache, zahle ich auch.
Und, würde dir das als Nachweis reichen?
Nein vermutlich nicht. Du willst das Geld trotzdem für dich absichern.
Und so geht es mir eben auch.
Warum daraus einen Vorwurf machen?

Ich würde mich nur darauf einlassen, wenn das Konto vorab auf meinen Namen eingerichtet wird, und ich direkt darauf überweisen könnte.
Das Geld also gar nicht erst auf dem Konto des Vermieters landet.

Denn man weiß nie, was der Vermieter in den paar Tagen mit dem Geld macht. Es ist und bleibt nunmal ein fremder.
Sagen kann man viel.

Man liest hier oft genug, vor 5 Minuten noch:
"Vermieter weigert sich die Kaution auszuzahlen und sagt nicht mal warum, ignoriert einfach meine emails"

Ich möchte halt die Kontrolle behalten.

Aber die Diskussion bringt eh nix, da wir unterschiedlicher Meinung sind.

Was ja auch völlig legitim ist.

Antwort
von DrMonikaDurr, 21

Vermieter müssen Mietkautionen getrennt von ihrem Vermögen anlegen. Bei einer Insolvenz des Vermieters haben Gläubiger dann
keinen Zugriff auf das hinterlegt Geld. Viele Banken bieten spezielle
Kautionskonten an (Treuhandkonten, siehe BGB § 551 bzw. Bundesgerichtshof, Az. VIII ZR 324/14). Oftmals normale Sparkonten mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Theoretisch sind auch andere Anlageformen möglich (z.B. Fonds oder Aktien). Diese sind aber selten zu empfehlen. Wirft die Anlegeform Kapitalerträge ab (z.B. Zinsen), muss die resultierende Abgeltungsteuer vom Mieter gezahlt werden.

www.immobilien-einblick.de/mietkaution

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