Frage von kikiri20, 111

Muss ein Unternehmer die Mehrwertsteuer bezahlen?

Beispiel:
Elektromarkt A kauft von dem Elektrogroßhändler G eine Ware im Wert von 100 Euro und bekommt hierzu eine Rechnung mit 119 Euro (inkl. 19% MwSt.). Elektromarkt A verkauft die Ware an Familie Müller für 200 Euro (inkl. 19% MwSt.) weiter. Muss Elektromarkt A 100 Euro an Elektrogroßhändler G bezahlen oder die 119 Euro?

Antwort
von PatrickLassan, 81

Unternehmer zahlen den Betrag einschließlich der Umsatzsteuer und können die gezahlte Umdatzsteuer als Vorsteuer von der Umsatzsteuer, die sie schulden, abziehen.

Antwort
von Andretta, 70

Die Mehrwertsteuer zahlt immer der Endverbraucher, der Unternehmer führt sie lediglich ab. Für ihn ist es also quasi ein Durchlaufposten.

Dabei kann er die Mehrwertsteuer, die er selbst zuvor gezahlt hat, beispielsweise beim Einkauf von Waren, die er weiterverkauft oder zur Produktion benötigt, aber abziehen. Das nennt man Vorsteuer.

Der Unternehmer führt also nur die Differenz zwischen der ihm zugegangen Mehrwertsteuer und der von ihm geleisteten Vorsteuer ab an das Finanzamt. 

Kommentar von Andretta ,

:-)

Antwort
von kevin1905, 53

119,- € natürlich.

Er schuldet dem Finanzamt die Differenz aus eingenommener Umsatzsteuer durch den Verkauf des Produkts und der ausgelegten Vorsteuer beim Einkauf.

Antwort
von BrilleHN, 60

Elektromarkt A muss seine Eingangs-Rechnung vollständig bezahlen (also inkl. Mehrwertsteuer) die 19 % Mehrwertsteuer kann er dann als Vorsteuerabzug geltend machen.

Wenn er die Ware für 200,- inkl. Mehrwertsteuer weiter verkauft, dann entsprechen diese 200,- € 119% und der Nettobetrag wäre also 168,07 €.

Wenn man nun vom Bruttobetrag von 200,- € die 168,07 € abzieht, dann erhält man den Betrag der in der Ausgangsrechnung enthaltenen Mehrwertsteuer = 31,93 €

Von diesen 31,93 darf der Elektromarkt A aber noch die 19,- € Vorsteuer abziehen und er muss nur noch 12,93 an das Finanzamt abführen.

Kommentar von kikiri20 ,

Danke für die hilfreichen Antworten :)

Ich habe das jetzt so verstanden:

Wenn der Elektromarkt A vom Großhändler eine Eingangsrechnung von 1190 Euro (inkl. 19% MwSt.) bekommt und es für 2500 Euro (inkl. 19% MwSt.) weiterverkauft. So wären die 2500 Euro (119%) und der Nettobetrag (ohne 19% MwSt.) wäre dann bei 2100 Euro. Somit beträgt die Mehrwertsteuer: 400 Euro.

Davon kann der Unternehmer aber die geleistete 190 Euro Vorsteuer abziehen und muss an das Finanzamt nur noch 210 Euro abführen. Der Gewinn wäre dann bei (Verkaufssumme-Eingangsrechnung-Steuer) bei 1100 Euro.

Ist das so richtig? :)

Kommentar von BrilleHN ,

So ungefähr in Bezug auf deine jetzigen Brutto-Preise ergibt sich ein Nettogewinn von 1100,84 € die Zahllast an das Finanzamt beträgt 209,16 €.

Das Thema Mehrwertsteuer ist noch um einiges komplizierter - richtig interessant wird es erst, wenn man seinen Kunden Skonto gewährt, denn dann muss aus dem nachträglich gewährten Rabatt (der natürlich auch Brutto ist) die Mehrwertsteuer herausgerechnet und auf das richtige Konto gebucht werden.

Antwort
von priesterlein, 60

Ja, bei allem, was er einkauft, muss er diese auch bezahlen. Jede Mehrwertsteuer, die er einnimmt, muss er an das Finanzamt weitergeben.

Kommentar von kevin1905 ,

den Vorsteuerabzug aber bitte nicht außen vorlassen.

Deine Antwort klingt so als müsse er 31,93 € USt. ans Finanzamt abführen, für den Verkauf von Waren mit Bruttowert 200,- €.

Das ist so aber falsch.

Und wenn es sich um einen Kleinunternehmer nach § 19 Abs. 1 UStG handelt war er dämlich die USt. auszuweisen, denn dann schuldet er wirklich die 31,93 €.

Kommentar von priesterlein ,

Die Vorsteuer ist das, was der Unternehmer an Steuer beim Einkauf bezahlt und das erwähnte ich im ersten Satz, das ist der Satz am Anfang meiner Antwort.

Ich erwähnte NIE den Nettowert sondern dass der Unternehmer Steuern ans Finanzamt weitergeben muss, wenn er sie einnimmt, denn er nimmt sie ja nicht für sich ein.

Dass sich das mit der Vorsteuer aufrechnen kann, dass es Sonderregelungen gibt, dass es innergemeinschaftliche Lieferungen gibt, bei denen er sowohl einnimmt als auch ausgibt, ist dabei nicht von Belang.

Als ich die Antwort schrieb, hatte der Frager keine Beschreibung sondern nur den Fragentitel, falls dir das hilft, irgend etwas zu verstehen, was ich antwortete.

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